Die Pforzheimer Hütte, auch Adolf-Witzenmann-Haus, ist eine Alpenvereinshütte der Sektion Pforzheim des Deutschen Alpenvereins in Höhe im Gleirschtal in den Stubaier Alpen nahe der Ortschaft St. Sigmund im Sellrain.

Geschichte Die Hütte wurde am 5. September 1926 nach zweijähriger Bauzeit für 126.000,00 RM (Reichsmark) = 35.000,00 € als Neue Pforzheimer Hütte eingeweiht. Im Jahr 1968 wurde die Hütte mit einer neuen WC-Anlage mit Waschräumen und einem Anbau für die Heizungsanlage und einen Winterraum erweitert. Ebenso wurde eine Warmluftheizung mit Ölofen installiert (Kosten: 1.455.562,00 ÖS = 225.512,00 DM = 115.175,00 €). Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die Hütte im Sommer- wie Winterbetrieb nur mit Holz und Kohle beheizt. Der Winterraum war ganzjährig geöffnet.

Um die Hüttenversorgung zu verbessern wurde 1974 eine Tal- und Bergstation errichtet und eine 620 Meter lange Materialseilbahn vom Gleirschbach zur Hütte montiert. Somit war es möglich, mit einem geländegängigen Fahrzeug bis auf 2.133 m zu fahren und in Gebinden von 250 kg Waren, Getränke und sonstige Materialien zur Pforzheimer Hütte (2.308 m) zu transportieren (Kosten: 550.000,00 ÖS = 85.000,00 DM = 43.500,00 €).

Bis 1984 wurde auf der Neuen Pforzheimer Hütte der Strom über einen Dieselgenerator erzeugt. Hierbei wurde bei einem Wirkungsgrad von ca. 30 % aus 100 kW Motorleistung ca. 35 kW elektrischer Strom erzeugt. Mit der Errichtung einer Wasserkraftanlage im Jahr 1984 wurde durch Wasserkraft im Sommer 35 kW Strom erzeugt und im Winter wurde mit Gas gekocht und das Dieselaggregat lieferte zeitweise Strom.

In den Jahren 1992 bis 1994 wurde ein Anbau errichtet, um die behördlichen Auflagen zu erfüllen. In dem Anbau wurden eine neue Küche, Waschräume mit WC für Damen und Herren eine Pächterwohnung sowie ein Personalzimmer untergebracht. Ebenso wurden ein Vorratskeller und ein Wirtschaftsraum eingerichtet sowie eine Drei-Kammer-Kläranlage installiert (Kosten: 7.385.300,00 ÖS = 1.145.000,00 DM = 585.000,00 €).

In den Jahren 2012 bis 2016 wurde die Gebäudetechnik in allen Bereichen der Hütte modernisiert. Eine neue Energie- und Elektroanlage wurde eingebaut, eine neue Warmwasserheizung mit einer neuen Trinkwasserverteilung installiert, alle Schlafbereiche modernisiert und renoviert. Eine Kläranlage mit Fettabscheider und biologischer Nachklärung rundete die Baumaßnahmen ab. Die Stromerzeugung im Winter wurde auf eine mit heimischem Pflanzenöl betriebene Blockheizkraftanlage (BHKW) umgestellt. Der Wirkungsgrad liegt bei 96 %. Die Stromerzeugung wurde durch eine Photovoltaikanlage mit 12 kW ergänzt. Eine große Pufferbatterie sichert ganztägig die Stromversorgung im Sommer- und im Winterbetrieb. Die Küche wurde mit professionellen Kochgeräten und Kücheneinrichtungen aus Edelstahl ergänzt.

Heute ist das Berghaus über eine SAT-Anlage ans Internet angebunden und über WLAN können sich die Gäste ins Internet einloggen. Neue Brandschutztüren und eine Brandmeldeanlage gewährleisten, dass die Anforderungen an eine Berghütte im 21. Jahrhundert erfüllt werden. Seit 2012 wurde der Name auf „Pforzheimer Hütte“ umbenannt und im Jahr 2016 das Umweltgütesiegel verliehen (Kosten: 575.000,00 €).

Galerie

Zugänge Von St. Sigmund im Sellrain () in einer Gehzeit von 2½ Stunden.

Übergänge Zur Schweinfurter Hütte () über das Gleirschjöchl () in einer Gehzeit von 4 Stunden. Zum Westfalenhaus () über das Satteljoch () und weiter über Praxmar - Lüsens in einer Gehzeit von 5 Stunden oder über die Zischgenscharte () in einer Gehzeit von 4½ bis 5 Stunden oder über die Schöntalscharte () und weiter über Äußeres und Inneres Schwarzjöchl (Umgehung der versicherten Zischgenscharte) Zur Winnebachseehütte () über die Roßkarscharte () in einer Gehzeit von 6 Stunden. Es handelt sich um eine hochalpine Tour.

Gipfeltouren Samerschlag oder Metzgersteinhöhe (), Gehzeit: 2½ Stunden Zischgeles (), Gehzeit: 3½ Stunden Zwieselbacher Rosskogel (), Gehzeit: 3 bis 3½ Stunden Gleirscher Rosskogel (), Gehzeit: 2½ Stunden Rotgrubenspitze (), Gehzeit: 3 Stunden Grubenwand (), Gehzeit: 4½ Stunden Überschreitung Zwieselbacher Grieskogel - Sonnwandspitzen - Gleirscher Fernerkogel (), Gehzeit: 5 Stunden Lampsenspitze (), Gehzeit: 3 Stunden Schöntalspitze (), Gehzeit: 3½ Stunden Haidenspitze (), Gehzeit: 3 Stunden

Siehe auch Alte Pforzheimer Hütte

Karte Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 31/2, Stubaier Alpen, Sellrain

Weblinks

Infos zur Pforzheimer Hütte auf der Website der Sektion Pforzheim des DAV Pforzheimer Hütte auf alpenvereinaktiv.com Pforzheimer Hütte auf der ÖAV-Website Website der Pforzheimerhütte vom Pächter Florian Mader

Kategorie:Alpenhütte in Tirol Kategorie:St. Sigmund im Sellrain Kategorie:Erbaut 1926