Nxuba, bis 2022 Cradock85 towns hit with name changes in South Africa – and more are on the way, businesstech.co.za, abgerufen am 31. März 2026, ist eine Stadt in der Gemeinde Inxuba Yethemba, Distrikt Chris Hani, Provinz Ostkap in der Republik Südafrika. Die Stadt liegt im Tal des oberen Laufes des Great Fish Rivers. Sie ist Verwaltungssitz der Inxuba Yethemba Local Municipality.
2011 hatte die Stadt 36.671 Einwohner.Volkszählung 2011, abgerufen am 22. November 2013
Geographische Lage und Verkehr Die Stadt wurde in einer breiten und flachen Talsenke des Great Fish Rivers errichtet und liegt zwischen den Ausläufern der Winterberge im Osten und denen des Bankberg-Massivs im Westen. Diese Talsenke gehört zum Great Fish River Basin (Fish-River-Becken).
Durch Nxuba führen die Nationalstraße N10 und eine Eisenbahnstrecke. Beide schaffen Verbindungen zum nördlich gelegenen Middelburg und weiter nach Bloemfontein sowie zum südlich liegenden Gqeberha am Indischen Ozean.
Die Regionalstraße R61 quert Nxuba als West-Ost-Verbindung. Der Verkehr aus Richtung Robert Sobukwe Town passiert auf dieser Route Nxuba und verläuft weiter in östliche Richtung nach Tarkastad und Komani.
Nordöstlich der Stadt liegt der Flugplatz Nxuba.
Bevölkerung, Beschäftigungssituation Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Angehörigen der Xhosa und Nachkommen eingewanderter Europäer.
Die Mehrzahl der Arbeitsplätze wird durch Betriebe für die Verarbeitung und Herstellung von Wolle, Mohair, Früchten sowie der Rinderhaltung, Milch- und Futterwirtschaft gestellt.
Geschichte mini|Thomas Baines um 1860 (National Library of Australia) Die Stadt wurde 1812 (andere Angabe 1813) gegründet und erhielt ihren Namen nach John Francis Cradock, dem Gouverneur der Kapkolonie von 1811 bis 1813. Die Stadt war als Fort für die Grenzkriege gedacht, geriet aber nie in einen militärischen Konflikt mit den Xhosa. Im Jahr 1848 besuchte Thomas Baines Cradock. Er berichtete von 9000 Einwohnern (4300 Europäer, 4490 Einheimische) und vermerkte in seinen Aufzeichnungen die für die entlegene Region bemerkenswerte englisch und holländisch beeinflusste Architektur.
Im Jahr 1867 errichtete man einen repräsentativen Kirchenbau. Einen Eisenbahnanschluss erhielt Cradock 1881.
Im Juni 1985 wurden die Cradock Four, vier Mitglieder der oppositionellen United Democratic Front, auf ihrem Weg von Port Elizabeth nach Cradock verschleppt, gefoltert und getötet. Nach dem Ende der Apartheid wurde bekannt, dass die Tat von verdeckt agierenden Offizieren der Sicherheitsabteilung der South African Police initiiert worden war. (englisch), abgerufen am 18. September 2019
Die Umbenennung der Stadt erfolgte im August 2022.South Africa Government Gazette, 2022-08-26, Nummer 46792, Seite 3.
Sehenswürdigkeiten Das 1867 errichtete Kirchenbauwerk der ansässigen Niederländisch-reformierten Kirche ist dem Bau der Londoner St. Martin-in-the-Fields nachempfunden und besitzt zu ihrem prominenten Vorbild große Ähnlichkeit. Einige alte Wohnhäuser aus der Zeit des Viktorianischen Historismus befinden sich an der Market Street (Die Tuishuise) im Zentrum von Cradock. Das Great Fish River Museum, im Jahr 1979 gegründet, zeigt mit seinen Sammlungen die Geschichte der ersten Siedler von 1806 an, regionale Kultur und Lebensstil, alte Möbel, Keramiken und Fotografien. Sein Gebäude gehört zum historischen Architekturerbe der Stadt. Das Schreiner House ist ein Museum zur Erinnerung an die südafrikanischen Schriftstellerin und Feministin Olive Schreiner, die hier zwischen 1867 und 1870 wirkte. Sie wurde durch ihre Novelle Story of an African Farm bekannt. Das Museum ist eine Außenstelle des National English Literary Museum in Makhanda. Ihr jüngerer Bruder William Philip Schreiner wirkte von 1899 bis 1902 als Premierminister der Kapkolonie. Eine alte Wassermühle (Old Water Mill). Der Van Riebeeck Karoo Garden ist ein Areal mit botanischen Besonderheiten der Region. Südlich der Stadt befindet sich bei Buffelkop das Grab von Olive Schreiner.
Umgebung Westlich der Stadt liegt ein großes Areal des 1937 gegründeten Mountain-Zebra-Nationalpark. Das Panorama im Umfeld der Stadt wird von einer Berglandschaft geprägt, die für touristische Zwecke genutzt wird. In den auslaufenden Winterbergen befindet sich am Tarka River, einem Nebenfluss des Great Fish Rivers, der Arthur-See (Lake Arthur). Nördlich von Cradock befindet sich mit 83 Kilometern der Orange-Fish River Tunnel, einer der längsten Bewässerungstunnel weltweit, der sein Wasser in das Einzugsgebiet des Oranje-Flusses transportiert. Über den Swaershoek Pass (1590 Meter) im Bankberg-Massiv (2013 Meter) verläuft die alte Regionalstraße R337 nach Pearston und KwaNojoli.
Klima, Geologie Nxuba liegt im Bereich der Großen Karoo und profitiert wirtschaftlich von den Boden- und günstigen Wasserverhältnissen. Die jährliche Niederschlagsmenge in den Bergen lässt durch das verfügbare Oberflächenwasser eine intensive Landwirtschaft zu. Die klimatische Situation im Tal um Nxuba ist von Erscheinungen der Evapotranspiration im Great Fish River Basin geprägt.
Das prägende Gestein der Umgebung von Nxuba ist Sandstein der Escourt-Formation der unteren Beaufort Gruppe. Es gibt hier einige Steinbrüche, in denen ein hellgrauer, feinkörniger und calcitisch gebundener Sandstein gewonnen wird.
Söhne und Töchter der Stadt Johannes Du Plessis (1868–1935), Theologe Thomas Ochse Honiball (* 7. Dezember 1905, † 22. Februar 1990), Cartoonist Frederick Guy Butler (* 21. Januar 1918, † 26. April 2001), Dichter und Schriftsteller Cynthia Giddy (1933–1998), Hortikulturistin und Naturschützerin Neville Alexander (1936–2012), Germanist, Linguist, Historiker und Anti-Apartheid-Kämpfer George Weideman (* 2. Juli 1947; † 27. August 2008), Schriftsteller Leigh Julius (* 1985), Sprinter
Literatur Mike Raath, Dorothy Pitman, Jenny Bennie: Museums of the Eastern Cape. SAMA Eastern Cape, Port Elizabeth 1996, ISBN 0-620-19916-4. W. R. Oosterhuis: Stone in Southern Africa. UNESCO, IAEG, SADC, Paris 1999, ISBN 88-8138-044-7. E. A. W. Tordiffe, B. J. V. Botha: The Relationship between Macro-Topography and the Groundwater Quality in the Great Fish River Basin, Eastern Cape Province. In: Water SA, Jg. 7. (1981) Nr. 3., S. 113 ff.
Weblinks
Blick auf historische Gebäude der Market Street (englisch) Great-Fish-River-Museum (englisch) Website des Mountain Zebra National Park (englisch) (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Provinz Ostkap Kategorie:Inxuba Yethemba Kategorie:Ort in Afrika