miniatur|Das Ochsenportal, Eingangstor zum Fleischhaus miniatur|Das Fleischhaus 1850–80 (auf der linken Seite des Bilds) An den Fleischbänken bezeichnet einen Platz beim ehemaligen Fleischhaus am Nordufer der Fleischbrücke in Nürnberg südwestlich des Hauptmarktes.

Geschichte des Fleischhauses Seit dem Mittelalter wurde in diesem Bereich Fleisch, nach Sorten getrennt, auf Bänken angeboten. Die Schlachtabfälle wurden in die Pegnitz entsorgt. 1419 wurde eine erste Überdachung errichtet. Diese Holzkonstruktion wurde 1570–1571 durch einen Sandsteinbau ersetzt. Das Fleischhaus wurde 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört. Auf den Grundmauern wurde das heutige Gebäude errichtet, das nicht mehr zum Fleischhandel genutzt wurde. Die Rundbögen im Erdgeschoss erinnern noch an das ursprüngliche Bauwerk. Die Stadt brachte in diesem Gebäude verschiedene Ämter unter. auf nuernberginfos.de. 2004 wurde das Gebäude modernisiert. auf teamjuergens.de. Der Platz An den Fleischbänken ist Station auf der Historischen Meile Nürnberg.

Ochsenportal 1599 wurde das Ochsenportal als Eingangstor von der Fleischbrücke zum steinernen Fleischhaus errichtet.

In Anknüpfung an in der Bevölkerung kursierende Witze wurden unter der Ochsenfigur die folgenden lateinischen Verse des Ratsschreibers Christoph Gierschner angebracht:Erich Mulzer: Das ehemalige Fleischhaus – was es war und was es werden könnte. In: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 26 (2001), S. 27–62, hier: 38 f, abgerufen am 22. Februar 2026. OMNIA HABENT ORTVS SVAQVE IN- CREMENTA SED ECCE QVEM CERNIS NVNQVAM BOS FVIT HIC VITVLVS Deutsch: Alles hat seinen Ursprung und sein Wachstum, doch siehe, der Ochse, den du hier erblickst, ist nie ein Kalb gewesen.

Viele Nürnberger benutzen den Ausspruch: – ins Hochdeutsche übersetzt: . Womit der Aussprechende seine Meinung über eine nicht erhaltene, unbefriedigende oder schon wohlbekannte Antwort äußert. Gleich was man den steinernen Ochsen, welcher über dem Ochsenportal liegt, fragen würde – man erhält keine Antwort von ihm. Es existiert auch eine abgewandelte Form, die benutzt wird, um jemandem mitzuteilen, dass er unbelehrbar ist:

Die Popularität des Ochsen in der Nürnberger Bevölkerung illustrieren auch die Straßenkrawalle mit zwei Toten, die nach dem Abbrechen seines Kopfes 1832 ausbrachen.Erich Mulzer: Das ehemalige Fleischhaus – was es war und was es werden könnte. In: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 26 (2001), S. 27–62, hier: 54. Auf alten Ansichtskarten wurde der Ochse als Denkmal für den Nürnberger Ochsenmaulsalat „missbraucht“.

Die ursprüngliche Ochsenfigur litt unter der Witterung und musste bereits im 19. Jahrhundert zweimal erneuert werden; im Krieg 1945 wurde sie erneut stark beschädigt. 1951 wurde sie daher durch eine Neuschöpfung Emil Zentgrafs ersetzt.Erich Mulzer: Das ehemalige Fleischhaus – was es war und was es werden könnte. In: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 26 (2001), S. 27–62, hier: 54; Christiane Kaiser: Die Fleischbrücke in Nürnberg 1596–1598. Dissertation, Cottbus 2005. Bd. 3, S. 21; beide Seiten abgerufen am 22. Februar 2026.

Die steinerne Figur besitzt (Stand 2012) echte Rinderhörner: Bei ihrer Erneuerung 1951 wurden ihr die mit Zement ausgegossenen Hörner eines Watussi-Stiers eingesetzt;Erich Mulzer: Das ehemalige Fleischhaus – was es war und was es werden könnte. In: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 26 (2001), S. 27–62, hier: 54, 62 Anm. 85; Christiane Kaiser: Die Fleischbrücke in Nürnberg 1596–1598. Dissertation, Cottbus 2005. Bd. 3, S. 21; beide Seiten abgerufen am 22. Februar 2026. nach zwischenzeitiger Verwitterung des Kopfschmucks erhielt sie 2012 die Hörner eines Ungarischen Steppenrindes.Nürnberger Fleischbrücke. Diakonie setzt dem Ochsen (ungarische) Hörner auf. Diakonie Bayern, 12. Oktober 2012, abgerufen am 22. Februar 2026. Damit wird zugleich an ihre historischen Ursprünge erinnert – waren doch im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit Rinderherden aus Ungarn eine wesentliche Quelle des Nürnberger Fleischkonsums.Wolfgang Mayer: Ochsen, Zimt und Bratwurstduft: Ein kulturgeschichtlicher Streifzug durch Nürnbergs kulinarische Vergangenheit. Pustet, Regensburg 2023, ISBN 978-3-7917-6233-3, S. 73–89.

Einzelnachweise

Weblinks auf nuernberginfos.de Nürnberger Astronomieweg der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft e. V.: Station 19: Wohnhaus der Familie Eimmart

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