mini|Bernhard Hennen (rechts) signiert Die Elfen beim FeenCon 2007Die Elfen ist ein deutscher Fantasyroman von Bernhard Hennen und James Sullivan aus dem Jahr 2004. Anfang bzw. Ende 2006 erschienen die ausschließlich von Bernhard Hennen geschriebenen Fortsetzungen Elfenwinter und Elfenlicht, 2009 erschienen Elfenkönigin sowie Ende 2007 bzw. 2008 die dreiteilige Fortsetzung Elfenritter. Des Weiteren erschienen 2009 ein weiteres unabhängiges, aber zur Gesamtgeschichte gehörendes Buch Elfenlied sowie das Artbook Elfenwelten. Zwischen 2011 und 2016 erschien die neue Pentalogie Drachenelfen, die zeitlich deutlich vor Die Elfen spielt. Sullivan publizierte 2013 mit Nuramon die Fortsetzung der Geschichte des gleichnamigen Elfen. Von 2021 bis 2024 veröffentlichte Hennen die Schattenelfen-Saga, die zwischen dem Buch Elfenkönigin und dem Elfenritter-Zyklus spielt.
Entwicklung und Autorschaft Der Roman ist nach Die Zwerge von Markus Heitz eine weitere deutsche Antwort auf den Romanerfolg Die Orks des englischen Autors Stan Nicholls. Diese Fantasy-Reihe wurde im Frühjahr 2006 von Christoph Hardebusch mit seinem Romandebüt Die Trolle und ein Jahr später mit Die Kobolde von Karl-Heinz Witzko fortgesetzt. Obwohl keinerlei Absprache zwischen den einzelnen Autoren stattfand, versucht jeder Roman, ein Volk der modernen Fantasy herauszugreifen und dieses im Verlauf der Handlung zu charakterisieren. Dabei werden stets einige etablierte Eigenschaften des jeweiligen Volkes übernommen, andere ergänzt, vertieft oder auch verändert.
James Sullivan und Bernhard Hennen kennen sich seit den 90er Jahren. Nach Darstellung Sullivans kam Hennen 2003, gegen Ende von Sullivans Studium, auf diesen zu und schlug ihm vor, gemeinsam einen Roman über das Fantasy-Volk der Elfen zu schreiben. Hennen hatte bereits ein Exposé erstellt, das aber sowohl dem Verlag, als auch Sullivan missfallen habe, unter anderem wegen der Darstellung der Elfen als Sklavenhalter. Hennen und Sullivan konzeptionierten daher gemeinsam einen neuen Roman und erstellten das Exposé, das der Verlag annahm. Laut Sullivan und Hennen haben beide Autoren gleichen Anteil an Die Elfen. Hennen habe die Kapitel zu Farodin und Mandred geschrieben, während Sullivan die Kapitel zu Noroelle und Nuramon, sowie die Zwischenkapitel geschrieben habe. Aus Erwägungen der Vermarktbarkeit wurde nur einer der Autoren – der zum Veröffentlichkeitszeitpunkt bereits etablierte Bernhard Hennen – auf dem Cover genannt, eine Entscheidung, mit der Sullivan damals einverstanden war. Sullivans Name wurde auf dem innenliegenden Titelblatt mit abgedruckt. Ansonsten seien nach Aussage Hennens beide Autoren gleichberechtigt, beide hätten auch Tantiemen in gleicher Höhe erhalten. Alle Beteiligten seien vom Erfolg des ersten Romans überrascht worden. Die späteren Veröffentlichungen schrieb Hennen allein, mit Ausnahme des von Sullivan geschriebenen Romans Nuramon (2013).
Die Praxis, nur Hennen als Autor von Die Elfen zu nennen, sorgte später für Kritik. In Bezug auf die Veröffentlichung einer Prachtausgabe von Die Elfen im Dezember 2021, auf der wieder allein Hennen auf dem Cover genannt wurde, erschien im Februar 2022 ein offener Brief von Akteuren der deutschsprachigen Phantastik-Szene an den Heyne-Verlag. Dieser veröffentlichte einige Tage später über seinen Twitter-Account ein gemeinsames Statement mit Hennen und Sullivan, worin er bekanntgab, auf den Covern zukünftiger Auflagen und Ausgaben beide Autoren gleichberechtigt zu nennen.
Zum fiktiven Universum der Romane
Die Welten, das Weltennetz und seine Schöpfer Die Handlung spielt auf drei verschiedenen „Planeten“;, Auf: www.epenschmiede.de. der Menschenwelt (Daia), der Zerbrochenen Welt (ehemals Nangog) und Albenmark, der Heimat der Elfen. Daneben werden noch zwei weitere Welten genannt, wovon die eine wohl das Mondlicht (siehe unten) ist und die zweite, Albenheim, nicht näher beschrieben wird. Außerdem existieren noch die jenseitigen Welten der Götter der Menschen, wobei jedem Glauben ein eigener Ort zuzufallen scheint (siehe „Goldene Hallen“/ „Luth' Hallen“). Die drei erstgenannten Welten werden durch das sogenannte Netz der Albenpfade, Lichtwege im Nichts zwischen den Welten, verbunden. Die Albensterne bilden die Schnittpunkte dieser Pfade und ermöglichen es Magiekundigen, torgleiche Öffnungen zu erschaffen, durch die man in das Netz gelangt und in kurzer Zeit weite Strecken zwischen den Welten oder verschiedenen Orten innerhalb einer Welt zurücklegen kann. Je mehr Albenpfade sich in einem Albenstern treffen, desto wichtiger ist dieser Schnittpunkt, da er von mehr Punkten aus erreichbar ist, und desto einfacher und sicherer ist es auch, ein Tor an dieser Stelle zu öffnen und die Pfade zu betreten, ohne im Nichts verloren zu gehen oder einen Sprung durch die Zeit zu machen. Das Netz der Albenpfade wurde einst von den Schöpfern der Elfen, den Alben, im dunklen Nichts zwischen den Welten gewoben. Diese haben inzwischen Albenmark verlassen. In der Romantrilogie gelten die Alben als Begründer fast aller Völker. Die Zerbrochene Welt war einst der Kriegsschauplatz der Auseinandersetzung zwischen den Drachen und ihren dämonischen Todfeinden, den Devanthar. In diesem Krieg wurden laut den Legenden alle Devanthar vernichtet und die Zerbrochene Welt bis auf wenige Inseln im Nichts zerstört.
Die Völker Das gottgleiche Volk der Alben gilt als Schöpfer der Welten, der Albenpfade und zahlreicher Völker, die als Albenkinder bezeichnet werden und bis auf wenige Ausnahmen die Albenmark bewohnen. Wenngleich der Begriff Alb aus der germanischen Mythologie stammt und untrennbar mit den Elfen und den Zwergen verbunden ist, werden auch andere Völker unserer Sagenwelt und sogar Geschöpfe aus dem griechischen und dem vorderasiatischen oder gar hinduistischen Kulturkreis zu den Albenkindern gerechnet. Elfen: Das letzte Volk, das von den Alben erschaffen wurde. Sie gelten als vollkommen, weshalb sie in fast allen Regionen der Albenmark mit dem Adel die herrschende Klasse stellen – eine Rolle, für die sie ob ihrer Arroganz von den meisten anderen Albenkindern verachtet werden. Die Elfen unterteilen sich zudem in einige weitere Völker, so zum Beispiel in die Normirga, ein äußerst magiebegabtes Elfenvolk im hohen Norden, dem auch Emerelle, die Königin der Albenmark, entstammt. Weitere Elfenvölker sind die Maurawan, ein Waldelfenvolk im hohen Norden, und die Freien von Valemas, ein Elfenvolk aus der Wüste, das die Albenmark verlassen hat, weil es sich nicht der Herrschaft Emerelles unterwerfen wollte. Zwerge: Die Kinder der Dunkelalben, ursprünglich in den Ioliden beheimatet, einem Gebirge am Rande des Herzlandes, haben als erstes Volk die Albenmark verlassen, um sich nicht Emerelles Herrschaft zu beugen, und leben seit Jahrtausenden in der Welt der Menschen. Ihrem Vorbild folgten bald die Elfengemeinde Freien von Valemas. Trolle: Die Trolle sind das kriegerischste Volk der Alben und sind ursprünglich in der eisigen Region Snaiwamark beheimatet. Nach zwei grausamen Kriegen wurden sie über ein Jahrhundert vor Beginn der Geschichte von den Elfen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben und wurden im Norden des Fjordlandes (Menschenwelt) sesshaft. Sie werden nicht als stumpfsinnig oder abgrundtief böse beschrieben, auch wenn sie eine Vorliebe für Menschen- und Elfenfleisch haben. Im Romanzyklus nehmen sie in etwa die Rolle der fehlenden Orks ein, wenngleich sie deutlich größer und kräftiger sind. Feen: Auen- und Wiesenfeen werden als gesellige, feinsinnige, aber auch schwatz- und flatterhafte Zeitgenossen beschrieben. Sie werden kaum größer als Libellen und leben in Einklang mit der Natur, was sich auch in ihrer Lyrik zeigt. Kobolde und Gnome: Ein kleines, sehr heterogenes Volk, das von den Elfen in der Regel geringgeschätzt wird. Die Paläste der Elfen und die Burgen der Trolle wurden von Kobolddienern oder -sklaven erbaut – einer der vielen Gründe, weshalb die Kobolde nicht gut auf die mächtigen Albenkinder zu sprechen sind, denn obgleich sie für ihre magischen und handwerklichen Fähigkeiten bekannt sind, nehmen sie im sozialen Gefüge der Albenmark einen niedrigen Rang ein. Lutin: Fuchsköpfige Kobolde, berüchtigt für ihren schwarzen Humor und ihre Streiche. Da sie zudem als Diebe verschrien sind, werden sie von den meisten anderen Albenkindern verachtet. Ihre diebischen Fähigkeiten basieren vor allem auf ihrer magischen Begabung: Zum einen beherrschen sie die Gestaltenwandlung, zum anderen verstehen sie es wie kaum ein anderes Volk, auf den Albenpfaden zu wandern. Dennoch leben die meisten Lutin nomadisch im Windland, einer Region im Süden der Snaiwamark. Holde: Ein Koboldvolk aus dem Waldmeer, einer Mangrovenlandschaft im Süden der Albenmark. Spinnenmänner: Ein Koboldvolk, das für seine Kletterkünste und für seine bedingungslose Loyalität betuchten Auftraggebern gegenüber bekannt ist. Viele Spinnenmänner gelten als skrupellose Söldner. Mauslinge: Ein Koboldvolk, das seinen Namen seiner geringen Größe von etwa Daumenlänge verdankt. Selkies: Geschöpfe des Meeres – Seehunde oder Otter, die ihre Tierhaut ablegen und sich in elfenähnliche Wesen verwandeln können. Kentauren: Die Pferdemänner unterteilen sich in mehrere Völker, die in Dailos und in den weiten Steppen des südlich der Snaiwamark gelegenen Windlandes verbreitet sind, wo sie nomadisch leben. Minotauren: Stierköpfige Hünen, die die Mondberge im Süden des Windlandes bewohnen. Sie sind etwa so groß und so kräftig wie Trolle. Faune: Bockbeinige, gehörnte Wesen, die wie die Kentauren aus Dailos stammen. Nymphen: Magiebegabte Naturgeister. Oreaden: Scheue Bergnymphen, die in den Ioliden leben, der einstigen Heimat der Zwerge. Apsaras: Wassernymphen, die im äußersten Süden der Albenmark leben und für ihre seherischen Kräfte bekannt sind. Wenngleich ihre Vorbilder aus dem hinduistischen Kulturkreis stammen, werden sie in der Romanreihe den Nymphen zugerechnet. Gorgonen: Ein menschengleiches Volk, doch der Unterleib ist der einer Schlange (siehe auch Naga). Den Köpfen der zumeist weiblichen Gorgonen entsprießen Schlangen an Stelle von Haaren. Es heißt, ihr Blick könne lebende Wesen zu Stein erstarren lassen. Zudem gelten sie als tödliche Bogenschützen. Dschinne: Ein menschenähnliches, magiebegabtes Volk, das die Wüsten der Albenmark bewohnt. Sie gelten als weise und magiebegabt, zeigen sich jedoch nur selten. Ihren Namen hüten sie wie ihren größten Schatz, denn wer sie bei diesem nennt, dem sind sie zu dienen verpflichtet. Lamassu: Geflügelte Geschöpfe, deren massigen Stierleibern der keilbärtige Kopf eines Menschen entsprießt (so gesehen das Gegenstück zum Minotaurus). Lamassu (auch Shedu) sind Gestalten aus dem mesopotamischen Kulturkreis und säumten als Kolossalstatuen häufig Prachtstraßen, Toreingänge und Paläste. Schwarzrückenadler: Gewaltige, intelligente Adler mit telepathischen Fähigkeiten. Drachen: Die Drachen wurden ebenfalls von den Alben als Statthalter Albenmarks erschaffen. Es gibt mehrere Unterarten, die sich in Größe, Intelligenz und ihrer Fähigkeit, Magie zu wirken, unterscheiden. Die mächtigsten und klügsten sind die sieben Himmelsschlangen, die ehemals über Albenmark herrschten. Durch den Krieg mit den Devanthar, innere Streitigkeiten und Kämpfe mit den Elfen sind sie komplett ausgestorben.