Der Nördliche Elektrische Sterngucker (Astroscopus guttatus) ist ein Meeresfisch der im westlichen Atlantik beheimatet ist. Er gehört zur Stachelflosser-Familie der Himmelsgucker (Uranoscopidae). Er gilt als guter Speisefisch, wird aber aufgrund seiner Lebensweise nur selten gefangen.

Beschreibung Wie der Himmelsgucker des Mittelmeeres (Uranoscopus scaber) ist dieser Sterngucker sehr gedrungen aber noch breitköpfiger. Er wird über 50 Zentimeter lang und 9 Kilogramm schwer. Die Rückenlinie ist gerade. Das oberständige, große Maul steht senkrecht. Nahe dem Vorderende gibt es einige größere Zähne, die übrigen sind aber klein. Wenn der Sterngucker nach der Beute schnappt, wirft er den Kopf „in den Nacken“ und stürzt aus dem Sediment hervor, dadurch gelangt der Unterkiefer schneller unter die zu packende Beute (vgl. Malacosteinae; „saugschnappen“ kann dieser Fisch kaum). Der Maxillarapparat wird dabei aktiviert, die Oberkiefer-Vorstreckung ist gering. Bei Jungtieren sitzen die Augen an den Seiten, bevor sie auf die Oberseite des Kopfes wandern. Die bei größeren Tieren auseinanderstehenden Augen sind sehr klein, liegen knapp hinter dem Oberkiefer. Das Gewebe hinter den Augen kann mit Flüssigkeit gefüllt werden, die Augen können so bei Bedarf für eine gewisse Zeit etwas über die Sandoberfläche angehoben werden.

Astroscopus atmet, im Gegensatz zu anderen Fischen, durch die Nase, weil ein (möglicherweise akzessorischer) Nasensack vorne in die Mundhöhle mündet. Die Nasenlöcher und die Maulspalte sind durch kleine Hautlappen (Fransen) vor dem Eindringen von Sand geschützt und zugleich getarnt: sie ähneln der Mantelöffnung einer Muschel. Gegen Feinde verteidigt sich der Fisch mit je einem kleinen, seitlichen, mit Haut bedeckten, am Körper angelegten Stachel (stumpf, mit Giftdrüse) dorsal am Cleithrum (Schultergürtel) oberhalb der Brustflosse.

Flossenformel: D1 IV-V, D2 13-15, A 13-14, P 19-21, V I/5, C 22.

Die Bauchflossen (V) stehen weit vorne (jugular) und sind recht kräftig. Rumpf und Schwanz sind mit kleinen, glatten Schuppen bedeckt, die an den Seiten ein schräges Streifenmuster zeichnen. Die undeutliche Seitenlinie verläuft hoch am Rücken über etwa 110 Cycloidschuppen. Die Wirbelsäule umfasst 25 Elemente. Eine Schwimmblase fehlt.

Der Rücken und die Seiten sind meist dunkel, die Unterseite ist hell. Auf der Spitze des Unterkiefers, dem obere Teil des Kopfes und auf dem Körper bis zum hinteren Ende der Schwanzflossenbasis befinden sich kleine, unregelmäßig verteilte helle Punkte. Auf jeder Seite des Kinns befindet sich ein großer, länglicher schwarzer Fleck, entlang der Mitte des Schwanzstieles verläuft ein dunkler Streifen. Der vordere Teil der Rückenflosse mit Stachelstrahlen ist schwarz, auf dem hinteren Teil mit Weichstrahlen befinden sich ungefähr vier schräge schwarze Streifen. Die Brustflossen sind zum größten Teil dunkel, distal (vom Körper weg) werden sie schwärzer, ihr Rand ist schmal hell gesäumt. Die Bauchflossen sind meist transparent mit einem dunklen Fleck am Ende zwischen den beiden letzten Flossenstrahlen. Die Schwanzflosse hat etwa drei schwarzen Streifen.

Lebensweise mini|Nördliche Elektrische Sterngucker, gefangen vor der Ostküste der USA. Als Beute dienen vorwiegend kleine Fische, ab und zu Tintenfische und Krebse, die er nicht wie der Himmelsgucker (Uranoscopus scaber) mit einem wurmförmigen Hautlappen der Unterkiefer-Valve anlockt und auch nicht mit Stromstöße lähmen kann. Die Augen sind nicht sehr beweglich, da sie aus dem Substrat nur nach oben blicken.

Nach Beutefang oder Störung gräbt dieser Fisch sich mit schaufelnden Bewegungen seiner Brustflossen wieder ein. Daher kann er nicht in der bei Fischen üblichen Weise, durch Heben und Senken von Suspensorium und Kiemendeckel, atmen, da der Druck des Substrats diese seitlichen Bewegungen ausschließt (siehe die eingehende Beschreibung des Schädels bei Gregory 1933). Die Atmung kann nur unter dem Kopf mittels der Hyoide und der Branchiostegalmembranen erfolgen, ist also einphasig. Beim Eingraben helfen die kräftigen Bauchflossen, den Atemraum freizuhalten; diesem Zweck dient auch das heftige Atmen, womit das Sediment unter dem Kopf weggeblasen wird. Das Atemwasser strömt durch die Kiemen(deckel)spalten ab; bei feinerem Sand und Schlick nur dorsal, wo der Widerstand am geringsten ist. Der Fisch ist dadurch unter Umständen durch zwei kleine runde Zonen flimmernden Sandes zu erkennen. Angeblich verwendet er Sandflimmern und einseitiges „Augenrollen“ (mit dem vom Opfer entfernteren Auge) zur Beute-Anlockung.

Die Einatmung erfolgt auch über die Nase – aber nie nur über sie, denn wegen der Viskosität des Wassers wären die Passagen dafür viel zu eng. Ob das Maul überhaupt völlig geschlossen werden kann, ist zudem fraglich. Es sind aber sehr durchscheinende Bukkalvalven mit Rückschlagventil-Funktion vorhanden. Ob mittels Nasenatmung Beute geruchlich erspürt werden kann und wie weit diese Fähigkeit ausgeprägt ist noch unklar. Infolge der Unbeweglichkeit des Suspensoriums ist der normale Riech-Mechanismus der Stachelflosser (mit Bewegungen des Lacrimale, siehe Fischnase) ja ausgefallen. Es erscheint plausibel, dass dafür die Verbindung Nase – Mundhöhle entstanden ist. Er nützt diese Verbindung aber auch, um Wasser in die Orbita zu pressen – denn die hintere Narine mündet in sie: zur erwähnten Hebung der Augen.

Die Stromstöße werden von elektrischen Organen erzeugt, die sich beim Jungfisch aus geraden Augenmuskeln in je einer Tasche hinter den Augen bilden. Es hat sich herausgestellt, dass das Tier die Stromstöße (bis 50 V) verwendet, um größere Fische, die ihn gefährden könnten, abzuschrecken. Die Entladungsfrequenz ist temperaturabhängig: 50 Hz bei 15 Grad Celsius bis über 500 Hz bei 35 Grad Celsius was dem oberen Temperaturlimit schon nahekommt. Zum Lähmen von Beute reicht die Stromstärke im Wasser jedoch nicht. Es liegt auch nahe, dass der Sterngucker mit seinesgleichen elektrisch kommuniziert, etwa um Gleichverteilung im Biotop zu erzielen oder um mit Geschlechtspartnern in Kontakt zu treten – obwohl er keine Elektrorezeptoren hat. Messbare elektrische Aktivität bei Annäherung eines Beutetieres bezweckt dagegen möglicherweise dessen Irritation.

Laichgeschäft und Entwicklung Er laicht im Spätfrühling oder Frühsommer am Grund, die kleinen, transparenten Eier sind pelagisch und treiben langsam zur Oberfläche. Die transparenten, mäßig gedrungenen Larven mit großem Kopf und Maul, leben bis zu ihrer Länge von 5 bis 7 Millimetern vom Dottersack. Danach ernähren sie sich von Plankton und Nekton, wobei sie sich auch als Kannibalen erweisen. Die Haut wird dunkel, aber am Kinn entsteht ein leuchtend gelber Fleck. Ab einer Länge von 12 bis 15 Millimetern bilden Augenmuskeln zu den Elektroplaxen um. Die Jungfische nähern sich der Küste und dem Sandgrund, besonders Seegraswiesen. Während des Wachstums bleiben die Augen zurück, gelangen mehr und mehr an die Kopfoberseite und die Fische beginnen schließlich als adulte Tiere in tieferes Wasser abzuwandern und sich zum Nahrungserwerb einzugraben.

Verbreitung und verwandte Arten Der Fisch ist ein Endemit des westlichen Atlantik. Er kommt von New York bis North Carolina vor. Er lebt epibenthisch in Küstengewässern, Buchten und Flüssen, in Tiefen bis 200 Meter (meist bis 36 Meter) auf Sand.

Sehr ähnlich in Färbung und Lebensweise sind die drei weiteren amerikanischen Arten von Astroscopus in der Familie der Himmelsgucker (Uranoscopidae).

Forschungsgeschichte und Etymologie Das von Abbot beschriebene Typusexemplar mit einer Standardlänge von 118 mm befindet sich unter der Nummer 22722 in der Academy of Natural Sciences. Als Typenfundort ist Cape May, New Jersey, möglicherweise Beesley's Point, angegeben.

Einen ähnlichen Gattungsnamen (Asteroscopus) gibt es bei den Eulenfaltern (Noctuidae). Der semantische Unterschied besteht darin, dass sich astero- aus ἀστήρ „Stern“ ableitet, astro- aber aus ἄστρον „Sternbild“. Der Artzusatz guttatus, „gefleckt, gesprenkelt“ bezieht sich auf die zahlreichen rundlichen Flecken.

Weblinks

Einzelnachweise Casey Patton: Northern Stargazer, Astroscopus guttatus. Profile Online bei Florida Museum of Natural History, abgerufen am 10. Juli 2026.

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Charles C. Abbott (1860): Description of a new species of Astroscopus Brev., in the museum of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. In: Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia. Vol. 12, S. 365, Pl. 7. (Online) F. H. Berry, W. W. Anderson (1961): Stargazer fishes from the western North Atlantic (family Uranoscopidae). In: Proceedings of the United States National Museum Vol. 112, Nr. 3448, S. 563–586. (Online) , abgerufen am 8. Juli 2026 Northern Stargazer Astroscopus guttatus bei NJ Department of Environmental Protection, Division of Fish and Wildlife, Bureau of Marine Fisheries. (Online) Michael. P. Fahay Early Stages of Fishes in the Western North Atlantic Ocean. Volume 2. Scorpaeniformes through Tetraodontiformes. S. 1324. (Online) Christopher Scharpf, Fish Name Etymology Database: Order Labriformes (part 3): Families Pinguipedidae, Cheimarrhichthyidae, Ammodytidae, Uranoscopidae, Leptoscopidae and Centrogenyidae. (Online, abgerufen am 9. Juli 2026)

Kategorie:Himmelsguckerartige