Die Kind-Hörstiftung (bis 2017 Geers-Stiftung) ist eine im Jahr 1976 von dem Dortmunder Unternehmerehepaar Käthe und Theodor Geers gegründete gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts zur Förderung von Forschungsvorhaben, die dem Wohle der Hörbehinderten (Hörbehinderung, Hörschäden), insbesondere den hörbehinderten Kindern dienen (§ 2 Satzung). Das Stiftungsvermögen beträgt ca. 360.000 Euro, das jährliche Fördervolumen rund 30.000 Euro.

Seit 1990 verleiht die Stiftung alle zwei Jahre einen mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis, der Arbeiten zur Ursachenforschung, Früherkennung und Therapie von Hörschäden auszeichnet.

Alle zwei Jahre finden multidisziplinäre Kolloquien zu Schwerpunktthemen der Hörbehindertenforschung statt.

Die Stiftung ist dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. angeschlossen.

Organisation mini|links|Logo bis 2017 Käthe und Theodor Geers, die 1951 das erste Hörakustik-Fachgeschäft in Deutschland eröffneten und damit dazu beitrugen, den Berufsstand des Hörgeräteakustikers zu etablieren, gründeten zum 25-jährigen Bestehen des Unternehmens Geers Hörakustik am 25. September 1976 die gemeinnützige Geers-Stiftung mit dem Ziel, allein durch private Initiative kooperative und individuelle Forschungsvorhaben zu unterstützen.

Zum 1. Juni 2017 wurde die Stiftung an die Familie Kind (siehe Kind Hörgeräte) übergeben.

Vorstandsvorsitzender ist Gottfried Diller, weitere Vorstandsmitglieder sind Thomas Lenarz, Sebastian Hoth, Annerose Keilmann, Andrej Kral, Peter Plath und Hellmut von Specht.https://www.kind-hoerstiftung.de/ueber-uns/stiftungsorgane/ Stiftungsrat (Kuratorium) sind Alexander Kind und Martin Kind.

Das Stiftungsvermögen wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verwaltet.

Aktivitäten

Aufgabe der Stiftung ist nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel insbesondere die Förderung von wissenschaftlichen Untersuchungen auf dem Gebiet der Hörakustik, Reihen- und Testuntersuchungen zur Erlangung wissenschaftlichen Basismaterials, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Normalhörende, Hörbehinderte und im Dienste der Hörakustik stehenden Menschen zur Vermittlung und Vertiefung von Wissen, das den Hörbehinderten dient, wissenschaftlicher Erprobung neuer Methoden auf dem Gebiet der Hörakustik, Veranstaltungen und Maßnahmen, die dem Stiftungszweck dienen – dazu gehört insbesondere auch die Durchführung von multidisziplinären Symposien und Kolloquien – sowie Publikationen, Vorträgen und anderen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, die mit den Themen der Stiftung zusammenhängen.

Stiftungspreis Für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Ursachenforschung, der Früherkennung und Therapie von Hörschäden sowie der Anpassung und Versorgung mit Hörgeräten, insbesondere bei Kindern, vergibt die Stiftung alle zwei Jahre den mit 15.000 Euro dotierten Stiftungspreis.https://www.kind-hoerstiftung.de/foerderung/kind-stiftungspreis/ Der Preis ging an:

1990: Neue Gesichtspunkte zur Untersuchung und Früherfassung hörgestörter Kinder unter besonderer Berücksichtigung eines pränatalen Hörtests – Heidrun Müller, Oberärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universität Leipzig 1994: „... ich höre – nicht alles!“ Hörgeschädigte Mädchen und Jungen in Regelschulen – René J. Müller, Direktor der Gehörlosen und Sprachheilschulen Riehen und Arlesheim bei Basel 1996: Einfluss einer Schalldeprivation auf die akustisch evozierte Potentiale und die Expression des c-Fos Transkriptionsverfahren nach Beschallung während der Hörbahnreifung der Ratte – Annerose Keilmann, Universitäts-Hals-Nasen-Ohrenklinik im Klinikum der Stadt Mannheim, Fakultät für Klinische Medizin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1998: Experimenteller Nachweis audiophonatorischer Rückkopplung bei Säuglingen und deren Bedeutung zur Früherkennung und Hörgeräteanpassung bei angeborenen hochgradigen Schwerhörigen – R. Schönweiler, Leitender Oberarzt der Medizinischen Hochschule Hannover 2000: Über den Einfluss von Hörstörungen auf die Reifung der Hörbahn – M. Walger, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Köln 2002: Neugeborenenhörscreening – Katrin Neumann, Oberärztin in der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der Johann-Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, und Genforschung im Innenohr – Timo Stöver, Oberarzt an der HNO-Klinik der MHH 2004: nicht verliehen 2006: Neuentwicklungen von Sprachverständlichkeitstests – Kirsten Carola Wagener, Dipl.-Phys. Bereichsleiterin für Audiologie und Projekte am Hörzentrum Oldenburg 2008: nicht verliehen 2010: Psychoakustische und elektrophysiologische Untersuchungen zu zentral-auditiven Verarbeitungsstörungen während der Kindesentwicklung – Alexandra Ludwig, Sektion Phoniatrie und Audiologie am Universitätsklinikum Leipzig 2012: Zusammenhang zwischen angeborenen Hörstörungen und Herzrhythmusstörungen – Hanno J. Bolz, Humangenetiker am Universitätsklinikum Köln 2014: „Wiederbelebung“ totgeglaubter Nervenzellen im Innenohr – Athanasia Warnecke, Medizinische Hochschule Hannover, und optimiertes Messverfahren zur Erkennung bisher unentdeckt gebliebener Hörminderungen bei Neugeborenen – Anthony W. Gummer, Ernst Dalhoff und Dennis Zelle, Universität Tübingen 2016: Neue Messmethoden und Modelle für die Bedeutung des Resthörvermögens bei einer Versorgung mit einem Cochlea-Implantat – Tobias Rader 2019: Angelika Illg (Hannover) „für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu Strategien zur Optimierung der Hörrehabilitation und Steigerung der Bildungschancen bei Patienten mit Cochlea-Implantat.“ 2021: Pascale Sandmann für ihre Habilitation „Kortikale Plastizität und veränderte multisensorische Interaktionen nach Hörverlust und Cochlea-Implantation“; Thomas Steffens für seine Habilitation „Entwicklung, Evaluation und Anwendung moderner sprachaudiometrischer Verfahren“ 2023: Tobias Weißgerber für seine Habilitation zu Entwicklung, Aufbau und Evaluierung der Schallfeldsynthese 2025: Mareike Buhl für Arbeiten zur Verbesserung der audiologischen Diagnostik

Kolloquien Seit 1981 veranstaltet die Stiftung in zweijährigem Rhythmus multidisziplinäre Kolloquien. Die Ergebnisse werden in einer Schriftenreihe veröffentlicht, von der bisher insgesamt 19 Bände vorliegen. Wissenschaftler und Praktiker aus dem In- und Ausland erörtern medizinische, soziale und pädagogische Probleme von Hörstörungen, besonders die Thematik kindlicher Hörstörungen. Die Ergebnisse des Erfahrungsaustausches werden in einer Schriftenreihe veröffentlicht, die über die Stiftung bezogen werden kann. Der neueste Band der Stiftung, Band 19, dokumentiert die Vorträge und Diskussionen des 16. Multidisziplinären Kolloquiums zum Thema Hörkultur.

Förderung von Forschungen

Bislang gab die Stiftung Fördergelder für mehr als 80 Forschungsvorhaben aus den Stiftungserträgen.

Weblinks Website der Kind-Hörstiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Stiftung in Dortmund Kategorie:Humanitäre Stiftung Kategorie:Gehörlosenorganisation (Deutschland) Kategorie:Stiftungsgründung 1976 Kategorie:Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts