hochkant|mini|Kirche (1843/44) in Alpenrod
Alpenrod ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an.
Geographie Die Gemeinde liegt südöstlich von Hachenburg im Westerwald am linken Ufer der Großen Nister und des Enspeler Bachs.
Mit dem im Südwesten des Ortsteils Alpenrod liegenden Gräbersberg () befindet sich auf der Gemarkung der Gemeinde die höchste Erhebung in der Verbandsgemeinde Hachenburg. Auf dem Gräbersberg steht ein Aussichtsturm mit einer öffentlich zugänglichen Besucherplattform auf 30 Metern Höhe.
Ortsteile der Gemeinde sind Alpenrod, Hirtscheid und Dehlingen. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Haus Alpenrod, Hof Eichwiese, Hof Welterstein, Neuhof und Talmühle.
Geschichte In einer Urkunde aus dem Jahr 1320 wird das Dorf erstmals als Albrechtsrode erwähnt. Hier stand auch eine Burg zum Schutz der Wege auf dem „Nöchel“. Es hatte aber schon früher eine Kapelle mit einer kleinen Siedlung gegeben (mindestens 1131).
Der Turm der jetzigen Kirche stammt aus dieser Zeit. Schätzungen gehen bis in das 9. Jahrhundert. Zu Alpenrod gehören die Ortschaften Dehlingen (Erster Siedler mit Namen Dillinger, 1618) und Hirtscheid (um 1100 Hirnscheid). Hier gab es ab 1551 ein Talmühle. Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Sayn versuchte (1657 und 1678–1680) den Verkehr der Köln-Frankfurter Straße (heutige B 8) über Hachenburg zu leiten. Daher baute er eine Poststraße aus, die oberhalb von Alpenrod entlang führte und heute als die alte Poststraße bekannt ist. Die Köln-Leipziger Straße und die Köln-Frankfurter Straße waren die wichtigsten Fernwege seit der Zeit der merowingischen Könige. Da das Tal in alten Zeiten versumpft und schwer zugänglich war, führten alle Wege über die Höhen wie die alte Poststraße. Zu vermuten ist, dass diese Straße schon zu keltischen Zeiten genutzt worden ist.Zusammenfassung aus „Das Kirchspiel Alpenrod im Westerwald und seine Bewohner im 17. und 18. Jahrhundert“ von Heinrich Heimann und Irmtraut Weinknecht 1967; Hrsg.: Zentralstelle für Personen und Familiengeschichte Frankfurt am Main.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Alpenrod, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 889 1835 921 1871 888 1905 914 1939 1.022 1950 1.078 1961 1.047 Jahr Einwohner 1970 1.162 1987 1.271 1997 1.564 2005 1.601 2017 1.569 2022 1.614
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Alpenrod besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
Wahl SPD LA WG JUL WGN Gesamt 2024 7 7 2 – – 16 Sitze 2019 9 5 2 – – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 10 – 2 2 2 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2009 9 – 2 3 2 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2004 7 – 3 2 4 16 Sitze
Bürgermeister Stefan von Minden (SPD) wurde am 16. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Alpenrod. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit 60,3 % der Stimmen gegen einen Einzelbewerber durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 %. Mit 107 ungültigen Stimmen lag deren Anteil bei 12,2 %.
Seine Vorgängerin Beate Salzer (SPD) hatte das Amt 2004 übernommen. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 88,06 % für weitere fünf Jahre als Ortsbürgermeisterin bestätigt worden.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Zur Wahl 2024 trat sie nicht mehr an.
Wappen
Verkehr Die Gemeinde liegt zwischen der Bundesstraße 414 die Koblenz und Hachenburg verbindet, und der B 255 die von Montabaur nach Herborn führt. Die A 3 mit der Anschlussstelle Montabaur (AS 40) liegt 25 km entfernt. Die nächstgelegenen Anschlussmöglichkeiten an den Eisenbahnverkehr sind die Bahnhöfe Hachenburg, Erbach, Büdingen und Enspel. Hier verkehren die Züge der Regionalbahnlinie 90 der Hessischen Landesbahn, Bereich Dreiländerbahn nach dem Rheinland-Pfalz-Takt auf der Fahrtroute Limburg(Lahn) – Diez Ost – Westerburg – Hachenburg – Altenkirchen – Au(Sieg) – Wissen(Sieg) – Siegen täglich im Stundentakt. Durch die Lage Alpenrods im Westerwaldkreis gilt im Bus- und Bahnverkehr der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Mosel.
Siehe auch Aussichtsturm Gräbersberg Liste der Kulturdenkmäler in Alpenrod Liste der Naturdenkmale in Alpenrod
Söhne und Töchter der Gemeinde Hellmuth Gensicke (1917–2006), war Direktor des Hessischen Hauptstaatsarchivs in Wiesbaden und bedeutender Historiker für die Landesgeschichte des Westerwaldes. Erich Klöckner (1913–2003), war Flugpionier und Testpilot. Paul Scheid (* 1908), Direktor der Anna-Schmidt-Schule und Begründer und Präsident der Deutschen Montessori-Gesellschaft
Literatur Heinrich Heimann / Irmintraut Weinknecht: Das Kirchspiel Alpenrod im Westerwald und seine Bewohner im 17. und 18. Jahrhundert. Genealogie und Landesgeschichte. Band 19. Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte, Frankfurt am Main: 1967. Karl-Heinz Krahm: Alpenrod. Dorf auf den Höhen des Westerwaldes. 1320 bis 1995. Eine Chronik der Gemeinde Alpenrod und der Ortsteile Dehlingen und Hirtscheid. Ortsgemeinde Alpenrod, 1996. Weitere .
Weblinks
Website der Ortsgemeinde Alpenrod Die Ortsgemeinde Alpenrod auf den Webseiten der Verbandsgemeinde Hachenburg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1320