Die Liste der Brücken über den Teltowkanal führt alle vorhandenen und ehemaligen Brücken über den Teltowkanal auf. Die gut 38 Kilometer lange, künstliche BundeswasserstraßeVerzeichnis der dem allgemeinen Verkehr dienenden Binnenwasserstraßen des Bundes. Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG), Anlage 1 (zu § 1 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 5 und § 2 Abs. 2). Siehe Nr. 57. liegt in den deutschen Bundesländern Berlin und Brandenburg. Der Kanal verbindet die Untere Havel-Wasserstraße, abzweigend von der Potsdamer Havel mit der Dahme, die zur Spree-Oder-Wasserstraße gehört. Er wurde zwischen 1900 und 1906 erbaut.

mini|hochkant=1.5|Kaiser-Wilhelm-Brücke in Berlin-Köpenick, 1906 __TOC__ Die Brücken über den Kanal

Bau und Namensgebung Der Bau des Kanals erforderte die Anlage von neun Eisenbahnbrücken und 46 Straßen- und Wegebrücken. Hinzu kamen über zehn Leinpfadbrücken, die in der Treidelzeit des Kanals die Hafeneinfahrten und Stichkanäle überspannten.100 Jahre Teltowkanal 1906–2006 – Festschrift der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung …, S. 51 Wie bei der Eisenbahnbrücke der zwischen 1877 und 1882 angelegten Wetzlarer Bahn (Nr. 5) bei Kohlhasenbrück ersetzten die neuen Teltowkanal-Brücken zum Teil bereits vorhandene Brücken, die insbesondere im ehemaligen Bäkelauf Verkehrswege über den Fluss, der weitgehend im Teltowkanal aufging, geführt hatten.Jan Feustel, Horst Köhler: Lebensader durch Sumpf und Sand, … S. 33.

mini|Ehemalige Treidelbrücke am Hafen Lichterfelde, um 1906

Mit Ausnahme der Chausseestraßenbrücke Britz (Britzer Brücke, Nr. 41), die als massive Betonbrücke angelegt wurde, erhielten alle Brücken einen eisernen Überbau. Dabei kamen drei verschiedene Systeme zur Anwendung:

Trapezträger mit unterliegendem Fachwerk Bogenträger mit Zugband Kragarmsystem mit überstehenden Enden.

Aufgrund des morastigen Untergrundes vor allem in der Bäkeniederung erfolgte die Gründung der Betonwiderlager auf bis zu 20 m langen Pfählen. Als lichte Höhe der Brücken waren 4 m über dem höchsten Kanalwasserstand festgesetzt, ihre lichte Weite betrug mindestens 20 m.

Die südlichen Berliner Ortsteile, die der Kanal durchfließt, kamen erst 1920 zu Groß-Berlin. Zuvor waren sie Teil des Brandenburger Landkreises Teltow, dem Bauherrn des Kanals. Initiator des Baus war der Landrat Ernst von Stubenrauch. Eine Brücke wurde nach Stubenrauch und zahlreiche weitere Brücken wurden nach leitenden Mitarbeitern der Kreis-Kanalkommission und der 1924 gegründeten Teltowkanal AG benannt.100 Jahre Teltowkanal 1906–2006 – Festschrift der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung …, S. 52

Sprengung 1945 und Folgebauten mini|Ernst-Keller-Brücke in Berlin-Britz, moderne Stabbogenbrücke von 2004

Bis auf eine Ausnahme wurden sämtliche Brücken kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs bei Rückzugsgefechten vor der Roten Armee von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Lediglich die noch bestehende Späthstraßenbrücke (Nr. 44) in Berlin-Britz blieb unversehrt. Die inzwischen funktionslose und von der Neuen Späthbrücke (Nr. 44a) abgelöste Brücke ist somit die einzige im Original erhaltene historische Brücke und steht entsprechend unter Denkmalschutz. Die übrigen Brücken wurden nach 1945 sukzessive durch Neubauten ersetzt. Nicht ersetzt wurden die gleichfalls zerstörten Treidelbrücken, da die Treidelzeit des Kanals 1945 endete. Aus dieser Zeit erhalten geblieben sind die Treidelbrücke über dem Zehlendorfer Stichkanal und das Mittelstück der Brücke über der Einfahrt zum Frachthafen Berlin-Steglitz, das als Edenkobener Steg (Nr. 24) eine neue Verwendung als Fußgängerbrücke fand.

In den 2000er Jahren erforderte der Bau der Bundesautobahn 113, die im Ostteil parallel neben dem Kanal verläuft, zur Herstellung der Anschlussstellen den Ersatz sämtlicher Brücken in diesem Kanalbereich. Die Neubauten wurden einheitlich als moderne Stabbogenbrücken ausgeführt.

Ende 2013 gab die Deutsche Bahn bekannt, die Eisenbahnüberführung der Friedhofsbahn über den Teltowkanal zeitnah abzureißen. Die Stahlfachwerkbrücke mit einer Spannweite von 62 m gilt als nicht mehr verkehrssicher.

Aufbau der Liste Neben den vorhandenen und ehemaligen Brücken fasst die Liste Rohrleitungsbrücken tabellarisch zusammen. Aufgenommen sind nur die in den Quellen (Literatur und Weblinks) dokumentierten Brücken. Die Nummerierung (Spalte 1, nichtamtlich) und Kilometrierung (Spalte 2) erfolgt von der Glienicker Lake zwischen Potsdam-Babelsberg und Berlin-Wannsee bis zur Dahme in Grünau. Die Nummerierung folgt den Angaben der Schifffahrtskarten, wobei neu hinzugekommene Brücken oder Ersatzbrücken mit dem Zusatz des Kleinbuchstabens „a“ gekennzeichnet sind. Ehemalige, nicht nummerierte Brücken sind unter dem Großbuchstaben „X“ gelistet – mit Ausnahme der ehemaligen Rohrbrücke in Adlershof, die in den Schifffahrtskarten nach wie vor unter der Nr. 50 geführt wird. In der Spalte 3 sind die meisten Brücken im Bild dokumentiert. Die vierte Spalte enthält die Brückennamen, wobei namenlose Brücken in Klammern und ehemalige Brücken kursiv gesetzt sind. Darunter sind die Orte beziehungsweise Berliner Ortsteile angegeben, in denen sie liegen. Die Textspalte „Anmerkungen“ nennt die Geschichte und Daten der Brücken und gegebenenfalls ihre ehemaligen Namen, sie gibt zudem Aufschluss über die Namensgebung. Die sechste und letzte Spalte verlinkt die Koordinaten der Bauwerke.

Liste der Brücken Nummer km Fotografie Name der Brücke / Ort Anmerkungen Koordinaten 1 00,10 150px|Die Parkbrücke 1906 Parkbrücke 1906 150px|Parkbrücke zu Klein Glienicke von der Glienicker Lake November 2009 Parkbrücke Potsdam-Babelsberg Die Parkbrücke, manchmal auch Parkwegbrücke zu Klein-Glienicke genannt, ist die erste Brücke über den „Durchstich zu Klein-Glienicke“ von der Potsdamer Havel kommend. Dieser kurze Kanalabschnitt verbindet die Glienicker Lake mit dem Griebnitzsee im Verlauf der künstlichen Wasserstraße nach Osten. 2 00,25 150px|Enver-Pascha-Brücke 1906 Enver-Pascha-Brücke 1906 150px|Brückenzustand am 29. November 2009 Brückenzustand am 29. November 2009 Enver-Pascha-Brücke Potsdam-Babelsberg Die Enver-Pascha-Brücke, am 3. September 1901 fertiggestellt, führte zwischen Neubabelsberg und Klein-Glienicke in Potsdam-Babelsberg über den Teltowkanal. Benannt wurde die Brücke nach Enver Pascha, einem Politiker, General und Kriegsminister des Osmanischen Reichs. Er kam im Jahr 1909 als Militärattaché nach Berlin und wohnte drei Jahre in Klein-Glienicke. Die Enver-Pascha-Brücke war aufgeteilt in einen Fußgängerbereich und einen Teil für den Straßenverkehr. Während der Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Brücke gesprengt und – auch wegen der Lage im Grenzgebiet während der Zeit der deutschen Teilung – nicht wieder aufgebaut. Stattdessen verläuft hier zurzeit (Stand: 2009) über den Kanal ein Stahlträger mit zwei Rohrleitungen.