mini|300px|Der Marktplatz vom Rathaus aus gesehen mini|300px|Marktplatz
Aub () ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aub.
Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt an der Gollach an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg, etwa auf halbem Weg zwischen Rothenburg ob der Tauber und Würzburg.
Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern jeweils der Siedlungstyp): Aub (Hauptort) Baldersheim (Pfarrdorf) Burgerroth (Pfarrdorf) Herrgottsmühle (Einöde) Lämmermühle (Einöde) Stelzenmühle (Einöde) Ullenmühle (Einöde)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aub, Baldersheim und Burgerroth. Die Gemarkung Aub hat eine Fläche von 3,588 km². Sie ist in 1218 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2945,95 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Lämmermühle.
Geschichte (Quellen unterFür die Darstellung der Geschichte Aubs dienten als Ausgangspunkt Unterfränkische Geschichte – Bd. 1. Von der germanischen Landnahme bis zum hohen Mittelalter hrsg. von Peter Kolb und Ernst-Günter Krenig, 1989 – ISBN 3-429-01263-5 und Georg Menths Buch Stadt Aub: Baldersheim, Burgerroth, Wolfratshausen – erschienen beim Aubanusverlag, 1988 – ISBN 3-924178-05-4. Weitere Informationen ergaben sich hiervon ausgehend durch Recherchen auf themenverwandten Seiten der Wikipedia, wie durch die Verlinkung ersichtlich.)
Name Der Name der Stadt Aub, früher „Awe“ oder auch „Aue“ geschrieben, rührt von der Lage in der Wiesenau her, die schon namensgebend für das um 1000 n. Chr. gegründete Kloster wurde: „Unser Lieben Frauen Münster und Kloster in der Au“.
Von den Bandkeramikern bis zu den Germanen Auf der Rothenburger Höhe, 1000 Meter südöstlich der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, wurden 1978 Siedlungsspuren der Linearbandkeramiker, der Stichbandkeramiker, der Rössener Kultur, der Bronzezeit und der Urnenfelderkultur gefunden. 700 Meter nordnordwestlich der Kirche fand man im Jahr 1900 ein Brandgrab der Urnenfelderzeit.
In der Nähe der Kunigundenkapelle wurden kupfersteinzeitliche Siedlungsspuren gefunden. Bedeutende Siedlungsspuren aus mehreren Epochen fand man in einem Umkreis von etwa 17 km um Aub in Acholshausen und auf dem Bullenheimer Berg.
Auf dem der Kunigundenkapelle gegenüberliegenden Eulenberg fand man Reste keltischer Siedlungen. Im Gollach- und Taubergebiet siedelten die Kelten. Aus der Zeit um 600 vor Christus (späte Hallstattzeit) stammt das Fürstengrab auf dem Fuchsenbühel in Riedenheim. Auch die drei Grabhügel im Waldgebiet Stelzenholz zwischen Aub und Baldersheim, die 1921 untersucht wurden, stammen aus der Hallstattzeit. Um 150 vor Christus (späte Latènezeit) entstand das Oppidum Finsterlohr.
Ab 100 vor Christus begannen dem sogenannten Großromstedter Horizont zugeordnete Elbgermanen zu siedeln. Auch der mainfränkische Dialekt hat nach dem Sprachwissenschaftler Ernst Schwarz seinen Ursprung im Elbgermanischen.
Elbgermanen in Baldersheim Vielleicht handelte es sich bereits damals um die zur elbgermanischen Völkergruppe der Herminonen gehörenden Markomannen. Belegt ist dies nicht. Gesichert ist nur, dass um 100 vor Christus zur Großromstedterkultur gehörende Elbgermanen ins Maingebiet vordrangen, Siedlungsspuren aus dieser Zeit auch in Baldersheim (in der Flur Staffelsbrunn) nachgewiesen wurden und die keltischen Helvetier gerade damals ins Gebiet der Schweiz und nach Südwestdeutschland abwanderten. Gesichert ist auch, dass sich die Markomannen irgendwann im Laufe des 1. Jahrhunderts vor Christus in der Umgebung Mainfrankens ansiedelten.
Im 13. Jahrhundert wurde Baldersheim noch „Baltolt(e)sheim“ genannt. Irrig ist die Annahme, der Ortsname Baldersheim könne auf den germanischen Gott Balder zurückgeführt werden. An der Kunigundenkapelle wurden keine konkreten Beweise für die Existenz einer heidnischen Kultstätte in vorgeschichtlicher Zeit gefunden, trotzdem gehen die Vermutungen der Experten nach wie vor in diese Richtung.
Römer in Unterfranken In den Jahren 11 und 10 vor Christus erlitten die Markomannen eine Niederlage gegen die Römer. 7 bis 3 vor Christus wanderten die Markomannen unter Marbod nach Böhmen aus. Römischer Legat in Germanien war damals Lucius Domitius Ahenobarbus. 10 v. Chr. bis 16 n. Chr. gab es ein Zweilegionenlager in Marktbreit (Drusus bis Germanicus).
Rhein-Weser-Germanen, Alamannen und Franken Im Jahre 20 nach Christus wurden die Elbgermanen der Großromstedter Kultur durch eine zu den Rhein-Weser-Germanen gehörende Kultur abgelöst. Die Siedlungskontinuität ist an der Baldersheimer Siedlung ersichtlich, ein Volksname ist nicht überliefert. 213 besiegte Caracalla die Alamannen in der Hohenloher Ebene.
Im Jahre 370 kam es zu Streitigkeiten um Salzquellen zwischen Alamannen und Burgunden, die zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich zwischen Hohenlohe und Mittelmaingebiet siedelten. 450 wurde zum ersten Mal „Uburzis“ (Würzburg) als Stadt der Alamannen erwähnt. Zu dieser Zeit begann die Frankisierung der Tauberregion. Bis zum 6. Jahrhundert setzte sie sich mit thüringischen Einsprengseln fort. 650 wurde die Stadt Würzburg fränkischer Amtsherzogsitz am Main. Der fränkische Königshof Gollhofen (Ersterwähnung 741 durch Karlmann) wurde anlässlich einer Schenkung im Zusammenhang mit der Würzburger Bistumsgründung durch Bonifatius zum Mittelpunkt des Gollachgaus.
Christianisierung Die schottischen Mönche Kilian, Kolonat und Totnan starben 689 den Märtyrertod. 704 tauchte zum ersten Mal der Name Virtheburh auf. Im Jahre 742 gründete Bonifatius in Würzburg eine Diözese und der spätere Heilige Burkard wurde erster Bischof von Würzburg. 788 wurde der Würzburger Dom im Beisein Karls des Großen geweiht.
Erste dokumentierte Siedlungsspuren Im Jahre 803 tauchte zum ersten Mal die Siedlungsbenennung „Lemmerheim“ auf. Von diesem ersten Siedlungskern im Gebiet von Aub stammt der Name der heutigen Lämmermühle.
Nachdem unter Bischof Hugo die Pfarrei Sonderhofen dem Benediktinerkloster St. Burkard zugeteilt worden war, wurde gegen 1000, also zur Zeit des Bischofs Heinrich I., die Benediktinerpropstei Unser Lieben Frauen Münster und Kloster in der Au, der zweite Siedlungskern der Ortschaft, als benediktinisches Adelskloster gegründet.
Die Propstei war eine Außenstelle der Würzburger Benediktinerabtei St. Burkard und deren geistlicher und wirtschaftlicher Verwaltungsort für die Besitzungen rund um Aub. Sie befand sich unterhalb der heutigen katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt, der einstigen Münsterkirche, auf dem Gebiet des heutigen katholischen Pfarrhauses, der beiden Pfarrgärten und – quer über die Kirchsteige hinweg – der beiden Häuser Hauptstraße 10 und 12. Am Fuß der heutigen Kirchsteige, die damals noch nicht existierte, es gab nur einen schmalen Weg östlich des Pfarrgartens hinauf zum Marktplatz, befand sich das Haupttor des Klosters zwischen Mühlstraße 4 und dem gegenüberliegenden Fachwerkhaus mit dem Brunnen (einstige Lateinschule). Noch 1575 wurde dieses Tor genannt. Als die Würzburger Abtei 1464 in ein Ritterstift umgewandelt wurde, wurde die Auber Propstei aufgelöst.
König Heinrich II. und seine Frau Kunigunde gaben die Baldersheimer Gegend während des Reichstags 1009 in Frankfurt dem zwei Jahre vorher bei der Reichssynode in Frankfurt gegründeten Bistum Bamberg als Lehen.
Im Jahre 1136 wurde die Auber Münsterkirche umgebaut. Im Jahre 1156 fand ein Reichstag in Würzburg statt, bei dem Barbarossa Beatrice von Burgund heiratete. Bei einem weiteren Reichstag in Würzburg 1168 verlieh er Bischof Herold und allen nachfolgenden Würzburger Bischöfen durch die Güldene Freiheit den fränkischen Herzogtitel. 1151 wurde erstmals die Handelsroute Venedig – Romantische Straße – Skandinavien erwähnt, die auf dem Abschnitt Rothenburg – Würzburg auch durch Aub zurückgelegt werden konnte.
Unter den Hohenlohern als Lehen Bambergs Nicht weit von Aub, zwischen Langensteinach und Simmershofen, befand sich Burg Hohlach, das Stammschloss, nach dem sich die Familie Hohenlohe noch heute nennt.
Im Jahre 1230 unterschrieben Gottfried und Konrad von Hohenlohe-Brauneck einen Erbvertrag, durch den Letzterer zum Alleinbesitzer der Reichelsburg wurde. Die Grafen von Brauneck (Stammschloss dieses Zweiges der Hohenloher war die Burg Brauneck) hatten als Vasallen des Hochstifts Bamberg damals das einträgliche Geleitrecht und beobachteten von der Reichelsburg aus den Verkehr auf der Straße zwischen Würzburg und Rothenburg. Die Straße war eine der Nebenstrecken auf den beiden wichtigen Handelsrouten Venedig-Lübeck und Paris-Prag. Außerdem waren die Hohenloher (und später die Weinsberger, nach dem Aussterben der Hohenloher 1390) Vögte der Propstei. Die Auber Propstei bestand bis 1464. In den Jahrhunderten ihres Bestehens rückten die Auber Pröbste oft zu Äbten des Würzburger Klosters auf.
Die Hohenloher waren Friedrich II. dem Staufer sehr treu, besonders Gottfried von Hohenlohe bei den Auseinandersetzungen mit Friedrichs Sohn Heinrich (VII.). Der von Friedrich II. geförderte Walter von der Vogelweide starb 1230 wahrscheinlich in Würzburg, als Konrad von Würzburg geboren wurde.
Im Jahre 1232 gründeten Konrad und Gottfried von Hohenlohe-Brauneck das Kloster Frauental. 1234 wurden viele hohenlohische Burgen von Gefolgsleuten des Königs Heinrich (VII.) zerstört. Brauneck und Lichtel wurden wieder aufgebaut, vielleicht auch die Reichelsburg. Seit wann die Schutzvögte des Klosters als Stützpunkt eine Veste an der höchsten Stelle Aubs hatten, ist nicht bekannt. Aus dem 13. Jahrhundert stammende Teile der romanischen Burg der Hohenloher, die bis zur Grabensohle des an der Nordseite noch heute existierenden Burggrabens reichten, sind die ältesten Überbleibsel der ursprünglichen Burg. Schriftlich erwähnt wird die Veste in Awe zum ersten Mal erst 1369 in einer Verpfändungsurkunde.
Im Jahre 1325 verlieh Ludwig der Bayer Aub das Marktrecht und zwar an seine Gefolgsleute Ludwig und Godfried III. von Hohenlohe-Brauneck. 1355 stiftete Letzterer unter dem Eindruck des sogenannten Schwarzen Tods das Pfründner-Spital, das in ein Museum umgewandelt wurde und besichtigt werden kann. Das Ende des Geschlechtes Hohenlohe-Brauneck war damals bereits nah. Dazu mag die Tatsache beigetragen haben, dass viele männliche Abkömmlinge dieses Geschlechts geistliche Würdenträger wurden. Bereits über hundert Jahre vorher, als die Brüder Konrad und Gottfried, die Gefolgsleute von Kaiser Friedrich II., an der Spitze des Hauses standen, waren ihre anderen drei Brüder Heinrich, Andreas und Friedrich Geistliche. Heinrich war der siebte Deutschmeister, der als Heinrich von Hohenlohe berühmt wurde und wahrscheinlich die in der Gemarkung Burgerroth liegende Kunigundenkapelle erbauen ließ. Sein Bruder Andreas gründete das Deutsch-Ordenshaus in Mergentheim und auch Friedrich war Mitglied des Deutschen Ordens. Selbst bei Konrad und Gottfried, den beiden weltlichen Repräsentanten des Hauses, kam die starke Bindung an christliche Ideale der Hohenloher zum Ausdruck: Die beiden gründeten 1232 das Zisterzienserinnenkloster in Frauental. Ritterfehden waren damals häufig in Deutschland. Das Nibelungenlied, dessen Dramatik versucht, dieser bewegten Zeit zu entsprechen, und Wolfram von Eschenbachs Parzival waren nur wenige Jahrzehnte zuvor entstanden. Aber es war auch die Zeit, in der Albertus Magnus aktiv war und Eike von Repgow den Sachsenspiegel schrieb.
Mitte des 14. Jahrhunderts waren mit Albrecht und seinem Bruder Friedrich beide Fürstbischöfe von Würzburg und Bamberg Hohenloher.
Im Jahre 1369 wurde die Veste Aub zum ersten Mal in einer Verpfändungsurkunde von Gerlach von Hohenlohe an die Rothenburger Bürger Holtschuher und Goltsmit erwähnt.
Unter den Weinsbergern und Baldersheimern als Lehen Würzburgs