Hussjatyn (; , jiddisch selten auch Chuschtschaten) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Westukraine am rechten Ufer des Flusses Sbrutsch und etwa 70 km südöstlich der Gebietshauptstadt Ternopil gelegen.

Geschichte mini|links|Das ehemalige Bernhardinerkloster Der Ort wird 1559 zum ersten Mal schriftlich als Wsiathin erwähnt, erhielt im selben Jahr auch das Magdeburger Stadtrecht und gehörte dann mit Unterbrechung zwischen 1672 und 1683, als es unter Osmanischer Herrschaft stand, bis 1772 zur Woiwodschaft Podolien, in der Adelsrepublik Polen-Litauen.Rizzi Zannoni, Karta Podola, znaczney części Wołynia, płynienie Dniestru od Uścia, aż do Chocima y Ładowa, Bogu od swego zrzodła, aż do Ładyczyna, pogranicze Mołdawy, Woiewodztw Bełzkiego, Ruskiego, Kiiowskiego y Bracławskiego.; 1772 Die jüdische Bevölkerung lebte wahrscheinlich seit 1577 in Husjatyn und machte daraufhin über Jahrhunderte einen wesentlichen Teil der Bevölkerung aus. Die katholische Gemeinde entstand 1614, 1645 wurde das Kloster der Bernhardiner gegründet. Die Grundherren waren zunächst die Familie Kalinowski, seit 1729 die Familie Potocki. Mit den Teilungen Polens und der Ziehung der Grenze Galiziens entlang des Sbrutsch wurde der Ort in das nunmehr zum österreichischen Galizien gehörige Husiatyn mit dem Ortskern und das ab 1793 russische Gusjatin geteilt, musste aber zwischen 1809 und 1815 wie der gesamte Tarnopoler Kreis vollständig an Russland abgetreten werden. Bis heute existieren beiderseits des Flusses 2 verwaltungstechnisch getrennte Orte.

mini|links|Die Synagoge von Hussjatyn Der hauptsächlich von Ukrainern bewohnte Ort kam nach dem Wiener Kongress zurück zum Kaisertum Österreich. Ab 1820 besaß die Familie Żelski viele Liegenschaften im Ort. Von 1854 bis 1918 war es Sitz der Bezirkshauptmannschaft Husiatyn, ab 1867 kam noch ein Bezirksgericht hinzu. In der Folgezeit entwickelte sich eine große jüdische Gemeinde in Husiatyn, die im Zweiten Weltkrieg vollständig umgebracht oder vertrieben wurde. Von der großen jüdischen Gemeinde zeugt heute noch die Wehrsynagoge im Ort. Am 31. Dezember 1884 wurde das Teilstück Buczacz – Husiatyn der Galizischen Transversalbahn eröffnet.Getrennt und Doch Verbunden: Grenzstädte Zwischen Osterreich und Russland. ISBN 3-205-78625-4, S. 150. Am 31. Jänner 1916 wurde schließlich auch das fehlende Teilstück zwischen Kamjanez-Podilskyj und der russischen Grenze bei Hussjatyn durch die russischen Behörden eröffnet.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam der Ort zu Polen und lag ab 1921 in der Woiwodschaft Tarnopol, verlor sein Stadtrecht, wurde im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig von der Sowjetunion und dann bis 1944 von Deutschland besetzt.

Nach dem Ende des Krieges wurde der Ort der Sowjetunion zugeschlagen, dort kam die Stadt zur Ukrainischen SSR und ist seit 1991 ein Teil der heutigen Ukraine.

Verwaltungsgliederung Am 15. Juli 2015 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Hussjatyn (Гусятинська селищна громада/Hussjatynska selyschtschna hromada), zu dieser zählen auch noch die 3 Dörfer Bodnariwka, Suchodil und Wilchiwtschyk,Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Тернопільській області у Гусятинському районі bis dahin bildete sie die gleichnamige Siedlungsratsgemeinde Hussjatyn (Гусятинська селищна рада/Hussjatynska selyschtschna rada) im Osten des Rajons Hussjatyn.

Am 12. Juni 2020 kamen noch weitere 13 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer zum Gemeindegebiet.Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 724-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Тернопільської області"

Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Tschortkiw.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Hussjatyn Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Bodnariwka Боднарівка Боднаровка (Bodnarowka) Bednarówka Bossyry Босири Босыры Bosyry Horodnyzja Городниця Городница (Gorodniza) Horodnica Kozjubyntschyky Коцюбинчики Коцюбинчики (Kozjubintschiki) Kociubińczyki Krywenke Кривеньке Кривенькое (Kriwenkoje) Krzyweńkie Lytschkiwzi Личківці Лычковцы (Lytschkowzy) Liczkowce Postoliwka Постолівка Постоловка (Postolowka) Postołówka Samoluskiwzi Самолусківці Самолусковцы (Samoluskowzy) Samołuskowce Schydliwzi Шидлівці Шидловцы (Schidlowzy) Szydłowce Selena Зелена Зелёная (Seljonaja) Zielona Sokyrynzi Сокиринці Сокиринцы (Sokirinzy) Siekierzyńce Suchodil Суходіл Суходол (Suchodol) Suchodół Sydoriw Сидорів Сидоров (Sidorow) Sidorów Trybuchiwzi Трибухівці Трибуховцы (Trybuchowzy) Trybuchowce Wassylkiw Васильків Васильков (Wassilkow) Wasylków Wilchiwtschyk Вільхівчик Ольховчик (Olchowtschyk) Olchowczyk

Sehenswürdigkeiten Schlossruine Synagoge, erbaut im 17. Jahrhundert Kirche aus dem 16. Jahrhundert Rathaus aus dem 17. Jahrhundert Bernhardinerkloster mit Kirchengebäude aus dem 16. Jahrhundert

Literatur Illustrierter Führer der k.k. Österr. Staatsbahnen für die Strecken… / inlender, Adolf Władysław (ca. 1854–1920), S. 92–95. Paulus Adelsgruber, L. Cohen, B. Kuzmany: Getrennt und doch verbunden: Grenzstädte zwischen Osterreich und Russland 1772–1918. Böhlau, Wien 2011, ISBN 978-3-205-78625-2.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Ternopil Kategorie:Rajon Tschortkiw Kategorie:Ersterwähnung 1559 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1559 Kategorie:Ort am Sbrutsch