mini|hochkant|Jack Vance (Anfang der 1980er Jahre)
John Holbrook Vance (* 28. August 1916 in San Francisco, Kalifornien; † 26. Mai 2013 in Oakland, KalifornienNachruf auf locusmag.com (englisch)) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Unter dem Namen Jack Vance wurde ein großer Teil seines Werkes im Rahmen der Science-Fiction- und Fantasy-Literatur veröffentlicht. Ferner verwendete er seinen Eigennamen John Holbrook Vance und die Pseudonyme Peter Held, Alan Wade und John van See und schrieb drei Kriminalromane unter dem Namen Ellery Queen.
Biografie mini|hochkant|Jack Vance mit Banjo und Kazoo (1979)
Vance wuchs auf einer Farm im San Joaquin Valley auf. Er studierte an der University of California erst Bergbau und Physik, schließlich Journalismus. Während des Zweiten Weltkrieges stand er in Diensten der amerikanischen Handelsmarine und übte nach dem Krieg eine ganze Anzahl von Hilfsarbeiter- und Aushilfsjobs aus, bis er sich entschied, Schriftsteller zu werden. Mit seinen Freunden und Kollegen Frank Herbert und Poul Anderson bewohnte er zeitweise ein Hausboot. Er lebte zuletzt mit seiner Familie in Oakland (Kalifornien). Durch seine nahezu vollständige Erblindung war er in seinem Schaffen stark eingeschränkt, so dass die Abstände seiner Buchveröffentlichungen immer größer wurden.
Seine SF-Karriere begann 1945 mit seiner Story The World Thinker, welche in Thrilling Wonder Stories erschien.
1950 schrieb er einen Episodenroman mit dem Titel The Dying Earth, welcher sowohl Science-Fiction- als auch Fantasy-Elemente enthält. In der im ersten Band veröffentlichten Kurzgeschichte Mazirian the Magician beschreibt Vance eine Form der Magie, die auf dem Auswendiglernen von Zaubersprüchen basiert, die sich nach der Anwendung jedoch verbraucht. Diese Idee war Vorbild für die Spieleautoren Gary Gygax und Dave Arneson bei der Entwicklung des Magiesystems ihres Rollenspiel-Regelwerks Dungeons & Dragons. Diese Form der Magie wird im Fantasybereich daher auch Vancian Magic oder Vancian Spellcasting genannt.
Seit 1957 schrieb er auch Kriminalromane, meist unter seinem richtigen Namen. 1961 erhielt er für The Man in the Cage den Edgar Allan Poe Award, den Preis der Mystery Writers of America für Kriminalliteratur.
Ab der Mitte der 1960er Jahre wandte er sich von den bisher vorrangigen Kurzgeschichten dem Roman zu. Diese waren oft Teile groß angelegter Serien wie die Tetralogie um Tschai (in Deutschland wurden zunächst nur die ersten drei Romane in Terra Nova veröffentlicht), die Durdane-Trilogie und die Dämonenprinzen-Serie.
Größere Bekanntheit hat er vor allem in Frankreich und den Niederlanden erlangt.
Stil Obwohl Vance Science Fiction schrieb, maß er typischen Science-Fiction-Elementen – wie beispielsweise Raumschiffen und Weltraumschlachten – nur wenig Bedeutung zu und konzentrierte sich auf seine Charaktere, insbesondere auf das Böse und Niederträchtige, zu dem Menschen in der Lage sind.
Rezeption Dan Simmons sagte über Vance, er sei für ihn „eine Offenbarung, ähnlich wie Proust oder Henry James. Auf einmal bist du mittendrin. Er gewährt dir Blicke auf ganze Welten in einer perfekt abgestimmten Sprache. Wäre er südlich der Grenze geboren worden, hätte man ihn für den Nobelpreis nominiert.“
Michael Chabon meinte: „Jack Vance ist der Ärgerlichste all der Fälle, in denen Autoren nicht die verdiente Ehre erhalten. Wenn The Last Castle oder The Dragon Masters den Namen Italo Calvino trügen, oder einfach nur einen fremden Namen, würde man seine hintergründigen Gedanken erkennen, aber weil er Jack Vance ist und im Amazing Wie-auch-immer-Verlag erscheint, ist dies nicht möglich.“
Neil Gaiman sagte über The Dying Earth: „Ich habe mich in den Stil der Prosa verliebt. Er war elegant, intelligent, jedes Wort wirkte, als wüsste es genau, was es tut.“
Preise und Auszeichnungen 1961: Edgar Allan Poe Award – Kategorie Bester Erstlingsroman für The Man in the Cage 1963: Hugo Award mit der Kurzgeschichte The Dragon Masters 1966: Nebula Award für die Novelette The Last Castle 1967: Hugo Award für die Novelette The Last Castle 1975: Jupiter Award für The Seventeen Virgins 1977: Seiun Award für The Dragon Masters 1980: Prix Mystère de la critique für Méchant garçon (Bad Ronald) 1984: World Fantasy Award für sein Lebenswerk 1990: World Fantasy Award für den Roman Lyonesse: Madouc 1997: SFWA Grand Master Award 1997: Forry Award für sein Lebenswerk 1998: Prix Utopia für sein Lebenswerk 2001: Aufnahme in die Science Fiction Hall of Fame 2010: Hugo Award für die Memoiren This Is Me, Jack Vance! (Or, More Properly, This is “I”) in der Kategorie Sachbuch
Bibliografie deutscher Übersetzungen Kurzgeschichten mini|Die französische Ausgabe von Die Welten des Magnus Ridolph. 1975.
The World-Thinker. 1945 (Der Weltersinner) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) The World-Thinker. 1945 (Der Welten-Denker) In: Die Welt der zehn Bücher (The Narrow Land. 1982), Frankfurt 1988, Ullstein 31169 (Ü: Peter Robert) Planet of the Black Dust. 1946 (Planet des schwarzen Staubes) In: Der Welten-Denker, Bergneustadt 2016, Irle (Ü: A. Irle) Phalid's Fate. 1946 (Phalidisches Schicksal) In: Der Welten-Denker, Bergneustadt 2016, Irle (Ü: A. Irle) Dream Castle. 1947 (Traumschloß) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) Hard-Luck Diggins. 1948 (Die Unglücks-Bergwerke) In: Magnus Ridolph, Bergneustadt 2008, Irle (Ü: A. Irle) Sanatoris Short-Cut. 1948 (Die Sanatoris-Abkürzung) In: Magnus Ridolph, Bergneustadt 2008, Irle (Ü: A. Irle) The King of Thieves. 1949 (König der Diebe) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) The Potters of Firsk. 1950 (Die Töpfer von Firsk) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Birgit Reß-Bohusch) Chateau D'If. 1950 (Das Schloß der Abenteuer) In: Die Welt der zehn Bücher (The Narrow Land. 1982), Frankfurt 1988, Ullstein 31169 (Ü: Peter Robert) Dead Ahead. 1950 (Immer geradeaus) In: Der Welten-Denker, Bergneustadt 2016, Irle (Ü: A. Irle) Liane der Wanderer. 1950 (Liane der Wanderer) In: Grüne Magie (Green Magic. 1979), München 1988, Heyne 4478 (Ü: Andreas Brandhorst) Crusade to Maxus. 1951 (Kreuzzug nach Maxus) In: Der-Welten-Denker, Bergneustadt 2016, Irle (Ü: A. Irle) Winner Lose All. 1951 (Wer siegt, verliert) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) The Ten Books. 1951 (Die Welt der zehn Bücher) In: Die Welt der zehn Bücher (The Narrow Land. 1982), Frankfurt 1988, Ullstein 31169 (Ü: Peter Robert) The Masquerade on Dicantropus. 1951 (Maskerade auf Dicantropus) In: Die Welt der zehn Bücher (The Narrow Land. 1982), Frankfurt 1988, Ullstein 31169 (Ü: Peter Robert) Brain of the Galaxy. 1951 (Das Gehirn der Galaxis) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1984, Moewig, Terra Taschenbuch 363-174 (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1988, Moewig 3840 (Ü: Leni Sobez) Crusade to Maxus. 1951 (Kreuzzug nach Maxus) In: Der Welten-Denker, Bergneustadt 2016, Irle (Ü: A. Irle) Golden Girl. 1951 (Goldmädchen) In: Baum des Lebens, Bergneustadt 2018, Irle (Ü: A. Irle) The God and the Temple Robber. 1951 (Der Tempel von Han) In: Baum des Lebens, Bergneustadt 2018, Irle (Ü: A. Irle) The Uninhibited Robot. 1951 (Der ungehemmte Roboter) In: Baum des Lebens, Bergneustadt 2018, Irle (Ü: A. Irle) Dover Spargill's Ghastly Floater. 1951 (Dover Spargills große Dummheit) In: Baum des Lebens, Bergneustadt 2018, Irle (Ü: A. Irle) Abercrombie Station. 1952 (Raumstation Abercrombie) In: Das Segel im Sonnenwind (The Best Of Jack Vance. 1976), München 1981, Goldmann Science Fiction 23374 (Ü: Tony Westermayr) The Kokod Warriors. 1952 (Die Kokod-Krieger) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) The World Between. 1952 (Die Welt dazwischen) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1984, Moewig, Terra Taschenbuch 363-174 (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1988, Moewig 3840 (Ü: Leni Sobez) Sabotage on Sulphur Planet. 1952 (Sabotage auf dem Schwefelplaneten) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) Seven Exits from Bocz, 1952 (Sieben Ausgänge von Bocz) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) Noise. 1952 (Musik der Sphären) In: Musik der Sphären, Bergneustadt 2020, Irle (Ü: Andreas Irle) Three-Legged Joe. 1953 (Der dreibeinige Joe) In: Musik der Sphären, Bergneustadt 2020, Irle (Ü: Andreas Irle) DP!. 1953 (Flüchtlinge) In: Musik der Sphären, Bergneustadt 2020, Irle (Ü: Andreas Irle) The Mitr. 1953 (Mitr) In: Grüne Magie (Green Magic. 1979), München 1988, Heyne 4478 (Ü: Andreas Brandhorst) Fourhundred Blackbirds. 1953 (Vierhundert Amseln) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) Sjambak. 1953 (Sjambak) In: Musik der Sphären, Bergneustadt 2020, Irle (Ü: Andreas Irle) Ausschlussverfahren. 1953 (Shape-Up) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Der zerstreute Professor. 1954 (The Abesent Minded Professor) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Die Nacht der fünf Monde. 1954 (When the Five Moons Rise) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Die verzauberte Prinzessin. 1954 (The Enchanted Princess) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Meet Miss Universe. 1955 (Treffen Sie Miss Universum) In: Verlorene Monde (Lost Moons. 1982), München 1986, Heyne 4384 (Ü: Reinhard Heinz) The Gift of Gab. 1955 (Die Gabe der Sprache) In: Staub ferner Sonnen (Dust of Far Suns. 1964), München 1985, Heyne 4202 (Ü: Lore Straßl), Illustriert von Hubert Schweizer The Devil on Salvations Bluff. 1955 (Der Große Teufel) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1984, Moewig, Terra Taschenbuch 363-174 (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1988, Moewig 3840 (Ü: Leni Sobez) The Devil on Salvations Bluff. 1955 (Der Teufel auf der Segensklippe) In: Titan 2. hrsg. von F. Pohl und W. Jeschke, München 1976, Heyne Science Fiction Classics 3507 Der Phantom-Milchmann. 1956 (The Phantom Milkman) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Where Hesperus Falls. 1956 (Wo Hesperos herunterkommt) In: Die Welt der zehn Bücher (The Narrow Land. 1982), Frankfurt 1988, Ullstein 31169 (Ü: Peter Robert) The Men Return. 1957 (Die Menschen kehren zurück) In: Die besten S-F-Stories von Jack Vance (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1979, Moewig HC (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1984, Moewig, Terra Taschenbuch 363-174 (Ü: Leni Sobez) Das Gehirn der Galaxis (The Worlds of Jack Vance. 1973), Rastatt 1988, Moewig 3840 (Ü: Leni Sobez) Grüne Magie (Green Magic. 1979), München 1988, Heyne 4478 (Ü: Heinz Nagel) Leitfaden für Praktiker. 1953 (A Practical Man's Guide) In: Die Gabe der Sprache, Gummersbach 2023, Irle (Ü: Andreas Irle) Die Hausherren. 1957 (The House Lords) In: Der Welten-Denker und andere Geschichten, Gummersbach 2026, Spatterlight (Ü: Andreas Irle), E-Book The Miracle Workers. 1958 (Die Wundermacher) In: Grüne Magie (Green Magic. 1979), München 1988, Heyne 4478 (Ü: Andreas Brandhorst)