Karl-Heinz Bernhardt (* 21. Juli 1927 in Erfurt; † 12. August 2004) war ein deutscher evangelischer Theologe, Orientalist und Hochschullehrer mit dem Fachgebiet Altes Testament. Als Hochschullehrer stieg er in der DDR zum Direktor der Sektion Evangelische Theologie der Humboldt-Universität Berlin auf und wurde ein prominenter Vertreter der staatsnahen Friedensarbeit. Im Nebenamt war Bernhardt als inoffizieller Mitarbeiter und Agent des Ministeriums für Staatssicherheit tätig.
Leben Bernhardt studierte evangelische Theologie an der Universität Halle und an der Universität Greifswald. In Greifswald wurde er 1952 mit der Dissertation Gott und Bild: Ein Beitrag zur Begründung und Deutung des Bilderverbotes im Alten Testament zum Dr. theol. promoviert. Ebenfalls in Greifswald habilitierte er sich 1957 mit der Arbeit Das Problem der altorientalischen Königs-Ideologie im Alten Testament: Unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Psalmenexegese dargestellt und kritisch gewürdigt. 1959 wurde er als Professor für Altes Testament an die Universität Rostock berufen. Zeitweise war er Dekan. 1967 wechselte er als Professor für Theologie an die Humboldt-Universität Berlin, wo er ab 1971 Direktor der Sektion Evangelische Theologie war.
Bernhardt war Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz und von 1965 bis 1986 Vorsitzender ihres DDR-Regionalausschusses. Ferner war er Mitglied des Präsidiums des Friedensrats der DDR und Mitglied des Präsidiums der Liga für Völkerfreundschaft.
Bernhardt war auch unter den Decknamen „IM Förster“ und dann als „IM Jäger“ als inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit tätig, später unter dem Deckmantel archäologischer Forschungen im Nahen Osten auch als Auslandsspion.
Bernhardt veröffentlichte akademische und auch populärwissenschaftliche Schriften über Archäologie, Astronomie und Kosmologie. Er setzte sich unter anderem mit pseudowissenschaftlichen Thesen des Autors Erich von Däniken auseinander. Er war Mitherausgeber der evangelischen Monatszeitschrift Standpunkt.
Auszeichnungen 1964: Verdienstmedaille der DDR 1975: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze 1987: Dr. h. c., Universität Rostock
Schriften Bücher Gott und Bild. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1956 Die gattungsgeschichtliche Forschung am Alten Testament als exegetische Methode. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1959 Das Problem der altorientalischen Königs-Ideologie im Alten Testament. Brill, Leiden 1961 Die Umwelt des Alten Testaments. Gütersloher Verlagshaus G. Mohn, Gütersloh 1967 Schalom. Calwer Verlag, Stuttgart 1971 Der alte Libanon. Verlag Koehler & Amelang, Leipzig 1976 (Schroll, Wien-München, 1977) Sind wir Astronautenkinder? Die falschen Sensationen des Erich von Däniken im Lichte der biblischen Archäologie. Union Verlag Berlin, 1. Aufl. 1978
Lexikalische Beiträge In Theologische Realenzyklopädie. Herausgegeben von Gerhard Müller in Gemeinschaft mit H. Balz, J. K. Cameron, C. Grethlein, S. G. Hall, B. L. Hebblethwaite, K. Hoheisel, W. Janke, V. Leppin, K. Schäferdiek, G. Seebaß, H. Spieckermann, G. Stemberger, K. Stock: Dalman, Gustaf (Karl-Heinz Bernhardt), 8,322–323
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Fußnoten
Kategorie:Evangelischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Rostock) Kategorie:Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin) Kategorie:Alttestamentler Kategorie:Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz Kategorie:Inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit Kategorie:Agent für das Ministerium für Staatssicherheit Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann