Georg Eilert (* 22. September 1901 in Greifswald; † 19. Mai 1985 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Rundfunk- und Synchronsprecher.
Leben Nach dem Abitur studierte Eilert zunächst Medizin in Greifswald. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Sängerverbindung Gotia Greifswald (im Sondershäuser Verband).Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch und Vademecum. Ludwigshafen am Rhein 1959, S. 37. Später begann er ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1925 mit der Arbeit Die wirtschaftliche Lage der vorpommerschen Theater und ihrer Angehörigen mit der Promotion abschloss. Bereits während seiner Studienzeit begann er sich für die Tätigkeit des Schauspielers zu interessieren und trat an verschiedenen Bühnen in Regensburg, Halle und Berlin auf.
Daneben wirkte er als Sprecher für Hörspiel und Synchronisation sowie als Erzähler für Dokumentationen, so z. B. 1937 für Deutsche Siege in drei Erdteilen über den Rennfahrer Bernd Rosemeyer. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog Eilert nach Hamburg, wo er sein Berufsfeld weitestgehend auf den Rundfunk verlagerte. Eilert wirkte als Radio-Kommentator und sprach Reportagen für NDR, WDR und Radio Bremen. Als Hörspielsprecher konnte man ihn in unzähligen Produktionen, meistens in Haupt- und größeren Nebenrollen erleben. So sprach er in dem ersten Durbridge-Mehrteiler Paul Temple und die Affaire Gregory den Part von Sir Graham Forbes von Scotland Yard.
Dennoch trat er ab 1949 regelmäßig als Schauspieler in Film- und Fernsehproduktionen in Erscheinung. Er spielte neben Hans Albers in Das Herz von St. Pauli, in Claus Hubaleks Kriegsdrama Stalingrad, in Egon Monks Ost-West-Drama Preis der Freiheit und unter der Regie von Dieter Wedel in Gedenktag. Er verkörperte den Generaloberst Ludwig Beck in Peter Schulze-Rohrs Der 21. Juli. Darüber hinaus absolvierte er Gastauftritte in Fernsehserien und -reihen wie Die Unverbesserlichen, Hafenpolizei und Tatort. Einem breiten Publikum wurde er durch die Rolle des „Lordrichters Archibald Parkinson“ aus dem „Excentric-Club“ bekannt, die er zwischen 1969 und 1972 für die Serie Percy Stuart spielte. Eilerts letzter Fernsehauftritt erfolgte 1977 in einer Adaption von Dostojewskis Dämonen.
Georg Eilert wurde auf dem Hamburger Friedhof Öjendorf beigesetzt.
Filmografie 1949: Das Fräulein und der Vagabund 1954: Geständnis unter vier Augen 1955: Ingrid – Die Geschichte eines Fotomodells 1957: Das Herz von St. Pauli 1962: Leben des Galilei 1963: Stalingrad 1964: Der Prozeß Carl von O. 1965: Der Fall Hau 1966: Preis der Freiheit 1966: Die Ermittlung 1966: Hafenpolizei – Der Steward 1967: Die Unverbesserlichen und ihr Optimismus 1968: Die Unverbesserlichen und ihre Sorgen 1969–1972: Percy Stuart 1970: Gedenktag 1972: Tatort – Strandgut 1972: Der 21. Juli 1977: Die Dämonen
Hörspiele 1946: Das Triptychon von den Heiligen drei Königen (Sprecher) – Regie: Günther Schnabel, mit Erwin Linder 1948: Stalingrad (1. Sprecher) – Regie: Ludwig Cremer, mit Erwin Linder 1949: Hans Egon Gerlach: Goethe erzählt sein Leben (2. Teil: Jugendzeit in Frankfurt) – Regie: Ludwig Cremer, mit Mathias Wieman 1949: Hans Egon Gerlach: Goethe erzählt sein Leben (9. Teil: Werther) – Titelrolle und Regie: Mathias Wieman, mit Will Quadflieg 1949: Sternschnuppen (Ansager) – Regie: Gustav Burmester, mit Edith Schneider 1949: Francis Durbridge: Paul Temple und die Affaire Gregory (Sir Graham Forbes) – Regie: Eduard Hermann, Fritz Schröder-Jahn, mit René Deltgen 1949: Der Krater (Delavaud) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Eduard Marks 1950: Thora und Galuth: Zerstörung Jerusalems – Regie: Heinrich Ockel, mit Eduard Marks 1951: Der Weg zum Weltraumschiff (Erzähler) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Heinz Piper 1954: Licht über der Küste – Regie: Carl Nagel, mit Heinz Klingenberg 1956: Akte 414: Wilhelm Voigt (2. Sprecher) – Regie: Kurt Reiss, mit Willy Maertens 1958: Anne Frank – Spur eines Kindes (Stimme) – Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Gustl Halenke 1959: Gestatten, mein Name ist Cox: Mord auf Gepäckschein 3311 (Inspektor Carter) – Regie: S. O. Wagner, mit Erwin Linder 1960: Der Turm der Winde (Taylor) – Regie: S. O.Wagner, mit Peter Lehmbrock 1960: Die Reise in die Zeit (Smith, Chefingenieur) – Regie: S. O.Wagner, mit Karl Fleischer 1961: Die Zeiten ändern sich (Neutraler) – Regie: Oswald Döpke, mit Ernst Friedrich Lichtenecker 1962: Die Schatzinsel (Dr. Livesey) – Regie: Otto Kurth, mit Andreas von der Meden 1963: Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen (Grumbkow) – Regie: Gerhart Lippert, mit Hermann Schomberg, Charlotte Kramm
Literatur Nachruf auf Georg Eilert, in: Hamburger Abendblatt, 7. Juni 1985.
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Einzelnachweise
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