Seegebiet Mansfelder Land ist eine Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Der Ortsteil Seeburg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geografie Seegebiet Mansfelder Land liegt im östlichen Landkreis Mansfeld-Südharz zwischen Halle (Saale) und der Lutherstadt Eisleben. Die Gemeinde liegt zum Teil auf der landwirtschaftlich genutzten Mansfelder Platte und der seenreichen Eislebener Niederung, hier liegt der vier Kilometer lange Süße See. Im Westen steigt das Gelände zum bewaldeten Harzausläufer Hornburger Sattel auf. Am Steilhang Riß zwischen Wormsleben und Seeburg liegt das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind die Lutherstadt Eisleben im Westen, Gerbstedt im Norden, Salzatal und Teutschenthal im Osten sowie Obhausen, Schraplau, Farnstädt und Querfurt im Süden.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus folgenden elf Ortschaften:

Ortschaft Einwohner Amsdorf 444 Aseleben 496 Erdeborn 942 Dederstedt 394 Hornburg (mit Äbtischrode und Holzzelle) 301 Lüttchendorf (mit Wormsleben) 593 Neehausen (mit Elbitz und Volkmaritz) 235 Röblingen am See 2752 Seeburg (mit Rollsdorf) 535 Stedten 987 Wansleben am See 1576

Die Ortschaften von Seegebiet Mansfelder Land (anklickbare Karte)

Geschichte Die Gemeinde entstand am 1. Januar 2010 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Amsdorf, Aseleben, Erdeborn, Hornburg, Lüttchendorf, Neehausen, Röblingen am See, Seeburg, Stedten und Wansleben am SeeStBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 mit Hintergrund der Gemeindegebietsreform in Sachsen-Anhalt. Mit ihrer Entstehung wurde die Verwaltungsgemeinschaft Seegebiet Mansfelder Land aufgelöst. Die Gemeinde Dederstedt, die die Eingemeindung ablehnte, wurde am 1. September 2010 nach Seegebiet Mansfelder Land per Gesetz zwangseingemeindet.

Industriegeschichte

Im Jahre 1909 wurde im Ortsteil Oberröblingen der Ortschaft Röblingen am See mit dem Abteufen eines Schachtes auf Kalisalze der ehemaligen Gewerkschaft Oberröblingen begonnen. Von den 1000 Kuxen dieser bergrechtlichen Gewerkschaft besaßen die Adler-Kaliwerke 995 Stück. Nach Fertigstellung des Schachtes Oberröblingen sollte von diesem zu der benachbarten Schachtanlage Adler eine untertägige Verbindung hergestellt werden. Somit hätten beide Schachtanlagen über einen zweiten Ausgang verfügt. Doch infolge nicht beherrschbarer Salzlösungs-Zuflüsse musste der Schacht Oberröblingen schließlich 1913 bei einer schon erreichten Teufe von immerhin 642 m aufgegeben werden.

Unweit der Ortschaft Wansleben am See befindet sich das stillgelegte Kaliwerk Vereinigte Ernsthall. Es war eine Schachtanlage mit angeschlossener Kalifabrik der „Mansfeldschen kupferschieferbauenden Gewerkschaft“.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2010 9.753 2015 9.132 2020 8.916 2021 8.857 Jahr Einwohner 2022 8.545 2023 8.496 2024 8.474 2025 8.429

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion 8 % der Bevölkerung sind evangelisch, 3 % katholisch.Zensusdatenbank

Die lutherischen Kirchengemeinden Amsdorf, Erdeborn, Röblingen, Stedten und Wansleben bilden das Kirchspiel Röblingen; die Kirchengemeinden Dederstedt, Neehausen und Volkmaritz gehören zum Kirchspiel Dederstedt-Hedersleben. Die Kirchen in Aseleben, Rollsdorf und Seeburg sind zur Kirchengemeinde Seeburg, die Kirchen in Lüttchendorf und Wormsleben zur Kirchengemeinde Lüttchendorf-Wormsleben zusammengefasst. Alle diese Kirchspiele und Kirchengemeinden gehören zum Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die folgenden Kirchengebäude stehen in den Ortsteilen von Seegebiet Mansfelder Land.

Die katholische Filialkirche St. Anna in Röblingen gehört zur Pfarrei St. Bruno in Querfurt. Die Ortschaft Hornburg ist allerdings der Pfarrei St. Gertrud in Eisleben zugeordnet, deren nächste Filialkirche St. Maria in Sittichenbach ist. Beide Pfarreien gehören zum Dekanat Merseburg des Bistums Magdeburg.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Seegebiet Mansfelder Land besteht aus 20 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 66,3 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 35,3 % 7 27,5 % 5 AfD 20,6 % 4 27,0 % 5 Unabhängige Bürgerbewegung Mansfelder Land (UBM) 10,1 % 2 9,5 % 2 Freunde der Feuerwehr Seegebiet – – 7,5 % 2 SPD 6,3 % 1 7,2 % 1 Die Linke 14,1 % 3 4,5 % 1 Bürger fürs Seegebiet – – 4,5 % 1 Freie Bürger Mitteldeutschland 5,0 % 1 3,9 % 1 Unabhängige Bürgergemeinschaft – – 3,1 % 1 Aktion Robert Farle (ARF) – – 2,9 % 1 Einzelbewerberin Behr – – 1,3 % – FDP 1,4 % – 1,1 % – Bürgerliste Süßer See 3,3 % 1 – – Einzelbewerberin Marion Harborth 2,9 % 1 – – Einzelbewerber Marion Harborth 1,0 % – – – Insgesamt 100 % 20 100 % 20

Bürgermeister 2010–2024: Jürgen Ludwig (parteilos) seit 2024: Martin Blümel (parteilos)

Ludwig wurde am 11. September 2016 mit 67,7 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2016

Blümel wurde am 5. November 2023 mit 52,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 5. November 2023 Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen Das Wappen wurde am 10. Februar 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Die Farben der Gemeinde sind Blau – Gelb.

Flagge Die Flagge ist blau – gelb (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Sehenswürdigkeiten

Verkehr mini|Chausseehaus an der B 80 bei Lüttchendorf Die Bundesstraße 80 (Nordhausen-Halle (Saale)) und die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden durchqueren die Gemeinde von Westen nach Osten.

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 2010