Busserolles (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Busserollais und Busserollaises genannt.

Etymologie Die erstmalige Erwähnung des Dorfnamens erfolgte 1283 in der latinisierten Form Buxerolla. Die Schreibweise Buysserola datiert aus dem 14. Jahrhundert (1365) und Buxerolle aus dem 15. Jahrhundert. Auf der Carte de Cassini des 18. Jahrhunderts wird das Dorf als Buxerolles dargestellt.

Die alten Formen stellen das okzitanische boissiera bzw. buissiera dar, gefolgt vom Diminutiv -ola und bezeichneten ein kleines, mit Buchsbäumen besetztes Feld. Boissiera/buissiera selbst stammt vom lateinischen buxaria, abgeleitet vom Namen des Buchsbaums buxus.Tanet, Hordé, Seite 76

Geographie

Busserolles liegt etwa 38 Kilometer östlich von Angoulême, etwa 51 Kilometer westsüdwestlich von Limoges und etwa 16 Kilometer nördlich von Nontron in der Région naturelle des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert. Die Gemeinde befindet sich an der Grenze zum Département Charente und damit zum Angoumois im Nordwesten und zum Département Haute-Vienne und damit zum Limousin im Norden.

Busserolles wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Auf dem Gemeindegebiet von Busserolles liegen zahllose Weiler, Mühlen, Gehöfte und Lieu-dits: Beaulieu, Bellevue, Bois de Puyrocher, Bost Pertus, Chantalouette, Chez Bigot, Chez Gabarier, Chez Garot, Chez Gauchou, Chez Giraudeau, Chez la Lyre, Chez Levraut, Chez Nadaud, Chez Peynaud, Clargourt, Cluzance, Coiraud, Croix de Rougier, Fargeas, Forge-Neuve, L’Étang Grolhier, L’Isle, La Barrière, La Brousse, La Châtaignolle, La Forêt, La Forge de Lavallade, La Garenne, La Maillerie, La Ribière, Lacaud, Lamandeau, Langlade, Le Buisson, Le Chalard, Le Chêne Blanc, Le Cros de l'Ouvrage, Le Dagois, Le Fraisse, Le Graffeuil (Geländepunkt), Le Graffeuil (Weiler), Le Grand Bost, Le Grand Clos, Le Grand Vilotte, Le Mangot, Le Moulin de Coiraud, Le Moulin de Grolhier, Le Moulin de Ludièras, Le Petit Vilotte, Le Poirier, Le Reclos, Le Roc, Le Verger, Le Villard, Les Chareyroux, Les Fontenelles, Les Joncs, Les Meynieux, Les Potences, Leymeronie, Ludièras, Malègue, Mirambeau, Moulin de Leymeronie, Nanteuil, Paugnac, Trepeix, Varachaud, Villautrange und Villeneuve.

Der topografisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes liegt mit an der Tardoire im Südwesten. Der höchste Punkt mit befindet sich im Waldgebiet Bois de Puyrocher im Südosten. Die maximale Höhendifferenz beträgt 170 Meter. Der Ortskern befindet sich auf etwa Meereshöhe.

Verkehrsanbindung Die Gemeinde liegt abseits größerer Verkehrsachsen. Über die Departementsstraße D 88 hat sie einerseits Verbindung zur weiter nördlich verlaufenden D 699 von Saint-Mathieu im Département Haute-Vienne nach Montbron im Département Charente, andererseits zur im Süden verlaufenden D 91 von Piégut-Pluviers nach Montbron. Ferner hat sie mittels der D 90 Verbindung zum Nachbarort Bussière-Badil im Westen und nach Champniers-et-Reilhac im Osten. Busserolles ist etwa 10 Kilometer vom südöstlich gelegenen Piégut-Pluviers und 15 Kilometer von Montbron im Westen entfernt.

Fernwanderweg Durch den südlichen Teil des Gemeindegebietes führt der GR-Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Limoges und weiter nach Grasse.

Klima Die Gemeinde Busserolles besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000

Jahresmittel: 11,8 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,6 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,4 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,0 °C Jahresniederschlag: 983 mm Niederschlagstage im Januar: 12,8 Niederschlagstage im Juli: 7,1

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 51 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Busserolles

Busserolles liegt am Trieux, einem linken Nebenfluss der Tardoire. Ferner durchqueren das Gemeindegebiet noch der Ruisseau la Planche und der Ruisseau de l’Étang Grolhier – kleinere linke Nebenflüsse des Trieux. Der Ruisseau de l’Étang Grolhier ist zu einem größeren Stausee, dem Étang Grolhier, aufgestaut und bildet gleichzeitig ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Die Tardoire ist Grenzfluss zum Département Charente, der Trieux grenzt die Gemeinde teilweise zu den Nachbargemeinden Maisonnais-sur-Tardoire und Champniers-et-Reilhac ab.

Generelle Entwässerungsrichtung ist nach Westen bzw. Südwesten.

Die Tardoire und ihre Nebenarme gehören zum Flusssystem der Charente.

Das Entwässerungsnetz besitzt eine Gesamtlänge von 36 Kilometern.

Geologie mini|Geologische Karte von Busserolles mini|Hellgrauer porphyrischer Mikrogranit des nördlichen satellitären Mikrogranitmassivs

Das Gemeindegebiet von Busserolles wird vollständig von variszischen Grundgebirgsgesteinen des nordwestlichen Massif Central unterlagert. Darunter metamorphe Gesteine wie Paragneise und aus ihnen hervorgegangene Metatexite – zu sehen im Nord- und Nordwestabschnitt. Die regionale Streichrichtung der Metamorphite ist Nordost mit einem Einfallswinkel von 30 bis 60° nach Nordwest.

Zu den Tiefengesteinen gehört der Piégut-Pluviers-Granodiorit, der die gesamte Südhälfte des Gemeindegebiets einnimmt. Er erscheint gewöhnlich in seiner grobkörnigen Normalfazies (γ3M), kann aber auch in seiner feinkörnigen Rand- und Dachfazies (fγ3M) und bei Malègue in seiner porphyrischen Fazies (pγ3M) auftreten.

Assoziiert mit dem Granodiorit ist seine nördliche Apophyse, die als porphyrischer Mikrogranit (μγ3M) ausgebildet ist. Dieses Anhängsel wird nur durch eine sehr dünne Paragneislage unweit nördlich des Ortskerns von Busserolles vom eigentlichen Granodioritmassiv abgetrennt. Das Septum verlässt das regionale Nordost-Streichen und dreht auf Ostrichtung – bei gleichzeitig sehr steilem Einfallen (um 80°) nach Nord.

Im äußersten Osten bei Le Fraisse steht gerade noch der Saint-Mathieu-Leukogranit mit seiner feinkörnigen Fazies an (Champniers-Reilhac-Leukogranit – γ2). In ihn eingeschuppt sind zwei große Scherlinsen von Roussines-Leukogranit mit nordwestlicher Streichrichtung. Hiervon räumlich abgetrennt erscheint im Tal der Tardoire am Nordwestrand der Champniers-Reilhac-Leukogranit erneut als große, Nordnordost- bis Nordost-streichende Scherzüge in Metatexiten bei Villautrange und La Forge de Lavallade.

Zahlreiche Störungen durchziehen die Granitoide. Ihre Streichrichtung ist meist Nordnordwest, Nord oder Nordnordost. Quarzgänge oder -linsen (Q) bedienen sich ebenfalls dieser Richtungen, scharartig angeordnete Mikrogranitgänge im Leukogranit (μγ) folgen aber generell der Nordnordwest-Richtung. Bei Villautrange durchschlägt ein Nordwest-streichender Lamprophyrgang die Metamorphite.

Die Höhenlagen nördlich von Le Grand Vilotte und nordöstlich von Chez Giraudeau werden von pleistozänem Kolluvium (Formation HC) bedeckt, welches das unterlagernde Grundgebirge maskiert. In den Talauen der Tardoire und des Trieux wurden nacheiszeitliche, holozäne Flusssande mit kleinen Quarz- und Grundgebirgsgeröllen abgelagert (Formation Fy-z).

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Busserolles

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Busserolles schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf: Wälder – 46,3 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 22,9 % Wiesen – 29,1 % städtebaulich beansprucht – 0,8 % Wasserläufe – 0,5 % Strauch- und/oder Kräutervegetationen – 0,4 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft inklusive Wiesen) steht 2018 im Vordergrund. Sie ist mit 52,0 % gegenüber 1990 (51,0 %) nur minimal angewachsen.

Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Busserolles

Naturrisiken manifestieren sich in Busserolles als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Flussläufe Dürren Stürme Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2025 noch zu erkennen.

Von Bodensetzungen wird Busserolles nur mittelmäßig entlang der Tardoire betroffen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

Radon kann in Gebäuden und geschlossenen Räumen akkumulieren, die Radongefahr in Busserolles ist signifikant und wird der Gefahrenzone 3 zugeordnet.

Ökologie und Umwelt mini|Schutzgebiete des Typus 1

Naturpark Die Gemeinde Busserolles ist seit 1998 Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiete Die Talungen der Tardoire, des Trieux und des Ruisseau de l'Étang Grolhier bilden im Gemeindegebiet insbesondere wegen ihrer Flora und ihrer Wassergüte eine ökologische Schutzzone; im Französischen werden diese Gebiete unter der Bezeichnung Vallées du réseau hydrographique de la Tardoire et du Trieux als eine kontinentale ZNIEFF (Zone d'interêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 1 eingestuft.

Der Étang Grolhier im Südosten ist seit 1979 als zu schützendes Ökotop (Französisch site naturel) ausgewiesen.

Geschichte Das Gebiet der Gemeinde Busserolles ist spätestens seit gallorömischer Zeit besiedelt, wie eine 1931 im Bois de Puyrocher entdeckte Stätte aus dieser Zeit belegt. Dort wurden Fragmente von Pflastersteinen und Tonscherben aus dem 1. Jahrhundert sowie Rennöfen gefunden, Zeugnisse der antiken Metallverarbeitung. Eine weitere gallorömische Villa wurde bei Le Fraisse entdeckt – nicht unweit einer Römerstraße, die von Süden kommend den Étang de Grolhier durchquert.

Die romanische Ortskirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Allmählich wuchs das Dorf, und im Mittelalter umfasste die Pfarrei Busserolles die Lehen Isle, Villautrange, Lascaux-Botison, La Barrière und Le Chareirou. Lange Zeit war die Geschichte von Busserolles jedoch von den Schmieden und Mühlen geprägt, die den Wohlstand der Gemeinde sicherten.

Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsentwicklung in BusserollesJahrEinwohnerEinwohnerdichte1962 941 29/km²1968 818 25/km²1975 728 22/km²1982 616 19/km²1990 569 18/km²1999 507 16/km²2004 540 17/km²2006 548 17/km²2008 556 17/km²2009 560 17/km²2013 528 16/km²2014 511 16/km²2015 506 16/km²2017 503 15/km²2019 506 16/km²2022 505 16/km²2023 516 16/km²

Quellen: EHESS und INSEE