System 7 ist ein Betriebssystem von Apple und wurde am 13. Mai 1991 veröffentlicht. Es stammt direkt von der Macintosh System Software ab, wie sie auf dem ersten Apple Macintosh 1984 das erste Mal vorgestellt wurde. Die „“ Version 7 folgt auf System 6 (auch „Macintosh System Software 6“) und ist die erste Version, die ab Januar 1997, mit Version 7.6, den Namen Mac OS trug. Retronym wird daher auch System 7 oft als Mac OS 7 bezeichnet, obwohl dies erst ab Version 7.6 korrekt ist.
System 7 ist das einzige Macintosh-Betriebssystem, das jemals für Nicht-Apple-Computer, „Macintosh-Klone,“ lizenziert wurde. Das Nachfolgebetriebssystem Mac OS 8 erschien am 26. Juli 1997.
Im Projekt „Star Trek“ wurde System 7.1 von Apple und Novell auf IBM-kompatible PCs portiert, jedoch nicht vermarktet.
Entwicklung Die ersten Ideen für System 7 entstanden bereits mit dem Fertigstellen von System 6. Im März 1988 trafen sich Entwickler und Manager zu einem Brainstorming zur zukünftigen Betriebssystemstrategie. Dabei wurden alle Ideen für das auf dem aktuellen Macintosh System aufbauende Betriebssystem auf blaue Karteikarten geschrieben. Daraus wurde im „“ (deutsch: „blaues Projekt“) schließlich System 7. Das Entwicklerteam selbst wurde ebenfalls mit der Farbe Blau assoziiert: sie hießen „“Tyler Sable: . LowEndMac, 25. Juni 2014 (englisch); abgerufen am 4. April 2016., eine ironische Anspielung auf die „Blau-Miesen“, die bösen Wesen in dem Beatles-Film Yellow Submarine.
System 7.0 System 7 erschien im Juni 1991 und ist wie die vorhergehenden Versionen der Macintosh System Software ein reines Einbenutzersystem, das für Macintoshs mit 68k-Prozessor entwickelt wurde. Im Vergleich zu vorherigen Versionen wurde nun eine Festplatte notwendig, da das Betriebssystem nicht mehr auf einer Diskette Platz fand. Es benötigt mindestens 2 MB Arbeitsspeicher (rund 1,2 MB mehr als noch System 6).
Offiziell unterstützt werden die Macintosh-Modelle Macintosh Plus, SE, SE/30, Classic, Portable, die gesamte Macintosh-II-Reihe (II, IIx, IIcx, IIci, IIfx, IIsi) sowie Macintosh LC und LC II. Mit System 7.0.1 kam Unterstützung für den Macintosh Classic II, die Quadra-Modelle 500 und 900/950 sowie für die PowerBooks 100, 140, 145, 145B und 170 hinzu.Apple: System Software: Version Matrix, System 6.0.x to 7.0.1 (englisch); abgerufen am 23. April 2016.
Zu den Neuerungen von System 7 zählen die 32-Bit-Adressierung auf Macintosh-Modellen mit Motorola-68020-, 68030- oder 68040-Prozessor, wodurch die Begrenzung auf 8 MB Arbeitsspeicher wegfiel, kooperatives Multitasking, Balloon Help, Virtuelle Speicherverwaltung, QuickDraw 3D, TrueType-Unterstützung und TCP/IP.
Auf Macintosh-Computern mit ROM, der nur 24-Bit-Adressierung unterstützt, bleibt auch System 7 (wie auch bei Modellen mit Motorola-68000-Prozessor) weiterhin auf 24-Bits und somit auf maximal 8 MB Arbeitsspeicher beschränkt. Für einige Macs, mit sogenanntem „ ROM,“ war es mit der Software MODE32 von Connectix dennoch möglich, den 32-Bit-Adressierungsmodus zu nutzen. Nach Protesten von Nutzern wurde MODE32 von Apple lizenziert und gratis für folgende Macintosh-Modelle zur Verfügung gestellt: Macintosh II, IIx, IIcx und SE/30. Alle früheren Macs blieben auf 8 MB Arbeitsspeicher begrenzt, alle neueren Macs boten bereits einen ROM, mit dem 32-Bit-Speicherzugriff von Haus aus funktionierte ().
Zur Wahrung der Kompatibilität kann jedoch auch bei System 7 der virtuelle Speicher und die 32-Bit-Adressierung deaktiviert werden. Nach einem Neustart läuft System 7 dann im 24-Bit-Modus, was manche ältere Macintosh-Programmen zur Mitarbeit bewegt. Da jedoch der Kernel neu programmiert wurde, laufen all jene Applikationen nicht, die undokumentierte Funktionen der Macintosh System Software verwenden, die bis System 6 noch vorhanden waren. Die meisten Software-Hersteller haben jedoch aktualisierte Versionen ihrer Programme bereitgestellt, sodass derartige Kompatibilitätsprobleme nur sehr wenige Macintosh-Programme betrafen.
System 7.0 wies einen Fehler auf, der Ordner verschwinden ließ (). Dieser Fehler ist mit der Tune-Up-Aktualisierung bereinigt.
System 7.0.1 wird von Apple unentgeltlich zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.D-7.0.1.txt, abgerufen am 14. September 2016; die Dateien haben die Namen D-7.0.1-Disk_Tools.image.sea.bin, D-7.0.1-Fonts.image.sea.bin, D-7.0.1-Install_1.image.sea.bin, D-7.0.1-Install_2.image.sea.bin, D-7.0.1-Printing.image.sea.bin und D-7.0.1-Tidbits.image.sea.bin.
System 7.1 und System 7 Pro System 7.1 war das erste Macintosh-Betriebssystem, das nicht mehr gratis angeboten wurde: In Nordamerika kostete es 79 US-Dollar, wenn man es direkt bei Apple bestellte.The Mac 512: (englisch); abgerufen am 23. April 2016. Zusätzlich gab es erstmals eine Standard-Variante und eine Pro-Variante mit zusätzlicher Software.
Die Neuerungen von System 7.1 sind vor allem technischer Natur. In den neuen Ordner „Zeichensätze,“ der sich im System-Ordner befindet, werden Schriften bei der Installation nun in ihrem Ursprungszustand abgelegt. Über sogenannte kann das Betriebssystem für neuere Macintosh-Modelle kompatibel gemacht werden. Diese waren entweder beim jeweiligen Macintosh-Modell vorinstalliert oder sie waren für spezifische Modelle bei Apple gratis herunterladbar. Neben „“ ist auch „“ und „“ gebräuchlich, etwa der „“ für System 7.1 auf dem PowerBook 150.System 7.1 through Mac OS 7.6: Compatibility With Macintosh Computers Apple (englisch); abgerufen am 23. April 2016. Um eine Installation für ein bestimmtes Modell kompatibel zu machen, muss daher nur die -Datei aus dem System-Verzeichnis einer bestehenden (vorherigen) Installation auf die Neuinstallation transferiert oder der gratis heruntergeladene in das System-Verzeichnis kopiert werden. Ältere Modelle benötigen hingegen meist keinen separaten .
System 7.1P bzw. 7.1P2 bis 7.1P6 sind Modell-spezifische Versionen für den Macintosh Performa mit zusätzlicher Software, u. a. .
System 7 Pro trägt intern die Versionsnummer 7.1.1 und kam auf 12 Disketten. Es beinhaltet die ersten Versionen von AppleScript und PowerTalk (Teil des , AOCE) sowie QuickTime. Der Finder ist in Version 7.1.3 enthalten und bietet volle Unterstützung für AppleScript. Durch die zusätzliche Software sind für System 7 Pro nun 5 MB Arbeitsspeicher Voraussetzung, für Netzwerkfunktionen sogar 8 MB.
System 7.1.2 war die erste auf PowerPC-basierten Macs lauffähige Version. Der PowerPC-Prozessor sollte die Motorola-68k-Architektur ersetzen und wurde gemeinsam mit IBM und Motorola, basierend auf IBMs POWER-Architektur, entwickelt. Sowohl IBM als auch Motorola stellten die Prozessoren her. Da das Betriebssystem jedoch bereits für den Motorola 68030 und 68040 entwickelt worden war, basierte die PowerPC-Version von System 7 auf einem Microkernel, der in einer transparenten Softwareemulation 68k-Maschinencode weiterhin ausführen konnte – mit dem Nachteil, dass diese Emulation den Geschwindigkeitsvorteil der neuen PowerPC-Prozessorarchitektur zunichtemachte.
Die letzte Aktualisierung für System 7.1 ist Version 7.1.3, die gratis von Apple heruntergeladen werden konnte.
Mit Star Trek sollte 1992 eine Portierung von System 7.1 auf die x86-Architektur (seit dem i386 eine 32-Bit-Architektur, retronym „IA-32“) realisiert werden. Das Projekt wurde jedoch 1993 zugunsten von Copland eingestellt.
Projekt Star Trek Novell hatte 1991 DR DOS von Digital Research übernommen und wollte es zu einem grafischen PC-Betriebssystem weiterentwickeln, das auf DOS als Betriebssystemkern und der grafischen Benutzeroberfläche GEM (bzw. ViewMAX) basierte. Da Digital Research wegen GEM jedoch bereits 1985 von Apple verklagt worden war, war dem Novell-Management sehr an einer Vermeidung einer erneuten Klage durch Apple gelegen. Deshalb trat Novell 1991 an Apple heran, um gemeinsam ein zu Windows 3.0 von Microsoft konkurrenzfähiges Betriebssystem für den IBM PC zu entwickeln. Apple seinerseits hatte bereits Mitte der 1980er Jahre mit der Idee gespielt, das eigene Betriebssystem auf den IBM PC zu portieren, dies jedoch nie umgesetzt. 1991 fand der damalige CEO von Apple, John Sculley, die Idee gut und sagte Novell zu; auch Intels CEO Andy Grove zeigte Interesse, um nicht vollständig von IBM und Microsoft (PC DOS oder MS-DOS und Windows, siehe Wintel) abhängig zu sein. So wurde ab Sommer 1992 gemeinsam an der Portierung des Apple-Betriebssystems gearbeitet. Beteiligt an dem streng geheimen Projekt mit dem Namen „Star Trek“ waren vier Novell-Entwickler und 14 Apple-Entwickler. In einem Bürogebäude in Santa Clara, gegenüber von Intel, erhielt jeder Entwickler ein eigenes Büro, einen Macintosh und einen von Intel gespendeten 486-PC.
Als Basis diente DR DOS „Panther“. Darauf aufbauend wurde System 7.1 auf die x86-Architektur und DOS portiert. Bereits nach drei Monaten, Ende 1992, war ein stabiler Prototyp fertig, der bei Apple und Novell präsentiert wurde. Bei Apple staunte man nicht schlecht, das eigene Betriebssystem auf der x86-Hardware laufen zu sehen – man war bis dahin davon ausgegangen, dass es nicht möglich wäre, das Betriebssystem ohne die im ROM eines jeden Macintosh enthaltene Macintosh Toolbox (der eigentlichen Macintosh-API) zu verwenden, und diese Toolbox hielt man für schwer portierbar. Doch das Projekt wurde abgesegnet und die Entwicklung fortgeführt. Die Anzahl der Entwickler wurde auf 50 aufgestockt.
Bei Apple waren die größten Befürworter von „Star Trek“ Vizepräsident Roger Heinen und CEO John Sculley, doch schon bald verließen beide Apple. Roger Heinen wurde 1992 von Microsoft abgeworben, und John Sculley wurde als CEO kurz darauf 1993 von Michael Spindler beerbt. Gleichzeitig war man bei Apple 1992 eine Kooperation mit IBM und Motorola zur Einführung einer neuen Prozessor-Architektur eingegangen. Mit dem auf IBMs POWER basierenden PowerPC sollte der Motorola 680x0 ersetzt werden. Der Prozessor selbst sollte sowohl von IBM als auch von Motorola gefertigt werden. Daher sah man die Sache bei Apple kritisch, auf der einen Seite ein PC-x86-Betriebssystem auf den Markt zu bringen, das auf der anderen Seite in direkter Konkurrenz zum Macintosh und damit auch zum PowerPC stehen würde.
Auch auf der PC-Seite gab es zunehmend Probleme. Einer der „Star Trek“-Entwickler, Mark Gonzales, war ursprünglich der Meinung, dass es einen profitablen Markt für ein PC-System-7 gebe, doch als man 1993 begann, das Betriebssystem diversen PC-Herstellern zu zeigen, waren diese nicht willens, für das Betriebssystem zu zahlen. Der Grund dafür war, dass die Hersteller durch einen Vertrag mit Microsoft gebunden waren, für jeden Computer, der verkauft wurde, einen gewissen Betrag an Microsoft abzuführen – egal, welches Betriebssystem tatsächlich installiert war. Die PC-Hersteller hätten somit doppelt zahlen müssen – oder Apple „Star Trek“ gratis anbieten, was den Markt für den Macintosh doppelt untergraben hätte.
Nachdem es Michael Spindler nach seinem Antritt als CEO zu seiner Aufgabe gemacht hatte, das in der Krise befindliche Apple wieder konkurrenzfähig zu machen, verordnete er dem gesamten Unternehmen ein rigoroses Sparprogramm – was im Juni 1993 schließlich auch das Ende für „Star Trek“ bedeutete.
Bei einem Treffen der Entwickler 1997 wurde das Projekt noch einmal vorgeführt: Nach ein paar Versuchen konnte „Star Trek“ auf einem PC gestartet werden. Als Begrüßung erschien der Text „“ – eine Anspielung auf Raumschiff Enterprise, in dessen Einleitung es heißt: „… wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist“ (“ ”). Die Entwickler waren durchwegs der Meinung, dass System 7 auf PCs eine reale Chance gehabt hätte und vermutlich noch ein Jahr vor dem großen Microsoft-Erfolg Windows 95 verfügbar gewesen wäre.Jodi Mardesich: The secret weapon Apple threw away. 1. November 1997 (englisch)
Technische Umsetzung mit DR DOS