Die Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD) sind der Dachverband der fünf Großlogen der Freimaurer in Deutschland, die von der Vereinigten Großloge von England gemäß ihren Basic Principles of Grand Lodge Recognition als regulär anerkannt sind.

1958 schlossen sich die am 19. Juni 1949 in der Frankfurter Paulskirche neu gegründete Vereinigte Großloge von Deutschland (die heutige Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.)) und die ursprünglich 1770 entstandene Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLL FvD) zusammen zu den Vereinigten Großlogen von Deutschland, Bruderschaft der Freimaurer auf der Basis der Magna Charta der deutschen Freimaurer. Dieser Magna Charta traten 1970 die Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ (GNML „3WK“), die Provinziallgroßlogen der Vereinigten Großloge von Deutschland Provinz Britischer Freimaurer (PR BRF) und die American Canadian Grand Lodge (ACPGL AF&AM) bei.

Die Freimaurer der VGLvD bekennen sich zu den auf Würde, Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen ausgerichteten Traditionen ihres Bundes. Die reguläre deutsche Freimaurerei ist in fünf Großlogen organisiert. Insgesamt existieren unter diesen fünf Großlogen etwa 500 regionale Johannislogen. Alle Logen der VGLvD nehmen nur Männer auf (es bestehen aber freundschaftliche Beziehungen zur Frauen-Großloge von Deutschland). Es handelt sich bei den VGLvD um den größten freimaurerischen Großlogen-Dachverband in Deutschland.

Großmeister der etwa 15.500 deutschen Freimaurer ist derzeit (Oktober 2024) Michael Volkwein.

Geschichte Ausgangslage nach dem Zweiten Weltkrieg und der Versuch der ersten Gründung einer Großloge Die Gründung der Vereinigten Großlogen von Deutschland ist eng mit dem Wiederaufbau der Freimaurerei nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verknüpft. Der inhaltliche Neuaufbau der Freimaurerei war schwierig, das gesamte Inventar sowie viele Ritual- und Lehrbücher fielen dem Krieg oder dem Feuer der Bücherverbrennungen zum Opfer. Logenhäuser und Vermögen wurden durch die Nazis enteignet und viele Freimaurer waren entweder im Krieg gefallen, oder in Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Von den 73.300 Freimaurern die vor der Verfolgung durch den Nationalsozialismus in den Logen organisiert waren, waren knapp 10.000 Mitglieder übrig geblieben.

Die Erkenntnis, dass die damalige Uneinigkeit der elf existierenden deutschen Großlogen, die deutsche Freimaurerei insgesamt hilflos gegenüber den Schikanen und endgültigen Verbot durch die Nationalsozialisten machte, trug wesentlich zum Einigungsprozess der Großlogen bei.

Nachdem zahlreiche der während der Nazizeit verbotenen Freimaurerlogen ihre Arbeit – vielfach noch inoffiziell – ab Herbst 1945 wieder aufnehmen konnten, kam es bereits im November 1945 zu einem ersten Versuch, unter dem Namen Bundesgroßloge von Deutschland Zu den Alten Pflichten eine Vereinigungsgroßloge zu begründen. Die inhaltlichen Differenzen in der Lehre und Auseinandersetzungen zwischen den Großlogen wurden nun zur Seite geschoben, das Gebot der Stunde war eine erneute Zersplitterung der Freimaurerei in einzelne Großloge zu verhindern. Es wurde deshalb die Gründung einer Einheitsloge ins Auge gefasst. Treibende Kraft und Organisator dieser Aufgabe war der Hamburger Freimaurer Fritz Lichtenberg.

Primär arbeitete man erst auf eine Vereinigung aller humanitären Großlogen hin. Am 8. November 1945 trafen sich in Bensheim an der Bergstraße die Großmeister der Großen Loge von Hamburg, der Großloge Zur Sonne (Bayreuth), der Großen Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes in Frankfurt und der Großen Freimaurerloge zur Eintracht. Nach einer zweitägigen Konferenz konstituierten sich diese vier Großlogen zur Bundesgroßloge zu den alten Pflichten, ihr erster Großmeister wurde Fritz Lichtenberg.Theodor Vogel: Materialien zur Geschichte einer Großen Loge 1945–1975. In: Quellenkundliche Arbeit. Nr. 13, Forschungsloge Quatuor Coronati, Bayreuth 1979, S. 7–11.Thomas Richert: Der Wiederaufstieg der deutschen Großlogen nach 1945. In: Quatuor Coronati Jahrbuch. Nr. 37, 2000, S. 135–151.

Die Großloge wurde konstituiert, konnte aber keine inhaltliche und formelle Wirksamkeit, geschweige denn die Einigkeit unter den übrig gebliebenen Großlogen voranbringen. Die Bundesgroßloge zu den alten Pflichten stellte somit ihre Arbeit im Sommer 1946 ein. Die offizielle Auflösung erfolgte im Juli 1947, als der Nachfolger Lichtenbergs als Großmeister, August Hirscher, erklärte, dass die Bundesgroßloge nicht mehr bestünde.Thomas Richert: Der Wiederaufstieg der deutschen Großlogen nach 1945. In: Quatuor Coronati Jahrbuch. Nr. 37, 2000, S. 137. Grund für das Scheitern dieses ersten Vereinigungsprojekts war neben dem Tod des Initiator Fritz Lichtenbergs im März 1946 vor allem der Umstand, dass der Alliierte Kontrollrat die zunächst erteilte Genehmigung zurückzog, weil es zwischen den Mitgliedern zum Konsens geworden war, keine Zusammenschlüsse von Logen zu genehmigen, deren Zuständigkeitsbereich über die Grenzen ihrer Besatzungszonen in Deutschland bzw. der neu gebildeten beiden deutschen Teilstaaten hinausging.

Die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft als Nährboden für die Gründung der Vereinigte Großlogen von Deutschland Nachdem die Gründung einer gemeinsamen Großloge von Seiten der einzelnen Großloge gescheitert waren, ging die erneute Initiative diesmal von Seiten einzelner regionaler Logen aus. Unter der Bezeichnung Frankfurter Arbeitsgemeinschaft trafen sich verschiedenen lokale Freimaurerlogen aus Hessen. Diese lokale Arbeitsgemeinschaft entwickelte jedoch zu einem überregionalen Arbeitskreis, zu dem sich am 14. und 15. Juni 1947 in Frankfurt am Main einundzwanzig Mitglieder früherer humanitärer und christlicher Großlogen, jedoch ohne Vertreter der Großen Landesloge, zusammengefunden hatten. An die Spitze dieser Frankfurter Arbeitsgemeinschaft trat Dr. August Pauls. Zur dominierenden Gestalt der Arbeitsgemeinschaft wurde allerdings bald Dr. Theodor Vogel, der zukünftige Großmeister der Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland.

Im Mai 1948 trafen sich die Großmeister dieser Landesgroßlogen in Frankfurt am Main zum ersten Mal, legten ein Bekenntnis zur Einigung der deutschen Freimaurer auf humanitärer und föderativer Basis ab, beschlossen die Schaffung eines Großmeistervereins und vereinbarten den Eintritt in Vorbereitungen zur Vereinigung der Landesgroßlogen und ihrer Logen in einer Vereinigungsgroßloge.

Im Oktober 1948 fand auf einem 2. deutschen Großmeistertag in Bad Kissingen die Gründung der Vereinigten Großloge der Freimaurer von Deutschland statt. Hierbei wurde ein zukünftiges Grundgesetz der Großloge angenommen und der Großmeister der Großloge von Bayern, Dr. Theodor Vogel, für eine zunächst bis zum Johannistag 1949 währende Amtszeit zum Großmeister der VGL gewählt. Dem Grundgesetz und der Gründung der VGL stimmten von 145 teilnehmenden Freimaurerlogen aus den drei westlichen Besatzungszonen 142 zu. Um die geplante gemeinsame deutsche Großloge zum Sammelbecken ausnahmslos aller deutschen Freimaurer zu machen, sollte sie auch den Mitgliedern derjenigen freimaurerischen Großkörperschaften offenstehen, die vor 1933 von den bestehenden Großlogen nicht als regulär anerkannt worden waren, wie insbesondere der Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne und die Symbolische Großloge von Deutschland.Hans-Hermann Höhmann: Freimaurerei Analysen, Überlegungen, Perspektiven. Teil 2. Edition Temmen, 2011, ISBN 978-3-8378-4028-5.

Gründung in der Frankfurter Paulskirche mini|Paulskirche in den 1950er-Jahren

Am 19. Juni 1949 gründeten in der Frankfurter Paulskirche Mitglieder aus verschiedenen regionalen Logen der einzelnen Großlogen die Vereinigte Großlogen von Deutschland. Die Gründerlogen waren: 42 Logen der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“, 35 Logen der Großen Loge von Preußen, genannt „Royal York zur Freundschaft“, 34 Logen der Großloge Zur Sonne, 18 Logen der Großen Loge von Hamburg, 14 Logen der Großen Mutterloge des Eklektischen Freimaurerbundes, 7 Logen der Großen Freimaurerloge „Zur Eintracht“, 5 Logen der Symbolischen Großloge von Deutschland, 4 Logen der Großen Landesloge von Deutschland, 4 Logen der Großen Landesloge von Sachsen, 1 Loge des Freimaurerbundes Zur aufgehenden Sonne. Hinzu kamen 10 Logengründungen nach 1945.

1952 traten die übrigen Logen des Freimaurerbundes Zur aufgehenden Sonne hinzu, 1958 erfolgte die Zusammenführung aller deutschen Großlogen unter einen Dachverband mit dem Namen Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Auch hier wurde Theodor Vogel zum ersten Großmeister gewählt.

Der lange Weg zur Einigkeit Der Beitritt der beiden Großlogen Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland und Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ war erst mit zähen Verhandeln und mit Druck der Vereinigten Großloge von England möglich.

Vorausgegangen war eine Großmeisterkonferenz in London, die am 14. Juni 1957 stattfand. Die anwesenden Großmeister der Großloge der Vereinigte Großloge von Deutschland (heute: Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland) und der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, wurden von Vertretern der skandinavischen Großlogen (Norwegischer Freimaurerorden und Dänischer Freimaurerorden) mit denen die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland in ihrer Lehre (vgl. Schwedisches Lehrsystem) eng verbunden ist, unterstützt. Die skandinavischen Großlogen drängten die beiden deutschen zu einer Einigung. „(…) ihr müßt euch einigen, um der Jugend, um der Zukunft willen, und ihr sollt alle Hilfe haben, aber einigt euch“.

Am 17. Mai 1958 wurde auf der Hauptversammlung der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland die Magna Charta der deutschen Freimaurerei anerkannt. Dies war der vorletzte Schritt zur Gründung der Vereinigten Großloge. Die Vereinigte Großloge von Deutschland verzichtete auf ihren historischen Titel und nahm für einige Jahre die Bezeichnung Große Landesloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland um Verwechslungen vorzubeugen. Ab 1958 nannte sie sich Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland verwendete ebenfalls den Zusatz Freimaurerorden (FO) um nicht als alleiniger Repräsentant aller Freimaurer von Deutschland angesehen zu werden.Jürgen Holtorf: Die Logen der Freimaurer (= Edition Kultur & Wissen.) Nikol Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg 1991, ISBN 3-930656-58-2, S. 85.

Konstitution und Struktur Im Zuge des Berliner Konvent von 1970 traten die drei Großlogen: Große National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ die Provinzialgroßlogen der Grand Lodge of British Freemasons in Germany und die American Canadian Grand Lodge als eigene Großlogen der VGLvD bei.

Nach jahrelangen vergeblichen Versuchen und mit Hilfe u. a. der Vereinigten Großloge von England gelang schließlich mit Gründung der VGLvD am 27. April 1958 die Bildung einer in der Geschichte der Freimaurerei einzigartigen Konstruktion insofern, als die fünf vertragschließenden Großlogen nur auf zwei ihrer Souveränitätsrechte verzichtet haben, nämlich die Vertretung aller deutschen Freimaurer gegenüber den ausländischen freimaurerischen Organisationen und gegenüber Außenstehenden.

Es gibt auch Logen die direkt unter der Jurisdiktion der Vereinigten Großloge von Deutschland stehen:

Die Johannislogen mit besonderen Aufgaben „Jacob DeMolay zum flammenden Stern“ (mit drei Deputationslogen). Diese Logen sind direkt den Vereinigten Großlogen von Deutschland unterstellt und genießen damit Ritualfreiheit bei ihrem Tempelarbeiten. Dies bedeutet, dass diese Logen in der Lage sind, nach allen Ritualen der VGLvD zugehörigen Logen zu arbeiten.