Berfa ist ein Stadtteil der Stadt Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie Berfa liegt nordöstlich der Kernstadt am kleinen Fluss Berf, der dem Ort seinen Namen gab, und im Tal zwischen dem Bechtelsberg und der Steinfirst. Im Ort treffen sich die Landesstraßen 3157 und 3295. Im Süden führt die Bundesautobahn 5 an Berfa vorbei. Berfa ist am ehesten bekannt durch die gleichnamige BAB Autobahnraststätte an dieser Autobahn.

Ortsgeschichte Der Bereich war bereits vor 3000 bis 4000 Jahren besiedelt. Mittelalter Die Ersterwähnung von Berfa geschah 1282. Am 2. Februar 1295 dieses Jahres verglichen sich die Johanniter Kommende Grebenau und der Pleban Herdodus von Schwarz mit dem Kloster Immichenhain im Streit um Güter in Schrecksbach, Schwarz, Unter-Berfa und anderen Orten.StAM Urk. 31,18. Otto genannt Slentwenke und seine Frau Liba schenkten ihre Güter in superior Berfe (Ober-Berfa) dem Kloster Immichenhain. Diese sollten alle ewig im Besitz des Klosters bleiben und zum Unterhalt des dortigen Krankenhauses dienen.StAM Urk. 31,20. Hermann von Romrod, Komtur der Johanniterkommende Grebenau tauschte am 5. Mai 1315 die Güter seines Ordens in Berfa, Schrecksbach und Sachsenhausen gegen Güter des Klosters Immichenhain in Hattenrode und anderen Orten.StAM 31,81. Im 13. Jahrhundert wurde die Siedlung also noch in Unter- und Ober-Berfa nach ihrer Lage am gleichnamigen Fluss unterschieden.

Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Berfa zum Amt Neukirchen (Knüll).

Neuzeit Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Berfa im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Alsfeld eingegliedert. Gleichzeitig wechselte der Ort damit vom Kreis Ziegenhain in den Vogelsbergkreis. Für den Stadtteil Berfa, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Berfa angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Neukirchen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt NeukirchenDie Zugehörigkeit des Amtes Neukirchen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Neukirchen ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Neukirchen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel,Infolge der Rheinbundakte löste sich das Heilige Römische Reich auf. Amt Neukirchen 1807–1813: Königreich Westphalen,Infolge der Napoleonischen Kriege. Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Breitenbach ab 1815: Kurfürstentum Hessen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Neukirchen ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis ZiegenhainVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 74 f.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Oberaula) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fritzlar ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Ziegenhain ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Ziegenhain ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Ziegenhain ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Ziegenhain ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Vogelsbergkreis, Stadt AlsfeldAm 1. August 1972 als Ortsbezirk zur Stadt Alsfeld. ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld

Gerichte seit 1821 Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Ziegenhain wurde der Kreis Ziegenhain für die Verwaltung eingerichtet und das Justizamt Oberaula war als Gericht in erster Instanz für Berfa zuständig. Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Oberaula.Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte () Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen.

Das Amtsgericht Oberaula war ab dem 15. Juli 1943 nur noch Zweigstelle des Amtsgerichts Treysa und ab März 1947 Zweigstelle des Amtsgerichts Neukirchen. Die Zweigstelle wurde am 30. Juni 1969 aufgehoben. Der Bezirk des ehemaligen Amtsgerichts Oberaula ging mit diesem Tag im Bezirk des Amtsgerichts Treysa auf, das 1970 in Amtsgericht Schwalmstadt umbenannt wurde.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Berfa 588 Einwohner. Darunter waren 6 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 81 Einwohner unter 18 Jahren, 231 zwischen 18 und 49, 138 zwischen 50 und 64 und 135 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 231 Haushalten. Davon waren 57 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 135 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1585: 42 Hausgesesse • 1639: 17 Hausgesesse, 3 Witwen. • 1681: 37 Hausgesesse, 4 Ausschuss, ein Junggeselle. • 1750: 41 Wohnhäuser mit 211 Einwohnern.

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1750: Erwerbspersonen: zwei Schneider, ein Maurer, sechs Leineweber, zwei Müller, zwei Schmiede, ein Botgänger, zwei Tagelöhner, zwei Branntweinbrenner und -schenker, ein Wirt. • 1838: Familien: 30 Ackerbau, 21 Gewerbe, 28 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 173 Land- und Forstwirtschaft, 165 produzierendes Gewerbe, 28 Handel und Verkehr, 18 Dienstleistung und Sonstiges.

Religion mini|hochkant|Evangelische Kirche in Berfa

Die evangelische Kirche in Berfa ist ein einfacher Saalbau von 1748. Auf einen älteren Bau, vermutlich am gleichen Ort, verweist ein gotischer Fensterbogen, der 2002 bei Arbeiten an den Grundmauern freigelegt wurde. Die Kirche gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Bechtelsberg, die Teil des Kirchenkreises Schwalm-Eder in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ist..

Historische Religionszugehörigkeit • 1861: 465 evangelisch-reformierte, sechs jüdische Einwohner • 1885: 520 evangelische (= 99,43 %), drei jüdische (= 0,57 %) Einwohner • 1961: 721 evangelische (= 95,62 %), 31 katholische (= 4,11 %) Einwohner

Politik Für Berfa besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Berfa) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,4 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergemeinschaft Berfa“ an. Der Ortsbeirat wählte Heinz Stumpf zum Ortsvorsteher.

Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Berfa (Alsfeld)

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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