Sonnenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Vechelde im Landkreis Peine in Niedersachsen.
Geografie mini|links|hochkant|Luftaufnahme von Sonnenberg (2019)
Geografische Lage Sonnenberg liegt im Flachland der Braunschweig-Hildesheimer Lößbörde im Übergangsbereich zwischen den Ausläufern des nördlichen Harzvorlandes und dem Norddeutschen Tiefland.
Die Ortschaft wird im Westen durch die Bruchwaldniederung des Flüsschens Aue, im Osten vom Stichkanal Salzgitter und im Süden durch die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig begrenzt.
Nachbarorte
Geschichte Sonnenberg wurde bereits im achten Jahrhundert als „Sunnenbore“ erstmals urkundlich erwähnt, später auch als „Sunnenberch“ (1318). Namentliche Nennung findet Sonnenberg im Rahmen einer Schenkung des sächsischen Fürsten Odiltag und seiner Gattin Wentelsuint an das Kloster Fulda im Jahre 780. Dort werden zwanzig Güter des Liergaus erwähnt, darunter Sunnenbore (= Sonnenberg).
Der gegenwärtige Ortsname Sonnenberg ist insofern rätselhaft, als ein Berg in der Umgebung Sonnenbergs nicht existiert. Mit bore könnte die wendische Bezeichnung Bore (= Burg) gemeint sein. Es ist möglich, dass von bore über berc und das niederdeutsche der heutige Ortsname entstand. Vermutlich stand einst am südwestlichen Dorfausgang eine Burg, worauf an dieser Lage der Flurname „Burgstelle“ hinweist.
Die erste kartografische Darstellung Sonnenbergs in einer Augenscheinkarte im Ämteratlas des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel von Gottfried Mascop (1574)
Um 1440 wurde Sonnenberg mit weiteren zehn Dörfern des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel zum Verwaltungs- und Gerichtsbezirk „Amt Eich“ oder auch „Zur Eiche“ zusammengefasst. Das Amt umfasste das Gebiet westlich der Stadt Braunschweig, von der Braunschweiger Landwehr bis etwa zum Flüsschen Aue. Im Jahr 1501 verpfändete Herzog Heinrich I., genannt der Ältere, die Dörfer des Amts an die Stadt Braunschweig, unter deren Verwaltung sie bis 1671 blieben, als die Epoche der unabhängigen Stadt Braunschweig durch Rückeroberung der Fürsten von Braunschweig-Wolfenbüttel beendet wurde.
Im Jahr 1802 hatte Sonnenberg 329 Einwohner in 38 Feuerstellen.Hassel, S. 450 ff. Mit dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde Sonnenberg 1807 in das von Napoleon geschaffene Königreich Westphalen eingegliedert. Nach dessen Auflösung im Jahr 1813 gehörte der Ort bis 1918 zum Herzogtum Braunschweig.Matthias Blazek: Das Kurfürstentum Hannover und die Jahre der Fremdherrschaft 1803–1813, ibidem, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89821-777-4, S. 27 ff.
Eingemeindungen Sonnenbergs Zuordnung zum Landkreis Braunschweig und sein Status als selbstständige Gemeinde endeten am 1. März 1974 im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen mit der Eingemeindung nach Vechelde.
Einwohnerentwicklung Datum Einwohner Quelle 1802 329 1847 381 Karl Venturini: Das Herzogthum Braunschweig in seiner vormaligen und gegenwärtigen Beschaffenheit. Verlag C. G. Fleckeisen, Helmstedt 1847. 1863 344 August Lambrecht: Das Herzogthum Braunschweig. Verlag A. Stichtenoth, Wolfenbüttel 1863. 1877 303 Karl Andree: Geographie des Welthandels, 3. Band, Julius Maier, Stuttgart 1877, S. 751. 1910 315 1925 306 1933 321 1939 957 29. Okt. 1946 647 Datum Einwohner Quelle 1950 654 1956 588 1973 533 30. Sep. 2009 683 Gemeinde Vechelde 30. Sep. 2011 690 31. Jan. 2014 689 31. Jan. 2015 697 31. Okt. 2017 691 31. Dez. 2018 735 Datum Einwohner Quelle 31. Jan. 2024 813
Jahresdiagramm
Politik Ortsrat Der Ortsrat von Sonnenberg setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Kommunalwahl SPD CDU Grüne FDP WVSWahlalternative Vechelde/Sonnenberg Gesamt 12. September 2021 3 2 1 1 − 7 Sitze 11. September 2016 4 3 − − − 7 Sitze 11. September 2011 3 2 − − 2 7 Sitze 10. September 2006 3 3 − − 1 7 Sitze
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeisterin ist Katrin Voßhagen (CDU). Stellvertretender Ortsbürgermeister ist Martin Richter (Grüne).
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die Dorfkirche St. Nikolai, im 13. oder 14. Jahrhundert erbaut, ist in ihrem Kern gotisch. Eine letzte größere Renovierung fand im Jahre 2022 statt.
Landschaftsschutzgebiete Das „Sonnenberger Holz“, eine Bruchwaldniederung des Flüsschens Aue von etwa 80 ha, ist seit 1962 Landschaftsschutzgebiet, gemeinsam mit dem angrenzenden „Wierther Holz“.
Fotogalerie
Wirtschaft und Infrastruktur Sonnenberg war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. In der Erwerbsstruktur hat die Landwirtschaft nur noch eine geringe Bedeutung, obwohl die Umgebung des Dorfes auch heute durch eine teilweise intensive landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet ist. Viele Bewohner des Dorfes gehen ihrem Erwerb hauptsächlich im Oberzentrum Braunschweig oder im nahegelegenen Industriegebiet im Raum Salzgitter nach.
In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erweiterte sich der Ort nach Westen und Süden durch Wohngebiete mit Eigenheimen und Siedlungshäusern. In den letzten Jahren entstanden im Ort mehrere Reiterhöfe, die Sonnenberg in der Region zu einem Zentrum des Pferdesports werden ließen.
In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Umkreis des Ortes durch Sand- und Kiesabbau zahlreiche Seen geschaffen, die nach Beendigung der Baustoffgewinnung rekultiviert wurden. Die meisten Seen dieser Art, wie der Hasselkampsee, werden heute als Angelsportgelände genutzt. Derzeit befindet sich ein Kiestagebau im Südosten der Ortschaft in Betrieb.
Persönlichkeiten Georg Althaus (1898–1974), evangelisch-lutherischer Theologe und Gegner des NS-Regimes Friedrich Alpers (1901–1944), NSDAP-Politiker, Generalforstmeister, Staatssekretär und SS-Obergruppenführer Richard Ebeling (1921–2013), Kommunalpolitiker und EhrenortsbürgermeisterHarald Meyer: Ein Urgestein, aber kein Parteipolitiker. In: Braunschweiger Zeitung, 15. Juni 2013.
Literatur Karl Bege: Geschichten einiger der berühmtesten Burgen und Familien des Herzogthums Braunschweig. Wolfenbüttel 1844. Caspar Ehlers: Die Integration Sachsens in das fränkische Reich. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 3-525-35887-3.
Günter Strebe, Hans-Georg Hoßbach: Sonnenberg – Geschichte eines Dorfes. Vechelde 2008.
Weblinks
Website der Gemeinde Vechelde
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Peine Kategorie:Ortsteil von Vechelde Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Peine) Kategorie:Ersterwähnung 780 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974