Kakau, zu deutsch etwa „Stier der Stiere“, ist vor allem der Beiname verschiedener altägyptischer Götter, einmal auch von einem König (Pharao).

Hintergrund Wie die meisten Götter-Beinamen auch, so ist „Kakau“ in erster Linie eine Ehrfurchtsanrede für bestimmte Götter, die gebraucht wurde, um das Aussprechen ihres wahren Namens zu umgehen. Die prominentesten Beispiele sind die Götter Geb, Amun, Amun-Re, Min, Month, Osiris und Horus. Sie konnte aber auch an den eigentlichen, wahren Namen angehängt werden, wo der Beiname dann als eine Art Charakterbeschreibung fungierte. So lässt sich dann beispielsweise der Name „Geb-Kakau“ (ägyptisch Gb-K3-k3w) mit „Geb, der Stier der Stiere“ übersetzen und deuten.Christian Leitz u. a.: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. (LGG) Band 7: š - d̲. Leuven 2002, S. 273.

Der deutsche Ägyptologe Adolf Erman weist im Wörterbuch der ägyptischen Sprache darauf hin, dass der Namensbestandteil k3 für „Stier“ auch ein Beiname von Königen ist. Hier werden die übertragenen Verwendungen von k3 als „Stier“ zusammengestellt, „bildlich und als Beiwort von Königen und Göttern“. Neben dem „lüsternen Stier“ ist es auch der „starke“ oder „jugendstarke“ Stier, der dabei eine große Rolle spielt. Der Name „Ka-nacht“ (K3-nḫt; zu deutsch „starker Stier“) ist bei vielen Königen Bestandteil des Horusnamens.Adolf Erman, Hermann Grapow (Hrsg.): Wörterbuch der aegyptischen Sprache. Band V. Leipzig 1931, S. 95–96; Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. 2. Auflage, Mainz 1999, S. 310–311.

Kartuschenname des Pharaos Nebre Im Turiner Königspapyrus, in der Königsliste von Abydos und der Königsliste von Sakkara wird Pharao Nebre der 2. Dynastie als „Kakau“ geführt.Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. 2. Auflage, Mainz 1999, S. 42–43; nach dem Alphabetischen Verzeichnis der Namen in Umschrift, S. 311 wird K3-k3w als Name nur von einem König verwendet. Problematisch daran ist zunächst der Umstand, dass dieser in einer Kartusche geschriebene Name nicht zeitgenössisch belegt ist, weder in dieser Form, noch in einer ähnlichen Variante. Es liegen auch keinerlei zeitgenössische Inschriften vor, in denen sich ein weiterer Name des Herrschers finden lässt, den die Schreiber späterer Epochen vielleicht missverstanden haben könnten. Es erinnert aber an eine Anekdote des antiken Chronisten Manetho, wonach unter Nebre mehrere Stiergötter verehrt worden seien.Walter Bryan Emery: Ägypten. Geschichte und Kultur der Frühzeit. Goldmann, München 1964, S. 103 & 274.

Totenbuch „Kakau“ wird auch im Spruch 148 des Totenbuchs erwähnt.Spruch 148. Textbeispiele auf der Webseite des Projekts: Das altägyptische Totenbuch. Ein digitales Textzeugenarchiv. online auf totenbuch.awk.nrw.de; abgerufen am 25. Juni 2026. In diesem Spruch geht es darum, „einen Verklärten zu speisen“, wozu die sieben heiligen Kühe mit ihren Namen genannt werden. In einigen Totenbuchexemplaren sind sie auch in einer Illustration (Vignette) dargestellt.Beispiel: Papyrus des Nacht, British Museum, London, Inventar-Nr. 10471, Blatt 9. Auf britishmuseum.org; abgerufen am 25. Juni 2026. Sie stehen (oder sitzen) vor einem Tisch mit Opfergaben. Darauf folgt ein Stier, ebenfalls vor Opfergaben, mit einer Beischrift, die „Stier, Gatte der Kühe“ oder auch „Stier der Stiere, Gatte der Kühe“ lauten kann.Ramadan el Sayed: Les sept vaches célestes, leur taureau et les quatre gouvernails d’après les données de document divers. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts. Abteilung Kairo. (MDAIK) Band 36, 1980, S. 357–390; zu den Bezeichnungen des Stieres, S. 364–365. Dem schließt sich die Bitte um „Brot und Bier, Nahrung und Verklärtheit“ an, das der Verstorbene für sich wünscht. Hier ist der „begattende Stier“ angesprochen.Adolf Erman, Hermann Grapow (Hrsg.): Wörterbuch der aegyptischen Sprache. Band V. Leipzig 1931, S. 95, Nr. 13. Um welchen Gott es sich genau handelt, ist nicht ersichtlich; es kommen mehrere in Frage.Ramadan el Sayed: Les sept vaches célestes, leur taureau et les quatre gouvernails d’après les données de document divers. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts. Abteilung Kairo. (MDAIK) Band 36, 1980, S. 370.

Literatur Christian Leitz u. a.: Lexikon der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen. (LGG) Band 7: š - d̲ (= Orientalia Lovaniensia analecta. Band 116). Peeters, Leuven 2002, ISBN 90-429-1146-8, S. 273. Adolf Erman, Hermann Grapow (Hrsg.): Wörterbuch der aegyptischen Sprache. Band V. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1931, S. 95–96 (online). Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. (= Münchner Ägyptologische Studien. Band 49.) 2. verbesserte und erweiterte Auflage, von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2591-6, S. 42–43 und 310–311.

Einzelnachweise

Kategorie:Ägyptische Gottheit Kategorie:Altägyptischer Titel