Die Internationale Vereinigung der Schall- und audiovisuellen Archive – IASA (engl.: International Association of Sound and Audiovisual Archives) ist eine 1969 in Amsterdam gegründete internationale Organisation zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Archiven, die Ton- und audiovisuelle Dokumente aufbewahren. Die IASA hat weltweit rund 400 institutionelle und private Mitglieder in über 70 Ländern und ist bei der UNESCO als internationale Nichtregierungsorganisation vertreten.
Ziele Die IASA hat es sich als Ziel gesetzt, die weltweite Kooperation und den Informationsaustausch zwischen institutionellen und bedeutenden privaten Sammlungen von Ton- und audiovisuellen Dokumenten zu fördern. Der Schwerpunkt der Arbeit der IASA liegt in den Bereichen des Erwerbs und Austauschs, der Aufbewahrung, Nutzung und Erhaltung von Tondokumenten, sowie auf Fragen des Urheberrechts, der Erstellung von Diskographien und der Langzeitsicherung von Tonaufnahmen.
Zur Behandlung dieser Themen existiert in IASA eine Anzahl von Fachkommissionen, die bei der jährlichen IASA-Konferenz ihre Ergebnisse vorstellen.
Vorstand, Gremien Die Vereinigung wird geleitet von einem Vorstand, der von der Generalversammlung gewählt wird und aus dem Vorsitzenden, drei stellvertretenden Vorsitzenden (mit bestimmten Aufgaben), dem Generalsekretär, dem Schatzmeister und einem Altersvorsitzenden (Past President) besteht.
Dem aktuellen Board (Amtszeit 2017 bis 2020) gehören an: President: Toby Seay, The Westphal College of Media Arts & Design, Drexel University Past President: Ilse Assmann: Head: Media Information Management M-Net, MultiChoice, Südafrika Vice-president (Membership): Judith Gray, Coordinator of Reference Services, Library of Congress Vice-president (Conferences): Zane Grosa, Head of Audiovisual Reading Room, National Library of Latvia Vice-president (Conferences): Pio Pellizzari, Swiss National Sound Archives Secretary-General: Lynn Johnson, e.TV (PTY) Limited Treasurer: Tommy Sjöberg, Folkmusikens Hus Editor: Bertram Lyons, 646 Gately Terrace Madison Web Manager: Richard Ranft, Head of Sound & Vision The British Library
Komitees und Sektionen Verschiedene Komitees und Arbeitsgruppen entwickeln die konkreten Arbeitsprogramme der IASA, indem sie über ihre jeweiligen Spezialgebiete informieren und diskutieren.
die Arbeitsgruppe Organising Knowledge Committee (das frühere Katalogisierungs- und Dokumentations-Komitee) befasst sich mit Standards und Regeln sowie mit automatischen wie manuellen Informationssystemen zur Beschreibung und Erfassung audiovisueller Medien; das Discography Committee behandelt Standards und Richtlinien für Sammlungen publizierter Dokumente; das Technical Committee widmet sich allen technischen Aspekten der Aufnahme, Behandlung, Bewahrung und Wiedergabe von Aufnahmen, insbesondere dem für deren langfristige Bewahrung unerlässlichen Transfer von Beständen konventioneller Datenträger in digitale Repositorien; die National Archives Section beschäftigt sich mit Fragen nationaler Sammelpolitik, der Pflichtablieferung oder dem Management großer Sammlungen; die Broadcast Archives Section behandelt die besonderen Aufgaben der audiovisuellen Sammlungen von Rundfunkanstalten; die Research Archives Section beschäftigt sich mit den spezifischen Fragen von Sammlungen, deren Bestände für Forschungszwecke angefertigt wurden; das Training & Education Committee widmet sich Fragen der Aus- und Weiterbildung audiovisueller Archive und unterstützt bzw. organisiert konkrete Schulungsmaßnahmen.
Jahreskonferenzen Seit seiner Gründung hat die IASA jedes Jahr eine Konferenz abgehalten, manchmal in Partnerschaft mit verwandten Organisationen.IASA conferences Im Jahr 2010 kamen IASA und die Association of Moving Image Archivists (AMIA) zum ersten Mal auf einer gemeinsamen Konferenz in Philadelphia zusammen. Mit über 750 Teilnehmern und mehr als 100 Präsentationen und Vorträgen war dies eine der größten Konferenzen im Bereich der audiovisuellen Archivierung überhaupt. Die Konferenz 2013 in der litauischen Hauptstadt Vilnius wurde in Zusammenarbeit mit dem Baltic Audiovisual Archival Council abgehalten.
Jahr Gastgeberland Co-Organisator 1969 Amsterdam, Niederlande 1970 Leipzig, DDR with IAML 1971St Gallen, Schweiz with IAML 1972 Bologna, Italien with IAML 1973 London, Großbritannien with IAML 1974 Jerusalem, Israel with IAML 1975 Montreal, Kanada with IAML 1976Bergen, Norwegen with IAML 1977 Mainz, Deutschland with IAML 1978Lissabon, Portugal with IAML 1979 Salzburg, Austria with IAML 1980 Cambridge, Großbritannien with IAML 1981 Budapest, Ungarn with IAML 1982Brüssel, Belgien with IAML 1983 Washington, USA with IAML 1984 Como, Italien with IAML 1985 Ost-Berlin, DDR with IAML 1986 Stockholm, Schweden with IAML 1987 Amsterdam, Niederlande with IAML 1988 Wien, Österreich First IASA solo conference 1989 Oxford, Großbritannien with IAML 1990 Ottawa, Kanada with ARSC & Canadian Association of Music Libraries 1991 Sopron, Ungarn 1992 Canberra, Australien with ASRA 1993 Helsinki, Finnland with IAML 1994 Berlin with FIAT 1995 Washington DC, USA with FIAT & ARSC 1996 Perugia, Italien with IAML 1997Muscat, Oman 1998 Paris, Frankreich with AFAS 1999Wien, Österreich Arbeitsgemeinschaft audiovisueller Archive Österreichs 2000 Singapur National Archives of Singapore, with Southeast Asia-Pacific Audio Visual Archives Association (SEAPAVAA) 2001 London, Großbritannien The British Library 2002 Arhus, Dänemark Statsbiblioteket - State and University Library, Denmark 2003 Pretoria, Südafrika 2004 Oslo, Norwegen with IAML 2005 Barcelona, Spanien 2006 Mexiko-Stadt, Mexiko 2007 Riga, Lettland Latvian Television, Baltic Audiovisual Archival Council 2008 Sydney, Australien Australian National Maritime Museum 2009 Athen, Griechenland Hellenic National Audiovisual Archive 2010 Philadelphia, USA with Association of Moving Image Archivists 2011Frankfurt, Deutschland German National LibraryHessischer RundfunkGerman Broadcasting Archive 2012 Neu-Delhi, Indien AIIS Archives and Research Center for Ethnomusicology 2013 Vilnius, Litauen Vilnius University, Baltic Audiovisual Archival Council 2014 Kapstadt, Südafrika National Library of South Africa’s Center for the Book 2015 Paris, Frankreich Bibliothèque nationale de France 2016 Washington DC, USA Library of Congress 2017 Berlin Ethnological Museum 2018 Accra, Ghana Institute of African Studies, University of Ghana 2019 Hilversum, Niederlande Netherlands Institute for Sound and Vision 2020 Dublin, Trinity College Dublin, Irland with International Federation of Television Archives, Raidió Teilifís Éireann
IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz
Die IASA-Ländergruppe Deutschland/Schweiz e.V. wurde am 25. April 1990 gegründet und firmiert seit 1998 als eingetragener Verein. Die Ländergruppe hat zurzeit 132 Mitglieder, davon 106 in Deutschland, 20 in der Schweiz und sechs im übrigen Ausland. Von diesen sind 39 Institutionen wie Rundfunkarchive, Bundes- und Ländereinrichtungen mit Tonträgersammlungen, Phonotheken, Hochschulinstitute, musik- und sprachwissenschaftliche Archive, Musikbibliotheken und Spezialsammlungen. Zudem sind auch 56 Privatpersonen Mitglied.
Vorsitzender ist seit 2016 Ulrich Duve, Geschäftsführer des Klaus-Kuhnke-Archiv für Populäre Musik in Bremen.
Weblinks International Association of Sound and Audiovisual Archives (engl.) IASA-Ländergruppe Deutschland/Deutschschweiz e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Organisation (Archivwesen) Kategorie:Internationale Organisation (Amsterdam)
Kategorie:Verbandsgründung 1969