Mengede ist ein Stadtbezirk im Dortmunder Nordwesten.

Statistik Zum 31. Dezember 2025 lebten 39.240 Einwohner im Stadtbezirk Mengede.

Struktur der Bevölkerung:

Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen: 18,1 % [Dortmunder Durchschnitt: 16,2 % (2018)] (PDF; 9,1 MB) Bevölkerungsanteil der mindestens 65-Jährigen: 19,6 % [Dortmunder Durchschnitt: 20,2 % (2018)] (PDF; 9,1 MB) Ausländeranteil: 19,9 % [Dortmunder Durchschnitt: 22,3 % (2025)]Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31. Dezember 2025 (PDF; 44 kB) Arbeitslosenquote: 12,3 % [Dortmunder Durchschnitt: 11,0 % (2017)] (PDF-Datei)

Geschichte mini|200px|Ehemalige Zeche Adolf von Hansemann Erste Besiedlungen im Raum Mengede konnten bis in die keltische Zeit von 500 bis 200 v. Chr. archäologisch nachgewiesen werden. Damit gehört der Ort zu den ältesten besiedelten Regionen im Emscherraum. In den Heberegistern des Klosters Werden wird Mengede erstmals im Jahr 890 n. Chr. urkundlich erwähnt. Der Stammsitz der Ritter von Mengede, ursprünglich das heutige Gut Altmengede in Schwieringhausen, wurde im 13. Jahrhundert das an der Emscher gelegene Haus Mengede. Bekanntester Vertreter des Adelsgeschlechts war Johann von Mengede, der von 1450 bis 1465 Hochmeister des Deutschen Ordens in Livland war. Die erhaltenen Fundamente von Haus Mengede sind als Bodendenkmal heute wieder zu besichtigen. Der Name Mengede bedeutet „große Heide“ und wird aus dem Altsächsischen „Mengithi“ abgeleitet.

mini|Fachwerkhäuser am alten Ortskern mini|Haus Bodelschwingh, Ansicht von Süden Das Industriezeitalter begann in Mengede im Jahre 1848 mit dem Bau der Cöln-Mindener Eisenbahn und dem Abteufen der Zeche Adolf von Hansemann ab dem Jahr 1873. Im Westen wuchs der Ort mit der Bauerschaft Oestrich und im Süden mit Nette zusammen. Der heutige Mittelpunkt Mengedes entstand nach einem Beschluss der Gemeindevertretung im Jahr 1913, wonach der Marktplatz, die Feuerwache und der Saalbau südwestlich des alten Ortskerns neu errichtet wurden.

1867 wurde in Mengede eine eigene jüdische Kultusgemeinde unter dem Namen „Israelisitischer Wohltätigkeitsverein Mengede“ gegründet. Gemeindevorsteher war der Kaufmann Levi Baum.

Mengede in der Weimarer Republik Nach dem Ersten Weltkrieg organisierten sich in Mengede viele Bergarbeiter der Zechen und heimkehrende Kriegsteilnehmer in anarcho-syndikalistischen Strukturen. Im Frühjahr 1919, zeitgleich mit den großen Bergarbeiterstreiks im Ruhrgebiet die auch die Zechen in Mengede betrafen, wurde die „Freie Arbeiter-Union Mengede“, eine Ortsgruppe der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), gegründet. 1920 wurde aus Mitgliedern des Ortsverbandes, der über 1000 Mitglieder besaß, eines der ersten Bataillone der Roten Ruhrarmee rekrutiert.

1922 kam es zu Spaltungen innerhalb der Freie Arbeiter Union-Mengede, einige Mitglieder spalteten sich ab und gründeten die „Wirtschaftliche Einheitsorganisation der Zeche Adolf von Hansemann“. Diese zunächst nur als Betriebsgruppe tätige Organisation wechselte alsbald das politische Lager und gründete zusammen mit dem Bergmann Wilhelm Moog, einem Mitglied des Deutsch-Völkischen Schutz- und Trutzbundes, einen Ortsverband der NSDAP. Die Gründung des Ortsverbandes ist auf den 9. Juni 1922 datiert.

Am 17. Januar 1923 marschierten belgische und französische Truppen im Rahmen der Ruhrbesetzung in Mengede ein. Ein Großteil der Mengeder Bergleute leistete passiven Widerstand und weigerte sich einzufahren.

1923 erreichte die Dortmunder Straßenbahn Mengede. Die Linie 5 wurde über Huckarde Abzweig verlängert und sollte Teil einer nicht verwirklichten Schnellstraßenbahnstrecke durch das nördliche Ruhrgebiet bis nach Duisburg werden.

Im Oktober kommt es im zum damaligen Amt Mengede gehörenden Ortsteil Nette zu Kartoffelunruhen, bei denen insgesamt 41 Personen wegen Plünderung und Landfriedensbruch verhaftet und angeklagt werden.

Mit der Auflösung des Landkreises Dortmund wurde der Ort im Jahr 1928 als eigener Stadtbezirk in die Stadt Dortmund eingemeindet. In der Mengeder Zeitung erscheint ein Grußwort des Dortmunder Oberbürgermeisters „Willkommen in Dortmund“.

Kurz darauf wurde die Mengeder Zeitung umbenannt und erschien dann unter dem neuen Namen „Dortmund Mengeder Lokal-Anzeiger“.

Nach Lohnkürzungen kam es im Januar 1931 zu Streiks auf der Zeche Hansemann. Die Streiks wurden vorwiegend von kommunistischen Arbeitergruppen initiiert. Die äußerste Rechte, Stahlhelm und NSDAP, betätigte sich als Streikbrecher. Am 3. Januar kam es vor der Zeche zu Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen in deren Verlauf der 22-jährige Arbeiter Josef Schramowski einen tödlichen Brustschuss erhielt und damit das erste Opfer rechtsextremer Gewalt in Mengede wurde. Bei der Auseinandersetzung wurden drei weitere Personen durch Schüsse schwer verletzt.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg Bei den Wahlen zum Preußischen Landtag am 24. April 1932 wurde die NSDAP stärkste politische Kraft. 3.699 von 12.930 Stimmen entfielen auf ihre Liste. Der Kandidat Franz Land, der eigentlich Krajewski hieß, wurde Mitglied des Landtags. Franz Land war auch Ortsgruppen-Leiter der NSDAP in Mengede. Anmerkung: Kraj ist das polnische Wort für Land.

Bei der Reichstagswahl November 1932 musste die NSDAP in Mengede einen Verlust hinnehmen, die KPD wurde kurzfristig zur stärksten politischen Partei.

Nach der Berufung von Hitler zum Reichskanzler führten nationalsozialistische Organisationen am 6. Februar 1933 in Mengede einen Fackelzug durch. Trotz der Übernahme der politischen Macht durch die NSDAP auf Reichsebene kam es in Mengede weiterhin zu Auseinandersetzung zwischen linken und rechten Gruppen. Am 28. Februar 1933 wurde bei Kämpfen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten die herbeigeeilte Polizei angeschossen.

Am 1. April kam es auf dem Mengeder Markt zu einer Kundgebung zum Boykott jüdischer Geschäfte. Im September wurde der Arbeiterturn- und Sportverein Vorwärts Mengede 07 aufgelöst.

Am 15. Juli waren auf der Zeche Hansemann bei einer schweren Explosion 10 tote und 26 verletzte Bergleute zu beklagen.

Am 23. Oktober fand in Mengede eine erste Verdunkelungsübung statt. Bürger und Kaufleute des Ortes mussten Lichtreklame und Schaufensterbeleuchtung auf ein Mindestmaß reduzieren.

In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde das Haus des Mengeder Kaufmanns Salomon Heimberg in der Williburgstraße geschändet. Es wurde später zum Judenhaus, in dem die Mengeder Juden vor der Deportation zusammengetrieben wurden. 1943 gab es in Mengede keine Juden mehr.

Am 5. März 1943 wurden die Glocken der St.-Remigius-Kirche demontiert und zu Kriegszwecken wegtransportiert.

Anfang April 1945 wurde Mengede zur Front. Ein Artillerieduell zwischen deutschen und amerikanischen Truppen hielt die Bevölkerung eine Woche in den Kellern. Die St.-Remigius-Kirche wurde durch zwei Granattreffer beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Die erhaltenen Gebäude der im Jahr 1967 stillgelegten Zeche Adolf von Hansemann sind, ebenso wie der Volksgarten, mittlerweile Bestandteil der Route der Industriekultur.

Politik Bei der Kommunalwahl 2020 erhielt die SPD 6 Sitze, die CDU und Bündnis 90/Die Grünen je 4 und die Partei, die Linke, die FDP und die AfD je einen Sitz in der Bezirksvertretung. Zum Bezirksbürgermeister wurde Axel Kunstmann (Grüne) gewählt.

Die Stadtteile Westerfilde / Bodelschwingh und Nette sind die zwei Aktionsräume im Stadtbezirk Mengede im Rahmen des Dortmunder Aktionsplans Soziale Stadt. Bei dem Programm sollen Bürger und Lokalpolitik initiativ werden, um den besonderen Handlungsbedarf der Aktionsräume aufgrund deren schlechter Sozialstruktur mit Maßnahmen zu bessern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Die Denkmalliste der Stadt Dortmund umfasst im Stadtbezirk Mengede 79 Baudenkmale, darunter 21 Wohnhäuser, Villen oder Wohnsiedlungen, 21 landwirtschaftliche Gebäude, 16 Wohn- und Geschäftshäuser, je fünf öffentliche Gebäude und Kleindenkmale, je drei Sakralbauten und Industrieanlagen, zwei Adelssitze sowie je einen Friedhof, ein Geschäftshaus und eine Verkehrsanlage.

Karneval in Mengede Seit 1979 gibt es in Mengede eine Karnevalsgesellschaft. Die Karnevalsgesellschaft Blau-Rot Dortmund-Mengede wurde in der ehemaligen Gaststätte „Alte Wache“ (bereits abgerissen, heute Zufahrt zur Heimbrügge) gegründet.

Die Mengeder Karnevalisten verfügen über eine selbstständige Jugendabteilung, die Tanzsportgarde Dortmund-Mengede.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Bahnhof Mengede Mengede besitzt heute einen Anschluss an das S-Bahn-Netz mit den Bahnhöfen Mengede, Nette/Oestrich und Westerfilde und an das Regionalexpress- sowie Regionalbahnnetz mit seinem Bahnhof Dortmund-Mengede. In Mengede verkehren außerdem folgende Buslinien der Vestische, DSW21 und HCR, die allesamt am Bahnhof Dortmund-Mengede oder am Busbahnhof Mengede Markt halten. Des Weiteren verkehrt ab Westerfilde die Linie U47 der Stadtbahn Dortmund über die Dortmunder Innenstadt nach Dortmund-Aplerbeck. Mit direkten Anschlüssen an die Autobahnen A 2, A 45 und A 42 liegt Mengede gleichzeitig in einem Schnittpunkt überregionaler Verkehrsverbindungen.

SPNV-Linien, die in Mengede halten Linie Linienverlauf Takt

Linie der Dortmunder Stadtbahn, die in Westerfilde hält LinieAktueller LinienwegTakt Mo.–Fr./Sa./So.40x40px|U47Dortmund-Westerfilde 15x15px|S-Bahn – Huckarde – Hafen – Hauptbahnhof 15x15px|S-Bahn – Kampstraße – Stadtgarten – Stadthaus 15x15px|S-Bahn – Märkische Str. – Aplerbeck10/10/15

Buslinien, die in Mengede halten LinieLinienwegTakt Mo.–Fr./Sa./So.Verkehrs- unternehmen Datteln Busbf – Waltrop Rathaus – Dortmund-Mengede Bf 14x14px – Huckarde Bushof 14x14px – Dortmund Universität 14x14px – Otto-Hahn-Straße (Technologiepark) 30/30/60DSW21/Vestische Dortmund-Mengede Bf 14x14px – Waltrop, Am Moselbach – Datteln BusBf – Oer-Erkenschwick, Oer-Mitte – Recklinghausen Hbf 14x14px30/30/60VestischeDortmund-Mengede Bf 14x14px – Waltrop, Goethestr. – Klöcknersiedlung – Am Moselbach60/60/60VestischeDortmund-Mengede Markt – Castrop-Rauxel Dingen Talstr. – Deininghausen – Münsterplatz30-60/30-60/30-60HCRDortmund-Mengede Bf 14x14px – Westerfilde 14x14px 14x14px – Kirchlinde Zentrum – Lütgendortmund 14x14px – Kley 14x14px – Kley, Echeloh-Siedlung – Oespel 14x14px20/30/30DSW21Dortmund-Oestrich, Auf dem Brauck – Castroper Str./Mengede Bf – Nette Hallenbad – Westerfilde 14x14px 14x14px – Bodelschwingh, Göllenkamp20/30/30DSW21Dortmund-Mengede Markt – Nette/Oestrich 14x14px – Oestrich, Auf dem Brauck60/60/–DSW21Dortmund-Mengede Bf 14x14px – Schwieringhausen – Holthausen – Lindenhorst – Eving, Zeche Minister Stein 14x14px → Nordfriedhof (← Eving Markt) – Bayrische Str. (Kleinbus-Einsatz)60/60/60DSW21Lünen-Brambauer Verkehrshof 14x14px – Dortmund-Groppenbruch, Im Siesack – Mengede Bf 14x14px20-40-60/20-40-60/60 (So ab Im Siesack)DSW21Dortmund-Mengede Bf 14x14px – Ellinghausen GVZ/IKEA – IKEA Logistikzentrum – Deusen – Hafen 14x14px – Hauptbahnhof 14x14px 14x14px30/30/60 (So bis Deusen)DSW21Dortmund-Mengede Markt – Nette/Oestrich 14x14px – Westerfilde 14x14px 14x14px – Obernette, Mergelkuhle – Bodelschwingh, Göllenkamp (Kleinbus-Einsatz)60/60/–DSW21Dortmund-Mengede Bf verweis=|14x14px – Castrop-Rauxel Ickern Markt – Habinghorst Schulzentrum – Hauptbahnhof verweis=|14x14px – Europaplatz – Castrop Betriebshof – Castrop Münsterplatz – Schwerin Seniorenheim20/30/60DSW21Dortmund Reinoldikirche 14x14px – Hbf 14x14px 14x14px – Huckarde – Jungferntal Grundschule – Kirchlinde Zentrum – Westerfilde, Rohdesdiek – Nette, Zum Hallenbad – Mengede Markt – Mengede Bf 14x14px – Mengede Markt – Nette, Zum Hallenbad – Westerfilde 14x14px – Kirchlinde Zentrum – Rahm, Bannenberg – Huckarde, Roßbachstr. – Hbf 14x14px 14x14px – Reinoldikirche 14x14px (Ringlinie)60DSW21Dortmund-Mengede Bf 14x14px – Waltrop, Rathaus – Datteln Bus Bf – Oer-Erkenschwick, Berliner Platz – Recklinghausen Hbf 14x14px60Vestische

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