Die International Standard Classification of Education (ISCED, deutsch: Internationale Standardklassifikation des Bildungswesens) der UNESCO klassifiziert und charakterisiert Schultypen und Schulsysteme. Sie unterscheidet mehrere Stufen (Level) und eignet sich auch für die Angabe des Bildungsniveaus (des höchsten Bildungsabschlusses) im internationalen Vergleich.

Geschichte Die Klassifizierung wurde erstmals in den 1970er Jahren für die Erstellung von Statistiken zur Bildung weltweit verwendet. Die erste Version, ISCED 1976, wurde 1975 auf der Weltkonferenz der Bildung (International Conference on Education) in Genf genehmigt und 1978 in Paris zur Normierung pädagogischer Statistiken angepasst. Über die Zeit hinweg waren, vor allem wegen der immer größeren Vielfalt an Bildungsmöglichkeiten, weitere Anpassungen nötig.

ISCED–97 war 1997 von der UNESCO genehmigt worden.Siehe dazu Sie wurde überarbeitet und als ISCED–2011 Auf S. 6–8 werden in der Section 1 „What ist ISCED?“ die Ziele und das Konzept der ISCED 2011 erläutert. auf der 36. Sitzung der UNESCO-Generalkonferenz im November 2011 verabschiedet. Sie ersetzt seit 2014 die ISCED–97 als Grundlage für internationale Bildungsvergleiche und findet seit 2015 in der Bildungsberichterstattung der UNESCO, der OECD und Eurostat Anwendung.

ISCED wird vom UNESCO-Institut für Statistik entwickelt, gewartet und aktualisiert.Die Anpassung der ISCED wird in den EU-Ländern über Verordnungen realisiert, siehe z. B. die

Verwendung Die ISCED dient allgemein dem internationalen Vergleich von Schulformen und Bildungsabschlüssen (also Schulabschlüssen und Hochschulabschlüssen), in rechtlichen Belangen wie auch der amtlichen Statistik. Unter dem Bildungsstand einer Person versteht sie die höchste von dieser Person abgeschlossene ISCED-Stufe. S. 18, Nummer 81 und S. 29, Nummer 129.Je geringer der Bildungsstand Erwachsener, desto geringer ist ihre Beteiligung am lebenslangen Lernen.

Sie geht auch in die Berufsklassifikation der International Standard Classification of Occupations der Internationalen Arbeitsorganisation ein.

Zusammen mit dem International Socio-Economic Index of Occupational Status wird sie als Indikator für den familiären Hintergrund in den PISA-Studien und anderen Studien aus dem Bildungsbereich verwendet.

ISCED-2011 Mit der ISCED 2011 wurden zwei parallele Kodierungsschemata eingeführt: eins für die Klassifikation der nationalen Bildungsprogramme (ISCED-Programmes, ISCED-P) und eins für die Klassifikation der Bildungsstufen, d. h der Stufen des Bildungsstands einzelner Personen (ISCED Attainment, ISCED-A). Dieser wird als Bildungsabschluss bezeichnet. Darunter wird die „offizielle Bestätigung des erfolgreichen Abschlusses eines Bildungsprogramms oder eines Abschnitts“ verstanden. Wenn der Bildungsgang nicht alle Voraussetzungen für das Erreichen des Abschlussniveaus der ISCED-Ebene beinhaltet, kann die Codierung der Bildungsebene beim besuchten Bildungsgang eine andere sein als bei der durch den Bildungsgang erworbenen Qualifikation.

Nachfolgend sind nur die ISCED-Bildungsprogramme (ISCED-P) dargestellt.

Exemplarisch werden Deutschland (Schulsystem in Deutschland), Österreich (Bildungssystem in Österreich) und die Schweiz (Bildungssystem in der Schweiz) genannt. Für die Vereinigten Staaten gibt es eine grafische Übersicht in Bildungssystem in den Vereinigten Staaten, für andere Länder muss in Schul- und Bildungssysteme nach Ländern geprüft werden, ob eine Darstellung der Klassifizierung nach der ISCED bereits erfolgt ist.

Stufe 0: Elementarbereich Die Bezeichnung Elementarbereich wird zur Wahrung der internationalen Vergleichbarkeit gewählt, denn in ISCED-Stufe 0 eingeordnete Programme können in den einzelnen Ländern unterschiedliche Bezeichnungen haben, im deutschsprachigen Raum etwa Frühkindliche Bildung, Betreuung und Entwicklung, Kindergarten oder Vorschule.Siehe hierzu

Stufe 01: Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder unter drei Jahren Eine sprachintensive und visuell stimulierende Lernumgebung ist essentiell für eine frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren. Bildungsprogramme mit dem Ziel, die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Kinder zu fördern, besitzen einen Schwerpunkt auf dem Spracherwerb und der Verwendung von Sprache für sinnvolle Kommunikation.Siehe dazu

Um Koordination und motorische Fertigkeiten unter Aufsicht und durch die Interaktion mit den Betreuern üben zu können, gibt es außerdem die Möglichkeiten für aktives Spiel. Bildungsprogramme, die ausschließlich der Kinderbetreuung (Beaufsichtigung, Ernährung und Gesundheit) dienen, sind nicht Bestandteil der ISCED.

Es gibt keinen entsprechenden ISCED-97-Level.

Stufe 02: Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt Programme der ISCED-Stufe 0 (02) oder des „Elementarbereiches“ sollen eine frühe kognitive, körperliche, soziale und emotionale Entwicklung fördern und kleine Kinder an einen organisierten Unterricht außerhalb des Familienkontextes heranführen. Oftmals weisen diese Programme einen ganzheitlichen Ansatz auf, sind schulbasiert oder auf andere Weise für Kindergruppen institutionalisiert (z. B. in der Tagespflege, auf Gemeindeebene oder in Tagesstätten).

Die Stufe 02 entspricht bei ISCED-97 dem Level 0.

Stufe 1: Primarbereich Die Bildungsprogramme der ISCED-Stufe 1 zielen überwiegend darauf ab, den Schülern grundlegende Fertigkeiten zu vermitteln. Im Fokus der Primarbildung stehen dabei Lesen, Schreiben und Rechnen. Es wird eine solide Grundlage aufgebaut und großer Wert auf das Verstehen von Kernwissensbereichen und die persönliche und soziale Entwicklung des Kindes gelegt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Lernen von wenig komplexen Inhalten ohne konkrete Spezialisierung.

Deutschland: Der Primarbereich umfasst die Grundschulen sowie die 1. bis 4. Klasse der Gesamtschulen, Waldorfschulen und Förderschulen. Die Bezeichnung Primarbereich für diese Stufe der Gliederung des deutschen Schulsystems wurde mit der Vereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens in zentralen bildungspolitischen Fragen (2020) der Kultusministerkonferenz festgelegt. S. 19 Teilweise werden dafür auch noch die früher üblichen Bezeichnungen Grundstufe bzw. Primarstufe verwendet.

Schweiz: Die ISCED-Stufe 1 entspricht dem dritten bis achten Jahr der obligatorischen Schule (d. h. Primarstufe ohne Kindergarten und der ersten und zweiten Klasse der Eingangsstufe) der Klassifikation der schweizerischen Bildungsstatistik.

Stufe 2: Sekundarbereich I Programme der ISCED-Stufe 2 oder des „Sekundarbereichs I“ sind darauf ausgelegt, die Voraussetzungen für Persönlichkeitsentwicklung und lebenslanges Lernen zu schaffen, auf denen weiterführende Bildungsmöglichkeiten aufbauen können.

Die Programme bauen auf den Lernerfolgen der ISCED-Stufe 1 auf.

Bei Eintritt in die ISCED-Stufe 2 sind die Schüler zwischen 10 und 13 Jahre (meistens 12 Jahre) alt. Bildungsprogramme auf dieser Stufe dienen der Einführung von theoretischen Konzepten in einer Vielzahl von Fächern und basieren normalerweise auf einem stärker fachorientierten Lehrplan. Die Lehrkräfte verfügen über eine fachbezogene pädagogische Ausbildung.Siehe dazu

Deutschland: Diese Stufe entspricht der Sekundarstufe I. Die Bezeichnung Sekundarbereich I für diese Stufe der Gliederung des deutschen Schulsystems wurde mit der Vereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens in zentralen bildungspolitischen Fragen (2020) der Kultusministerkonferenz festgelegt. S. 19

Schweiz: Diese Stufe entspricht der Sekundarstufe I (9. bis 11. Jahr der obligatorischen Schule) der Klassifikation der schweizerischen Bildungsstatistik.

Die Stufe 2 wird unterteilt in 24 allgemeinbildend und 25 berufsbildend.

Stufe 24: allgemeinbildend Deutschland: Hierzu gehören die Orientierungsstufe 5./6. Klasse, Hauptschulen, Realschulen, Förderschulen (5.–10. Klasse), Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Gymnasien (5.–9./10. Klasse), Gesamtschulen (5.–9./10. Klasse), Waldorfschulen (5.–10. Klasse), Abendhauptschulen, Abendrealschulen, das Nachholen von Schulabschlüssen der Sekundarstufe I und Erfüllung der Schulpflicht an Beruflichen Schulen und Berufliche Schulen, die zur mittleren Reife führen.

Stufe 25: berufsbildend Deutschland: Dazu gehört das Berufsvorbereitungsjahr (und weitere berufsvorbereitende Programme, z. B. an Berufsschulen oder Berufsfachschulen).

Stufe 3: Sekundarbereich II Die Programme der ISCED-Stufe 3, auch Sekundarbereich II genannt, werden in dieser Stufe wesentlich vielseitiger und es steht eine größere Anzahl an Wahlmöglichkeiten zur Verfügung. Die Lehrkräfte sind nun vor allem in den oberen Klassenstufen hoch qualifiziert. Die dritte Stufe bereitet die Lernenden auf den Tertiärbereich vor und vermittelt dabei Fertigkeiten, die für die Berufstätigkeit erforderlich sind.

Deutschland: Diese Stufe entspricht der Sekundarstufe II. Die Bezeichnung Sekundarbereich II für diese Stufe der Gliederung des deutschen Schulsystems wurde mit der Vereinbarung über die gemeinsame Grundstruktur des Schulwesens in zentralen bildungspolitischen Fragen (2020) der Kultusministerkonferenz festgelegt.

Schweiz: Diese Stufe entspricht der Sekundarstufe II der Klassifikation der schweizerischen Bildungsstatistik. Zur ISCED Stufe 34 werden in erster Linie die Maturitätsschulen (gymnasiale Maturität, Fachmaturität und Berufsmaturität) sowie die Fachmittelschulen gezählt. Die ISCED Stufe 35 umfasst die berufliche Grundbildung (inklusive Anlehre).

Die Stufe 3 wird in 34 allgemeinbildend und 35 berufsbildend unterteilt.

Stufe 34: allgemeinbildend Deutschland: Hierzu gehören Gymnasien (Oberstufe), Gesamtschulen (Oberstufe), Waldorfschulen (11.–13. Klasse), Förderschulen (11.–13. Klasse), zweijährige Fachoberschulen (ohne vorherige Berufsausbildung), Berufliches, auch Wirtschafts- oder technisches Gymnasium und Berufsfachschulen, die zur Hochschulreife/Fachhochschulreife führen.

Stufe 35: berufsbildend Deutschland: Hierzu gehören das Berufsgrundbildungsjahr (und weitere berufsgrundbildende Programme mit Anrechnung auf das erste Lehrjahr), einjährige Programme an Ausbildungsstätten und Schulen für Gesundheits- und Sozialberufe, Beamtenanwärter im mittleren Dienst, Berufsschulen (Duales System) und Berufsfachschulen, die einen Berufsabschluss vermitteln (ohne Gesundheits- und Sozialberufe, Erzieherausbildung).

Stufe 4: Postsekundarer, nicht tertiärer Bereich Bildungsprogramme der ISCED-Stufe 4 sind auf Absolventen der ISCED-Stufe 3 ausgerichtet, deren Qualifikationen für den Zugang zu bestimmten beruflichen Tätigkeiten oder einen Einstieg in den Tertiärbereich nicht ausreichen.

Die meisten Bildungsprogramme auf dieser Bildungsstufe bereiten auf den direkten Eintritt in den Arbeitsmarkt vor. Es wird auf den individuellen Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Kompetenzen abgezielt, die unterhalb der für den Tertiärbereich charakteristischen hohen Komplexität liegen. Um eine internationale Vergleichbarkeit zu wahren, wird als Bezeichnung für die ISCED-Stufe 4 der Begriff „postsekundarer, nicht tertiärer Bereich“ gewählt. Dabei bezeichnet Stufe 44 allgemeinbildende und Stufe 45 berufsbildende Bildungsgänge.

Deutschland: Zur Stufe ISCED 44 gehören allgemeinbildende Abendgymnasien, Kollegs, einjährige Fachoberschulen nach vorheriger Berufsausbildung, Berufsoberschulen und Technische Oberschulen. Zur Stufe ISCED 45 gehören Berufsschulen (im dualen System, zur Zweitausbildung nach Erwerb einer Studienberechtigung oder Umschüler), Berufsfachschulen (die einen Berufsabschluss vermitteln oder zur Zweitausbildung nach dem Erwerb einer Studienberechtigung) und berufliche Programme, die sowohl einen Berufsabschluss wie auch eine Studienberechtigung vermitteln.