Das Dorf Ehringshausen ist seit dem 31. Dezember 1971 ein Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda) im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Zu Ehringshausen und dessen Gemarkung gehört der bereits 1836 eingemeindete Ort Oberndorf.

Geographie Das Straßendorf liegt in Oberhessen am Fuß des Vogelsbergs im Tal der Felda. Am nördlichen Ortsrand verläuft die Bundesautobahn 5, im Dorf treffen sich die Landesstraßen 3071 und 3146.

Innerhalb der Gemarkung Ehringshausen befinden sich zwei Wüstungen, Langenhain und Mehlbach, sowie zwei Hügelgräberanlagen südlich und östlich des nahen Himmenbergs.

Ortsgeschichte Mittelalter Die Ersterwähnung des Orts erfolgte im Jahr 1244, als der zum Ortsadel gehörende „Wigandus Ruz de Iringshusen“ in einer Urkunde genannt wird. Wie andere Angehörige des Ortsadels in den folgenden Jahren stand er in Beziehung zur Deutschordensballei Hessen.Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 302.Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 75, S. 69. 1263 heißt es: „… bona nostra … in Yringshausen.“ (Unser Gut in Iringshausen.)Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 198, S. 152. In einem Kopiar des 14. Jahrhunderts erscheint, datiert auf das Jahr 1269, ein weiterer Ortsadliger „Luodewicus de Yringshausen“.Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 250, S. 191. Am 22. Februar 1279 wird der Ort in einer Urkunde genannt.Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Nr. 362, S. 270. In dieser Urkunde wird bestätigt, dass der Ritter Berthold von Ehringshausen („Berthous miles de Yrerngizhusen“) und seine Verwandten dem Deutschen Orden zu Marburg Leibeigene zu Burkendorf verkauft haben.StAM, Urkunden 37, Nr. 397. 1303 erscheint ein weiterer Angehöriger des Ortsadels, ein „Henricus de Eringishusen“.Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Band 2. Nr. 432, S. 308. Ein Kopiar aus der Zeit von 1400–1425 erwähnt „Eringeshusen“ und „Oberdorf“ für die Zeit um 1300.Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. S. 284 Um 1300 entsteht als eigenständiger Ortsname „Oberndorf“. Gemeint ist der höher gelegene Ortsteil von Ehringshausen. 1360 lautet der urkundliche Eintrag: „zcuo Aberin Yringish [usen]“,StAM, AII, Urk. Stift Wetter 1361 „… zuo Eringeshusin dem obirsten“.Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 3. Nr. 1010, S. 17. 1587 heißt es in einem Salbuch: „Eringshausen“.Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 228.

Der Ortsname Ehringshausen lässt sich auf den häufig vorkommenden Rufnamen „Iring“ zurückführen, der aber noch nicht erklärt ist.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 94–96.

Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ehringshausen:

Am 10. September 1836 wurde der um das Jahr 1300 bekannte Ort Oberndorf nach Ehringshausen eingegliedert.

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burg-Gemünden, Ehringshausen, Elpenrod, Hainbach, Nieder-Gemünden, Otterbach und Rülfenrod freiwillig zur neuen Gemeinde Gemünden. Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ehringshausen angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Homberg an der Ohm Die Zugehörigkeit des Amtes Homberg an der Ohm anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk KirtorfTrennung zwischen Justiz (Landgericht Homberg an der Ohm) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Alsfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Gemeinde Gemünden (Felda) ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Gemeinde Gemünden (Felda)

Gerichtszugehörigkeit seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Ehringshausen das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Ehringshausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen. Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld,Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation. aber bereits mit Wirkung vom 1. Juni 1948 wieder in ein Vollgericht umgewandelt.Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). () Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Ehringshausen wurde dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeteilt.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ehringshausen 696 Einwohner. Darunter waren 12 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 117 Einwohner unter 18 Jahren, 264 zwischen 18 und 49, 153 zwischen 50 und 64 und 162 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 285 Haushalten. Davon waren 75 Singlehaushalte, 93 Paare ohne Kinder und 93 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften.

Einwohnerentwicklung • 1806: 242 Einwohner, 49 Häuser • 1829: 303 Einwohner, 52 Häuser • 1867: 461 Einwohner, 76 bewohnte Gebäude • 1875: 457 Einwohner, 80 bewohnte Gebäude

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 302 evangelische (= 99,67 %), ein jüdischer Einwohner • 1961: 616 evangelische (= 85,08 %), 102 römisch-katholische (= 14,09 %) Einwohner

Politik Ortsbeirat Für Ehringshausen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Ehringshausen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57 %. Alle Mitglieder gehören der „Dorfgemeinschaft Ehringshausen“ an. Der Ortsbeirat wählte Jörg Müller zum Ortsvorsteher.

Wappen Am 16. Dezember 1965 wurde der Gemeinde Ehringshausen im damaligen Landkreis Alsfeld ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Über schwarzem, mit einem silbernen Weberschiffchen belegten Schildfuß in dem von Rot und Gold gespaltenen Schild rechts ein halber, rotbezungter goldener Doppeladler mit silbernem Nimbus, links zwei rote Balken.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks Ortsteil Ehringshausen. In: Webauftritt der Gemeinde Gemünden (Felda).

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