Eudorf ist ein Stadtteil von Alsfeld im Mittelhessischen Vogelsbergkreis. In der Gemarkung befindet sich die Gehöftgruppe Dotzelrod. Eudorf liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich des Hauptorts. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 254.

Ortsgeschichte mini|hochkant|ev. Kirche in Alsfeld-Eudorf Mittelalter Die Ersterwähnung Eudorf's erfolgte 1232. Sie steht im Zusammenhang mit einer Sammlung von Wunderberichten über das Wirken der Elisabeth von Thüringen.Albert Huyskens: Quellenstudien zur Geschichte der hl. Elisabeth. Landgräfin von Thüringen. Marburg 1908. S, 201, Nr. 52. Damit sollte die Heiligsprechung der Landgräfin vorangetrieben werden. Erwähnt wird „... Femina quedam de Udorf“ (Eine gewisse Frau aus Eudorf).Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1 - 3. Leipzig 1879 - 1899. Band 1. Nr. 28, S. 27. Niedergeschrieben wurde die Quelle in einem Kopiar des 13. Jahrhunderts. Propst Eckehard und der Konvent der Propstei Neuenberg verpachteten am 29. Juni 1264 dem Kloster Haina gegen eine jährliche Abgabe von 6 Pfund fuldischer Pfennige – je 3 zu Mariae Lichtmeß und Johannistag und 3 Pfund Wachs für das Neuenberger Kustosamt ihre sämtlichen Güter zu Sconenberg, Reyleshusen, „Udorph“ und Lutzela mit allem Zubehör an Leuten, Höfen, Wäldern, Äckern usw., ausgenommen den Patronat der Kirche zu Schönberg und ein von der Abtei Fulda herrührendes Lehen.HStAM, Urkunde 26, 1274.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1305 wird erstmals die Siedlungsform des Ortes genannt: „... in campis ville Uydorf“. (auf den Feldern des Dorfes Eudorf).StAM, A II, Urk. Kl. Immichenhain. 1349 lautet der Eintrag in einer Urkunde: „... czu Vdorf.“Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Band I. Nr. 846, S. 577.

Bereits aus der frühen Neuzeit stammen die Namensnennungen 1532 - 41: „Idorf“Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG) Neue Folge 20 (1912), Nr. 250, S. 52. und 1540: „Ydorf“.Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG) Neue Folge 20 (1912), Nr. 244, S. 50.

Der Ortsname kann wegen des verkürzten Bestimmungswortes nicht sicher erklärt werden. Man nimmt aber an, dass das Bestimmungswort auf einen Rufnamen wie „Udo“ oder „Uvo“ zurückzuführen ist.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 115.

Neuzeit Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Eudorf:

und über den Weiler Dotzelrod:

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Eudorf im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert. Für Eudorf, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eudorf angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Alsfeld Die Zugehörigkeit des Amtes Alsfeld anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Alsfeld ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk RomrodTrennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis AlsfeldIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld

Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Eudorf durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Eudorf zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eudorf 447 Einwohner. Darunter waren 12 (= 2,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 66 Einwohner unter 18 Jahren, 171 zwischen 18 und 49, 102 zwischen 50 und 64 und 108 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 186 Haushalten. Davon waren 48 Singlehaushalte, 57 Paare ohne Kinder und 57 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 114 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.

Einwohnerentwicklung • 1791: 296 Einwohner • 1800: 224 (30 Dozelrod) Einwohner • 1806: 275(21) Einwohner, 51(4) Häuser (Dotzelrod in Klammern) • 1829: 445(29) Einwohner, 56(4) Häuser (Dotzelrod in Klammern) • 1867: 390 Einwohner, 55 Häuser

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 245 evangelische Einwohner • 1961: 438 evangelische (= 89,75 %), 47 katholische (= 9,63 %) Einwohner

Politik Für Eudorf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Eudorf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 64,09 %. Alle Kandidaten gehörten der CDU an. Der Ortsbeirat wählte Edgar Merle zum Ortsvorsteher.

Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Eudorf

Infrastruktur mini|Dorfgemeinschaftshaus in Eudorf

Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus und einen Sportplatz.

Persönlichkeiten Johann Konrad Geissel (1776 in Eudorf–1833), Ökonom, Politiker und Abgeordneter Johann Heinrich Zulauf (1779 in Eudorf–1854), Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Eudorf Georg Thudichum (1794 in Eudorf–1873), deutscher Philologe und Theologe Ludwig Thudichum (1798 in Eudorf–1863), Landtagsabgeordneter

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur

Weblinks

Stadtteil Eudorf In: Webauftritt der Stadt Alsfeld.

Kategorie:Ort im Vogelsbergkreis Kategorie:Geographie (Alsfeld) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogelsbergkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1232 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971