mini|Der markante Kirchturm über dem Dorfpanorama Die reformierte Kirche in Sent im Unterengadin ist ein denkmalgeschütztes evangelisch-reformiertes Gotteshaus.
Geschichte Zentraler mittelalterlicher Sakralbau in Sent war die Kirche San Peder. Die älteste Bausubstanz am heutigen Ort bezeugt eine romanische Vorgängerkirche des spätgotischen Neubaus von 1496 unter dem Patrozinium des Laurentius von Rom (rät. Baselgia San Lurench = St. Laurentiuskirche). Die Kirche war 1778 Schauplatz einer turbulenten Bündner Synode im Zuge des Herrnhuterstreites in Graubünden.
Der Turm als das Wahrzeichen der Kirche und des Dorfes wurde als neugotischer Bau des Architekten Nicolaus Hartmann in den Jahren 1898 bis 1900 errichtet und 1985 restauriert.
Pfarrer seit der Reformation Zeitweise amtierten zwei Geistliche in Sent. 1545–1576: Lucius Angelus (Lüzza Gliandschel) 1577–1600: Gregor Charinnus 1615–1616: Plasch Zonder (= Blasius Alexander, 1590–1622) 1638–1666: Antonius Fabrizius (Töna Schmid) 1663–1682: Jon Riola (1640–1705) 1667–1675: Andri Salomon Blech 1667–1693: Martin Stupan 1683–1693: Joannes Martinus (1644–1733) 1693–17??: Chasper Stupan 1695–1697: Ulrich Saluz 1693–1743: Curdin Riola (1667–1743) 1707–1745: Curdin Salomon Blech 1726–1768: Clot Jon Vital 1743–1770: Jon Jachen Vital 1756–1770: Jon Salomon Blech 1758–1771: Jon Riola (1703–1771) 1770–1789: Chasper Not Ans 1773–1790: Jachen W. Rauch 1775–1785: Andri Salomon Blech 1783–1845: Jachen J. Conradin (1758–1845) 1784–1816: Curdin Salomon Blech 1784–1832: Janet Stupan 1789–1793: Jachen Jon Stupan 1805–1812: Chasper St. Bazzell 1807–1866: Duri Gotsch Vital (1781–1868) 1809–1825: Otto Vital 1815–1862: Michel J. Conradin (1780–1876) 1857–1862: Töna Fila Schmid 1864–1897: Jon Friedrich Vital 1897–1899: Flurin Chasper Peer 1899–1951: Jon Grand (1875–1959) 1951–1965: Leo Reinalter (1924–2005) 1966–1971: Paul Guidon 1972–1979: Johannes Flury (* 1950) 1979–1996: Martin Pernet (* 1945) 1996–2014: Jörg Büchel (* 1960) 2014-...: Rolf Nünlist (* 1968)
Ausstattung Prinzipalien Im Chor findet sich ein Wandtabernakel aus der Gründungszeit. Die ursprünglich in der abgebrochenen Kapelle San Bastiaun in Samedan beheimatete Kanzel datiert auf das Jahr 1712. Im Mittelpunkt des Chors steht ein künstlerisch einfacher, vom Alter her wertvoller Taufstein, er stammt möglicherweise aus der Zeit der Romanik. mini|Blick aus dem Chor durch das Kirchenschiff auf Empore und Orgel
Orgel Die Orgel auf der Empore im hinteren Teil der Kirche wurde 1904 durch Orgelbau Kuhn in einem neugotischen Gehäuse errichtet. Sie verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal. 1982 wurde sie durch die Manufaktur Orgelbau Felsberg einer Revision unterzogen, wobei die Disposition verändert wurde. Eine weitere Revision wurde 2004 von der gleichen Firma durchgeführt.Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein: Orgelprofil Reformierte Kirche Sent GR; hier auch die Disposition
mini|hochkant=0.85|Beleuchteter Kirchturm Glocken Im Kirchturm hängt ein fünfstimmiges Glockengeläut aus drei Jahrhunderten.SRF – Glocken der Heimat: Sent, St. Lorenz Glocke Name Gussjahr Giesser Gewicht Schlagton 1 Mittagsglocke 1846 Franz Theus, Felsberg 1860 kg es′ 2 Versammlungs- und Flurglocke 1821 Franz Theus, Felsberg 1350 kg f′ 3 Abendglocke 1962 H. Rüetschi AG, Aarau 730 kg g′ 4 Schulglocke 1899 Franz Theus, Felsberg 450 kg b′ 5 Totenglocke 1466 280 kg c″
Kirchliche Organisation Sent gehört als eigenständige Kirchgemeinde zur Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden.
Weblinks
Porträt Baselgia San Lurench
Nachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Scuol Kategorie:Kultur (Scuol) Kategorie:Kulturgut von regionaler Bedeutung im Kanton Graubünden Kategorie:Laurentiuskirche Kategorie:Kirche in der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk im Kanton Graubünden Kategorie:Kirchengebäude in Europa