mini|Paul III. Nona (2014) Paul III. Nona, zuvor Emil Shimoun Nona, (; * 1. November 1967 in Alqosch) ist ein irakischer Geistlicher sowie Patriarch von Bagdad und Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche.

Leben Emil Shimoun Nona studierte ab 1985 Philosophie und Katholische Theologie am patriarchalen Priesterseminar der chaldäisch-katholischen Kirche. Am 11. Januar 1991 empfing er in Bagdad das Sakrament der Priesterweihe für die Eparchie Alqosch.

Von 1993 bis 1997 war Nona als Pfarrvikar in Alqosch tätig, bevor er Pfarrer der dortigen chaldäisch-katholischen Pfarrei wurde. Im Jahr 2000 wurde er für weiterführende Studien nach Rom entsandt, wo er 2005 an der Päpstlichen Lateranuniversität mit der Arbeit Nuzialità e antropologia negli scritti di S. Efrem Il Siro („Ehe und Anthropologie in den Schriften des Heiligen Ephräm des Syrers“) zum Doktor der Theologie im Fach theologische Anthropologie promoviert wurde. Nach der Rückkehr in seine Heimat wirkte Nona zunächst erneut als Pfarrer in Alqosch, bevor er später Protosynkellos der Eparchie Alqosch wurde. Daneben lehrte er als Professor für Anthropologie am Babel College in Bagdad.

Die Synode der chaldäisch-katholischen Kirche wählte ihn am 5. Mai 2009 als Nachfolger des ermordeten Paulos Faraj Rahho zum chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mossul. Papst Benedikt XVI. stimmte dieser Wahl am 13. November 2009 zu. Der Patriarch von Babylon, Emmanuel III. Kardinal Delly, spendete ihm am 8. Januar 2010 im Kloster Dair al-Saidya in Alqosch die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren der Apostolische Nuntius im Irak, Erzbischof Francis Assisi Chullikatt, der Bischof von Alqosch, Mikha Pola Maqdassi, der Bischof von Amadiyah, Rabban al-Qas, der Bischof von Zaku, Petros Hanna Issa Al-Harboli, der Erzbischof von Kirkuk, Louis Sako, und der emeritierte Erzbischof von Kirkuk, André Sana, sowie die Kurienbischöfe im Patriarchat von Babylon, Shlemon Warduni, Jacques Ishaq und Andreas Abouna. Die zwei Wochen später stattfindende Amtseinführung wurde überschattet von der Ermordung eines irakischen Katholiken. Nona wählte den Wahlspruch Good hope towards humankind („Gute Hoffnung für die Menschheit“). Nachdem der Islamische Staat 2014 Mossul eingenommen hatte, musste er nach Erbil fliehen.

Papst Franziskus bestellte ihn am 15. Januar 2015 unter Beibehaltung des persönlichen Titels eines Erzbischofs zum Bischof der Eparchie Sankt Thomas der Apostel in Sydney. Die Amtseinführung erfolgte am 7. März desselben Jahres. In der Australischen Bischofskonferenz gehörte Nona zudem der Kommission für die Glaubens- und Morallehre und der Kommission zur Förderung der Einheit der Christen und für den interreligiösen Dialog an, die er ab Mai 2025 leitete.

Am 12. April 2026 wählte ihn die in Rom tagende Synode der chaldäisch-katholischen Kirche als Nachfolger Louis Raphaël I. Sakos zum Patriarchen von Bagdad. Nona wählte den Namen Paul III. Nona. Als Patriarch von Bagdad ist Nona zugleich Präsident der Synode der chaldäisch-katholischen Kirche und der Versammlung der katholischen Bischöfe im Irak. Die feierliche Amtseinführung fand am 29. Mai 2026 in der chaldäischen Josefskathedrale in Bagdad statt.

Papst Leo XIV. ernannte ihn am 30. Mai 2026 zum Mitglied des Dikasteriums für die orientalischen Kirchen.

Nona spricht neben seiner Muttersprache Arabisch auch Italienisch, Chaldäisch-Neu-Aramäisch und Englisch.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (21. Jahrhundert) Kategorie:Chaldäisch-katholischer Patriarch Kategorie:Bischof (Sydney) Kategorie:Erzbischof ad personam Kategorie:Hochschullehrer (Bagdad) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Lateranuniversität Kategorie:Iraker Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann