Phedimus ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Sie wird im deutschen auch als Asienfetthenne bezeichnet.
Beschreibung mini|Untergattung Phedimus: Phedimus obtusifolius mini|Untergattung Phedimus: Phedimus stellatus mini|Untergattung Aizoon:Phedimus aizoon mini|Untergattung Aizoon: Phedimus middendorffianus
Die Arten der Gattung Phedimus sind ausdauernde oder selten einjährige, krautige, für gewöhnlich kahle sukkulente Pflanzen. Ihre Triebe verholzen gelegentlich an der Basis. Manchmal besitzen sie ein holziges Rhizom. Ihre flachen, meist gesägten oder gezähnten Blätter sind wechsel- oder gegenständig angeordnet. Entlang der Blattränder sitzen auf der Unterseite der Blätter mehrere Hydathoden.
Die Blütentriebe sind aufrecht oder aufsteigend. Ihr Blütenstand bildet meist dichte, vielblütige Zymen oder Ebensträusse. Die fünf- bis sechszähligen (selten vier- bis siebenzählig) obdiplostemonen Blüten sind sitzend, fast sitzend oder kurz gestielt und weisen je ein Tragblatt auf. Ihre grünen, meist ungleichen, breit sitzenden Kelchblätter sind länglich bis linealisch. Die weißen, rosafarbenen, roten bis etwas purpurfarbenen oder gelben Kronblätter sind an der Basis frei und meist ausgebreitet.
Die Frucht ist eine meist ausgebreitete und nur selten aufrechte Balgfrucht. Die darin enthaltenen braunen Samen sind eiförmig und 1 bis 1,4 Millimeter groß.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Phedimus ist in Europa und Asien verbreitet. Die Erstbeschreibung wurde 1817 von Constantine Samuel Rafinesque vorgenommen. Der botanische Name der Gattung Phedimus leitet sich von einer Figur Phaidimos der griechischen Mythologie ab. Nach Henk 't Hart (1944–2000) und Bert Bleij wird die Gattung Phedimus in zwei Untergattungen mit folgenden Arten untergliedert:Henk 't Hart, Bert Bleij: Phedimus. In: Urs Eggli: Sukkulenten-Lexikon Band 4. Crassulaceae (Dickblattgewächse). 2003, S. 204–210.
Untergattung Phedimus Phedimus obtusifolius (Syn.: Sedum obtusifolium ): Türkei bis Transkaukasien. Kaukasus-Asienfetthenne (Phedimus spurius , Syn.: Sedum spurium ): Nordöstliche Türkei bis nördlicher Iran. Phedimus stellatus (Syn.: Sedum stellatum ); Heimat: Südeuropa, Algerien Phedimus stevenianus (Syn.: Sedum stevenianum) ; Heimat: Kaukasus Phedimus stoloniferus (Syn.: Sedum stoloniferum ); Heimat: Kaukasus, Türkei, Nordiran
Untergattung Aizoon Phedimus aizoon ; Syn.: Sedum aizoon : Sie kommt in Russland, Japan, Korea der Mongolei und in China in vier Varietäten vor. Phedimus ellacombeanus : Japan und Korea. Phedimus floriferus (Syn.: Sedum floriferum ): Sie kommt im östlichen Shandong vor. Sibirische Fetthenne (Phedimus hybridus ; Syn.: Sedum hybridum ); Heimat: Sibirien, Mongolei, Zentralasien, ist in Nordeuropa gebietsweise eingebürgertJaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Seite 80–81, Helsinki 1999, ISBN 951-9108-12-2. Kamtschatkafetthenne (Phedimus kamtschaticus , Syn.: Phedimus takesimensis , Sedum takesimense ): Sie wird auch als Sedum kamtschaticum in die Gattung Sedum gestellt. Heimat: Ostasien, ist in Nord- und Nordosteuropa stellenweise eingebürgert Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae). Seite 80, Helsinki 1999, ISBN 951-9108-12-2. Phedimus litoralis (Syn.: Sedum litorale ): Region Primorje. Phedimus middendorffianus (Syn.: Sedum middendorffianum , Phedimus zokuriensis , Sedum zokuriense , Phedimus sichotensis , Sedum sichotense ): Sie kommt in Russland, Korea, Japan und in den chinesischen Provinzen Jilin und Liaoning vor. Phedimus odontophyllus (Syn.: Sedum odontophyllum ): Sie kommt in Nepal, im westlichen Hubei und im südöstlichen Sichuan vor. Amurfetthenne (Phedimus selskianus ; Syn.: Sedum selskianum ): Sie kommt in Russland, in Korea und in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning vor. Phedimus sikokianus (Syn.: Sedum sikokianum ): Shikoku. Phedimus takesimensis (Syn.: Sedum takesimense ) Phedimus zokuriensis (Syn.: Sedum zokuriense )
Nachweise Literatur
Ray Stephenson: Succulents for most gardens. Part 1 Phedimus. In: Cactus and Succulent Journal. Band 77, Nr. 3, S. 118–120 und S. 126, 2005 Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7
Einzelnachweise Kunjun Fu, Hideaki Ohba, Michael G. Gilbert: Crassulaceae Candolle. In: Flora of China, Volume 8: Phedimus - textgleich online wie gedrucktes Werk. Datenblatt Phedimus bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.
Weiterführende Literatur Hideaki Ohba, Bruce M. Bartholomew, Nicholas J. Turland, Fu Kunjun: New Combinations in Phedimus (Crassulaceae). In: Novon. Band 10, Nr. 4, Missouri Botanical Garden Press, 2000, S. 400–402:
Weblinks