Orphan – Das Waisenkind (original Orphan, englisch für „Waise“) ist ein US-amerikanischer Psycho-Horror-Thriller aus dem Jahr 2009. Er wurde von Warner Bros. Pictures in Zusammenarbeit mit Dark Castle Entertainment und Appian Way Productions, der Firma von Leonardo DiCaprio, die auch für das Drehbuch verantwortlich war, produziert. Regie führte Jaume Collet-Serra und die Hauptrollen waren mit Vera Farmiga, Peter Sarsgaard und Isabelle Fuhrman besetzt.

Der Film handelt von einem Ehepaar, das nach der Totgeburt seines dritten Kindes ein Mädchen namens Esther adoptiert. Nachdem das Mädchen bei dem Ehepaar eingezogen ist, stellen sich vermehrt Probleme ein, die sich aus dem merkwürdigen bis gewalttätigen Verhalten von Esther ergeben. Als die Ehefrau herausfindet, dass sämtliche Personenunterlagen und früheren Adoptionspapiere gefälscht sind, gerät schließlich die gesamte Familie in Lebensgefahr.

Orphan lief in Amerika am 24. Juli 2009 und in Deutschland am 22. Oktober 2009 in den Kinos an.

2022 erschien das Prequel Orphan: First Kill, in dem Isabelle Fuhrman erneut die Rolle der Esther/Leena Klammer übernahm.

Handlung Vorgeschichte Katherine „Kate“ und John Coleman erwarten ihr drittes Kind. Als bei Katherine die Wehen einsetzen, fahren sie ins Krankenhaus. Auf dem Weg zur Entbindungsstation erzählt Katherine einer Krankenschwester, dass sie das Kind Jessica nennen wollen. Doch es kommt wider Erwarten zu einer Totgeburt, die Katherine völlig aus der Bahn wirft. Sie verfällt dem Alkoholismus und verliert dadurch ihre Arbeitsstelle an der Yale-Universität. Zudem wird sie von Albträumen heimgesucht. Aber als durch ihre Schuld ihre jüngste Tochter Maxine, die von allen „Max“ genannt wird, bei einem Badeunfall im nahe gelegenen See fast ertrinkt und von John gerettet werden muss, da Katherine aufgrund des Alkohols nicht entsprechend reagieren kann, beschließt sie, mit dem Trinken aufzuhören. Durch all diese Umstände ist Katherine nun regelmäßig Patientin bei Dr. Browning, einer Psychologin.

Um den Schmerz über den Kindsverlust zu kompensieren, beschließen die Colemans circa zwei Jahre später, eine Waise aus einem katholischen Waisenhaus zu adoptieren. Während Katherine unsicher die spielenden Kinder im Erdgeschoss beobachtet, trifft John im ersten Stock auf die aus Russland stammende neunjährige Esther, die dort vor sich hin singend ein Bild malt. John ist aufgrund der Offenheit des Mädchens ihm gegenüber sofort von ihr fasziniert. Während eines kurzen Gespräches mit Katherine bekennt Esther offen, dass sie mit den anderen Kindern nicht so richtig etwas anzufangen wisse und dass sie eben „anders als die Anderen“ sei. Man kommt mit der Heimleiterin Schwester Abigail überein, dass Esther in drei Wochen zu den Colemans ziehen soll. Die Ordensschwester merkt noch an, dass Esther für ihr Alter schon sehr reif sei und sich zwar prinzessinnenhaft benehme, aber ansonsten ein höfliches und hochintelligentes Mädchen sei.

Esther kommt zu den Colemans Wie vereinbart holen die Colemans Esther drei Wochen später vom Waisenhaus ab und sie erfährt, dass sie nun zwei Geschwister haben wird: den 13-jährigen Daniel „Danny“ und die 6-jährige Maxine, die von Geburt an nahezu gehörlos ist. Noch im Auto der Colemans beginnt Esther die Gebärdensprache zu erlernen. Als sie in Esthers neuem Zuhause ankommen, erwarten sie bereits die Großmutter, Barbara Coleman, und Maxine. Letztere schließt Esther sofort in ihr Herz. Reservierter steht ihr Daniel gegenüber, der Esther deutlich seine Abneigung spüren lässt.

Als Daniel eines Tages mit seinem Paint-Ball-Gewehr im Wald spielt, schießt er auch bewusst auf eine Taube. Da kommen Maxine und Esther hinzu. Letztere fordert Daniel nun, dem von ihm verursachten Leiden der Taube ein Ende zu setzen und sie zu töten. Er weigert sich jedoch und so nimmt Esther einen Stein und erschlägt die Taube.

Da sich Esther immer sehr altmodisch kleidet (Schleifen um Hals und Handgelenke und lange Kleider), wird sie in der Schule direkt zur Außenseiterin. Auch Daniel findet seine neue Schwester peinlich und verleugnet Esther sogar. Vor allem ihre Klassenkameradin Brenda hat es auf sie abgesehen und schikaniert Esther von nun an jeden Tag. Als Brenda einmal versucht, die Schleife um Esthers Hals zu lösen, bekommt dieses einen Wutanfall. Aus Rache für die Hänseleien in der Schule, stößt sie Brenda die Rutsche hinunter, sodass sich diese den Knöchel bricht. Maxine hat die Tat auf dem Spielplatz beobachtet, deckt aber Esther am Abend aus emotionaler Verbundenheit. Daniel beleidigt Esther jedoch während des Abendessens und weigert sich, sich dafür bei ihr zu entschuldigen. Er erklärt seinen Eltern gegenüber, es sei wohl besser, wenn Esther wieder ins Waisenhaus zurückginge.

Da Daniel sich weiterhin weigert, sich bei Esther zu entschuldigen, verbietet John seinem Sohn einen weiteren Aufenthalt im Baumhaus und verschließt es mit einem Vorhängeschloss. Allerdings legt Esther auch zuhause schon recht bald merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag: Sie schleicht durch das Haus und schließt entgegen allen Gewohnheiten der Familie das Badezimmer ab. Auch fügt sie sich nicht ins Familienleben ein und malt für ihr Alter sehr erwachsene Bilder. Esther wird mit der Zeit immer bedrohlicher und aggressiver, beginnt einen gegen den anderen auszuspielen und für ihre Zwecke einzunehmen. Nachdem Katherine ihrer Adoptivtochter angeboten hat, sie am Klavier zu unterrichten, überrascht sie Esther eines Nachmittags, wie sie Tschaikowski perfekt und völlig fehlerfrei spielt. Katherine ist schockiert und beginnt damit, Esther mehr und mehr zu misstrauen.

Der Mord an Schwester Abigail Etwa eine Woche später erhält Katherine beim Einkaufen mit Esther und Maxine einen Anruf von Schwester Abigail, die Esthers ärztliche und zahnärztliche Untersuchungsergebnisse für ihr Gutachten benötigt. Gleichzeitig möchte sie sich aber auch erkundigen, wie sich Esther in die neue Familie eingelebt hat, und natürlich kommt dabei auch Brendas Unfall zur Sprache. Als Katherine der Leiterin des Waisenhauses gesteht, dass sie mehr über Esthers Vergangenheit erfahren will, stimmt diese zu, darüber Nachforschungen anzustellen. Nach diesem Gespräch schlägt Katherine am Abend Esther vor, ein gemeinsames Tagebuch zu führen. Dafür überlässt sie Esther ein Tagebuch, welches genauso aussieht wie ihr Altes. Beide gehen gemeinsam zu Jessicas Grab, das sich im Gewächshaus befindet. Esther bewundert die weißen Rosen, die auf dem Grab stehen. Daraufhin bemerkt Katherine, dass, solange die Rosen auf dem Grab wachsen würden, Jessica in der Familie weiterlebe. Was Katherine jedoch nicht weiß: Esther setzt inzwischen die von ihr leicht manipulierbare Maxine als Lippenleserin ein und ist daher über den Inhalt des Telefonats mit Schwester Abigail informiert.

Esther beginnt nun gezielt, Konflikte innerhalb der Familie zu schüren. Dadurch wird die durch die frühere Alkoholabhängigkeit Katherines ohnehin schon instabile Ehe der Colemans weiter belastet. Da taucht wider Erwarten Schwester Abigail bei den Colemans auf und berichtet besorgt über einige Unklarheiten in Esthers Vergangenheit. Esther hätte wohl außerdem die Gabe, Unglücke anzuziehen, und sie erwähnt ein paar Vorkommnisse aus dem Zusammenleben mit Esther. Katherine und John kommen schließlich damit überein, mit Esther die befreundete Psychologin Dr. Browning aufzusuchen.

Esther, die das Gespräch belauscht hat, beschließt nun, Schwester Abigail mit Hilfe von Maxine zu töten. In Johns Arbeitszimmer lässt Esther Maxine den Schlüssel zum Baumhaus suchen. Diese findet gleich einen ganzen Schlüsselbund, an dem sich auch der Schlüssel zum Tresor befindet. Esther öffnet ihn und sieht darin einen Revolver. Esther nimmt ihn an sich und entfernt vier Patronen aus der Revolverkammer. Sie lässt die Trommel mit der letzten sich darin befindenden Patrone einmal herumlaufen, hält Maxine den Revolver an den Kopf und fragt sie sodann: „Willst du spielen?“ Maxine schüttelt verängstigt den Kopf und erhält von Esther die gefühlsarme Reaktion: „Später vielleicht.“ Nun begeben sich die beiden zur nahegelegenen Brücke, um Schwester Abigail aufzulauern. Als diese mit ihrem Wagen gerade die Brücke passiert, schubst Esther die kleine Maxine kaltblütig auf die Fahrbahn und nimmt dabei in Kauf, dass diese von Schwester Abigail überfahren wird. Sie kann aber gerade noch ausweichen und bleibt mit dem Wagen im Schnee stecken.

Nachdem sie sich von ihrem Schrecken erholt hat, steigt sie aus und läuft zu Maxine, die weinend am Straßenrand liegt. Vor den Augen der kleinen Maxine erschlägt Esther nun Schwester Abigail kaltblütig mit einem Hammer. Die völlig eingeschüchterte Maxine muss nun helfen, die Leiche verschwinden zu lassen. Das blutbefleckte Kleid und den Hammer verstecken beide in Daniels Baumhaus. „Du hast mich hereingelegt!“ beschwert sich dort die entsetzte Maxine bei Esther. Diese erklärt ihr, dass sie Schwester Abigail töten musste, da diese sie aus der Familie entfernen wollte. Schließlich fragt Esther Maxine noch, ob diese vorhat, den Mord an Schwester Abigail weiterzuerzählen, woraufhin diese nur den Kopf schüttelt.

Als beide das Baumhaus wieder verlassen, werden sie von Daniel beobachtet. Nachts taucht Esther bei ihm im Zimmer auf und droht, ihm den Penis abzuschneiden, falls er seine Beobachtung weitererzählen sollte.

Die offene Konfrontation mit Katherine Am nächsten Tag fährt Katherine Daniel und Maxine in die Schule. Dort angekommen befragt sie ihre Kinder, ob irgendwelche Schwierigkeiten mit Esther bestünden. Als Daniel und Maxine dies verneinen, ist Katherine sichtlich erstaunt, weil sie weiß, dass sich Esther und ihr Sohn nicht ausstehen können. Am Nachmittag ist dann Esthers Termin bei Dr. Browning. Doch das Mädchen spielt die Colemans geschickt gegen die Psychologin aus und nach diesem Besuch kriselt es in der Ehe der Colemans wie nie zuvor. Esther beginnt nun gezielt, Katherine als unfähig darzustellen, und versucht, sie wieder in die Alkoholabhängigkeit zu treiben. Dafür riskiert sie erneut bewusst das Leben von Maxine, denn als kurze Zeit später die Kinder von Katherine im Auto zur Schule gefahren werden, löst Esther die Handbremse des Wagens, sodass er mit Maxine rückwärts die Straße hinunter rollt. Katherine verdächtigt nun offen Esther, den Wagen manipuliert zu haben, was diese aber entschieden abstreitet. Maxine beginnt, ihre Erlebnisse mit Esther in selbst gemalten Bildern festzuhalten, da sie sich nicht traut, ihren Eltern davon zu berichten. Esther hatte ihr kurz zuvor noch einmal gedroht, sie würde ihre Mutter erschießen, wenn Maxine etwas über die Sache mit Schwester Abigail erzähle.

Eines Tages hat Esther ihren Zahnarzt-Termin, weigert sich jedoch, ihn wahrzunehmen. John und Esther kommen überein, den Termin auf einen anderen Tag zu verlegen und stattdessen unten im Wohnzimmer gemeinsam zu zeichnen. Dort unterhalten sich beide. „Ich glaube, Mami mag mich nicht besonders“, sagt Esther dabei zu John. Dieser erwidert: „Sie liebt dich. Mach Mami doch mal eine Freude.“ Als am Abend Katherine nach Hause kommt, verkündet Esther ihr eine große Überraschung. Dann zeigt sie Katherine einen großen Strauß weißer Rosen, die sich vorher auf dem Grab von Jessica befunden hatten. Katherine ist vor Wut außer sich, schlägt Esther, reißt ihr die Blumen aus der Hand und hält sie am Arm fest. Bei dem Versuch, sich aus dem Griff zu befreien, verdreht sich Esther den Arm. Esther läuft weinend auf ihr Zimmer, John und Katherine streiten sich in der Küche. Infolgedessen verlässt Katherine das gemeinsame Haus.