Ansfelden ist eine Stadtgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Linz-Land im oberösterreichischen Zentralraum. Ansfelden ist vor allem durch die Nähe zur weiter nördlich gelegenen Landeshauptstadt Linz geprägt.
Geografie mini|Blick über Ansfelden beim Einbruch der Nacht Ansfelden liegt auf einer Seehöhe von im Zentralraum von Oberösterreich. Das Stadtgebiet grenzt im Norden an die Landeshauptstadt Linz und an die Stadt Traun, im Osten an Sankt Florian, im Süden an St. Marien, im Südwesten an Neuhofen an der Krems und im Westen an Pucking.
Die höchste Erhebung mit ist der Zirnberg (nicht zu verwechseln mit dem Ziehberg) in der Katastralgemeinde Nettingsdorf.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus den fünf Katastralgemeinden Ansfelden, Fleckendorf, Kremsdorf, Nettingsdorf und Rapperswinkel.
Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Traun.
Nachbargemeinden
Geschichte
Erstmals gesichert urkundlich erwähnt wurde Ansfelden um 788/91 in den Notitia Arnonis der Kirche zu Salzburg als „Albinsvelt“. Die Ortsbezeichnung Ansfelden leitet sich von Albinsvelt und Alpunesfeld (Albuni) her (Erwähnung in der „Kremsmünsterer Stiftungsurkunde“ von 777 im Zuge einer Schenkung von Tassilo III. an das Stift Kremsmünster).
Ursprünglich (ab 976) im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort in der Region „Ostarrichi“ seit 1156 zum neuen Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt.
Seit 1918 gehörte der Ort zum Bundesland Oberösterreich und fiel nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 an den „Gau Oberdonau“.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Ansfelden zur US-amerikanischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich und zum wiederhergestellten Bundesland Oberösterreich.
Maßgeblich zum Anstieg der Bevölkerungszahl trug das von der amerikanischen Militärverwaltung auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers im Ortsteil Haid eingerichtete DP-Lager, die Wohnsiedlung 121 Haid für so genannte Displaced Persons bei. Später wurden dort Heimatvertriebene, teilweise bis zu 10.000 Menschen, aus dem Osten untergebracht. Ab Mitte der 1950er Jahre wurde Haid zu einer modernen Satellitenstadt Ansfeldens samt Infrastruktur ausgebaut.
Ansfelden erhielt am 27. September 1986 das Gemeindewappen und wurde am 25. September 1988 zur Stadt erhoben. Anlässlich dieser Feier wurde von der österreichischen Postverwaltung einer Sonderbriefmarke aufgelegt..
Bundesweite Bekanntheit erlangte der Sprengstoffanschlag eines als amtsbekannt geltenden, ehemaligen Sprengmeisters am 5. Februar 1992 auf ein Gebäude in der Adalbert-Stifter-Straße im Ortsteil Haid, in welchem sich der Gendarmerieposten Ansfelden, eine Postfiliale und acht Wohnungen befanden. Früher am selben Tag waren Gendarmen des Postens gegen den Mann eingeschritten, nachdem dieser das behördliche Betretungsverbot zur Wohnung seiner Ex-Lebensgefährtin missachtet hatte. Durch die Zündung von rund 900 Gramm Gelatinesprengstoff im Kellergeschoß waren dieses sowie das Treppenhaus und eine Reihe von Wohnungseingängen schwer beschädigt sowie Glas- und Mauerteile gegen umliegende Gebäude geschleudert worden. Im wenige Kilometer entfernten Hörsching wurde der Täter von der Gendarmerie gestellt, wobei sich ein Feuergefecht entwickelte, in welchem ein Gendarmeriebeamter getötet und zwei weitere lebensgefährlich verletzt wurden, ehe der Täter mit mehreren Schussverletzungen festgenommen werden konnte. Dieser wurde im Dezember desselben Jahres zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und starb wenige Wochen nach seiner Haftentlassung im Dezember 2022.192 Akteneinträge, Verurteilter Mörder war ein ewiger Querulant
Bei der Jahrhundertflut von 2002 kam es in Kremsdorf zu einem Dammbruch im Bereich der Redersiedlung, wodurch diese teilweise 1,5 m hoch überschwemmt wurde. Insgesamt wurden damals 20 % des Stadtgebiets überflutet.
Als am 27. Juni 2023, 17 Uhr eine Tiefbohrung in einer Siedlung in Freindorf für einen Erdwärmetauscher für eine Haus-Wärmepumpe 90 m Tiefe erreichte, kam es zu einem Wasseraustritt, der abgepumpt wurde. Daneben austretendes Erdgas explodierte um 21 Uhr in einem 100 m entfernten Haus, das abbrannte. Ein Mann wurde verletzt, aus 65 Nachbarhäusern wurden etwa 100 Menschen evakuiert.Weiter Gasaustritt nach Explosion mit einem Verletz(t)en in OÖ bild-de.at, 28. Juni 2023, abgerufen am 28. Juni 2023. Am 30. Juni durften die meisten der Häuser wieder bezogen werden. Die Elektrizitätsversorgung soll erst später eingeschaltet werden.Gasexplosion: Großteil der Bewohner darf zurück orf.at, 30. Juni 2023, abgerufen am 30. Juni 2023.
Bevölkerungsentwicklung
Aktuell leben in Ansfelden inklusive der Zweitwohnsitzer über 16.000 Menschen. Ein Viertel der in Ansfelden lebenden Bevölkerung wurde nicht in Österreich geboren und hat Migrationshintergrund. Unter anderem ist dieser Umstand auf das ehemalige Flüchtlingslager Haid zurückzuführen, woraus viele Menschen in Ansfelden eine neue Heimat gefunden haben.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
mini|Pfarrkirche Ansfelden mini|Anton Bruckner Centrum in Ansfelden mini|hochkant=0.75|Pfarrkirche Berg an der Krems Geburtshaus Anton Bruckner: Nicht nur den Liebhabern klassischer Musik ist Ansfelden durch das Geburtshaus des Komponisten Anton Bruckners bekannt. Er wurde am 4. September 1824 geboren und wuchs in Ansfelden auf. Anton Bruckner Centrum (ABC): Im Jahre 1996 wurde in Erinnerung an den 100. Todestag von Anton Bruckner das 'Anton Bruckner Centrum (ABC)' im Ortszentrum von Ansfelden errichtet, das als Veranstaltungszentrum genutzt wird. Neben der direkten Abkürzung des Namens sollen die Buchstaben auch die Tätigkeit Bruckners als Lehrer symbolisieren. Anton Bruckner Sinfoniewanderweg: Zu Ehren des Komponisten wurden 9 Stationen am 9 km langen Abschnitt des Jakobswegs angelegt, der vom Geburtshaus des Musikers im Zentrum der Stadt durch Wiesen und Wälder in die Nachbargemeinde Sankt Florian bei Linz – einer seiner Wirkungsstätten als Organist und seiner Grabesstätte – führt. auf antonbrucknercentrum.at, abgerufen am 19. Mai 2019. Rathausfestsaal, Stadtsaal und Galerien: im Stadtteil Haid; Neben der alljährlichen Hobby- und Osterausstellung wird er von ortsansässigen Vereinen und dem städtischen Kulturreferat (größere Veranstaltungen) genutzt. Kirchen: Im Stadtgebiet von Ansfelden gibt es insgesamt vier Kirchen. In Ansfelden, Berg und Haid (Autobahnkirche) gibt es jeweils eine katholische Kirche. Die einzige evangelische Kirche in der Stadtgemeinde Ansfelden steht in Haid.
Landesgartenschau 2011 2011 wurde in Ansfelden, unter dem Titel „Sinfonie in Grün“, die Oberösterreichische Landesgartenschau abgehalten. Die Gartenbauschule Ritzlhof stellte einen Teil des 20 ha großen Geländes zur Verfügung und war ein wichtiger Partner in der Planung und Umsetzung. Bei dieser Gelegenheit entstand entlang der Krems ein Naherholungsgebiet, das auch nach der Landesgartenschau für die Bevölkerung in der Stadt und der Region bestehen bleibt.
Wirtschaft und Infrastruktur
mini|Südostansicht der Nettingsdorfer Papierfabrik
Die Nettingsdorfer Papierfabrik AG & Co KG ist wohl der bekannteste und auch für Teile der Bevölkerung identitätsstiftende Industriebetrieb aus Ansfelden mit Sitz im Stadtteil Nettingsdorf. Das Haid Center (früher Shopping Center Haid) sowie die Ansiedlung von Handelsbetrieben aus der Möbel- und Baubranche entlang der A 1 im Stadtteil Audorf sind dominierend im Stadtbild.
Sicherheit
Rettung: Das Gemeindegebiet wird vom Roten Kreuz Oberösterreich über die Ortsstelle Traun mit Dienstleistungen im Notfall- und Krankentransport sowie der Hauskrankenpflege versorgt. In der Ortschaft Freindorf, im Gebäudekomplex der Autobahnmeisterei befindet sich der Stützpunkt des Notarzteinsatzfahrzeuges (NEF) für den Bezirk Linz Land und das südliche Linz. Feuerwehr: Das Stadtgebiet von Ansfelden wird von den drei Freiwilligen Feuerwehren Ansfelden, Freindorf, Nettingsdorf sowie von der Betriebsfeuerwehr Nettingsdorf Papierfabrik betreut. Polizei: Im Stadtteil Haid befindet sich eine Polizeiinspektion sowie an der Autobahn ein Stützpunkt der Autobahnpolizei.
Soziale Einrichtungen
Kindergärten, Krabbelstuben und Horte: Für Kinder unter drei Jahren wird von den Kinderfreunden die Krabbelstuben „Zwergerldorf“ im Stadtteil Haid und in Ansfelden betrieben sowie die Schülerhorte Ansfelden, Haid und Kremsdorf. Für Kinder ab drei Jahren stehen sechs Kindergärten zur Auswahl: Der Kindergarten Ansfelden, Kindergarten Freindorf, Kindergarten Audorf die Kindergärten Haid I und Haid II sowie der Kindergarten Kremsdorf. Eltern-Kind-Zentren: In den Stadtteilen Haid und Freindorf befinden sich Eltern-Kind-Zentren, die Angebote für Kinder zwischen null und fünf Jahren, aber auch für Eltern und Erziehende (Fortbildungsseminare) setzen. Das EKIZ in Freindorf wird dabei von einem privaten Trägerverein (Familienbund OÖ), jenes in Haid von der Stadtgemeinde Ansfelden getragen. Hort: Im Stadtteil Ansfelden nutzen zwei Hortgruppen in der Volks- und Hauptschule Ansfelden die Schulräumlichkeiten. Im bevölkerungsstarken Stadtteil Haid können Kinder zwischen 7 und 14 Jahren eine von vier Hortgruppen besuchen. Schließlich befindet sich auch am Schulstandort im Stadtteil Kremsdorf eine Hortgruppe. Tagesheimstätten: In den Stadtteilen Ansfelden, Haid und Kremsdorf befinden sich Tagesheimstätten, in denen ältere Bürger Gesellschaft und Gemeinschaft erleben können. Die Einrichtungen in Ansfelden und Haid haben wochentags am Nachmittag, jene in Kremsdorf zweimal die Woche Nachmittags geöffnet. Essen auf Rädern: Für Gemeindebürger, die sich aufgrund des fortgeschrittenen Alters und aus Mangel an Verwandten nicht mehr selbst mit Essen versorgen können, bietet die Stadtgemeinde Ansfelden das Service „Essen auf Rädern“ an. Das Menü wird jeden Tag frisch gekocht und warm zugestellt. Betreubares Wohnen: In den Stadtteilen Ansfelden, Kremsdorf und Freindorf befinden sich in Summe 40 Wohnungen des Angebotes „Betreubares Wohnen“. Neben den barrierefreien Wohnungen befindet sich in jedem Haus auch ein Gruppenraum. Mitarbeiter des Stadtgemeindeamtes stehen als Ansprechpartner für die Bewohner mehrmals die Woche zur Verfügung. Alten- und Pflegeheim Haid: Der Sozialhilfeverband Linz-Land betreibt im Stadtteil Haid ein Alten- und Pflegeheim. Menschen aus dem Bezirk Linz-Land finden dort in 137 Pflegeplätzen ein neues Zuhause, sobald der Verbleib oder die Pflege zuhause nicht mehr möglich ist. Mobiler Sozialmarkt: Seit Mai 2009 bietet ein mobiler Sozialmarkt zweimal pro Woche Waren aus dem Handel an, deren Ablaufdatum bereits überschritten wurde, die jedoch ohne Weiteres genießbar sind. Die Produkte werden dabei an Menschen mit geringem Einkommen zu einem symbolischen Preis verkauft. Die Einkaufsberechtigung wird dabei anhand des Haushaltseinkommens überprüft und mit einem Ausweis dokumentiert. Sozialberatungsstelle: Für Menschen in sozialen Notlagen bietet die Sozialberatungsstelle Ansfelden eine erste Anlaufstelle. Bürger erhalten dort (beispielsweise) Informationen zu Themen wie Sozialhilfe, Pflegegeld, Kinderbetreuungsbonus, Altenheimaufnahme und den gemeindeeigenen Angeboten im sozialen Bereich. Community Nursing: Zu Hause lebende Menschen ab 75 Jahren können einen kostenlosen Pflegeckeck in Anspruch nehmen. Dabei werden Hausbesuche angeboten um als Drehscheibe zum pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungsangebot zu fungieren. Zusätzlich bieten die Community Nurses Schulungen und Workshops für Klienten und pflegende Angehörige an. Das Angebot wird durch die Stadtgemeinde Ansfelden betrieben und ist durch die EU gefördert (NextGenerationEU)
Zusammenleben in Ansfelden