mini|Ortsansicht Kotzen ist eine Gemeinde im Landkreis Havelland in Brandenburg. Sie wird vom Amt Nennhausen verwaltetKotzen im Kommunalverzeichnis der Landesverwaltung Brandenburg, abgerufen am 21. April 2026.
Geografie Kotzen liegt ca. 14 km östlich von Rathenow. Die Gemeinde befindet sich ca. 70 km westlich von Berlin. Sie liegt an der B 188 (Ortsteil Rhinsmühlen) und beidseits des Großen Havelländischen Hauptkanales.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Kotzen gehören die Ortsteile Kotzen Kriele Landin und der bewohnte Gemeindeteil Rhinsmühlen
Geschichte mini|Rittergut Kotzen, Sammlung Alexander Duncker Der Ortsname ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Ort, wo haarige Pflanzen wachsen“.Elisabeth Berner, „Wo geht’s denn hier nach Kotzen?“ – Namen als Gegenstand von Unterrichtsprojekten in der Sekundarstufe I in: Region – Sprache – Literatur, Universitätsverlag Potsdam, 2017, S. 105–125 Westlich Landins befand sich im Mittelalter auf dem Teufelsberg die Burg Landin, die einzige bekannte Höhenburg der Gegend.Sebastian Kinder, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Das Havelland um Rathenow und Premnitz. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme. Landschaften in Deutschland Werte der deutschen Heimat, Band 74. Böhlau, Köln / Weimar / Wien 2017, ISBN 978-3-412-22297-0, S. 240–241. Kotzen ist 1352 erstmals unter dem Namen Cozym erwähnt worden. 1353 wurde der heutige Ortsteil Landin als Besitz der Familie von Bredow urkundlich erwähnt. Schloss und Gut Kotzen standen seit dem 14. Jahrhundert bis zur Enteignung durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone im Eigentum der Familie von Stechow. Der Ortsteil Kriele ist vermutlich von Einwanderern aus dem Rheinland (wahrscheinlich Kriel bei Köln) gegründet worden. Er wurde erstmals 1353 urkundlich erwähnt und gehörte – bis auf eine kurze Zeitspanne im 15. Jahrhundert – ebenfalls der Familie von Bredow.
Kotzen, Kriele und Landin gehörten seit 1817 zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Rathenow im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Havelland.
Im Zuge der brandenburgischen Gemeindegebietsreform schlossen sich die Dörfer Kotzen, Kriele und Landin am 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Kotzen zusammen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2010 590 2015 585 2020 616 2025 649 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung der Gemeinde Kotzen besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Proaktiv Kotzen 52,4 % 5 Dorf-Natur-Kultur 19,4 % 1 Interessengruppe Landin 17,7 % 1 Einzelbewerberin Marina Hünicke 10,5 % 1
Bürgermeister 2003–2014: Marlies OssenbühlKommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 25 2014–2019: Thomas Behlke (Wählergruppe Dorf-Natur-Kultur) 2019–2024: Franziska Blask seit 2024: Jan-Peer Michalek (Wählergruppe Proaktiv Kotzen)
Michalek wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 60,5 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes gewählt.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche in Kriele In der Liste der Baudenkmale in Kotzen (Havelland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler. Sonstige Sehenswürdigkeiten sind: Die Dorfkirche Kotzen ist eine im Kern spätmittelalterliche Saalkirche, die 1711 umfangreich erneuert wurde. Im Innenraum steht unter anderem ein Kanzelaltar aus dem Jahr 1712. Zwei Epitaphien erinnern an das Patronatsehepaar von Stechow. Hundertjährige Eichen und Robinien in Kotzen Eichenallee in Kotzen Wildgehege Kotzen Aussichtspunkt Hoher Rott in Kotzen Die Dorfkirche Kriele ist eine Saalkirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, die im 15. Jahrhundert um einen Kirchturm erweitert wurde. Im Innenraum steht unter anderem ein unvollständiger Kanzelaltar aus dem Jahr 1737. Die Dorfkirche Landin ist eine Fachwerkkirche aus dem 18. Jahrhundert. Im Innenraum steht unter anderem ein hölzerner Kanzelaltar aus dem Jahr 1736. Landschaftsschutzgebiet Landiner See Landschaftsschutzgebiet Am Teufelsberg Burgwall, Landwehr und Pumpenwerk in Landin
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr
Die Bundesstraße 188 zwischen Rathenow und Friesack verläuft über das Gemeindegebiet.
Vom 2. April 1900 bis 1945 war Kotzen Haltepunkt an der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen.
Vereine
Heimat- und Sportverein Kotzen (gegründet Frühjahr 2009) Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Kotzen 1905 (gegründet März 2019)Website des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr
Persönlichkeiten Max von Bredow (1817–1893), Politiker, Grundbesitzer und Oberst Karl Klaus von der Decken (1833–1865), Entdecker und Afrikareisender, geboren in Kotzen Hedwig von Bredow (1853–1932), langjährige Vorsitzende des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft, geboren in Kotzen Max von Bredow (1855–1918), Politiker und Gutsbesitzer
Einzelnachweise
Weblinks
Die Gemeinde auf der Amtsseite Beitrag in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. November 2011 Beitrag über Kriele in der RBB-Sendung Landschleicher vom 6. Juli 2008
Kategorie:Ort im Landkreis Havelland
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