Die Müllerhütte () ist eine Schutzhütte im Südtiroler Teil der Stubaier Alpen nahe der Grenze zu Österreich. Sie liegt auf einer Höhe von nahe der Pfaffennieder, welche mit die niedrigste Einsattlung zwischen Wildem Pfaff und Wildem Freiger bildet. Die Müllerhütte befindet sich über dem Übeltalferner und ist eine von fünf Hütten der Ostalpen, die nur über Gletscher zu erreichen sind. Warentransport zur Hütte ist nur zu Fuß oder mittels Hubschrauber möglich.
Geschichte 1891 erbaute Carl Müller aus Teplitz etwas oberhalb des heutigen Standorts die erste Hütte, die er zur Gänze selbst finanzierte. Dieser Bau war vollkommen neuartig konzipiert und bestand aus einem Gerüst aus Holzbalken, das mit Brettern verschalt und mit imprägniertem Tuch überzogen war. Einen Dachboden gab es nicht. Auch der Innenraum war mit speziellen einklappbaren Stockbetten, die auch als Sitzbänke dienten, innovativ gestaltet. Bereits 1892 musste aufgrund des starken Besuchs erweitert werden. Über die Seehöhe der Müllerhütte herrschte 1892 noch erhebliche Unsicherheit. 1894 übernahm die Sektion Teplitz des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins die Müllerhütte. Im Juli 1909 eröffnete die Sektion das Erzherzog-Karl-Franz-Josef-Schutzhaus am heutigen Hüttenstandort. Diese Hütte wurde bereits bewirtschaftet und bot 50 Menschen Platz, wobei die alte Hütte zusätzlich genutzt wurde. 1917 erfolgte die Umbenennung in Kaiser-Karl-Schutzhaus. 1923 wurde die Hütte enteignet und der Sektion Bozen des Club Alpino Italiano (CAI) überantwortet. Die alte Hütte verfiel.
Zusammen mit 24 weiteren vom Staat enteigneten Schutzhütten ging die Müllerhütte 1999 in das Eigentum der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol über; mit Jahresende 2010 lief die Konzession zu deren Führung durch den CAI aus. Seit 2015 wird das Land Südtirol bei der Verwaltung der Hütte (Vergabe an Pächter, Überwachung der Führung, Sanierungsmaßnahmen) durch eine paritätische Kommission unterstützt, in der neben der öffentlichen Hand auch der AVS und der CAI vertreten sind.
Zustiege Sämtliche Zustiege führen teilweise über Gletscher und erfordern entsprechende Ausrüstung und Erfahrung. Von Ridnaun-Maiern () über Grohmannhütte und Teplitzer Hütte in einer Gehzeit von 7 Stunden. Von Schönau in Passeier aus über die Schwarzwandscharte in 4 bis 5 Stunden. Aus dem Stubaital von der Grawaalm über Sulzenauhütte, Lübeckerweg und Freigergrat in 7 Stunden. Dabei kann der Gipfel des Wilden Freigers mitgenommen werden. über die Nürnberger Hütte und den Wilden Freiger in 8 Stunden. von der Bergstation der Stubaier Gletscherbahn über den Wilden Pfaff in 5 Stunden. Aus dem Ötztal über Siegerlandhütte und Sonklarspitze in 8 Stunden. über die Hildesheimer Hütte und den Wilden Pfaff in 8 Stunden.muellerhuette.eu, abgerufen am 2. Dezember 2025
Der frühere Zugang von der Sulzenauhütte über die Fernerstube mit direktem Aufstieg in die Pfaffennieder wird nicht mehr empfohlen, da der dort befindliche Steig durch eine Steinlawine zerstört wurde und nicht neu errichtet werden konnte.alpin.de, abgerufen am 2. Dezember 2025
Touren Gipfeltouren Zuckerhütl (), Gehzeit 2½ Stunden Wilder Freiger (), Gehzeit 2 Stunden Sonklarspitze (), Gehzeit 2 Stunden Wilder Pfaff (), 1½ Stunden Botzer (), 3½ Stunden Alle Gehzeiten gemäß dem Internetauftritt der Müllerhütte, abgerufen am 7. März 2024
Übergänge Becherhaus, Gehzeit: ¾ Stunde Teplitzer Hütte, Gehzeit: 3½ Stunden Sulzenauhütte, Gehzeit: 3½ Stunden Grohmannhütte, Gehzeit: 4½ Stunden Nürnberger Hütte, Gehzeit: 5 Stunden Hildesheimer Hütte, Gehzeit: 5 Stunden Siegerlandhütte, Gehzeit: 5 Stunden Schneeberghütte, Gehzeit: 6 Stunden Magdeburger Hütte, Gehzeit: 9 Stunden
Besonderheiten Bis 2016 fand im August mit der sogenannten „Ice Parade“ ein Wettbewerb im Eisklettern statt, bei dem die große Gletscherspalte hinter der Müllerhütte über einen jeweils neu angelegten Klettersteig zu durchsteigen war.
Literatur Vito Brigadoi: Rifugio Cima Libera – Müllerhütte (Erzherzog-Karl-Franz-Josef-Schutzhaus, Pfaffennieder-Hütte). Storia di un rifugio centenario – Geschichte einer hundertjährigen Hütte: 1908–2008. Club Alpino Italiano, Bozen 2008
Weblinks
(Müllerhütte von 7:45 – 14:55)
Einzelnachweise
Kategorie:Alpenhütte in Südtirol Kategorie:Stubaier Alpen Kategorie:Ratschings Kategorie:Schutzhütte des Landes Südtirol Kategorie:Ehemalige Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins Kategorie:Erbaut 1909