Das Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) Nr. 125 war von 1809 bis 1919 ein Infanterieverband der Württembergischen Armee.

Geschichte Name Im August 1809 wurde aus den Depot-Compagnien der gegen Österreich kämpfenden Infanterie-RegimenterRegiment „Kronprinz“, Regiment „von Neubronn“, Regiment „von Franquemont“ das Infanterie-Regiment „von Scharffenstein“ mit zwei Bataillonen aufgestellt und am 27. Mai 1811 umbenannt in Infanterie-Regiment Nr. 8.Durch eine Kabinettsorder vom 27. Mai 1811 (Württ. Regierungsblatt 1811 Nro. 25, 01.06., S. 265.) wurde in Württemberg die Benennung der Regimenter geändert, an Stelle der Bezeichnung nach dem Regimentsinhaber trat eine durchgehende Nummerierung. Nach dem Feldzug gegen Preußen 1813 wurde das dort vernichtete Infanterie-Regiment Nr. 7 nicht mehr neu aufgestellt, das Regiment erhielt stattdessen noch im November diese Nummer und wurde das Infanterie-Regiment Nr. 7. Gleichzeitig gab es das I. Bataillon ab und wurde durch die Reste der zurückgekehrten Regimenter wieder aufgefüllt. Bei der Militärreform 1817 behielt das Regiment seinen Namen.

Nach Abschluss der Militärkonvention mit dem Norddeutschen Bund vom 21./25. November 1870 erhielt es wie alle württembergischen Truppenteile zur Unterscheidung von Truppenteilen anderer deutscher Staaten am 2. Oktober 1871 den entsprechenden Zusatz 7. Württembergisches Infanterie-Regiment. Am 18. Dezember 1871 erhielten alle württembergischen Regimenter zusätzliche Nummern. Diese entsprachen der fortlaufenden Nummerierung aller Regimenter des deutschen Bundesheeres, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit zu einem der Kontingente, das Regiment erhielt die Nummer 125: 7. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 125. Am 20. März 1888 erhielt das Regiment seinen endgültigen Namen Infanterie-Regiment „Kaiser Friedrich, König von Preußen“ (7. Württembergisches) Nr. 125.

Am 30. April 1919 wurde das Regiment aufgelöst.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 3. und 4. Kompanie des 13. (Württ.) Infanterie-Regiments. miniatur|hochkant|Denkmal des Regiments in Stuttgart

Garnisonen 1809 Ludwigsburg 1811 Ravensburg 1812 Mergentheim, danach Ulm 1813 Ludwigsburg 1814 Neustadt 1815 Ulm 1833 Stuttgart 1837 Ludwigsburg 1849 Ulm 1866 Stuttgart 1875 Füsilier-Bataillon Tübingen 1884 Füsilier-Bataillon Ulm 1897 ganzes Regiment in Stuttgart

Teilnahme an Gefechten und Kampfhandlungen 1813 auf Seiten der Koalition gegen Frankreich im württembergischen Korps „Walsleben“. Stärke 30 Offiziere und 1.200 Mann. Einsatz bei Kehl, Verluste nicht bekannt. 1814 im Krieg gegen Frankreich mit der Hauptarmee (württembergisches Korps im IV. Korps). Das Regiment nahm an den Schlachten bei Épinal, Chaumont, Brienne, Sens, Montereau und Paris teil. Verluste nicht bekannt. 1815 gegen Frankreich in der 4. Armee „von Schwarzenberg“. 1847/49 war das Regiment zur Unterdrückung von Unruhen im Verlauf der Badischen Revolution in Württemberg und Baden eingesetzt. 1866 im Deutschen Krieg war das Regiment Teil der württembergischen Division (1. Brigade) im VIII. Bundes-Armee-Korps und kämpfte mit einer Stärke von rund 30 Offizieren und 1.400 Mann bei Tauberbischofsheim. Verluste nicht bekannt. 1870/71 gegen Frankreich. Das Regiment rückte mit einer Gesamtstärke von 2.110 MannGenaue Stärke:30 Offiziere (34 Offizierpferde), 12 Fähnriche, 1.914 Unteroffiziere und Musketiere, 72 Infanterie3 Ärzte1 Regimentsquartiermeister46 Wagenpferde für 12 Wagen aus und kämpfte bei Wörth, Villiers, Champigny und vor Paris. Verluste: 4 Offiziere, 21 Unteroffiziere und 202 Mann gefallen, 14 Offiziere und 327 Unteroffiziere und Mann verwundet, 1 Unteroffizier und 28 Mann verstorben. 1900 am zweiten internationalen Expeditionskorps in China nahm eine nicht bekannte Zahl Soldaten aus dem Regiment teil. Dabei wurde ein Unteroffizier verwundet. 1904/06 am Kampf gegen die Herero nahmen ebenfalls Soldaten des Regiments teil. Verluste: 2 Verstorbene. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment an verschiedenen Fronten. Das XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps kämpfte zunächst in den Argonnen. Ab 1. Dezember 1914 bildete die 26. Division (1. Königlich Württembergische) und die Großherzoglich Hessische (25.) Division (mit unterstelltem württ. Feldartillerie-Regiment Nr. 132) das XIII. Korps bei der 9. Armee (Mackensen), in Polen und stieß bei Kozlow an die Bzura vor. Im März 1915 wurde das XIII. Armee-Korps der 12. Armee Gallwitz unterstellt und nach Norden nach Przasnysz verlegt. Von Juli bis August war sie am Durchbruch über den Narew beteiligt und erreichte den Njemen. Im September wurde die Division aus der Ostfront herausgelöst und im Bahntransport in den Raum westlich Belgrad verlegt. Am 1. November wurde sie dem XXII. Reserve-Korps (Falkenhayn), 3. österr.-ungar. Armee (Köveß), unterstellt und drang bis Mitte November bis Kraljevo vor. Im Dezember wurden das XIII. Armee-Korps mit der 26. Infanterie-Division und dem Feldartillerie-Regiment Nr. 13 wieder an die Westfront in den Raum westlich Ypern verlegt. 1916 war das Regiment im Rahmen der Division in der Schlacht an der Somme eingesetzt. 1917 war die Division in der Schlacht von Arras und in der Zweiten Flandernschlacht eingesetzt. Ab 12. September wurde sie von Zabern in den Raum Klagenfurt verlegt, wo sie am 7. Oktober eintraf, mit der 200. Jäger-Division dem Generalkommando z. b. V. 51 unterstellt und für den Kampf im Gebirge ausgerüstet und ausgebildet wurde. Vom 24. Oktober an war die Division an den Kämpfen in Venetien (Zwölfte Isonzoschlacht und Erste Piaveschlacht) beteiligt und erreichte die Piave, wo sie bis zum 6. Dezember blieb. Das Regiment nahm dabei rund 12.000 Mann gefangen und erbeutete u. a. 44 Geschütze, 400 Maschinengewehre, 100 Lkw und 527 andere Fahrzeuge sowie 800 Pferde. Danach wurde die Division zur Ausbildung hinter der Front in den Raum Molsheim verlegt und kam im März 1918 nach Valenciennes. Während der Deutschen Frühjahrsoffensive 1918 stieß die Division in der Operation Michael bis Beaumont vor und wurde anschließend bei Reims eingesetzt. In den Rückzugskämpfen ging sie auf die Antwerpen-Maas-Stellung zurück, von wo sie nach dem Waffenstillstand von Compiègne zu Fuß den Rückmarsch über Prüm, Linz am Rhein und Ferndorf in den Raum Marburg antrat. Von dort erreichte das Regiment seine Friedensgarnison in Württemberg. Die Gesamtverluste betrugen 3.949 Gefallene und 9.017 Verwundete.

Auftrag Das Regiment hatte den Auftrag, den infanteristischen Feuerkampf zu führen. Im Frieden wurden die Soldaten hierzu an entsprechenden Waffen sowie als Krankenträger ausgebildet.

Organisation Verbandszugehörigkeit Bis 1816 gab es in Württemberg im Frieden keine Großverbände. Solche wurden nur für einzelne Feldzüge zusammengestellt.

Mit der grundlegenden Neuorganisation 1817 wurde das württembergische Heer erstmals auch im Frieden in Großverbände gegliedert. Das Regiment bildete zusammen mit dem 8. Infanterie-Regiment die 4. Brigade in der 2. Division. Im Juli 1849 wurde wieder eine Neugliederung des württembergischen Heeres befohlen. Die Infanterie wurde in nur einer Division (ohne Nummer) zusammengefasst.

Von 1871 bis 1914 gehörte das Regiment zur 51. Infanterie-Brigade (1. Königlich Württembergische) in Ulm, 26. Division (1. Königlich Württembergische), XIII. (Königlich Württembergisches) Armee-Korps, 5. Armee.

Im Ersten Weltkrieg blieb die Friedensgliederung zunächst bestehen. Ab März 1917Im März 1917 wurden die Generalkommandos der Armee-Korps in sogenannte Gruppenkommandos umgewandelt. Diesen waren keine Truppenteile mehr fest unterstellt, sondern sie wurden ihnen wechselnd zeitweise durch die Oberste Heeresleitung zugeteilt. war die 26. Division (wie alle deutschen Divisionen) selbständig, blieb aber beim neuen XIII. Generalkommando.

Gliederung Bis 1871 bestand das Regiment aus zwei Bataillonen.

Am 15. November 1874 kam das dritte (Füsilier-)Bataillon dazu, gebildet aus 12. Kompanie Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm, König von Preußen“ (2. Württembergisches) Nr. 120, 10. Kompanie Infanterie-Regiment „Alt-Württemberg“ (3. Württembergisches) Nr. 121, 11. Kompanie Grenadier-Regiment „König Karl“ (5. Württembergisches) Nr. 123 und einer Kompanie aus der 51. Infanterie-Brigade (1. Königlich Württembergische).

Am 2. Oktober 1893 wurde das IV. Bataillon als (Halb-)Bataillon aufgestellt. Es wurde am 1. April 1897 zur Aufstellung des III. Bataillons des 10. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 180 abgegeben.

Am 1. Oktober 1913 wurde eine Maschinengewehr-Kompanie aufgestellt.

Abgaben Ende 1813 das I. Bataillon zur Neuaufstellung des Infanterie-Regiments Nr. 4 1859 Unteroffiziere und Mannschaften zur Aufstellung des 1. und 2. Jäger-Bataillons 1865 46 Unteroffiziere und Mannschaften zur Aufstellung des 3. Jäger-Bataillons 1. November 1872 die 7. Kompanie zur Aufstellung des III. Bataillons Infanterie-Regiment „Alt-Württemberg“ (3. Württembergisches) Nr. 121 1. November 1873 die 2. Kompanie zur Aufstellung des III. Bataillons Füsilier-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (4. Württembergisches) Nr. 122 1. Oktober 1913 die 7. Kompanie zur Aufstellung des III. Bataillons 9. Württembergisches Infanterie-Regiment Nr. 127

Alle diese Abgaben wurden aus dem Regiment wieder aufgestellt. Am 1. April wurde 1897 das IV. (Halb-)Bataillon an das 10. Württembergische Infanterie-Regiment Nr. 180 abgegeben.

Kommandeure Nr. DienstgradName Beginn der Berufung1.OberstWilhelm von Pöllnitz24. Juli 18092.OberstPeter von Biberstein29. Februar 1812 bis 2. Februar 18133.OberstRudolf von Bünau3. bis 12. Februar 18134.OberstChristian von Kellenbach13. Februar bis 24. Oktober 1813Führer des RegimentsMajorWilhelm Karl Friedrich von Nettelhorst26. Februar bis 28. Mai 18145.OberstFidel von König31. Dezember 1819 bis 17. Mai 18216.OberstFriederich von Hohorst18. Mai 18217.OberstKarl von Seybothen15. April 18258.OberstFriedrich von Sattler10. Juni 18339.OberstFriedrich von Württemberg28. Oktober 1833 bis 25. September 183410.OberstFriedrich von Sattler26. September 1834 bis 1. November 184011.OberstFriedrich Arand von Ackerfeld 9. November 1840 bis 17. März 184412.OberstChristoph Friederich von Rampacher 25. März bis 6. November 184413.OberstAdam von Lenz17. November 184414.OberstAlbrecht von Baldinger11. Januar 1850 bis 13. September 185715.Oberstleutnant/OberstJoseph von Zischwitz21. September 1857 bis 14. Juni 186216.OberstAlbert von Hügel23. Juni 186217.OberstHermann von Rampacher20. September 1869 bis 2. Oktober 187118.OberstLothar von Egloffstein27. November 1871 bis 6. Februar 187619.Oberstleutnant/OberstWilhelm von Woelckern4. März 1876 bis 3. August 188320.Oberstleutnant/OberstHeinrich von Reibel13. Oktober 1883 bis 4. November 188621.OberstTheodor von Sprösser8. November 188622.Preuß. OberstFriedrich von Gersdorff25. Juni 1889 bis 24. März 189023.OberstTheodor von Bullinger25. März 1890 bis 8. Januar 189224.Oberstleutnant/OberstAnton von Rummel15. Januar bis 10. November 189225. Oberstvon Camerer 7. September 189226. OberstAdolf von Fetter 14. Mai 189427. OberstKarl von Muff 20. Juli 1897 bis 3. Juni 189928.OberstHermann von Monsterberg4. Juni 1899 bis 6. Februar 190329. OberstFranz von Soden25. Februar 190330. OberstWilhelm von Brand21. Mai 190631. Oberstleutnant/OberstJulius von Ferling 27. Januar 190932. OberstAlfred von Roschmann Januar 191133. OberstChristof von Ebbinghaus 20. November 191334. OberstAdolf von Martin (gefallen) 1. Oktober 191435. OberstChristof von Ebbinghaus 16. Dezember 191436.OberstReinhold Stühmke27. Oktober 191537.OberstleutnantHugo Flaischlen14. Juni 1918Führer des RegimentsMajor Kurt von Lupin (Gren. Regt 123)Major Emil von SchnizerMajor Theodor Freiherr von Schellerer (Ul. Regt. 20)Major von Sprösserzeitweise 1914–1918

Regimentschefs Regimentsinhaber: