Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat (Originaltitel: Valkyrie) ist ein von 2007 bis 2008 gedrehter Kinofilm des Regisseurs Bryan Singer und des Koproduzenten Christopher McQuarrie.

Handlung Die auf historischen Tatsachen basierende Geschichte erzählt von dem gescheiterten Versuch, Adolf Hitler, den Führer des nationalsozialistischen Deutschlands, zu töten und aus moralischen und politischen Gründen einen Staatsstreich durchzuführen.

Der Film zeigt die Entwicklung des Offiziers der Wehrmacht Claus Schenk Graf von Stauffenberg vom Frontsoldaten in Afrika bis zu seiner Exekution nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 und anderer Mitverschwörer gegen Adolf Hitler. Dabei werden sowohl die Beweggründe der großenteils aus dem Offizierskorps stammenden Verschwörer gezeigt wie auch die Schwierigkeiten der praktischen Umsetzung des geplanten Attentats und des nachfolgenden „Unternehmens Walküre“.

Am Ende des Films ist zu lesen:

Danach wird die Inschrift des Ehrenmals an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin gezeigt:

Hintergrund

Produktion Der Film geht auf eine Idee von Christopher McQuarrie zurück, der bei einem Berlinbesuch den Bendlerblock und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand besuchte und sofort von dieser – in den Vereinigten Staaten weitgehend unbekannten – Geschichte fasziniert war. Bryan Singer, mit dem McQuarrie bereits The Usual Suspects gedreht hatte, übernahm die Regie. Das Drehbuch wurde von Christopher McQuarrie zusammen mit Nathan Alexander verfasst. Für die Ausführung der Produktion war die Filmgesellschaft United Artists verantwortlich. Ursprünglich war nur mit einem kleineren finanziellen Aufwand geplant worden, doch durch den Einstieg von Tom Cruise als Hauptdarsteller, gleichzeitig Miteigentümer von United Artists, ergaben sich größere finanzielle Möglichkeiten. Damit waren auch umfangreichere Dreharbeiten möglich, zum Beispiel mehrwöchige Außendrehs und Aufnahmen im Ausland.Mike Sampson: The Joblo Movie Network, 25. Dezember 2008. Der Film wurde fast ausschließlich in Deutschland gedreht, wobei die in Tunesien spielende, aufwendige und actionreiche Eingangssequenz erst nach Beendigung der Dreharbeiten in Kalifornien nachgedreht wurde. Die Gesamtkosten belaufen sich auf mehr als 60 Millionen Euro.Pressemitteilung der Bundesregierung: Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Film „Operation Walküre“ dokumentiert wachsende Bedeutung Deutschlands als Filmstandort, 19. Januar 2009. Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) beteiligte sich mit 4,8 Millionen Euro an den Gesamtkosten. In den USA wird der Film durch MGM vertrieben, in allen anderen Ländern von 20th Century Fox.

Dreharbeiten In Deutschland wurde der Film in Brandenburg, im Filmstudio Babelsberg und in Berlin an Originalschauplätzen gedreht. Hitlers Führerbunker, die Wolfsschanze, wurde im Brandenburger Schenkenländchen nachgebaut.Franziska Von Mutius: Berliner Bestseller-Autor spielt Göring im Cruise-Film. Die Welt, 8. August 2007. Als Landeplatz der Wolfsschanze diente der ehemalige NVA-Flugplatz bei Klein Köris/Löpten, wo im Juli 2007 gedreht wurde.Jürgen Heimann: Fliegender Star. Donaukurier, 19. Januar 2009.Geschichte – Teupitzer Gewässer (TpG). Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin, 25. Juli 2008. In Berlin wurde auf dem Gelände des Tempelhofer Flughafens, der Messehallen am Funkturm, am Hauptzollamt Berlin, im US-Hauptquartier Berlin-Dahlem in der Clayallee und an Originalschauplätzen wie dem Bendlerblock, dem Ort der Erschießung Graf von Stauffenbergs und drei seiner Mitverschwörer in den ersten Minuten des 21. Juli 1944, gedreht.Andreas Conrad: Operation Walküre: Stauffenbergs Berlin. Der Tagesspiegel, 17. Dezember 2008.

Die Drehgenehmigung für eine Tages- und drei Nachtszenen im Bendlerblock, in dem heute unter anderem die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht ist, war vom zuständigen Finanzministerium im Juni 2007 zunächst verweigert worden, weil das Verteidigungsministerium, welches das Gebäude heute nutzt, die Würde des Ortes bedroht sah. Netzeitung, 22. Juni 2007. Im September 2007 wurden die Dreharbeiten im Bendlerblock jedoch unter Auflagen genehmigt.Michael Sauerbier: Tom Cruise darf im Bendlerblock drehen. Bild Online, 13. September 2007.Cruise darf doch im Bendlerblock drehen, 14. September 2007.tagesschau.de, Meldung vom 14. September 2007, 13:44 Uhr (tagesschau.de-Archiv) Einige Szenen wurden in Beelitz-Heilstätten gedreht. Graf von Stauffenbergs Enkel, der Schweizer Schauspieler Philipp von Schulthess, spielt in einer kleinen Rolle Fabian von Schlabrendorff, den Adjutanten Henning von Tresckows.

Nach Beendigung der Hauptdreharbeiten in Deutschland entschloss sich Bryan Singer zur Produktion einer zunächst nicht im Drehbuch vorkommenden Szene, nämlich des Luftangriffs der Alliierten in Tunesien, bei dem Stauffenberg im Jahr 1943 die markanten Verletzungen davongetragen hatte. Diese Szene, die belegen soll, dass Stauffenberg bereits vor seiner Verwundung gegen Hitler war und nicht erst danach aus Verbitterung, wurde Anfang 2008 in dem im südkalifornischen Lucerne Valley gelegenen Cougar Buttes gedreht. Gleichzeitig ist dies die Eröffnungsszene des Films. Eine ähnliche Szene wurde auch schon im deutschen Film Stauffenberg aus dem Jahr 2004 inszeniert.

Vorfälle Im Unterschied zu Singers Vorgängerfilm Superman Returns, der ausschließlich digital (mit Panavisions-Genesis-Kamera) gedreht wurde, arbeitete der Kameramann Newton Thomas Sigel bei Walküre mit analogem Filmmaterial. Durch eine Laborpanne im Kopierwerk der Arnold & Richter Cine Technik (Arri) verlor man einen Großteil der vom 21. bis zum 23. September im Bendlerblock gedrehten Szenen. Am 13. und 14. Oktober wurden die Filmszenen nachgedreht. Dafür musste das Filmset wiederhergestellt werden, was doppelt so lange wie beim ersten Aufbau dauerte.Jan Schulz-Ojala: Filmpanne im Bendlerblock: Warum Tom Cruise nachdrehen muss. Der Tagesspiegel, 5. Oktober 2007. Als Resultat dieses Vorfalls hat das einspringende Versicherungsunternehmen Fireman’s Fund die Firma Arri verklagt, um 300.000 Euro Kosten erstattet zu bekommen.Wurde Tom-Cruise-Film „Walküre“ sabotiert?, Die Welt, 29. November 2011.

Bei den Dreharbeiten am Bundesministerium der Finanzen in der Wilhelmstraße Ecke Leipziger Straße fielen Statisten von einem Lastkraftwagen auf die Straße. Die dabei Verletzten beauftragten eine Berliner Kanzlei, ihre Rechte gegenüber der Produktion zu vertreten.Komparsen fordern von Tom Cruise Millionen. Der Tagesspiegel, 25. August 2008.

In der kalifornischen Wüste setzte sich ein Panzer unkontrolliert in Bewegung und drohte die Ton- und Kameraausrüstung zu überrollen. Er konnte jedoch rechtzeitig angehalten werden.Bryan Singer – Did Hitler’s Ghost Cause Tank Trouble On Valkyrie Set? Contactmusic, 15. Dezember 2008.

Öffentliche Rezeption Der Film stand bereits zu Beginn der Dreharbeiten an den deutschen Originalschauplätzen im Blickpunkt von Medien und Politik, da der Hauptdarsteller Tom Cruise bekennendes und ranghohes Mitglied („Operating Thetan VII“) der umstrittenen Scientology-Sekte ist. Außerdem wurde zunächst eine unangemessene Interpretation des Attentats Claus Schenk Graf von Stauffenbergs auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 befürchtet. United Artists selbst kündigte den Film als Thriller – eine Mischung aus Mission: Impossible und Gesprengte Ketten – an.Artikel. Süddeutsche Zeitung, 9. August 2007. Der älteste Sohn von Graf Schenk von Stauffenberg, Berthold Graf von Stauffenberg, Generalmajor a. D., sprach sich gegen die Rollenbesetzung seines Vaters durch Cruise aus.Zitat Berthold Graf von Stauffenberg: „Scientology ist eine totalitäre Ideologie. Es ist schlicht makaber, wenn ein bekennender Scientologe wie Herr Cruise das Opfer eines totalitären Regimes spielen soll.“ Zitiert in Andrew Morton: Tom Cruise. Droemer, München 2008, S. 408–409. Die Abteilung Sekten- und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg verglich die Propagandawirkung der Rollenbesetzung des Grafen Schenk von Stauffenberg mit dem Scientologen Cruise mit der weitreichenden Propagandawirkung der Olympischen Spiele in Deutschland 1936 für die positive Selbstdarstellung der Hitlerdiktatur.Thomas Gandow, Sektenbeauftragter der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg: „Dieser Film wird für Scientology die gleiche Propagandawirkung haben wie die Olympischen Spiele 1936 für die Nazis.“ Zitiert in Andrew Morton: Tom Cruise. Droemer, München 2008, S. 409. Die Besetzung der zweiten Hauptrolle des Widerstandskämpfers Albrecht Mertz von Quirnheim mit dem in Deutschland hochgeachteten Schauspieler Christian Berkel, Sohn einer Jüdin, wurde dagegen positiv aufgenommen.

Musik Unter anderem werden im Film folgende Titel verwendet: They’ll Remember You. Das Lied wurde von Johann Wolfgang von Goethes Wandrers Nachtlied aus dem Jahr 1776 adaptiert. In der im Film verwendeten Version wurde es von John Ottman und Lior Rosner geschrieben und vom Rundfunkchor Berlin gesungen. Als Mezzosopranistin fungierte Sylke Schwab, Dirigent war Günter Joseck. Der Walkürenritt wurde von Richard Wagner geschrieben und vom Slowakischen Radio-Symphonieorchester gespielt. Im Film läuft die Schallplatte mit dem Walkürenritt während des Bombardements des Landsitzes von Stauffenberg. Für eine Nacht voller Seligkeit wurde von dem deutsch-österreichischen Komponisten Peter Kreuder und dem deutschen Textdichter Günther Schwenn geschrieben. Die entfernte Melodie wurde von Lior Rosner geschrieben und gespielt. Der Badenweiler-Marsch wurde 1914 von Georg Fürst geschrieben. Der Marsch gilt als Adolf Hitlers Lieblingsmarsch. Während des nationalsozialistischen Regimes wurde das Stück als dessen Auftrittsmarsch verwendet; der originale Titel Badonviller-Marsch wurde deswegen durch das deutscher klingende Badenweiler-Marsch ersetzt.

Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Synchronbuch von Alexander Löwe unter Dialogregie von Frank Schaff im Auftrag der Interopa Film GmbH in Berlin.