mini|Dorfstraße in Mutters Dorf mini|Mutters von Osten

Mutters ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol (Österreich). Sie liegt südwestlich von Innsbruck auf einer Mittelgebirgsterrasse am Eingang des Stubaitales zusammen mit der Nachbargemeinde Natters im Gerichtsbezirk Innsbruck.

Geografie Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Kreith () Mutters () Raitis ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kreith und Mutters.

Der Ortskern ist in seinem dörflich-bäuerlichen Charakter gut erhalten. Durch die Nähe zur Landeshauptstadt Innsbruck kam es zu einer regen Siedlungstätigkeit.

Nachbargemeinden Götzens, Innsbruck, Natters, Schönberg im Stubaital, Telfes im Stubai

Bevölkerungsentwicklung

Geschichte Wahrscheinlich war die Gegend um Mutters schon in der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. besiedelt. Erste Urnenfunde sind aus der Bronzezeit belegt. Um die Jahreswende 1115/16 wird „Muttres“ erstmals urkundlich (im Traditionsbuch des Klosters Ebersberg) erwähnt; der Name leitet sich vermutlich vom rätoromanischen mutt „Hügel“ ab.

1727 fiel ein Teil des Dorfes einem Brand zum Opfer. Die Bevölkerung wurde durch die Napoleonischen Kriege 1796/1797 und 1809 stark in Mitleidenschaft gezogen. Beim „Schupfenwirt“ an der Brennerstraße schlug Andreas Hofer während der Schlachten am Bergisel im Mai und August 1809 sein Hauptquartier auf.

Kurt Schuschnigg, Bundeskanzler im österreichischen Ständestaat, lebte bis zu seinem Tode 1977 in der Gemeinde, deren Ehrenbürger er bis heute ist.https://www.mutters.tirol.gv.at/system/web/fakten.aspx?detailonr=204011

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke Pfarrkirche hl. Nikolaus Gasthof Schupfen mit Andreas Hofer-Zimmer Stephansbrücke

Brauchtum Seit rund 200 Jahren wird der Dorfpatron Hl. Nikolaus an seinem Namenstag mit dem „Bumsa-Schiaßn“ gefeiert.

Die Bumsa-Kanone ist ein wie ein Holzfass aus Dauben und zehn Reifen gefertigter großer Schalltrichter, der sich auf vier Meter Länge kegelig von 40 auf 140 Zentimeter Durchmesser erweitert und auf zwei Schrageln am Berg aufgelegt wird. In das Mundloch der Abschlusswand am schmalen Ende passt gerade der Lauf eines alten Tiroler Vorderladers, der am 6. Dezember ab fünf Uhr mehrmals gefeuert wird und dank der Kanone laut „bumst“.

Brauch ist es auch, dass Einwohner der Nachbargemeinde Natters die dafür verwendete Kanone zu stehlen versuchen. Dafür haben sie ab 5. Dezember 12 Uhr genau 24 Stunden Zeit, während der die Kanone natürlich entsprechend bewacht wird. Dafür zuständig ist die BBV, die Bumsa-Bewachungsvereinigung. 2010 verschwand die Kanone schon etwa zwölf Stunden vor diesem traditionellen Zeitrahmen, weshalb der Bürgermeister der Bestohlenen ein 90-minütiges Ultimatum für die Rückgabe setzte, das erfolglos verstrich und daher dann die Polizei zu Hilfe rief. Die Kanone tauchte wieder auf.Bumsaschiaßn in Mutters 2024 gelang der Diebstahl wieder, sodass das Schießen ohne die Verstärkung durch die Bumsa erfolgen musste.Krimi um Mutterer „Bumsa“-Diebe, ORF Tirol am 6. Dezember 2024.

Wirtschaft und Infrastruktur In Mutters spielt der Tourismus eine wichtige Rolle (Sommertourismus überwiegt), daneben gibt es in Gärberbach ein neu angelegtes Gewerbegebiet.

Bereits 1904 bekam der Ort Anschluss an die Stubaitalbahn, die das Gemeindegebiet mit 6 Haltestellen erschließt. Weiterhin ist Mutters von Innsbruck aus über die Brenner-Bundesstraße erreichbar.

1953 wurde die Muttereralmbahn errichtet, die bis 2000 in Betrieb war und im Jänner 2006 nach einem Neubau wiedereröffnet wurde. Diese führt auf das Schigebiet der Mutterer Alm. Weiterhin bestand der Schlepplift Götzner Grube als Anschluss an die Muttereralmbahn. Jüngst wurde der Schlepplift wieder aktiviert. Eine direkte Sesselbahn (Birgitzbahn, 4er-Hochgeschwindigkeitsbahn kuppelbar) über das Birgitzköpfl ist derzeit – nach langen VerhandlungenUmweltverträglichkeitserklärung „UVE – Skiverbindung Mutterer Alm – Axamer Lizum“, seilbahn.net – in konkreter Planung.Mutterer Alm/Lizum: Vor Einigung über Seilbahntrasse – Skiarena Mutterer Alm und Axamer Lizum nimmt Gestalt an: Von der Bergstation der Almbahn soll eine Seilbahn aufs Birgitzköpfl führen. In: Tiroler Tageszeitung, 2. Juni 2012 (online tt.com).

Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Politik mini|Gemeindeamt Bürgermeister Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen im Jahr 2022 statt. Peer Hansjörg wurde wieder zum Bürgermeister gewählt.

Sitzverteilung im Gemeinderat Partei20222016ProzentStimmenSitze im Gemeinderat Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Wir Mutterer mit BM Hansjörg PEER (WIR) 50,226878 51,08 686 9 Mutters Aktiv (AKTIV) 26,753664 19,21 258 3MuttersPLUS (PLUS)23,03315314,371932 Die Grünen Mutters nicht kandidiert 10,05 135 1 Dorfliste nicht kandidiert 5,29 71 0

Wappen Blasonierung: In Gold eine grüne Spitze, darin drei goldene Kugeln eins zu zwei über einem goldenen Buch.

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte am 30. November 1983. Die Spitze im Wappen versinnbildlicht die Saile (Nockspitze). Das Buch und die drei Kugeln, die Beizeichen des Hl. Nikolaus, erinnern an den Kirchenpatron der Gemeinde Mutters (6. Dezember). Die Farben der Gemeindefahne sind gelb-grün.

Söhne und Töchter der Gemeinde Anni Kraus (1897–1986), Mundartschriftstellerin Matthias Auckenthaler (1906–1936), Alpinist Othmar Peer (* 1953), Sportmoderator Harald Schrott (* 1967), Schauspieler

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Stubaier Alpen Kategorie:Ersterwähnung 1116 Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land