mini|Veilcheneis im Stanitzel Veilcheneis ist eine österreichische Eisspezialität, die durch die Vorliebe von Kaiserin Elisabeth Berühmtheit erlangte und auch heute noch in traditionellen Cafés wie Demel in Wien angeboten wird.Demel - Hinweis, dass Kaiserin Elisabeth hier ihr Veilchen-Eis gegessen hat auf Wien erleben (abgerufen am 24. Oktober 2009).Elisabeths Veilcheneis in Baden bei Wien (abgerufen am 24. Oktober 2009).

Geschichte Der Hofzuckerbäcker der Kaiserin, Gustav Seitz, musste die Monarchin auf längeren Reisen begleiten. Da das Rezept nach Demel äußerst schwierig zu handhaben ist, entwarf der Koch und Konditor Friz Häring aus Tutzing am Starnberger See ein einfacheres Rezept. Anregung dazu erhielt er von der Journalistin und Reiseschriftstellerin Heidi Weidner-Weiden.Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Donaumonarchie – Geschichten und Gerichte. Amalthea Verlag Wien. ISBN 3-85002-384-2, S. 77. mini|Veilchensorbet à la Sisi, eines der bevorzugten Desserts der Kaiserin Elisabeth aus dem Wiener Hotel Meissl & Schadn Beim Veilcheneis der Kaiserin Elisabeth handelt es sich um ein Sorbet, da es keine Milch enthält. Zu Lebzeiten Sisis war der Name „Gefrorenes“ gebräuchlich.Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Donaumonarchie – Geschichten und Gerichte. Amalthea Verlag Wien. ISBN 3-85002-384-2, S. 76. Zur Herstellung benötigte man damals Natureis, das in Eiskellern oder Eisschränken vom Winter aufbewahrt wurde; daraus wurde eine Eis-Salz-Kältemischung hergestellt, mit der man die Schüsseln bei der Speiseeisbereitung kühlte (die industrielle Kunsteisherstellung aus Trinkwasser begann um 1876, Kühlschränke kamen erst um 1920 in die Haushalte).

Im Schloss Gödöllő kann man heute noch die Sisi-Gemächer besichtigen. Die Tapeten sind in kräftigem Violett gehalten, inspiriert von Sisis Lieblingsblume, dem Veilchen. Das Veilcheneis wurde in Ungarn vom Café Gerbeaud bezogen. (abgerufen am 24. Oktober 2009).

Sisi pflegte mit Sport und Diäten ihre schlanke Gestalt zu erhalten. Das Veilcheneis war fixer Bestandteil ihrer Diäten, wie die Historikerin Brigitte Hamann bestätigte. Kaiser Franz Joseph bat seine Frau in Briefen vergebens, ihre Diäten aufzugeben, zu denen auch die Diät bestehend aus täglich nur zwei Orangen und Veilcheneis gehörte, wie Sigrid-Maria Größing beschreibt.Sigrid-Maria Größing: Sisi, eine moderne Frau. Molden Verlag. 1. Aufl. (September 2007), ISBN 978-3-85485-212-4, S. 182.

Die Veilchenduftstoffe, die Jonone, werden vom Körper nicht verdaut, sondern unverdaut wieder ausgeschieden. Deshalb waren Erzeugnisse mit Veilchenwurz, kandiertes VeilchenkonfektBlütenkonfekt bei wien.info oder Veilcheneis in der feineren Gesellschaft beliebt, halfen sie doch, am Klosett besseren schicklichen Duft zu erlebenGünther Ohloff: Riechstoffe und Geruchssinn - Die molekulare Welt der Düfte, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, 1990 und 2013, ISBN 978-3-540-52560-8..

Trivia Eine Verkostung von Veilcheneis ist Teil einiger Wiener Stadtführungen.(abgerufen am 24. Oktober 2009) (abgerufen am 24. Oktober 2009).

Gefrorenes erfreute sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit. Moritz Gottlieb Saphir schrieb in einem Gedicht, das sich auf das Kaffeehaus Schreiner in Baden bei Wien bezog:

Von drei bis vier da fehlet keiner, ein Bündnis ist es ein geschworenes, Sie sitzen alle da bei Schreiner, und rauchen ein Gefrorenes.

Im 3sat wurde im Juli 2009 ein Dokumentarfilm mit dem Titel Die große Lust – Eine kulinarische Zeitreise ausgestrahlt, in dem auch von Sisis Veilcheneis berichtet wurde.Kaiserin Elisabeth und ihr Veilchen-Eis Dokumentarfilm: Die große Lust - Eine kulinarische Zeitreise ausgestrahlt am 5. Juli 2009 auf 3sat.

Zubereitung nach Demel Der ausgepresste Saft von Veilchen wird mit Zucker vermischt und – wie bei der Herstellung von Zuckerwatte – zum „Spinnen“ gebracht, d. h. bis zu seinem Fließpunkt von 150 °C erhitzt. Danach wird die Masse leicht abgekühlt und bei lauwarmer Temperatur in einer Schüssel gerührt und dabei weiter abgekühlt. Für diese Prozedur verwendet man einen Holzstiel, der am unteren Ende zu einer Kugel ausgeformt ist. Das Sorbet wird mit Champagner oder Likör aromatisiert.

Literatur Josef Cachée: Die k.u.k Hofküche und Hoftafel: Die Hofküche, die Hofzuckerbäckerei und der Hofkeller in der Wiener Hofburg, inkl. Kaiserin Elisabets Veilcheneis. Verlag Amalthea, Wien, 2. Aufl., 1987, ISBN 3-85002-208-0. Gerhard Tötschinger: Wünschen zu speisen? Ein kulinarischer Streifzug durch die Länder der Donaumonarchie – Geschichten und Gerichte. Amalthea Verlag Wien. ISBN 3-85002-384-2, S. 76–78. Lisbeth Exner: Elisabeth von Österreich. 2004, S. 124. Sigrid-Maria Grössing: Kaiserin Elisabeth und ihre Männer. 1998, S. 52. Petra Windhausen: Elisabeth – von heute an, in 60 Jahren. 2008.

Weblinks Veilcheneis-Rezept Kaiserin Elisabeth und ihr Veilcheneis auf Google Books

Einzelnachweise

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