mini|Meister von St. Severin: Passionsfolge, Szene: Christus am Ölberg, um 1500. München, Alte Pinakothekalt=Die Kreuzigung|mini|Meister von St. Severin: Kreuzigung Christi, um 1490. Boston, Museum of Fine Arts mini|Meister von St. Severin: Altartafel der Rosenkranzbruderschaft, um 1500/10. Köln, St. Andreas Der Meister von Sankt Severin war ein im Köln des Mittelalters bis um 1520 tätiger Maler der Spätgotik.
Da sein wahrer Name unbekannt ist, wird er nach dem von ihm stammenden Zyklus von 20 Bildern mit Darstellungen aus der Severinslegende benannt, der sich noch heute im Chor der Kölner Severinskirche befindet.
Stil Mit dem Meister des Aachener Altars und dem Meister der (Kölner) Ursula-Legende ist er ein Vertreter der niederländisch beeinflussten Spätzeit der Kölner Gotik und steht an der Schwelle zur Neuzeit der Malerei. Er war einer der letzten bedeutenden Vertreter der spätmittelalterlichen Maler, die in der Region bis ins zweite Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts an den spätgotischen Traditionen der sogenannten Kölner Malerschule festhielten.
Werke
Zyklus vom 20 Bildern mit Darstellungen aus der Severinslegende. Köln, St. Severin Weltgericht, um 1488. Köln, Wallraf-Richartz-Museum WRM 183, 145,7 × 166,5 cmVgl. Zehnder 1990, S. 537–540. Die Kreuzigung Christi mit Szenen aus dem Leben Johannes' des Täufers, um 1490. Boston, Museum of Fine Arts Inv. Nr. 12.169a–e, 128 × 216 cm (Mitteltafel)Vgl. Stange 1967, S. 102, Nr. 308. Christus am Ölberg, Beweinung Christi, Himmelfahrt Mariens, um 1500. München, Alte Pinakothek Inv. Nr. WAF 649–651, 126,3 × 104,8 cm; 126,9 × 86,7 cm; 125 × 75 cm Christus vor Pilatus, um 1500/05. Köln, Wallraf-Richartz-Museum WRM 185, 124,7–124,5 × 104,7 cmVgl. Zehnder 1990, S. 512–516. Gregorsmesse, um 1500/05. Köln, Wallraf-Richartz-Museum WRM 868, Seidenmalerei, 19,5 × 19,4 cmVgl. Zehnder 1990, S. 517–519. Anbetung der Könige, um 1505/10. Köln, Wallraf-Richartz-Museum WRM 3258, 57,2 × 50,7 cmVgl. von der Osten 1970, S. 46f., Kat. Nr. 30 mit Taf. 5 (Rolf Wallrath).Vgl. Zehnder 1990, S. 509–512. Altartafel der Rosenkranzbruderschaft (Schutzmantelmadonna mit Heiligen), um 1500/10. Köln, St. Andreas. 220 × 155 cm Kreuzigung Christi, um 1500/10. Ehemals Gemäldegalerie Berlin, 135 × 189 cm Anbetung der Könige, um 1512–15. Köln, Wallraf-Richartz-Museum WRM 184, 120,2 × 205 cmVgl. Zehnder 1990. S. 532–537 mit einer Zuschreibung an den Severinsmeister und den Meister der Kölner Ursula-Legende. Die Heiligen Agatha und Cyprian und Die Heiligen Stephanus und Helena, Altarflügel eines ehemaligen Triptychon, um 1520. Köln, St. Severin, 126 × 70 cmVgl. von der Osten 1970, S. 46, Kat. Nr. 29 (Rolf Wallrath).
Literatur (chronologisch) Eduard Firmenich-Richartz: Der Meister von St. Severin. In: Zeitschrift für christliche Kunst 5 (1892), S. 297–308. Harald Brockmann: Die Spätzeit der Kölner Malerschule. Der Meister von St. Severin und der Meister der Ursulalegende (= Forschungen zur Kunstgeschichte Westeuropas. Band 6). Kurt Schroeder, Bonn 1924. Alfred Stange: Köln, Niederrhein, Westfalen, Hamburg, Lübeck und Niedersachsen (= Kritisches Verzeichnis der deutschen Tafelbilder vor Dürer. Band 1). München 1967.
Gert von der Osten (Hrsg.): Herbst des Mittelalters. Spätgotik in Köln und am Niederrhein. Ausstellungskatalog Kunsthalle Köln. Köln 1970. Frank Günter Zehnder: Katalog der Altkölner Malerei (= Kataloge des Wallraf-Richartz-Museums. Band 11). Köln 1990.
Frank Günter Zehnder: Gotische Malerei in Köln. Altkölner Bilder von 1300–1550. 2. Auflage. Köln 1993.
Weblinks
Einzelnachweise
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