Dragon Age: Origins ist ein von BioWare, Edmonton Studio, entwickeltes Computer-Rollenspiel. Es erschien im November 2009 für Microsoft Windows, PlayStation 3 und Xbox 360 sowie am 21. Dezember 2009 für Mac OS X.
Handlung Die Handlung spielt in Ferelden, einem Königreich der fiktiven Welt Thedas. Ferelden wird von einer Verderbnis bedroht, einem Angriff von Wesen der fereldischen Unterwelt, der sogenannten Dunklen Brut. Angeführt wird diese von einem Drachen, dem sogenannten Erzdämon. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass nur die Mitglieder des Ordens der Grauen Wächter einen Erzdämon endgültig töten und so die Verderbnis beenden können, daher ist der Graue Wächter Duncan auf der Suche nach geeigneten Rekruten.
Herkunftsgeschichten Der Einstieg für den Spielercharakter ist durch die für das Spiel namensgebenden Herkunftsgeschichten (engl.: origin stories) individuell auf Rasse oder Klasse zugeschnitten und verläuft sehr unterschiedlich. In jeder Herkunftsgeschichte trifft man jedoch Duncan, der auf seiner Suche nach Rekruten ist.
Eine magiebegabte Hauptfigur beginnt im Turm des Zirkels der Magi. Sie versucht einem Freund, der der Anwendung verbotener Blutmagie verdächtigt wird, zur Flucht zu verhelfen. Beide werden entdeckt, doch dem Freund gelingt durch Einsatz von Blutmagie die Flucht.
Als Stadtelf beginnt die Hauptfigur im Elendsviertel der fereldischen Hauptstadt Denerim und erlebt wie ein menschlicher Adliger eine elfische Braut von ihrer Hochzeitsfeier entführt. Beim Versuch, die Entführte gewaltsam aus dem Anwesen des Adligen zu befreien, geraten die Hauptfigur und ihr Freund in Gefangenschaft.
Als Dalish-Elf ist die Hauptfigur ein Mitglied eines nomadisch lebenden Elfenstamms und entdeckt mit einem Freund in einer Ruine ein uraltes elfisches Artefakt. Die Hauptfigur und ihr Freund werden durch dieses mit einer unbekannten Krankheit infiziert. Die Hauptfigur wird von ihrem Stamm gerettet, der Freund bleibt verschwunden.
Die adlige zwergische Hauptfigur ist eines von drei Kindern des Zwergenkönigs Endrin. Sie gerät in ein Komplott des jüngsten Bruders Bhelen. Bei einer Expedition in die Tiefen Wege stirbt der Thronfolger Trian und die Hauptfigur wird für seine Ermordung verantwortlich gemacht und zum Sterben in den Tiefen Wegen ausgesetzt.
Eine kastenlose zwergische Hauptfigur lebt im Elendsviertel der Zwergenstadt Orzammar und gerät dort in die kriminelle Unterwelt. Als sie unter falscher Identität an einem Turnier teilnimmt und entdeckt wird, droht ihr die Todesstrafe.
Die adlige menschliche Hauptfigur lebt als Spross einer mächtigen Adelsfamilie auf deren Burg. Rendon Howe, ein alter Freund des Vaters, ist als Gast dort. Er entpuppt sich als Verräter, der die Burg angreift und die Eltern der Hauptfigur tötet.
Am Schluss jeder dieser Geschichten trifft die Hauptfigur erneut auf Duncan. Dieser bietet ihr die Rettung aus ihrer misslichen Lage, fordert dafür allerdings den Beitritt zu den Grauen Wächtern.
Ostagar Nach dem Abschluss der Herkunftsgeschichte reisen Duncan und die Hauptfigur nach Ostagar. Cailan, der König von Ferelden, und Loghain, sein höchster General und Schwiegervater, planen dort eine große Schlacht gegen die Dunkle Brut. Die Hauptfigur überlebt als einzige von drei Anwärtern das Ritual für den Beitritt zu den Grauen Wächtern und bekommt zusammen mit Alistair, einem weiteren Grauen Wächter, eine wichtige Rolle für den bevorstehenden Kampf zugewiesen. In der Schlacht befiehlt Loghain seinen Truppen den Rückzug und überlässt so die Truppen des Königs der feindlichen Übermacht. Dessen Streitmacht wird zusammen mit den Grauen Wächtern vernichtet, Cailan und Duncan sterben im Kampf. Die Hauptfigur und Alistair werden von Flemeth, einer mächtigen Hexe aus der Wildnis, gerettet. Gemeinsam mit Morrigan, Flemeth Tochter, machen sich die beiden Grauen Wächter auf, Verbündete für den Kampf gegen die Dunkle Brut zu finden. Unterdessen kehrt Loghain in die Hauptstadt zurück. Er gibt den Grauen Wächtern die Schuld am Tod des Königs und erklärt sich, als Vater der Königin, selbst zum Regenten. Zusammen mit Rendon Howe beginnt er einen Bürgerkrieg gegen die Adligen, die ihm nicht folgen.
Verbündete Obwohl die Hauptfigur Verträge besitzt, die mehrere Gruppen zur Unterstützung der Grauen Wächter verpflichten, ist keine dieser Gruppen gerade dazu in der Lage.
Bei den Magiern im Turm des Zirkels hat es einen Aufstand gegeben und der Turm wird von Dämonen und Blutmagiern überrannt. Nachdem der Turm zurückerobert ist, werden, abhängig von Entscheidungen beim Vorgehen, entweder die überlebenden Magier oder die Ritter des Templerordens als Verbündete gewonnen.
Im Brecilienwald trifft die Hauptfigur auf eine Gruppe Dalish-Elfen, die unter Angriffen durch Werwölfe leiden. Die Hauptfigur kann, abhängig von ihrem Vorgehen, entweder die Elfen oder die Werwölfe als Verbündete gewinnen.
In der Zwergenstadt Orzammer findet die Hauptfigur einen blutigen Streit um die Thronfolge zwischen Prinz Bhelen und Lord Harrowmont vor. Sie muss das Vertrauen einer der beiden Parteien gewinnen und für deren Beliebtheit unter den Adligen arbeiten. Schließlich erringt die Hauptfigur den erforderlichen Einfluss für die Krönung ihres bevorzugten Königs und gewinnt dessen Unterstützung.
In Redcliffe findet die Spielfigur ein Dorf unter Belagerung durch Untote vor. Nachdem sie die Ursache beseitigt hat, kann sie das Schloss betreten. Allerdings liegt der Lehnsherr Eamon Guerrin im Koma, weil er auf Befehl von Loghain vergiftet worden ist. Sobald die Hauptfigur ein Heilmittel für den kranken Eamon gefunden hat gewinnt sie die Unterstützung seiner Truppen und die Möglichkeit politisch gegen den Verräter Loghain vorzugehen.
Das Landthing Nachdem alle Verbündeten in Redcliffe versammelt worden sind, geht die Hauptfigur gegen Loghain vor. Eamon beruft ein Landthing ein, eine Versammlung des gesamten Adels, um Loghain für seinen Verrat anzuklagen. Spätestens jetzt erfährt die Hauptfigur, dass ihr Gefährte Alistair ein Halbbruder des gefallenen Königs ist und daher Anspruch auf den Thron erheben kann. Die Hauptfigur erfährt außerdem, dass Rendon Howe die Königin eingesperrt hat und womöglich töten will. In Howes Anwesen befreit die Hauptfigur dann neben der Königin auch Riordan, einen Grauen Wächter aus dem Nachbarland Orlais. Beim Landthing kommt es schließlich zum Zweikampf der Hauptfigur (oder eines Gruppenmitglieds) mit Loghain. Abhängig von den Entscheidungen der Hauptfigur ergeben sich verschiedene Konstellationen für die Thronfolge und möglicherweise Alistairs Hinrichtung sowie der Beitritt Loghains zu den Grauen Wächtern.
Die letzte Schlacht Im Vorfeld der finalen Schlacht gegen die dunkle Brut erfährt die Hauptfigur von Riordan, dass nur ein Grauer Wächter den Erzdämon endgültig töten kann, aber dabei selbst stirbt. Morrigan offeriert als Ausweg ein okkultes Ritual, geplant von ihrer Mutter Flemeth, das den Tod des Wächters verhindern kann. Falls die Hauptfigur das Ritual ablehnt, verlässt Morrigan die Gruppe. Am nächsten Tag folgt der Aufbruch nach Denerim, wo es zur Schlacht mit der Dunklen Brut kommt. Riordan stirbt im Kampf mit dem Erzdämon, doch die Hauptfigur kann selbst einen erfolgreichen Vorstoß anführen. Wenn die Spielfigur zuvor Morrigans Ritual zugestimmt hat, erschlägt sie selbst den Erzdämon und überlebt. Ansonsten führt einer der anwesenden Wächter den finalen Streich aus und stirbt. In jedem Fall wird der Erzdämon vernichtet und die Verderbnis endet.
Wenn die Hauptfigur den Kampf überlebt hat, kann sie auf der Siegesfeier ihre Gefährten treffen und etwas über deren Pläne für die Zukunft erfahren. Andernfalls erlebt man die Ehrung und Trauerfeier für die Hauptfigur. Anschließend gibt es einen Abspann, der einige Ereignisse in Ferelden nach der Verderbnis darstellt und zahlreiche Konsequenzen von Entscheidungen während des Spiels aufzeigt.
Hersteller Bioware ordnete sein Spiel selbst der düsteren Fantasy zu (engl.: dark heroic fantasy) und beschrieb die Handlung des Spiels als eine „epische Geschichte der Gewalt, der Lust und des Verrats“. Beeinflusst wurde das Spiel unter anderem durch die Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer von George R. R. Martin.
Spielprinzip Das Spiel beginnt Rollenspiel-üblich mit der Erstellung eines Spielercharakters. Anders als frühere Rollenspiele Biowares basiert Dragon Age: Origins nicht auf einer Variante des D&D-Regelwerks. Der Spieler bestimmt die Rasse, die Charakterklasse, das Geschlecht und den sozialen Status bzw. die Herkunft (engl. origin) des Hauptcharakters. Zur Auswahl stehen dabei drei Rassen (Elf, Zwerg, Mensch) und drei Grundklassen (Krieger, Magier, Schurke). Aus dieser Wahl ergeben sich sechs verschiedene Herkunftsgeschichten. Die Wahl der Herkunft beeinflusst den gesellschaftlichen Status des Charakters sowie die Einstellung und das Verhalten von Nichtspielercharakteren zur Spielfigur. Startet man zum Beispiel als adeliger Zwerg, beginnt man die Geschichte als Teil der königlichen Familie in einer Zwergenstadt, wohingegen man als bürgerlicher Zwerg seine Geschichte als Straßendieb in den Slums der Stadt beginnt.
Die Herkunftsgeschichte beinhaltet jeweils ein Gameplay-Tutorial sowie mehrere Stunden Spielzeit, in denen Status und Motivation des Hauptcharakters während des Spiels definiert werden. Nichtspielercharaktere aus den Herkunftsgeschichten tauchen teilweise auch in der Haupthandlung wieder auf, einige davon als Gegner. Das Spiel nutzt ein Gruppensystem, in dem der Spieler den Hauptcharakter und maximal drei weitere Begleiter steuert, die man aus einer Gruppe Charaktere auswählen kann. Die Kamera zeigt das Geschehen aus einer Schulterperspektive. Während des Spiels kann der Spieler den Blickwinkel verändern, wobei die PC-Fassung deutlich mehr Möglichkeiten als die Konsolenfassung bietet. Generell kann die Kamera um die Spielfigur herum gedreht und gekippt werden. Auf dem PC kann der Spieler zusätzlich herein- oder herauszoomen und somit eine Überblicksperspektive bekommen, vergleichbar der isometrischen Darstellung aus Biowares früherem Titel Baldur’s Gate.
Im Gegensatz zu älteren Bioware-Spielen haben Entscheidungen des Spielers keinen Einfluss auf seinen moralischen Status (Alignment), sondern beeinflussen das Vertrauen der Gruppenmitglieder. Allerdings beeinflusst das moralische Handeln des Spielers die Geschichte des Spiels durchgehend. Der Spieler erreicht das Ende des Spiels unabhängig davon, ob sein Handeln gut oder böse ist, aber seine Entscheidungen verändern die Situationen der Spielwelt dementsprechend. Zum Beispiel beeinflusst die Entscheidung, wer König Fereldens wird, die Völker und Rassen und deren Platz in der Welt. Ein hoher Vertrauenswert der Gruppenmitglieder gewährt diesen Attributsboni. Mit einigen Gruppenmitgliedern sind Romanzen möglich, abhängig von den Entscheidungen des Spielers kann es aber auch dazu kommen, dass sich die Gruppenmitglieder dazu entschließen die Gruppe zu verlassen oder bei stark widersprüchlicher Meinung den Spieler angreifen.
Die Kämpfe verlaufen wie bei allen Bioware-Rollenspielen in Echtzeit und können jederzeit pausiert werden, um den Charakteren detaillierte Anweisungen geben zu können. Eine spielerische Besonderheit sind die Kombinationsmöglichkeit verschiedener Angriffstechniken oder Zauber. Bspw. können eingefrorene Gegner durch entsprechende Attacken zerspringen oder durch das Zaubern eines Feuerzaubers auf eine zuvor erzeugte Öllache diese entflammt werden. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich während des laufenden Spiels im Optionsmenü verändern. Stellt sich ein Kampf als zu schwer heraus, kann ein einfacherer Schwierigkeitsgrad gewählt und dieser später wieder erhöht werden.
Entwicklungsgeschichte