Altenburg ist der nach der Kernstadt größte Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt im Vogelsberg südlich der Kernstadt und ist von dieser durch die Bundesautobahn 5 getrennt. Östlich des Orts verläuft die Bundesstraße 254; im Ort treffen sich die Landesstraße 3145 und die Kreisstraße 122.
Ortsgeschichte mini|hochkant|Evangelische Schlosskirche Altenburg mini|Schloss Altenburg
Mittelalter Bereits in der Karolingerzeit ist eine Doppel-Curtis in Altenberg nachweisbar.Georg Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzungen. Kassel 1832 - 39. Band IV, S. 91 ff. Die urkundliche Ersterwähnung von Altenburg erfolgte 1193 als Aldenbure.Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte II mit einem Urkundenbuch. Band 1. Frankfurt am Main und Leipzig. 1789. S. 292, Nr. 375. Mit Sifridus von Aldinbure wird erstmals ein in Altenburg ansässiger Adliger genannt. Ein zweiter ortsansässiger Adliger „Renhardus“ wird in zwei Urkunden 1280 und 1283 bezeugt. 1280: „Renhardus dictus ex infereriori curia Aldenburg“Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 385, S. 288. (Renhard genannt aus dem unteren Gericht Altenburg). 1283: „Renhardus ex superiori curia Aldenburg“.Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1. Leipzig. Nr. 419, S. 312. (Renhard aus dem oberen Gericht zu Altenberg). Diese beiden Zusätze beziehen sich auf die beiden Teile der Burg Altenberg.Georg Landau: Beschreibung des Gaues Wettereiba. 1858, S. 256 f. Eine Urkunde aus dem Jahre 1354 erwähnt: „aream unam sitam in antiquo castro nostro Aldinburg“.Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 887, S. 600. (Unser Land gelegen in der alten Burg zu Altenberg). „Aream unam sitam“ bezieht hier auf den Besitz des hessischen Landgrafen. Der Name scheint hier als Gegensatz zur Burg Alsfeld gemeint.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 27 f, S. 28. Ein Burgmann, Ludewig von Wigkenborn zu Altenburg, findet sich in einer Urkunde aus dem Jahre 1368.Arthur Wyss: Urkundenbuch Deutschordens-Ballei Hessen. Band 3. Nr. 1091, S. 82. Eine Vorgängerburg des hoch über dem Ort aufragenden Schlosses Altenburg wurde zur Zeit der Merowinger erbaut. 1511 wird von einer Kapelle auf der Altenburg gesprochen.UB Universität Gießen. Hs. N. F. 201, S. 94.
Neuzeit Im 18. Jahrhundert erfolgte ein Neubau der Burg, der bis heute den Freiherren Riedesel gehört. Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Altenburg:
Zum 1. Dezember 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Altenburg im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Alsfeld eingegliedert. Für den Stadtteil Altenburg, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.
2005 errang Altenburg den 1. Preis auf regionaler Ebene im Landeswettbewerb Unser Dorf. 2006 wurde das Dorf Landessieger.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Altenburg angehört(e):
vor 1567: Landgrafschaft Hessen, ab 1567: Landgrafschaft Hessen-Marburg 1604–1648: strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Amt Alsfeld ab 1816: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Alsfeld ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk RomrodTrennung zwischen Justiz (Landgericht Alsfeld) und Verwaltung. ab 1829: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Alsfeld (Amtssitzverlegung) ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis AlsfeldIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld, Stadt Alsfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld, Stadt Alsfeld ab 1970: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Alsfeld, Stadt Alsfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Alsfeld
Gerichte seit 1803 In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Altenburg durch das Amt Alsfeld. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Altenburg zuständig war.
Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Altenburg 1215 Einwohner. Darunter waren 36 (3,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 210 Einwohner unter 18 Jahren, 540 zwischen 18 und 49, 276 zwischen 50 und 64 und 189 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 495 Haushalten. Davon waren 138 Singlehaushalte, 144 Paare ohne Kinder und 162 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 81 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 356 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung • 1791: 302 Einwohner • 1800: 302 Einwohner • 1806: 243 Einwohner, 50 Häuser • 1829: 446 Einwohner, 61 Häuser • 1867: 450 Einwohner, 60 Häuser
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 446 evangelische, zwei römisch-katholische Einwohner • 1961: 768 evangelische (= 87,27 %), 100 römisch-katholische (= 11,36 %) Einwohner
Politik Für Altenburg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Altenburg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 53,15 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Altenburg“ an. Der Ortsbeirat wählte Ralf Kruse zum Ortsvorsteher.
Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Altenburg (Alsfeld)
Persönlichkeiten Georg Riedesel zu Eisenbach (1812 in Altenburg – 1881), Erbmarschall, Standesherr und Politiker Giesebert Riedesel zu Eisenbach (1813 in Altenburg – 1885), Erbmarschall, Standesherr und Politiker Georg Riedesel zu Eisenbach (1845 in Altenburg – 1897), Erbmarschall, Standesherr und Politiker
Literatur
Weblinks
Stadtteil Altenburg In: Webauftritt der Stadt Alsfeld.
Illustration von Daniel Meisner von 1626: Aldenburg in Hessen. Vix sicca morte tyranni ()
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Vogelsbergkreis Kategorie:Geographie (Alsfeld) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Vogelsbergkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1193 Kategorie:Gemeindeauflösung 1969