Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Nontronnais. Die Einwohner werden Javerlhacois und Javerlhacoises genannt.

Geografie

Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert liegt etwa 33 Kilometer ostsüdöstlich von Angoulême, etwa neun Kilometer nordwestlich von Nontron und etwa 45 Kilometer nordnordwestlich von Périgueux im Norden des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Charente. Die Gemeinde befindet sich in der Landschaft des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert.

Die Gemeinde wird von folgenden acht Nachbargemeinden umgeben:

Die Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert umfasst folgende Ortsteile, Weiler, Gehöfte, Anwesen, Mühlen, Schmieden und Lieu-dits: Bois de la Cave, Chantegros, Chez Guilleroux, Chez Joly, Chez la Belle, Chez Marronnet, Font Jean, Forgeneuve, Frugier, Grand Gillou, Javerlhac, Jommelière, Labadias, La Chapelle-Saint-Robert, La Cour, La Fayolle, La Forge, La Grande Métairie, La Meynardie, La Petite Forêt, La Renardière, La Richardière, Le Buisson, Le Fayes, Le Grand Lac, Le Gros Chêne, Le Logis, Le Maine, Le Moulin de chez Bertrand, Le Moulin Vieux, Le Petit Guillou, Les Beusses, Les Boissières, Les Bouèges, Les Brandes, Les Brousses, Les Céceilles, Les Chenauds, Les Essarts, Les Gardechoux, Les Garennes, Les Guétières, Les Petites Chenauds, Les Termes, Maine Chambard, Marronnet, Meynardière, Petit Gillou, Petite Métairie, Pic Pérou, Pierre Virade, Puymoger, Pys, Saute Bouc, Tassat und Ville de Bost.

Der topografisch tiefste Punkt mit liegt am Fluss Bandiat in der Nähe des Lieu-dits Le Logis an der Nordwestgrenze zur Gemeinde Souffrignac, der höchste Punkt mit befindet sich im äußersten Nordosten in der Nähe des Weilers Pys an der Grenze zu den Nachbargemeinden Teyjat und Le Bourdeix. Der Ortskern der Gemeinde im Dorf Javerlhac liegt am rechten Ufer des Bandiat auf etwa .

Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

Wälder – 36,0 % heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 40,1 % Kulturboden – 17,9 % Grünland – 2,4 % Strauch- und/oder Kräutervegetation – 2,1 % baulich beansprucht – 1,5 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht 2018 im Vordergrund. Sie ist mit 60,4 % gegenüber 1990 (60,5 %) nur minimal zurückgegangen.

Klima Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima, das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971-2000

Jahresmittel: 12,1 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,3 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,3 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 14,8 °C Jahresniederschlag: 985 mm Niederschlagstage im Januar: 12,5 Niederschlagstage im Juli: 7,1

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 62 Kilometer entfernten Wetterstation am Flughafen von Limoges-Bellegarde das langjährige Jahresmittel von 11,2 °C für 1971-2000 über 11,4 °C für 1981-2010 auf 11,8 °C für 1991-2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,6 °C innerhalb von 20 Jahren. mini|Hydrographische Karte von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert Hydrografie Das Gemeindegebiet von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert wird vom Südost nach Nordwest fließenden Bandiat zweigeteilt, mit einem wesentlich größeren linksseitigen Areal. Ungefähr einen Kilometer vor Javerlhac nimmt der Bandiat seinen rechtsseitigen Nebenfluss, die Doue, auf. Diese bildet die Gemeindegrenze zu Saint-Martin-le-Pin. Das linksseitige Gebiet besitzt aufgrund von Karsterscheinungen keine dauerhaften Flussläufe, rechtsseitig wären noch der von Étouars herunterkommende Fluss Marcourive, der bei Le Bourdeix entspringende Merlançon und der die Gemeinde Saint-Martin-le-Pin durchziehende Ruisseau de Saint-Martin zu erwähnen.

Der Bandiat gehört zum Flusssystem der Charente.

Das Bewässerungsnetz besitzt eine Gesamtlänge von 16 Kilometer.

Geologie mini|Geologische Karte von Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert mini|Eisenerzhaltiges Gestein auf einem Acker bei La Grauge, Nachbargemeinde Souffrignac

Die im Gemeindegebiet anstehenden Gesteine gehören vorwiegend zu den Sedimenten des Aquitanischen Beckens, nur am äußersten Ostrand an der Doue werden – bedingt durch die Erosionsarbeit des Flusses – auch noch tieferliegende variszische Grundgebirgsgesteine des Zentralmassivs angeschnitten (Piégut-Pluviers-Granodiorit in grobkörniger Normalfazies – γ3M). Die Sedimentgesteine stammen vorwiegend aus dem Dogger. Östlich von Pys steht aber noch ein kleiner Zwickel mit Unterjura an (Zyklus Hettangium bis Sinemurium – Formation l1-4 – und Zyklus Pliensbachium bis Aalenium – Formation l5-9).

Die Doggerserie beginnt im Mittleren Bajocium (Formation j1b – graue Oolithkalke mit braunen Ooiden), gefolgt von Oberem Bajocium (Formation j1c – mikro- bis kryptokristalline, weiße und auch beige Fossilkalke, die mehrere bedeutende Oolithlagen enthalten). Diese Gesteine können stellenweise sehr stark rekristallisiert und verkieselt sein (Formation jC). Auf der linken Bandiatseite folgen dann über dem Bajocium Bathonium (Formationen j2a und j2b) und Callovium (Formationen j1c-3a bzw. j3) – ebenfalls weiße, beige, teils auch bräunliche Fossilkalke, die bereits kreideartig ausgebildet sein können. Das Bathonium wird rund 50 Meter mächtig und führt Lithoklasten, Bioklasten mit Resten von Lamellibranchiern, Rhynchonelliden und Gastropoden, sowie relativ seltene Oolithlagen. Das 25 Meter mächtige Callovium enthält Onkolithen, Foraminiferen und Stromatolithen.

Die Sedimente liegen weitestgehend flach, nur bei Javerlhac treten örtlich Verkippungen an einer Südost-Nordwest-streichenden Störungszone auf; an ihr wurde der nordöstliche Grundgebirgsblock angehoben. Bei Pys läuft eine ähnliche, von Nontron herüberziehende, parallel verlaufende Störungszone aus. Sie ist vererzt und führt hauptsächlich Sphalerit, Pyrit, Baryt und Bleiglanz. Die Störung dürfte mit der nordöstlichen Trogschulter des Bandiatgrabens in Zusammenhang stehen. Kleinere Störungen durchziehen das Sedimentpaket auf der linken Bandiatseite in Ostnordost- und Ostsüdost-Richtung.

Bei La-Chapelle-Saint-Robert wurde früher – wie auch in der Nachbargemeinde Souffrignac – etwas Eisenerz gefördert, das aus dem tertiären, das Callovium überdeckenden Sidérolithique stammte und dann bei Forgeneuve verhüttet wurde. Im Zeitraum Eozän/Pliozän zogen dann ausgedehnte Flusssysteme aus dem Grundgebirge in südwestliche Richtung heraus. Ihre sandig-kiesigen Ablagerungen (Formation H-F) erscheinen an der Nordostgrenze in Richtung Chauffour, nördlich von Pys und östlich von Puymoger, aber auch auf der gegenüberliegenden Talseite bei Les Petites Brousses.

Viele der Plateau- und Hanglagen werden von pleistozänem Kolluvium verhüllt (Formationen HC und C). Die Formation HC ist ein eiszeitliches Umlagerungsprodukt der vorausgegangenen Flusssedimente und ist älter als die Sande und Tone der Formation C.

Im Flusstal des Bandiats finden sich in den Resten einer Hochterrasse westlich des Ortskerns altpleistozäne alluviale Kiese und Gerölle (Formation Fv). Flusssande mit Quarzgeröllen (Formation Fw) bilden eine mittelpleistozäne Mittelterrasse im Tal des Bandiats (beispielsweise bei Le Moulin de chez Bertrand). Der moderne Fluss hat sich in die Mittelterrassen eingegraben und fließt jetzt in holozänem Alluvium (Formation Fy-z).

Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert Naturrisiken manifestieren sich in Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

Die Gemeinde ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräten und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.

Wie die Risikokarte zeigt, ist Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert zu 70,4 % seines Gemeindegebietes stark von der Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Ausnahmen bilden hier der Unterjura linksseitig des Bandiats und das Callovium, die beide relativ resistent sind.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer nur geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko bildet die Bodenverschmutzung durch zahlreiche kontaminierte oder potenziell kontaminierte Standorte sowie ehemalige Industriestandorte oder Dienstleistungsaktivitäten.

Ökologie mini|300px|Schutzgebiete des Typus 1

Naturpark Das Gebiet der Gemeinde Javerlhac-et-la-Chapelle-Saint-Robert ist seit 1998 Teil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Schutzgebiet Unter Naturschutz stehen das Bandiattal sowie die Unterläufe der Doue und des Ruisseau de Saint-Martin – beides rechte Nebenflüsse des Bandiats. Diese Gebiete sind als kontinentale ZNIEFF (Französisch zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique) des Typus 1 unter der Bezeichnung Vallées du réseau hydrographique du Bandiat ausgewiesen. Ihre Flora besteht aus über 100 Pflanzenarten mit Großer Odermennig (Agrimonia procera) und Atlantisches Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) als Indikatorpflanzen.

Etymologie und Geschichte Der Name von Javerlhac erschien unter dieser Form im 13. Jahrhundert (1264), auch unter der Variante Javerlac im Jahr 1288. Er repräsentiert einen Personennamen gallischen Ursprungs, Gabrielis, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Er ist abgeleitet von Gabrius, der den Namen von Jaure gab.

La Chapelle-Saint-Robert ist spät ist einer latinisierten Form, Capella Sancti Roberti, belegt (1330). Capella () ist das erste Element von mehreren Ortsnamen. Der Name des heiligen Robert von Turlande ist verbunden mit der Abtei La Chaise-Dieu und aus diesem Grund liegt er im Périgord nicht bei anderen Dörfern vor.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 180–181

mini|Kirche Saint-Robert

Die Besiedelung Javerlhacs geht zumindest bis ins erste vorchristliche Jahrhundert zurück, wie eisenzeitliche Funde in der Grotte des Ormes belegen. Beim Bau des Bahnhofs der ehemaligen, mittlerweile aber stillgelegten Bahnstrecke Quéroy-Pranzac–Thiviers wurden der Ring eines römischen Ritters und Gräber aus der gallorömischen und der Merowingerzeit gefunden.

Im frühen Mittelalter verlagerte sich das kulturelle Leben dann zum drei Kilometer entfernten Saint-Robert – mit einer romanischen Kirche mit Eingangsportal im Saintongestil aus dem 11. Jahrhundert, die aus einem seit dem Jahr 1050 bestehenden Benediktinerpriorat hervorgegangen war. Die Gegenwart der Benediktiner lässt sich aber bis ins Jahr 980 zurückverfolgen. Das Priorat wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben, die ehemaligen Konventsgebäude sind nicht mehr erhalten.

Im 12. Jahrhundert wurde dann in Javerlhac mit dem Bau der Kirche Saint-Étienne mit asymmetrischem Doppelschiff begonnen. Das nebenliegende Schloss stammt ursprünglich aus dem Jahr 1225, wurde aber 1369 von den Engländern zerstört und 1499 wieder aufgebaut.