mini|Lehmnest des Rosttöpfers. Die Nester werden unter anderem vom Brasilzwergkauz genutzt mini|Brasilzwergkauz, Mexico Der Brasilzwergkauz (Glaucidium brasilianum), auch unter weiteren Namen bekannt, darunter Strichelkauz, Brasilianischer Sperlingskauz, Brasil-Sperlingskauz, Brasilien-Sperlingskauz oder Südamerikanischer Sperlingskauz, ist eine kleine Eulenart aus der Gattung der Sperlingskäuze. Er kommt vom Süden der Vereinigten Staaten über Zentralamerika bis Südamerika vor. Es werden mehrere Unterarten unterschieden. Zu den bekannteren Unterarten zählt der Ridgway-Sperlingskauz (Glaucidium brasilianum ridgwayi), der in den Vereinigten Staaten zu den sehr seltenen Vogelarten zählt und zeitweilig durch den Endangered Species Act unter besonderem Schutz stand.
Erscheinungsbild Der Brasilzwergkauz erreicht eine Körpergröße von etwa 17 bis 20 Zentimetern und ist damit eine verhältnismäßig große Sperlingskauzart.König et al., S. 415 Federohren fehlen. Die Gefiederfärbung ist sehr variabel. Es kommen sowohl graue, braune als auch rötlichbraune Farbmorphen vor. Die Art ist deswegen nicht immer einfach von anderen Sperlingskauz-Arten zu unterscheiden, die im selben Verbreitungsgebiet vorkommen. Charakteristisch für den Brasilzwergkauz sind feine helle Längsstreifen auf der Stirn und dem Oberkopf. Die Körperoberseite kann sowohl einfarbig sein als auch unregelmäßige Flecken aufweisen. Die Körperunterseite ist weißlich bis gelblich braun mit auffallenden länglichen Streifen.
Verwechslungsmöglichkeiten bestehen unter anderem mit dem Kleinstzwergkauz, dem Amazonaszwergkauz und dem Parkerzwergkauz, die aber alle etwas kleiner sind. Der Chaco-Sperlingskauz ist ebenfalls kleiner und bewohnt trockenere Habitate als der Brasilzwergkauz. Bei dem Andenzwergkauz und dem Bolivienzwergkauz weist der Oberkopf eher Flecken als Längsstreifen auf. Der Australzwergkauz hat einen Schwanz mit dünnen Querstreifen, was bei dem Brasilzwergkauz fehlt.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum Das Verbreitungsgebiet des Brasilzwergkauz ist ausgesprochen groß. Er kommt östlich der Anden in einem sehr großen Teil des südamerikanischen Kontinents vor. Im Einzelnen reicht das Verbreitungsgebiet vom Osten Kolumbiens, Venezuelas, Ostecuador, den beiden Guayanas und dem Norden Brasiliens bis in den Osten Boliviens, Paraguays, den Nordosten und der Mitte Argentiniens und Uruguay. In Nordamerika liegen die nördlichsten Vorkommen im Süden der USA.
Er ist ein Standvogel. Lediglich Jungeulen zeigen eine Dispersionsbewegung. Der Lebensraum sind tropische und subtropische Primär- und Sekundärwälder. Er besiedelt bevorzugt Waldlichtungen und -ränder, baumbestandenes Weideland, Wäldchen entlang von Flüssen. Er hat sich auch menschlichen Siedlungsraum als Lebensraum erschlossen und kommt unter anderem in Parks und großen Gärten vor.
Lebensweise Der Brasilzwergkauz ist teils tagaktiv. Er kann gelegentlich auf exponierten Warten auch während des Tages beobachtet werden. Häufig hassen auf ihn Kleinvögel. Seinen Aktivitätshöhepunkt hat er in der Dämmerung. Sein Nahrungsspektrum besteht aus Insekten, Kleinvögeln und anderen kleinen Wirbeltieren wie beispielsweise Mäusen.
Er ist fast ganzjährig ein territorialer Vogel. Seine Reviergrenzen zeigt er vor allem im südamerikanischen Spätwinter (Mitte August und September) sowie im Herbst (April) durch laute Rufe an. Als Nistgelegenheit nutzt er überwiegend aufgegebene Spechthöhlen in Bäumen. Er brütet aber auch in den alten Nestern des Rosttöpfers, in Termitennestern, in Löchern der Kakteenart Carnegiea gigantea und in aufgegebenen Bauen von Säugetieren in Lehmwänden. Das Gelege besteht aus drei bis fünf weißen Eiern. Der Legeabstand beträgt in der Regel zwei Tage. Es brütet allein das Weibchen. Brutbeginn ist die Ablage des letzten Eis. Die Brutzeit dauert zwischen 24 und 27 Tagen.König et al., S. 417
Unterarten Es sind folgende Unterarten bekannt:IOC World bird list Owls Glaucidium brasilianum cactorum , 1937Adriaan Joseph van Rossem (1937), S. 27. kommt vom südlichen Arizona über Sonora bis ins nördliche Nayarit vor. Glaucidium brasilianum intermedium , 1966Allan Robert Phillips (1966), S. 93. ist vom südlichen Nayarit bis Oaxaca verbreitet. Glaucidium brasilianum ridgwayi , 1875Richard Bowdler Sharpe (1875), S. 55. kommt vom südlichen Texas bis ins westliche Panama vor. Glaucidium brasilianum medianum , 1916Walter Edmond Clyde Todd (1916), S. 98. ist im nördlichen Kolumbien verbreitet. Glaucidium brasilianum margaritae & , 1951William Henry Phelps Snr. u. a. (1951), S. 65. ist auf der Isla Margarita verbreitet. Glaucidium brasilianum phaloenoides (, 1800)François-Marie Daudin (1800), S. 206. kommt im nördlichen, östlichen Venezuela, auf Trinidad und in den Guyanas vor. Glaucidium brasilianum duidae , 1929Frank Michler Chapman (1929), S. 8. kommt am kommt am Berg Duida vor. Glaucidium brasilianum olivaceum , 1939Frank Michler Chapman (1939), S. 6. ist am Auyan-Tepui verbreitet. Glaucidium brasilianum ucayalae , 1929Frank Michler Chapman (1929), S. 9. kommt im Amazonas-Gebiet vor. Glaucidium brasilianum brasilianum (, 1788)Johann Friedrich Gmelin (1788), S. 289. ist vom östlichen Brasilien bis ins nordöstliche Argentinien verbreitet. Glaucidium brasilianum pallens , 1938Pierce Brodkorb (1938), S. 2. kommt im östlichen Bolivien, dem westlichen Paraguay und dem nördlichen Argentinien vor. Glaucidium brasilianum stranecki & , 1995Claus König u. a. (1995), S. 461–465. ist in Zentralargentinien bis ins südliche Uruguay verbreitet. Glaucidium brasilianum tucumanum , 1922Frank Michler Chapman (1922), S. 5. kommt im westlichen Argentinien vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Brasilzwergkauzes erfolgte 1788 durch Johann Friedrich Gmelin unter dem wissenschaftlichen Namen Strix brasiliana. Als Verbreitungsgebiet gab er Brasilien an. 1832 führte Friedrich Boie die für die Wissenschaft neue Gattung Glaucidium ein.Boie kategorisierte den Australzwergkauz (Glaucidium nana (, 1827)) und den Sperlingskauz (Glaucidium passerinum (, 1758)) in die neue Gattung. Dieser Name leitet sich von γλαυξ (glaux) für Eule ab. Der eigentliche Name ist die Diminutivform und bedeutet deshalb kleine Eule.Glaucidium The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname brasilianum bezieht sich auf Brasilien. Margaritae bezieht sich auf Isla Margarita, duidae auf den Cerro Duida, ucayalae auf den Río Ucayali und tucumanum auf die Provinz Tucumán. Ridgwayi sit Robert Ridgway (1850–1929) gewidmet, stranecki Roberto Juan Straneck (1946–2022). Pallens hat seinen Ursprung in pallens The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, cactorum in cactorum The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, intermedium in und intermedium The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, medianum in medianum The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, olivaceum in olivaceum The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und phalaenoides in und .phalaenoides The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt von Michael Mathias Kiefer in Puerto Casado, zur Verfügung. Ein weiteres gesammeltes Exemplar hatte er von Georg Wieninger (1859–1925) aus Bernalcue bei Asunción, sowie zwei Weibchen von Adolf Neunteufel (1909–1979) aus Cambyretá, erhalten. In Aves nocturnas de rapiña del caburéFélix de Azara (1802), S. 225–229. von Félix de Azara, ein Name die auch unter Strix ferox , 1817Louis Pierre Vieillot (1817), S. 22. und Strix infuscata , 1820Coenraad Jacob Temminck (1829), S. 97. in der Literatur zu finden ist, ordnete er Paraguay zu. Außerdem identifizierte er Tebicuari durch Tommaso SalvadoriTommaso Salvadori (1900), S. 18., im Synonym Glaucidium ferox rufus für die Nominatform aus dem Departamento Alto Paraná durch Arnaldo de Winkelried BertoniArnaldo de Winkelried Bertoni (1901), S. 179., in Sapucai durch Charles ChubbCharles Chubb (1910), S. 78 und in Monte SociedadArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 246. durch Bertoni als weitere Gegenden in der die Eule vorkommt.Alfred Laubmann (1939), S. 231. Als weiteres Synonym gilt Strix ferruginea , 1820.Maximilian zu Wied-Neuwied (1820), S. 104.
Belege Einzelbelege
Literatur
Weblinks
Glaucidium brasilianum auf Briefmarken
Anmerkungen
Kategorie:Sperlingskäuze