Die Johann Bunte Bauunternehmung SE & Co. KG (Eigenschreibweise: JOHANN BUNTE) ist ein bundesweit tätiges Bauunternehmen mit Hauptsitz in Papenburg. Das Leistungsspektrum umfasst Infrastrukturbau, Schlüsselfertigbau und Projektentwicklung, Ingenieur-, Wasser- und Brückenbau sowie Leitungsbau.

Geschichte

Gründung und frühe Entwicklung (1872–1932) BUNTE wurde 1872 von Johann Bernhard Bunte (1825–1904) in Papenburg als Fuhrunternehmen für Baustellen- und Materialtransporte gegründet. 1902 erhielt das Unternehmen den ersten Bauauftrag, den Bau einer Badeanstalt am Deverhaven. Unter Johann Bunte (1872–1939) entwickelte sich das Unternehmen ab 1904 zu einem regionalen Tiefbauunternehmen. Nach dem Erwerb eines Opel-Pritschenwagens 1923, folgte neun Jahre später der Kauf des ersten fahrbaren firmeneigenen Baggers.

Expansion und Neubeginn (1932–1970) BUNTE erhielt 1936 mit dem Ausbau des Bederkesa-Geeste-Kanals bei Bremerhaven den ersten überregionalen Auftrag. Nach dem Tod von Johann Bunte übernahm Rudolf Bunte 1939 die Gesamtverantwortung. 1954 markierte der Kauf des ersten Cutterbaggers „Pirat I“ den Einstieg in die Nassbaggerei. Mit dem Baubeginn des Bremer Kreuzes 1960 gelang der erfolgreiche Eintritt in den Autobahnbau, einschließlich maßgeblicher Beteiligung am Bau der Hansa-Linie (BAB A1) bis 1968. Nach dem Tod von Rudolf Bunte 1964 ging die Geschäftsführung auf die Rudolf Bunte Beteiligungs-GmbH über, womit die Phase der Managementführung begann und der Tätigkeitsbereich bundesweit ausgebaut wurde.

Wachstum und neue Geschäftsfelder (1970–2010) 1972 feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Mit dem Ausbau der Startbahn West am Frankfurter Flughafen (1979) etablierte sich das Unternehmen im Flughafenbau. Ab 1984 war BUNTE am Bau der DB-Neubaustrecke Hannover–Würzburg beteiligt. 1995 folgte der Auftrag für das Mercedes-Benz-Prüfgelände in Papenburg. 1996 gründete BUNTE die TBL (Transport- und Baustoffhandelsgesellschaft mbH Lüderitz) zur Stärkung des Leistungsspektrums. In den folgenden Jahren kamen weitere Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen hinzu. 1997 erhielt BUNTE den Auftrag für den Unterwasseraushub und die -betonage für den Lehrter Bahnhof, dem späteren Berliner Hauptbahnhof. Im Dezember desselben Jahres erhielt BUNTE ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. 2002 wurden BUNTE-eigene Asphaltmischwerke in Emsbüren und Papenburg errichtet. 2005 wurde die Abteilung für Schlüsselfertiges Bauen gegründet. In Arbeitsgemeinschaft erhielt BUNTE 2008 den Zuschlag zum Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven.

Innovation und Großprojekte (2010–2026) BUNTE wurde 2013 in einem Vergleichsranking des Magazins Focus auf Platz 3 der beliebtesten Arbeitgeber in der deutschen Bauindustrie gewählt. 2015 beschäftigte BUNTE 80 Auszubildende in 15 Lehrberufen. Am 1. Januar 2016 wurde die TBL zur JOHANN BUNTE-Logistik GmbH mit neuem Sitz in Papenburg. 2018 erhielt BUNTE den Zuschlag für die schlüsselfertige Errichtung der Schleuse Gleesen und baute den Geschäftsbereich Schlüsselfertigbau mit zahlreichen neuen Aufträgen weiter aus. 2020 erhielt BUNTE mit einem Partner den größten Auftrag ihrer Geschichte: das ÖPP-Projekt Bundesautobahn (BAB) A3 mit einem Bauvolumen von 1,5 Mrd. €. Weitere Großprojekte folgten, wie der Funktionsbauvertrag der BAB A1 zwischen Lohne/Dinklage und Bramsche im Rahmen einer ARGE. 2022 feierte BUNTE 150-jähriges Jubiläum und vollzog einen Rechtsformwechsel von einer GmbH & Co. KG zu einer Societas Europaea (SE) & Co. KG. 2024 erfolgte der Baustart für das BIM (Building Information Modeling)-Pilotprojekt Fahrbahnerneuerung eines Abschnitts der Bundesstraße B71 in Sachsen-Anhalt. In den letzten Jahren setzte das Unternehmen verstärkt auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und BIM und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte und dem Deutschen Ingenieurpreis. BUNTE erhielt weitere Großaufträge, darunter die Schleusen Wedtlenstedt und Rodde, die Gleichstromverbindung Korridor B (Los 1), die Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung und SuedLink. In Celle wurde 2024 das Hotel- und Wohnungsbauprojekt „Wohnen am Französischen Garten“ eröffnet. 2025 errichtete BUNTE auf der A45 sechs Lärmschutzwände mit einer Länge von über 2 km. Erfolgreiche und vorzeitige Fertigstellung des Neubauprojektes Scharnhorst Quartier in Bremen sowie der Abschluss des Großprojektes der neuen Schüler- und Personalwohnheime für das Uniklinikum in Tübingen. Ende 2025 erfolgte die Inbetriebnahme der „Dresdner Bahn“ in Berlin, ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, an dem BUNTE maßgeblich beteiligt war.

Standorte Hauptsitz:

Papenburg.

Verkehrswegebau:

Berlin Essen Frankfurt am Main Hamburg Hannover Nürnberg Osnabrück Papenburg (Weser-Ems) Stuttgart Zeven Schlüsselfertigbau/Projektentwicklung:

Berlin Hamburg Oberhausen (Rhein-Ruhr) Stuttgart Leer/Oldenburg (Weser-Ems)

Ingenieur-, Wasser- und Brückenbau:

Salzbergen

Leitungsbau:

Oldenburg

Lärmschutzbau:

Essen

Geschäftsfelder und -bereiche Infrastrukturbau:

Straßenbau Erd- und Tiefbau Bahnbau Lärmschutzbau Asphalt

Schlüsselfertigbau/Projektentwicklung

Ingenieurbau

Wasserbau

Brückenbau

SIA (Sanierung Instandhaltung Abdichtung) Rapidbrücke

Leitungsbau

Bedeutende Bauprojekte (Quelle: )

Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals (1965): Beteiligung an Ausbauarbeiten. Bau des Kaarster Autobahnkreuzes (1971): Maßgebliche Beteiligung am Bau des Autobahnkreuzes bei Düsseldorf. Frankfurter Flughafen (1972): Beauftragung des Ausbaus der Startbahn West. DB-Neubaustrecke (1984): Erste Aufträge für die insg. 327 km lange Strecke zwischen Hannover und Würzburg. Neubaustrecke Köln-Rhein/Main (1996): Ausführung aller Erdbauarbeiten. Lehrter Bahnhof in Berlin (1997): Unterwasseraushub und -betonage für die Errichtung des Lehrter Bahnhofs, dem späteren Berliner Hauptbahnhof. Motopark Oschersleben (1995–1997): Errichtung der Motorsportanlage als Generalunternehmen innerhalb von 13 Monaten. Errichtung Emssperrwerk (1998–2002): Realisierung des Küstenschutzbauwerkes in Arbeitsgemeinschaft. JadeWeserPort (ab 2007): Auftrag in einer Bietergemeinschaft zum Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven. A1 Bremen-Hamburg (ab 2008): Maßgebliche Beteiligung am sechsstreifigen Ausbau der A1. Schiffshebewerk Niederfinow (2008–2022): Errichtung der Baugrube für den Fahrstuhl des Hebewerkes sowie Bau des Oberen und Unteren Vorhafen. Verfügbarkeitsmodell A3 AK Biebelried – AK Fürth/Erlangen (ab 2020): Auftrag gemeinsam mit einem Partner zum sechsstreifigen Ausbau der A3 zwischen Biebelried und Fürth/Erlangen auf 76 km Länge. Ersatzneubau Löringhoff-Brücke (ab 2021): BIM (Building Information Modeling)-Erfahrungsprojekt zwischen BUNTE und dem Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln. B 71 (2024): BIM-Pilotprojekt zur Fahrbahnerneuerung eines Abschnitts auf der Bundesstraße 71 in Sachsen-Anhalt. Infrastrukturprojekt SuedLink (ab 2024): Zuschlag für Tiefbauarbeiten in Arbeitsgemeinschaft einer rund 40 km langen Kabeltrasse in der Region Hannover. Wohnen am Französischen Garten (2025): Wohnungsneubauprojekt mit einem Partner in Celle. Schüler- und Personalwohnheime in Tübingen (2025): Neue Schüler- und Personalwohnheime für das Universitätsklinikum in Tübingen

Auszeichnungen

2011: BUNTE zählt zu den TOP 12 der Deutschen Bauunternehmen 2013: BUNTE wird in einem Vergleichsranking des Magazins Focus auf Platz 3 der beliebtesten Arbeitgeber der deutschen Bauindustrie gewählt 2014: BUNTE erhält die Auszeichnung „Bauunternehmen des Jahres“ 2023: ESG TRANSPARENCY AWARD für den Nachhaltigkeitsbericht 2024: Projektentwicklung erhält vier Auszeichnungen der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) 2025: Deutscher Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2025: Deutscher Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2025: Platz 2 im Top-Ranking der Bauunternehmen 2025: TOP 100 Innovator 2025: TOP 3 beim Deutschen Fachkräftepreis 2025: Auszeichnung als TOP-Fahrradgeber 2025: BUNTE zählt zu Deutschlands besten Ausbildern

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmen (Papenburg) Kategorie:Bauunternehmen (Deutschland) Kategorie:Brückenbauunternehmen Kategorie:Unternehmensgründung 1872