Bussière-Badil (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Bussiérois und Bussiéroises genannt.
Etymologie Eine heute verschwundene Benediktinerabtei, die der Abtei von Montmorillon angehörte, wurde zu Beginn des 11. Jahrhunderts in der Form Buxeriense monasterium 1028 erstmals erwähnt. Weiterhin in latinisierten Form erschien Buxeria 1283 und im 14. Jahrhundert Buxeria Badili (1315). An der modernen Form Bussière Badilh wurde im 16. Jahrhundert festgehalten.
Bussière steht für das okzitanische bussiera (), das vom lateinischen buxaria stammt, das vom Namen des Buchsbaums buxus abgeleitet ist.
Es wurde versucht, in Badil eine latinisierte Form von Abbaye () zu sehen und mit dem italienischen badia oder dem okzitanischen abadia derselben Bedeutung in Verbindung zu bringen. Géraud Lavergne verwarf jedoch diese Hypothese. Badil stammt wahrscheinlich von einer Person germanischen Ursprungs namens Baidilo.Tanet, Hordé, Seite 77
Geographie Bussière-Badil liegt etwa 35 Kilometer östlich von Angoulême, etwa 54 Kilometer westsüdwestlich von Limoges und etwa 14 Kilometer nordnordwestlich von Nontron in der Région naturelle des Nontronnais, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert. Die Gemeinde befindet sich an der Grenze zum Département Charente und damit zum Angoumois.
mini|Lagekarte von Bussière-Badil Bussière-Badil wird von folgenden sieben Nachbargemeinden umgeben:
Zum Gemeindegebiet gehören folgende Weiler, Gehöfte, Ziegeleien, Mühlen und Lieu-dits: Bellevue, Chanedière, Chez Jeamot, Chez Jean Faure, Chez Jouanny, Chez l’Âge, Chez le Rat, Chez Marot, Clos Tord, Croix de l’Autel, Étapeau, Fonchy, Froidefont, La Bourgeade, La Croix des Granges, La Jarthe, La Plaine, La Tonnelle, La Tuilerie, La Voisine, Le Bas Pinlot, Le Genêt, Le Haut Pinlot, Le Petit Genêt, Le Panthéon, Le Pinier, Le Poueix, Le Trieux, Les Granges, Les Margues, Les Pavillons, Les Petits Bois, Les Picadis, Les Tuilières, Montouleix, Moulin de Valette, Panivol, Sabeyrol, Tartou und Valette.
Der topografisch tiefste Punkt der Gemeinde mit befindet sich an der Tardoire im Westen, der höchste Punkt mit liegt beim Weiler La Tuilerie im Süden. Die maximale Höhendifferenz beträgt 167 Meter. Der Ortskern befindet sich auf etwa Meereshöhe.
Verkehrsanbindung Die Gemeinde Bussière-Badil liegt isoliert abseits größerer Verkehrsachsen, rund acht Kilometer von Piégut-Pluviers im Osten und elf Kilometer von Montbron im Westen entfernt. Über die Departementsstraße D 3 und die D 91 E hat sie Anschlüsse zur südlich vorbeiziehenden D 91 einerseits, welche Piégut-Pluviers mit Montbron verbindet, und über die D 90 E 1 zur etwas entfernteren D 699, der herabgestuften ehemaligen Nationalstraße N 699, im Norden andererseits, der Verbindungsstraße von Saint-Mathieu nach Montbron. Über die D 90 lässt sich der Nachbarort Busserolles erreichen.
Fernwanderweg Durch Bussière-Badil verläuft der GR-Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Limoges und weiter nach Grasse.
Klima Bussière-Badil besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:
Klimaparameter im Zeitraum 1971-2000
Jahresmittel: 12,0 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 2,6 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 6,5 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,9 °C Jahresniederschlag: 1058 mm Niederschlagstage im Januar: 12,7 Niederschlagstage im Juli: 7,5
Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 55 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971–2000 über 11,4 °C für 1981–2010 auf 11,8 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Bussière-Badil
Bussière-Badil liegt am Banaret, einem kleinen linken Nebenfluss der Tardoire. Weiter nördlich fließt der Trieux durch das Gemeindegebiet, ebenfalls ein linker Nebenfluss der Tardoire. Banaret und Trieux entwässern in westliche Richtung. Im Nordwesten reicht die Gemeinde an die südwestwärts fließende Tardoire heran, Grenzfluss zum Département Charente. Die Südgrenze des Gemeindegebiets wird vom Ruisseau de l'Étang d'Assat markiert, der nach Südwesten abfließt und als Ruisseau de Varaignes als rechter Nebenfluss unterhalb von Varaignes in den Bandiat mündet. Der Höhenrücken im Süden von Bussière-Badil bildet somit die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Tardoire und Bandiat.
Bandiat und Tardoire gehören beide zum Flusssystem der Charente.
Das Entwässerungsnetz in der Gemeinde Bussière-Badil hat eine Gesamtlänge von 19 Kilometern.
Geologie mini|Geologische Karte von Bussière-Badil mini|Metatexit von Bussière-Badil
Das Gemeindegebiet von Bussière-Badil wird im Wesentlichen von Gesteinen des variszischen Grundgebirges des nordwestlichen Massif Centrals unterlagert, hauptsächlich Paragneise und Metatexite. Am äußersten Ostrand steht auch noch der Piégut-Pluviers-Granodiorit in seiner grobkörnigen Normalfazies an (γ3M).
Die Paragneise und Metatexite streichen generell Nordost-Südwest und fallen mit 30 bis 70 Grad nach Nordwesten ein. Sie zeigen zunehmenden Metamorphosegrad gegen Nordwesten. Südlich von Bussière-Badil liegen die Metamorphite noch als plagioklasführende Paragneise vor, enthalten aber ab Bussière-Badil gen Nordwest zunehmend anatektische Granitlinsen und müssen daher als Metatexite angesehen werden. Am Nordwestrand des Gemeindegebietes gehen diese Linsen schließlich in hektometrische Leukogranitzüge über, die in ihrem Chemismus eine enge Verwandtschaft zum Saint-Mathieu-Leukogranit in seiner mittelkörnigen Fazies als Champniers-Reilhac-Leukogranit (γ2) aufweisen (Züge bei Tartou und Le Trieux). Graphitreiche Schiefer (gra) erscheinen südlich des Ortskerns ebenfalls als Züge konkordant in den Paragneisen, so unterhalb vom Friedhof und bei La Tonnelle.
Störungen im Grundgebirge folgen vorwiegend der Nordnordost-, der Nordnordwest- und der Nordostrichtung.
Unterhalb von Weiler La Bourgeade sind am Südhang des Ruisseau de l’Étang d'Assat im äußersten Süden des Gemeindegebietes Sedimentgesteine des Lias aufgeschlossen, die hier über Metatexite des Grundgebirges transgredieren. Letztere enthalten einen Nordost-streichenden Mikrogranitgang sowie in seiner Verlängerung nach Nordost entlang einer Störungszone ein kleines Vorkommen von Leptynitgneis.
Die Sedimente gehören zur Schichtenfolge des Aquitanischen Beckens, es handelt sich hierbei um Schichten aus dem Hettangium (l1-4) sowie um einen zweiten transgressiven Zyklus, der den Zeitraum Pliensbachium bis Aalenium repräsentiert (l5-9) und bis zu etwa 10 Meter mächtig wird. Das bis zu 20 Meter mächtige Hettangium beginnt mit einem Basiskonglomerat und groben Arkosen und nimmt anschließend einen dolomitischen Charakter an. Das Pliensbachium ist eine dolomitische Brekzie in sandiger Matrix, das Toarcium besteht aus blaugrauen Mergeln und das Aalenium aus einem braunen, eisenhaltigen Dolomit.
Der topographische Höhenrücken (Wasserscheide) südlich von Bussière-Badil beim Weiler Les Tuilières besteht in seinem oberen Abschnitt aus einem tertiären, alluvialen Schuttfächer (Formation H-F), der aus Sanden und Kiesen aufgebaut ist und über die unterlagernden Formationen transgrediert.
Die anschließenden Hanglagen im Südwesten werden meist von pleistozänen Lockersedimenten (aus dem tertiären Schuttfächer hervorgegangenes Kolluvium) maskiert (Formation HC).
In den Talauen der Tardoire und des Trieux wurden nacheiszeitliche, holozäne Flusssande mit kleinen Quarz- und Grundgebirgsgeröllen abgelagert (Formation Fy-z).
Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Bussière-Badil (2018)
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Bussière-Badil schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
Wälder – 42,6 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 18,1 % Wiesen – 33,1 % Ackerland – 3,9 % städtebaulich beansprucht – 1,8 % Wasserläufe – 0,5 %.
Die landwirtschaftliche Nutzung (bestehend aus heterogener Landwirtschaft, Wiesen und Ackerland) steht 2018 im Vordergrund. Sie ist mit 55,1 % gegenüber 1990 (55,5 %) nur minimal zurückgegangen.
Naturrisiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bussière-Badil
Naturrisiken manifestieren sich in Bussière-Badil als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen entlang der Tardoire Stürme Waldbrände Bodensetzungen Radonemanationen.
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982 und 1983 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Ein herausragendes Wintersturmereignis war das Sturmtief Martin im Dezember 1999, das enorme Schäden an den Wäldern und auch an der Infrastruktur hinterließ. Die Zerstörungen in den Wäldern sind selbst im Jahr 2025 noch zu erkennen.
Wie die Risikokarte zeigt, ist Bussière-Badil im Südwesten und damit zu etwa einem Viertel seines Gemeindegebietes von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Das Alluvium der Tardoire zeigt mittelmäßige Setzung, die Lockersedimente südlich des Höhenrückens weisen jedoch relativ starke Setzung auf.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
Eine Gefahrenquelle stellen signifikante Radonemanationen dar, die sich insbesondere in Gebäuden und in geschlossenen Räumen ansammeln können. Die Gemeinde wird der Gefahrenzone 3 zugeordnet.
Ökologie und Umwelt mini|Schutzgebiete des Typus 1
Naturpark Die Gemeinde Bussière-Badil ist seit 1998 integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete Die Talungen der Tardoire und ihrer beiden rechten Nebenflüsse Trieux und Banaret zeichnen sich durch ihre reichhaltige Flora und ihre Wassergüte aus und bilden daher ein ökologisches Schutzgebiet. Dieses wird im Französischen unter dem Titel Vallées du réseau hydrographique de la Tardoire et du Trieux als kontinentale ZNIEFF (Zone naturelle d'interêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 1 eingestuft. Vorhanden sind nahezu 40 Pflanzenarten, von denen vier als kennzeichnend gelten: Moschuskraut Adoxa moschatellina, Gefingerter Lerchensporn Cordyalis solida, Wiesenrauten-Muschelblümchen Isopyrum thalictroides und Atlantisches Hasenglöckchen Hyacinthoides non-scripta.
Auch das Tal des Ruisseau de l’Étang d'Assat im Süden ist wegen seiner spezifischen Flora unter der Bezeichnung Vallées du réseau hydrographique du Bandiat als Schutzgebiet ausgewiesen. Verzeichnet sind über 100 Pflanzenarten mit Großer Odermennig (Agrimonia procera) und Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) als Indikatorpflanzen.
Geschichte Beim Weiler Petits Bois finden sich Überreste einer gallorömischen Villa.
Bereits um das Jahr 786 hatten die Benediktiner im Gemeindegebiet ihr erstes Priorat gegründet.