+ Banovina HrvatskaBanschaft Kroatien Flagge(inoffiziell) Wappen rand|150pxVariante 1 rand|150pxVariante 2 100pxGroßes Wappen100pxKleines Wappen (Details) (Details) Basisdaten Hauptstadt: Zagreb Fläche: 66.393 km² Einwohner: 4.403.199 Bevölkerungsdichte: 66,32 Einwohner je km² Amtssprachen: Kroatisch BIP: Staatsform: Teilautonome Banschaft im Königreich Jugoslawien Ban: Ivan Šubašić(1939–1941) Gründung: 26. August 1939 Karte zentriert|300px zentriert|300px|Karte der zur Banschaft Kroatien vereinigten Gebiete anderer Banschaften300px|Karte der heute auf dem Gebiet der Banschaft Kroatien existierenden Staaten Die teilautonome Banschaft Kroatien () im Königreich Jugoslawien entstand am 26. August 1939 mit dem serbisch-kroatischen Ausgleich durch das Sporazum Cvetković-Maček. Ziel war die Entschärfung des kroatisch-serbischen Konfliktes und damit die politische Stabilisierung des Königreichs Jugoslawien herbeizuführen.
Die Kroatische Banschaft wurde aus den mehrheitlich von Kroaten bewohnten Gebieten verschiedener königlich-jugoslawischen Banschaften gebildet, einschließlich der Mehrheitsgebiete der Kroaten in Bosnien und Herzegowina. Sie existierte bis zur Zerschlagung des Königreichs Jugoslawien und der Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien am 10. April 1941.
Geschichte Den Kroaten wurde durch Gesetzesverordnung eine eigene Verwaltungseinheit zugestanden, womit die Idee des Ausgleiches in Jugoslawien erfolgreich in die Wirklichkeit umgesetzt werden sollte. Geplant waren weitgehende Selbstbestimmungsrechte sowie innerpolitische und wirtschaftliche Kompetenzen für die Banschaft Kroatien. Jugoslawien bestand nun aus sieben jugoslawischen und einer kroatischen Banschaft.
Am 17. April 1941 kapitulierte die königlich-jugoslawische Armee nach der Invasion deutscher, italienischer und ungarischer Truppen im Balkanfeldzug. Damit endete auch die Banschaft Kroatien, auf deren Gebiet schon am 10. April der Unabhängige Staat Kroatien als Vasallenstaat der Achsenmächte gegründet worden war.
Geographie Die Fläche der Banschaft Kroatien betrug 66.393 km²Karta Banovine Hrvatske sa statističkim podacima (Karte der Banschaft Kroatien mit statistischen Daten). Naklada Kluba ABC i Seljačke Sloge, Zagreb 1939. und umfasste die bis dahin existierende Save-Banschaft Küsten-Banschaft sowie die folgenden Bezirke (kotari) anderer Banschaften: Dubrovnik (Zeta-Banschaft) Šid (Donau-Banschaft) Ilok (Donau-Banschaft) Brčko (Drina-Banschaft) Gradačac (Vrbas-Banschaft) Derventa (Vrbas-Banschaft) Travnik (Drina-Banschaft) Fojnica (Drina-Banschaft).
Die Hauptstadt der Banschaft Kroatien war Zagreb.Artikel I. der Verordnung über die Banschaft Kroatien (Uredba o banovini Hrvatskoj). In: Mirko Glojnarić: Borba Hrvata. Kronika dvaju desetljeća političke povijesti (1919–1939). 2. Auflage. Naklada Antuna Velzeka, Zagreb 1940, S. 323.
Bevölkerung Die Banschaft Kroatien hatte 4.403.199 Einwohner, davon: 3.061.680 Kroaten 847.005 Serben 174.150 Bosniaken 96.023 Deutsche 62.647 Magyaren 40.939 Tschechen 40.524 Slowenen 13.189 Slowaken 7.468 Ukrainer 6.867 Italiener 5.498 Russen 5.414 Polen 41.956 Andere.
Außerhalb der Banschaft Kroatien verblieben 421.198 Kroaten in den jugoslawischen Gebieten Bosnien und Herzegowina (205.987), Vojvodina (121.741), Syrmien (31.227), Bucht von Kotor (14.172), Slowenien (19.354), Serbien und Montenegro (28.717) sowie dem damals noch zu Italien gehörenden Istrien und Rijeka.
Städte mini|links|Kfz-Kennzeichen der Banschaft Die Städte der Kroatischen Banschaft mit den meisten Einwohnern waren Zagreb (185.581), Split (43.711), Osijek (40.337), Šibenik (37.271), Karlovac (21.210), Mostar (20.295), Dubrovnik (16.147), Sušak (16.111), Varaždin (14.612), Brod (13.776), Vinkovci (13.267), Sisak (10.915), Vukovar (10.862), Virovitica (10.652), Bjelovar (10.252) und Koprivnica (9.472).
Symbole Flagge Vor der Gründung der Banschaft Kroatien war die Verwendung der kroatischen rot-weiß-blauen Trikolore verboten. Nach Gründung wurde durch die Banschaft Kroatien keine offizielle Flagge festgelegt. Von privater und staatlicher Seite wurde jedoch die Verwendung einer horizontal geteilten rot-weiß-blaue Flagge mit mittig im weißen Streifen liegenden Wappen Kroatiens (beginnend mit einem ersten roten Feld) zum Gewohnheitsrecht. Häufig wurde diese Fahne auch ohne Wappen verwendet.Abb. in: Jelena Borošak-Marijanović: Zastave kroz stoljeća. Zbirka zastava i zastavnih vrpca Hrvatskoga povijesnog muzeja (= Hrvatski Povijesni Muzej. Katalog muzejskih zbirki. Bd. 27). Hrvatski povijesni muzej, Zagreb 1996, ISBN 953-6046-07-5.
Wappen mini|Steuermarke der Kroatischen Banschaft mini|Polizeiabzeichen mit dem Wappen der Kroatischen Banschaft Im Gegensatz zur Flagge wurden die Wappen der Banschaft Kroatien, mit Erlass des banschaftlichen Kabinetts vom 10. September 1940, offiziell festgelegt. Der Erlass schrieb allen staatlichen Stellen der Banschaft Kroatien die praktische Verwendung eines großen und kleinen Wappens vor und war mit den Zeichnungen der beiden Wappen versehen.Okružnica Kabineta bana Banovine Hrvatske, Nr. 64178-1940 vom 10. September 1940. In: Rhea Ivanuš, Lucija Benyovsky u. a.: Stoljeće promjena. Hrvatski povijesni muzej, Zagreb 2000, ISBN 953-6046-21-0. Ziel des Erlasses war die Vereinheitlichung, nachdem in den ersten Monaten der Banschaft in der Verwaltung verschiedene Versionen Verwendung fanden.
Das große Wappen der Banschaft Kroatien zeigte den serbischen bzw. königlich-jugoslawischen doppelköpfigen Adler mit roten Schnäbeln, Zungen und Fängen. Gekrönt mit der jugoslawischen Königskrone und belegt mit einem golden umrandeten Herzschild mit dem Wappen Kroatiens (beginnend mit einem ersten roten Feld). Verwendung fand es auf den ovalen weißen Bezeichnungsschilder an Eingängen von Gebäuden mit öffentlichen Stellen (z. B. Ministerien, Notare).
Das kleine Wappen der Banschaft Kroatien zeigte das golden umrandete Herzschild des großen Wappens, gekrönt mit der jugoslawischen Königskrone. Verwendung fand es z. B. für offizielle Siegel, Stempel und Briefmarken.
Politik Gesamtstaatliche Ordnung mini|Jugoslawische Briefmarke anlässlich der Errichtung der Kroatischen Banschaft (1940) Durch die Schaffung der Banschaft Kroatien kam es nicht zur Bildung einer Föderation, wie dies teilweise von kroatischer Seite gefordert wurde. Dieser Vorgang hatte weder einen Staatsumbau noch eine Verfassungsänderung zur Folge, sondern stellte eine endgültige Regelung für später in Aussicht. Vielmehr delegierte der Zentralstaat (Königreich Jugoslawien) Kompetenzen und Zuständigkeiten an einen Teilstaat (Banschaft Kroatien).
Gesamtstaatliches Parlament Die Bindung an den Gesamtstaat wurde durch den Eintritt Vladko Mačeks als stellvertretender Ministerpräsident in das königlich-jugoslawische Kabinett betont. Weiterhin traten die Kroaten Juraj Šutej als Finanzminister, Ivan Andres als Handelsminister sowie Josip Torbar als Postminister dem gesamtstaatlichen Kabinett bei.Mirko Glojnarić: Borba Hrvata. Kronika dvaju desetljeća političke povijesti (1919–1939). 2. Auflage. Naklada Antuna Velzeka, Zagreb 1940, S. 322–344. Auf diese Weise sollte „die Teilnahme und Mitarbeit der Kroaten im Leben des Staates [Königreich Jugoslawien] und damit die öffentlichen Interessen“ sichergestellt werden.Einleitung der Verordnung über die Banschaft Kroatien (Uredba o banovini Hrvatskoj). In: Mirko Glojnarić: Borba Hrvata. Kronika dvaju desetljeća političke povijesti (1919–1939). 2. Auflage. Naklada Antuna Velzeka, Zagreb 1940, S. 323.
Selbstverwaltung Die Banschaft Kroatien erhielt innerhalb ihrer Grenzen die Zuständigkeit für Landwirtschaft, Handel und Industrie, Forst- und Bergbauverwaltung, öffentliche Bauten, Sozialpolitik, öffentliche Gesundheitspflege, körperliche Ertüchtigung, Justiz, Unterricht, innere Verwaltung und finanzielle Selbstständigkeit.Artikel II. der Verordnung über die Banschaft Kroatien (Uredba o banovini Hrvatskoj). In: Mirko Glojnarić: Borba Hrvata. Kronika dvaju desetljeća političke povijesti (1919–1939). 2. Auflage. Naklada Antuna Velzeka, Zagreb 1940, S. 323. Der jugoslawischen Zentralregierung blieben die Zuständigkeiten für Militär, Verkehr, internationaler Handel und Außenpolitik.
Banatregierung (1940) Bereich Amt Amtsinhaber Eignung Ban Kroatiens(Ban Hrvatske) Dr. Ivan Šubašić Vizeban(Podban) Dr. Ivo Krbek Jura-Professor(Profesor prava) Präsidialamt(Predsjednički ured) Leiter Frane Frol Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Kabinett des Ban(Kabinet Bana) Kabinettschef(Šef kabineta) Vladimir Šipuš Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Innere Angelegenheiten(Odjel za unutarnje poslove) Minister(Odjelni predstojnik) Bogdan Bojkić Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Bildung(Odjel za prosvjetu) Minister(Odjelni predstojnik) Prof. Izidor Škorjač Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Justiz(Odjel za pravosuđe) Minister(Odjelni predstojnik) Dr. Franjo Žilić Richter(Sudac Stola sedmorice) Ministerium für Landwirtschaft(Odjel za seljačko gospodarstvo) Minister(Odjelni predstojnik) Slavko Kolar Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Selbstständige Abteilung für Veterinärwesen(Samostalni odsjek za veterinarstvo) Abteilungsleiter(Šef odsjeka) Dr. Šime Debelić Ordentlicher Universitäts-Professor(Redoviti sveučilišni profesor) Ministerium für Forstwirtschaft(Odjel za šumarstvo) Minister(Odjelni predstojnik) Ing. Ivica Frković Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Bergbau(Odjel za rudarstvo) Minister(Odjelni predstojnik) Ing. Nikola Belančić Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Handwerk, Industrie und Handel(Odjel za obrt, industriju i trgovinu) Minister(Odjelni predstojnik) Dr. Mirko Lamer Ausgezeichneter Professor der Höheren Handelsschule(Izvanred. prof. visoke ekon. komerc. škole) Ministerium für technische Angelegenheiten(Odjel za tehničke radove) Minister(Odjelni predstojnik) Ing. Zvonimir Pavešić Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für Sozialpolitik(Odjel za socijalnu politiku) Minister(Odjelni predstojnik) Dr. Josip Rasuhin Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für nationale Gesundheit(Odjel za narodno zdravlje) Minister(Odjelni predstojnik) Dr. Milutin Kosanović Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Ministerium für finanzielle Angelegenheiten(Odjel za financijalne poslove) Minister(Odjelni predstojnik) Dr. Vladimir Franolić Ausgezeichneter Universitäts-Professor(Izvanredni sveučilišni profesor) Außenstelle der Banalregierung in Split(Izpostava banske vlasti u Splitu) Kommissar der Außenstelle der Banalregierung(Povjerenik ispostave banske vlasti) Mate Bulić Banschaftlicher Berater(Banski savjetnik) Stellvertretender Kommissar der Außenstelle der Banalregierung(Zamjen. povjerenika ispostave banske vlasti) Ante Jauk Fachberater(Odjelni savjetnik)
Kultur mini|Ivan Šubašić (1892–1955), Ban der Kroatischen Banschaft Mit staatlicher Unterstützung durch die Banschaft Kroatien konnte die erste Kroatische Enzyklopädie verwirklicht werden. Der erste Band dieses kulturell sehr bedeutenden Projektes erschien noch im Februar 1941.
Bedeutung