Mathias Greffrath (* 1945 in Bad Harzburg) ist ein deutscher Soziologe, Schriftsteller, Journalist und Kolumnist.

Leben Nach seinem WehrdienstTaz.de, Das taz Print-Archiv, 17. Juni 2010: Staatsbürger ohne Uniform studierte Greffrath von 1967 bis 1973 an der FU Berlin Soziologie, Geschichte und Psychologie. Nach dem Studium wurde er dort Lehrbeauftragter und arbeitete darüber hinaus als freier Journalist für die ARD und im Feuilleton der Wochenzeitung Die Zeit.

Von 1991 bis 1994 leitete er die Zeitschrift Wochenpost in Berlin als Chefredakteur. Seit 1995 schreibt er als freier Journalist für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, die deutsche Ausgabe von le monde diplomatique, für die tageszeitung, die Zeitschriften GEO und Theater heute: vor allem über die „Zukunft der Arbeit“ und die Auswirkungen der Globalisierung auf Kultur und Gesellschaft. Für die taz-Kolumne Das Schlagloch schreibt er regelmäßig Essays. Auch für das Deutschlandradio schreibt und spricht er für die Sendung „Essay und Diskurs“ Beiträge. Darüber hinaus ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von AttacAttac.de: (3. Januar 2016) und im PEN-Zentrum Deutschland.

Veröffentlichungen 1984: Vom Schaukeln der Dinge. Montaignes Versuche. Ein Lesebuch. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin. ISBN 3-8031-2110-8 (Wagenbachs Taschenbücherei; 110) 1989: Die Zerstörung einer Zukunft. Gespräche mit emigrierten Sozialwissenschaftlern. Campus, Frankfurt am Main 1992: Montaigne. Ein Panorama. (Neuausgabe des Buches von 1984) Die Andere Bibliothek 85. Eichborn, Frankfurt am Main. ISBN 3-8218-4085-4 2001: Beitrag in Stefanie Carp (Hrsg.): Alles Kunst? Wie arbeitet der Mensch im neuen Jahrtausend und was tut er in der übrigen Zeit? Rowohlt, Reinbek. ISBN 3-498-01319-X (beruhend auf einer Vortragsreihe des Hamburger Schauspielhauses) 2002: mit Christiane Grefe und Harald Schumann: Attac. Was wollen die Globalisierungskritiker? Rowohlt Berlin, Berlin. ISBN 3-499-61636-X 2006: Montaigne heute. Leben in Zwischenzeiten. (Neuausgabe des Buches von 1984/1992) Diogenes, Zürich. ISBN 3-257-06162-5 (Enthält eine neue Vorbemerkung und die acht Aufsätze Greffraths zu Michel de Montaigne mit zehn Essays Montaignes) 2016: Die Arbeit im Anthropozän. Eine knappe Weltgeschichte der Arbeit in praktischer Absicht. Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 3. Januar.deutschlandfunk.de 2017: als Hrsg.: RE. Das Kapital: Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert, Verlag Antje Kunstmann, München 2017, ISBN 978-3-95614-172-0. 2018: mit Dietmar Dath: Das Menschen Mögliche. Zur Aktualität von Günther Anders. Picus, Wien 2018. ISBN 978-3-7117-3009-1

Hörfunk Deutschlandfunk, Sendung: Zur Diskussion: Christiane Grefe, Matthias Greffrath, Harald Schumann: Attac. Was wollen die Globalisierungskritiker? „Attac. Was wollen die Globalisierungskritiker?“ – So lautet kurz und knapp der in eine Frage gekleidete Titel eines Rowohlt-Bandes, der sich mit dieser neuen, international vernetzten Protest-Bewegung beschäftigt. Gespräch von Christiane Grefe, Matthias Greffrath, Harald Schumann | 30. September 2002, um 19:15 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Die Renaissance ist nicht zu Ende. Ein Gespenst geht um in der Welt: die „Renaissance der Religionen“. Da ist der Islamismus mit seiner Kritik des gottlosen, materialistischen, dekadenten Westens. Da ist der Fundamentalismus in den USA, der Inseln der Gemeinschaft gegen die Moderne bauen möchte – ohne an den Motor dieser Moderne, den Kapitalismus, zu rühren. In Lateinamerika und Afrika versprechen die evangelikalen Kirchen Halt in altem und neuem Elend. Von Mathias Greffrath | 7. Oktober 2007, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Und auf dem Monitor die Seele? Seit einigen Jahren können wir in unser Gehirn blicken. Die Bilder, die Erkenntnisse und die Metaphern der Gehirnforschung schleichen sich in unser Menschenbild. Neurowissenschaftler versprechen die bevorstehende Heilung von Alzheimer, Parkinson, Psychosen oder die Steigerung unserer intellektuellen Fähigkeiten, Experten für „Neuro-Marketing“ unterrichten Manager über noch effektivere Methoden, die Kaufwünsche ihrer Kunden zu manipulieren. Von Mathias Greffrath | 19. Dezember 2008, um 19:15 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Wirtschaft ohne Wachstum? Wenn das Kreditrad sich erst wieder dreht, wird die Weltkonjunktur zünden, das Wachstum anspringen und der Export brummen – das ist die Hoffnung der Politiker aller Parteien und ihrer Experten, denn „Wachstum ist nicht alles, aber ohne Wachstum ist alles nichts“. Von Mathias Greffrath | 2. Oktober 2009, um 19.15 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskurs: Können die Protestbewegungen etwas ändern? 2010 war ein Jahr der Massenproteste, von der Arabellion über die Occupy Bewegung bis zu den Aufständen von Jugendlichen in Spanien und Lateinamerika gegen die dortige Bildungsmisere und Perspektivlosigkeit. In Essay und Diskurs zieht Zwischenbilanz der vielfältigen Protestbewegungen. Mathias Greffrath im Gespräch mit Peter B. Schumann | 4. März 2012, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskus: Konsum - Der Aufstand der Satten. Das Nachdenken über „unser täglich Brot“ hat die Esstische und die Kinder der Mittelschicht erreicht. Aber die Politik verzagt vor der Aufgabe einer wirklichen Ernährungs- und Agrarwende. Dabei ist der „Aufstand der Satten“ ähnlich explosiv wie die Anti-Atomkraft-Bewegung, schreibt Publizist Mathias Greffrath. Von Mathias Greffrath | 1. Mai 2014, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskurs: Kapitalismus - „Alles kommt einmal zum Ende“Die aktuelle Krise des Kapitalismus reicht tiefer als die normalen Konjunktureinbrüche: Das Wachstum stagniert, die Verschuldung wächst, die Ungleichheit nimmt zu. Staatliche Regulierungsfähigkeit und gewerkschaftliche Gegenmacht haben dramatisch an Kraft verloren – es waren aber diese Institutionen, die ein Jahrhundert lang den heißlaufenden kapitalistischen Motor immer wieder gezügelt, gebremst und gelenkt, und damit nach jeder Krise seine Weiterexistenz gesichert haben. Wolfgang Streeck im Gespräch mit Mathias Greffrath | 12. April 2015, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag/Gespräch. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskurs: Wirtschaftspolitik - Warum der Kapitalismus im Prinzip nicht zu retten ist. „Die allermeisten Leute haben Angst vor der Finanzwelt“, sagt Ulrike Herrmann, Wirtschaftskorrespondentin der Tageszeitung „taz“. Auch der Staat habe deshalb die Banken bis jetzt nicht reguliert. Allerdings führe ein massiver Eingriff in das System des Finanzkapitalismus zu seinem Einbruch – und Chaos und Panik folgten, warnt Herrmann. Ulrike Herrmann im Gespräch mit Mathias Greffrath | 19. April 2015, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskurs: Ein Plädoyer für Politik. Es gab ein Leben vor dem Wachstum. Postwachstum – unter dieser Parole entwerfen Wissenschaftler Blaupausen für eine zukunftsfähige Gesellschaft und Pioniere erproben neue, nachhaltige Weisen des Konsums, des Wohnens, des Arbeitens. Aber die Politik setzt, unbeirrt von Krise und Klima und ökologischer Vernunft, weiter auf Wachstum. Eine Abkehr vom Konsumismus – der Lebenshaltung, die darauf ausgerichtet ist, das Bedürfnis nach neuen Konsumgütern stets zu befriedigen – bleibt beschränkt auf privilegierte Eliten und Randgruppen. Hier gibt es einen allmählichen Bewusstseinswandel zu beobachten. Lippenbekenntnisse oder wahre Anstrengung? Und selbst wenn, reicht die aus? Von Mathias Greffrath | 6. September 2015, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskus: Britischer Autor Paul Mason: „Innerhalb dieser sozialen Fabrik zusammenfinden.“ Es mehren sich die Stimmen, die von einer lang dauernden „säkularen Stagnation“, vom bevorstehenden Ende des Kapitalismus reden. Doch Paul Mason, Journalist, Ökonom und Berater des Labour-Party-Vorsitzenden, blickt über dieses Ende optimistisch hinaus. Er setzt dabei auf die vernetzten Bürger – und auf das genossenschaftliche Modell. Paul Mason im Gespräch mit Mathias Greffrath | 21. August 2016, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk (DLF): Karl Marx: Das Kapital. „Das Risiko, dass der nächste Crash kommt, wird immer größer.“ Ein freier Markt schafft immer mehr Reichtum, aber es besteht das Risiko einer Katastrophe – so schrieb Karl Marx vor 150 Jahren in seiner Kritik der politischen Ökonomie. Dazu erklärt der Publizist Mathias Greffrath im DLF: „'Das Kapital‘, richtig gelesen, ist eine Theorie, die sagt: Das Ding wird immer gefährlicher, immer riskanter, immer größer.“ In seinem Buch legt er dar, wie aktuell die Marx’schen Erkenntnisse heute sind. Mathias Greffrath im Gespräch mit Peter Kapern | 11.04.2017, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk, Sendung: Essay und Diskus: Die Arbeit im Anthropozän. Eine knappe Weltgeschichte der Arbeit in praktischer Absicht. Homo sapiens ist der Primat, der Werkzeuge herstellen kann, vom Faustkeil und Pflug über Windmühle und Dampfmaschine bis zu den Computersystemen, die die geistige Arbeit automatisiert und die Fantasieproduktion standardisiert haben. Und wie es scheint, ist der neuerliche Automatisierungsschub erst am Anfang. Von Mathias Greffrath | 1. Mai 2017, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 1 von 7): Rumänische Blusen. Mehr als ein Drittel der rumänischen Bevölkerung arbeitet noch in der Landwirtschaft, auf kleinen und kleinsten Höfen. Bäuerliche Lebensformen, die im Westen des Kontinents schon lange verschwunden sind – hier kann man noch einmal zusehen, wie sie langsam verschwinden. Von Mathias Greffrath | 1. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 2 von 7): Nelken im Klostergarten. Das Hieronymitenkloster in Lissabon kündet von einer Nation, die einst die Hälfte der neuen Welt eroberte. Dicht neben den Särgen der Könige Portugals und dem des Seefahrers Vasco da Gama liegt das Grab des Renaissancedichters Luís de Camões. Dessen Epos schlug den Bogen von der Odyssee in den großen europäischen Aufbruch. Von Mathias Greffrath | 6. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 3 von 7): Die Schwingungen der polnischen Glocken. In Polen werden noch Kirchenglocken gegossen, Bekenntnisse der regierenden Politiker und der Priester zu christlichem Erbe, nationaler Würde, Familiensolidarität und traditionellen Werten klingen dort entschiedener als im Westen, gelegentlich auch schriller. Von Mathias Greffrath | 10. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 4 von 7): Mohntorte und Fabeltier. Der Turul ist ein mythologischer Vogel, der Ur-Magyaren aus den Tiefen Innerasiens in die Mitte Europas geführt haben soll. Er ist, so deklamiert es der ungarische Regierungschef Viktor Orbán, „das Symbol der nationalen Identität der jetzt lebenden, der schon gestorbenen und der erst noch auf die Welt kommenden Ungarn“. Von Mathias Greffrath | 13. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 5 von 7): Rot-Weiße Fahnen und haltbare Zäune. Der Zaun im Fürsorgemuseum in Svendborg erinnert an die Zeit, als „würdige“ und „unwürdige“ Arme streng getrennt wurden, als die Gesellschaft keinen verhungern lassen, aber sich auch gegen Ansteckung durch Asoziale schützen wollte. Von Mathias Greffrath | 20. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag. Deutschlandfunk: Europäisches Handgepäck (Teil 6 von 7): Zerbrechliche Bilder aus Paris. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Bankier Albert Kahn einer der reichsten Männer Frankreichs – ein Kosmopolit und ein fanatischer Pionier der gerade entstehenden Farbfotografie. Er schickte Dutzende von Fotografen in alle Regionen der Welt, um die Vielfalt der menschlichen Kulturen zu dokumentieren. Von Mathias Greffrath | 21. Mai 2018, um 09:30 Uhr, Text zum Beitrag.