mini|Grabstein von Hans Giebisch am Wiener Zentralfriedhof mini|Denkmal für Hans Giebisch in Weikertschlag an der Thaya Hans Giebisch (* 23. September 1888 in Brünn, Österreich-Ungarn; † 24. August 1966 in Wien Es wird auch Waidhofen an der Thaya als Sterbeort angegeben ().) war ein österreichischer Dichter, Mittelschulprofessor und Literaturhistoriker.
Leben Während seines Studiums wurde Giebisch Mitglied der Akademischen Burschenschaft Alania Wien.Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 144. Von ihm stammt das Studentenlied: „Ich sitz so gern beim Humpen …“.http://www.aldania.at/db-lex.htm Er gehörte auch der Schülerverbindung DSV Rhenania Wien an und war 1953 Gründer des Forschungskreises Pennalgeschichte des ÖPR. 1955 erhielt er die goldene Ehrennadel des ÖPR verliehen.Wer kennt sie nicht, die DC-Nadel? Die Verbandsabzeichen des ÖPR. In: Junges Leben. Österreichischer Pennälerring - ÖPR. Magazin für Junge und Junggebliebene, 2/2024, S. 10–11.
Durch seine Ahnen sehr eng mit dem Waldviertel verbunden, wurde er Mittelschullehrer in Waidhofen und veröffentlichte 1934 seinen ersten Gedichtband „Wenn sich der Tag will neigen“. Es folgten Gedichte, die die Thematik des Waldviertels, die Landschaft, Bauern, Burgen und Bräuche, umfassten. Giebisch war ein Freund Josef Weinhebers und wurde schon zu Lebzeiten als Waldviertler Heimatdichter verehrt.
Giebisch trat zum 4. März 1933 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.456.244)Bundesarchiv R 9361-V/5579 und 1939 wieder aus, als Zweifel an der Abstammung seiner Frau aufkamen.Klaus Amann: „Der österreichische NS-Parnass. Literaturbetrieb in der ‚Ostmark‘ 1938–1945“. In: Emmerich Tálos, Ernst Hanisch, Wolfgang Neugebauer, Reinhard Sieder (Hrsg.): NS-Herrschaft in Österreich. Ein Handbuch. Nachdruck der ersten Auflage 2000. Wien 2001: öbv & htp. S. 586 f. Zudem war er Mitglied im Bund deutscher Schriftsteller Österreichs BdSÖ, der energisch auf den „Anschluss Österreichs“ 1938 an das Deutsche Reich hinarbeitete und in einem Beitrag an dem vom BdSÖ herausgegebenen Bekenntnisbuch österreichischer DichterBund Deutscher Schriftsteller Österreichs (Hrsg.): Bekenntnisbuch Österreichischer Dichter. Krystall Verlag, Wien 1938. den Anschluss freudig begrüßte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Giebisch als Verlagslektor. Zu dieser Zeit begann er die Arbeit an seinem „Kleinen Österreichischen Literaturlexikon“. Es folgten die dreibändige Ausgabe „Weltliteratur“ und, gemeinsam mit Gustav Gugitz, ein „Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs“. Auch publizierte er extensiv im Eckartbote.https://webarchiv.onb.ac.at/web/20160903183838/http://www.onb.ac.at/oe-literaturzeitschriften/Eckartbote/Eckartbote_texte.htm 1964 wurde er mit dem Dichtersteinschild des 1999 wegen NS-Wiederbetätigung verbotenen Vereins Dichterstein Offenhausen ausgezeichnet.
Hans Giebisch wurde am 31. August 1966 auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.
Werke Sonett Waldviertel Wandel und Dauer Kleines österreichisches Literaturlexikon Weltliteratur gemeinsam mit Gustav Gugitz: Bio-Bibliographisches Literaturlexikon Österreichs
Sekundärliteratur Österreicher aus sudetendeutschem Stamme. Band 1: Maler, Graphiker, Bildhauer, Medailleure, Baumeister, Architekten, Dichter, Schriftsteller, Journalisten. Verlag der Typographischen Anstalt, Wien 1961. Felix Czeike: III. Landstraße. Jugend & Volk, Wien [u. a.] 1984 (= Wiener Bezirkskulturführer 3), S. 42. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 247–248. Günter Schusta: Wer war Hans Giebisch? In: Acta Studentica, Folge 171, März 2010, S. 7 ff.
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