Als Völkerwanderungszeit bezeichnet die ur- und frühgeschichtliche Archäologie eine archäologische Periode der Frühgeschichte Mitteleuropas.Siehe Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9. Der Völkerwanderungszeit geht die archäologische Periode Römische Kaiserzeit (Barbaricum) voraus; die archäologische Periode Merowingerzeit folgt ihr nach. In der Geschichtsforschung wird als Völkerwanderungszeit traditionell die Phase der – gemeinhin als Völkerwanderung bekannten – spätantiken Migration vornehmlich germanischer Gruppen und Verbände zwischen dem Erscheinen der Hunnen nördlich des Schwarzen Meeres im Jahr 375 und der Eroberung Norditaliens durch die Langobarden im Jahr 568 aufgefasst.
Das historische Fachgebiet Alte Geschichte bezeichnet diesen Zeitabschnitt aus althistorischer Perspektive und auf das Römische Reich bezogen als den „Übergang“ zwischen Antike und frühem Mittelalter, der durch die Ereignisse der Völkerwanderung und den Untergang des Römischen Reiches im Westen charakterisiert ist. Der frühgeschichtliche Begriff Völkerwanderungszeit wird hingegen vor allem für Gebiete nordöstlich des römischen Limes, also vorwiegend außerhalb des Imperiums, verwendet. Die frühgeschichtliche Archäologie bezeichnet damit archäologische Funde näher, die in die Zeit der Völkerwanderung im nördlichen Mitteleuropa datieren.Vgl.
Geschichte
Archäologische Funde und Kunst
Einzelnachweise
Literatur Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9. Mischa Meier: Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert. C. H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-73959-0.
Weblinks
Kategorie:Periode der Ur- und Frühgeschichte