Kaltengreuth (fränkisch: Kaldn-graidE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 106. Dort folgendermaßen transkribiert: „kaldngraíd“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Kaltengreuth liegt in der Gemarkung Eyb.

Geografie Durch das Dorf fließt der Peuntgraben, ein linker Zufluss des Eichenbachs, der links in die Fränkische Rezat fließt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Eyb zur Kreisstraße ANs 3 (0,7 km westlich) bzw. nach Hirschbronn (1 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Untereichenbach (1 km nördlich).

Geschichte Der Ort wurde 1316 als „ze dem kalten gereute“ erstmals urkundlich erwähnt. Da kalt ein Synonym für schlecht ist, kann man aus dem Ortsnamen ableiten, dass der Boden damals schwer und unergiebig war.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 106. Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten „7 Lehen und Greut“ dem Stadtvogteiamt Eschenbach.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kaltengreuth vier Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Neuendettelsau der Herren von Eyb. Grundherren waren das Rittergut Neuendettelsau (2 Halbhöfe) und das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb (2 Halbhöfe).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 873. Es gab drei Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 56. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 987 f.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kaltengreuth dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Eyb und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Eyb zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–1817. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen von 1822 bis 1836 dem Patrimonialgericht Frohnhof.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 971 und 987.

Kaltengreuth wurde am 1. Oktober 1970, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, in die Stadt Ansbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 33 31 35 32 42 36 39 68 58 81 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1961 als Wohngebäude. 5 5 5 5 6 7 10 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt, seit 1809 ist die Pfarrei St. Lambertus (Eyb) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1316