mini|Habach von Südosten mini|Habach aus nördlicher Richtung mini|Habach von Westen

Habach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Bayerisches Oberland im Alpenvorland auf einer Linie zwischen Murnau und Penzberg. Zur Landeshauptstadt München im Nordosten beträgt die Entfernung etwa 50 Kilometer, nach Garmisch-Partenkirchen und zur Zugspitze im Südsüdwesten ungefähr 30 Kilometer.

Nachbargemeinden Das Gemeindegebiet wird größtenteils durch Felder und Wälder begrenzt. Kurze Grenzstrecken sind durch den Grenzbach im Südosten, einen namenlosen Bach im Südwesten und den Steinbach im Nordwesten gegeben.Habach im BayernAtlas, abgerufen am 13. Mai 2016

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend) sind: Antdorf, Sindelsdorf, Großweil, Riegsee und Obersöchering.

Entfernungen von Ortskern zu Ortskern

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt nur die Gemarkung Habach.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort Habach wurde in der Lebensbeschreibung des heiligen Ulrich um 983 erstmals erwähnt. Ein St. Ulrich geweihtes Kloster wurde durch Graf Norbert von Hohenwart im 11. Jahrhundert wohl als Chorherrenstift gegründet. Am 23. April 1330 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer Habach und weiteren 16 oberbayerischen Klöstern und Stiften das Hofmarksrecht. Habach gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Weilheim des Kurfürstentums Bayern. Das Kloster Habach und dessen offene Hofmark wurden 1802 säkularisiert. Habach und Dürnhausen mit den umliegenden Einöden bildeten die im Jahr 1818 gegründete Gemeinde Habach, die zum Landgericht Weilheim gehörte.

Ab dem 20. Jahrhundert Der Landkreis Weilheim, zu dem die Gemeinde gehörte, wurde 1972 im Rahmen der Gemeindegebietsreform aufgelöst, Habach kam zum Landkreis Weilheim-Schongau. Im Jahr 1978 wurde zusammen mit den Gemeinden Antdorf, Sindelsdorf und Obersöchering die Verwaltungsgemeinschaft Habach eingerichtet.

Am 26. August 2023 traf eine Superzelle die Gemeinde und richtete mit tischtennisballgroßen Hagelkörnern schwere Schäden an Gebäuden und Autos an.

Etymologie Auf die erste Erwähnung Habachs 983 in der Lebensbeschreibung des Heiligen Ulrich als Monasterium Hewibahc folgte eine weitere im Jahr 1073 als „Hegibach […] ad fontem ubi Maior Hegibach oritur“ (). Es folgen Belege Habachs als Heibach (1083), Hegibach (1085), Hegebach (1173–1175), Heibach (1190–1192), Haibach (ca. 1260), Hevbach (1312), Haebach (1335) und schließlich 1399 als Habach.

Das Bestimmungswort des ursprünglichen Gewässernamens lautete wohl *hegi, althochdeutsch für Hecke; also bedeutet Habach Heckenbach.Wolf-Armin Frhr. von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Verlag C. H. Beck, München 1991, ISBN 3-406-35330-4, S. 169

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 739 auf 1168 Einwohner bzw. um 58,1 % – den höchsten prozentualen Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum. Jahr1840187119001925193919501961197019871991199520002005201020152020EinwohnerKommunalstatistik von Habach, abgerufen am 29. August 2023.4283794095104807886405677237928129341052119611511177

Politik Gemeinderat

+ Ergebnisse der Gemeinderatswahlen Partei/ListeWahl 2020 Wahl 2014Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014, abgerufen am 13. Mai 2016 Wahl 2008, abgerufen am 15. Mai 2016 Wahl 2002Kommunalwahlen in Bayern 2002 - Antdorf, abgerufen am 13. Mai 2016 Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze Stimmen­anteil Sitze UWG 77,8 % (+19,3)9 (+2) 58,5 % (−15,9) 7 (−2) 74,4 % (−25,6) 9 (−3) 100,0 % 12 Dürnhausner Liste 22,2 % (+3,2)3 (+1) 19,0 % (−6,6) 2 (−1) 25,6 % (+25,6) 3 (+3) CSU/Parteilose 22,5 % (+22,5) 3 (+3) Gesamt 100 %12 100 % 12 100 % 12 100 % 12 Wahlbeteiligung74,5 % (+6,7) 67,8 % (−2,5) 70,3 % (−1,9) 72,2 %

Bürgermeister Während der Zeit des Chorherrenstifts Habach (1073–1802) hatte der jeweilige Propst quasi die politische Führung inne. Von 1802 bis 1818 lag diese beim Gemeindeobmann, bis 1871 beim Gemeindevorsteher und anschließend schließlich beim Bürgermeister.

Folgende Personen übten die Ämter aus:

AmtszeitNameParteiBerufAnmerkung1802–1805Andrä Karl BauerReindlbauer1805–1814Nikolaus Neuner BauerLenzschuster1815–1823Adam Neuner BauerLenzschuster1824–1827Josef Schwab BauerKramer1828–1833Kaspar Mayr BauerWeber1833–1848Josef Kirnberger 1848–1851Josef Schwab BauerKramer1851–1854Felix Kirchmayer BauerMaurer1854–1860Andreas Reßler BauerZukler1860–1869Johann Promberger BauerWagner1870–1882Johann Jakob Schöttl BauerKailer1882–1888Ignaz Freisl BauerJaudenmühler, Ehrenbürger1888–1894Ignaz Kölbl BauerBaur1894–1900Emmerich Schwaiger 1900–1919Franz Promberger BauerWagner1919–1934Johann Freisl BauerBäcker1934–1945Peter Führmann 1945–1972Ulrich Sonner BauerGreinwald, Ehrenbürger1972–1990Josef Plinganser 1990–2000Albert MetzlerCSU/FW 2000–2008Josef Neuner ohne Wahlvorschlagseit 2008Michael Strobl jun.UWG

Gemeindefinanzen Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2017 1.376.000 €, davon entfielen 367.000 € (netto) auf die Gewerbesteuer.

Wappen Blasonierung: Das Wappen führt die Gemeinde seit dem 19. Juni 1987.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Im Jahr 2021 gab es nach der amtlichen Statistik am Wohnort 488 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, am Arbeitsort waren es 275. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe mit 20 oder mehr Mitarbeitern, im Bauhauptgewerbe deren fünf. Zudem bestanden im Jahr 2020 21 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 417 ha. Davon waren 384 ha Dauergrünfläche.

Verkehr Südlich an Habach vorbei führt die Bundesstraße 472, die ca. 3,5 km östlich des Ortes auf die A 95 trifft. Von der Bundesstraße zweigt die Staatsstraße 2038 nach Antdorf ab. Der Ort ist auch mit zwei Buslinien des RVO erreichbar.Regionalverkehr Oberbayern: Liniennetzplan Niederlassung West. Abgerufen am 5. Dezember 2016 (PDF-Datei; 3,19 MB)

Dorfladen Seit Mai 2012 existiert in Habach ein Dorfladen, der Lebensmittel und andere Waren anbietet. Rund 200 Familien des Dorfes sind an dem Unternehmen beteiligt.Sarah Kanning: Der weite Weg zur Nahversorgung. In Süddeutsche Zeitung, 5. Mai 2014, abgerufen am 28. Mai 2016

Bildung 2022 gab es folgende Einrichtungen: 1 Kindergarten: 74 Kindergartenplätze mit 58 Kindern Grundschule: Außenstelle der Grundschule Iffeldorf

Persönlichkeiten Söhne und Töchter von Habach Hans Denck (1495–1527), deutscher Theologe und Täufer

Personen, die in Habach gewirkt haben Wolfgang van Elst (* 1962), Bildhauer. Unterhält seit 1992 sein Atelier in der Jaudenmühle. Gerd Rubenbauer (* 1948), Sportjournalist, wohnhaft in Habach

Ehrenbürger Folgenden Personen wurde die Ehrenbürgerwürde verliehen: NameLebensdatenAnmerkungIgnaz Freisl1867–1952Mühlenbesitzer, Jaudenmühle, Bürgermeister von 1882 bis 1888Josef Hammerl1868–1948Pfarrer von 1898 bis 1948Ulrich Sonner1870–1962ÖkonomieratEugen Job1898–1984Pfarrer von 1948 bis 1984Ulrich Sonner1901–1976Bürgermeister von 1945 bis 1972

Weblinks

Gemeinde Habach (PDF; 1,24 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Weilheim-Schongau Kategorie:Gemeinde in Bayern Kategorie:Ersterwähnung 983 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)