mini|Virgil von Graben aus der Sommeregger Linie, mit dem die Familie Anfang des 16. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte

Graben von Stein (auch Graben zum SteinDen Namen Von Graben von oder zum Stein führte Lukas von Graben zum Stein im Jahre 1500 mit dem Erwerb der Herrschaft und des Schlosses Stein im Drautal ein., von Graben, vom Graben,Vom Graben wurde das Geschlecht ausschließlich im oberkärntnerisch-osttirolerischen genannt, vgl. Die Salzburger Lehen in Kärnten bis 1520. von (dem) Graben, ab dem Graben,Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 44 und 46. Grabner,Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 45. sowie von ThalAdalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 47 (historischerverein-stmk.at). oder de ValleHans Pirchegger: Zur älteren Geschichte von Thal. In: Blätter für Heimatkunde. Band 37, Graz 1963, S. 106 (historischerverein-stmk.at)., fälschlicherweise auch von Groeben, de Groben) ist der Name einer weitverzweigten Familie des österreichischen Uradels, die edelfreien (dynastischen) Ursprungs war. Sie entstammte den Görzer Meinhardinern der Meinhardiner-Dynastie,Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): „Brixen - Reichsfürstentum und Hofstaat“. digitalisiert in: wurde erstmals 1170 in Krain erwähnt, und ist 1781 in männlicher Linie ausgestorben.

Zu den Abstammungen der Herren von Graben gehört die heute noch existierende altösterreichische Familie Orsini-Rosenberg, und laut älteren Quellen auch die vorwiegend in den Niederlanden beheimatete Familie (De) Graeff. Den Orsini-Rosenberg, damals Rosenberger genannt, könnten auch die Trauttmansdorff entsprossen sein. Unsicher ist eine aufgrund des identen Stammwappens angenommene Stammesgleichheit mit dem ebenfalls aus Krain stammenden Hochadelsgeschlecht derer von Lamberg. Die Wappen der Herren von Graben übernahmen auch die in weiblicher Linie abstammenden Reichsgrafen Jörger von Tollet († 1772), Stadel-Kornberg († 1882) und Leublfing zu R(h)ain († 1893 resp. 1985) sowie die Freiherren Rain zu Sommeregg († um 1600).

Die Herren von Graben hatten einen weitverzweigten Grundbesitz, Lehen und Einflussbereich in Krain, der Steiermark, Niederösterreich, Kärnten, Görz, Salzburg, Tirol und Südtirol sowie in Franken und der Schweiz. Dadurch gliederte sich die Familie in mehrere Linien und Zweige, von denen die Kornberger Linie in der Steiermark, die Zweite Niederösterreichische Linie der Grabner, und die Sommeregger Linie in Kärnten die bedeutendsten waren. Diese drei Linien erreichten ihren machtpolitischen Höhepunkt im 15. und 16. Jahrhundert, wo sie als Landeshauptleute, Burggrafen, Lehensträger, Amtsträger, Hauptmänner und Ratsherren in habsburgischen Diensten, sowie in denen der Grafen von Cilli und meinhardinischen Grafen von Görz standen. Trotzdem waren alle Linien der Graben immer nur dem Ritterstand angehörig, aber nie dem Herrenstand.

Die Kornberger Linie stand zwischen 1456 und 1564 im Besitz der bedeutenden Herrschaft Marburg, der Obermarburg, des Amtes Marburg an Drau und dem „Marburger Schloss“. Der Genealoge Bucelin nennt Mitglieder dieser Linie als Baro(nissa), wobei keine Erhöhung in den (Frei)Herrenstand bekannt ist. Die Zweite Niederösterreichische Linie der Grabner zu Rosenburg verfügte über einen ausgedehnten Grundbesitz mit der Rosenburg und Pottenbrunn als auch in Mähren und war einer der Verfechter des Protestantismus während der Reformation in Niederösterreich. Im 16. Jahrhundert machten die Grabner Rosenburg zu einem Zentrum der Österreichischen Reformationsgeschichte.Friedrich Umlauft (Hrsg.): Wanderungen durch die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. 1879, S. 333 (Google Buch). Die Grabner zählten im Laufe des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu den reichsten und angesehensten Familien Österreichs,Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Band 77, S. 220–222 (Leipzig 1864) und zu den bestimmenden protestantischen Adelsfamilien des Landes. Die Sommeregger Linie, welcher der Kornberger Linie entstammte, war zwischen 1442 und 1536 auch als Burggrafen und Herren von Sommeregg in Kärnten tätig, und galt im endenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert als wichtigste Familie am Hof der Meinhardiner von Görz. Aus dieser Linie ist Virgil von Graben zu nennen, welcher unter den Görzer Grafen und den habsburgerischen Kaisern eine bedeutende diplomatische Rolle innehatte, auch weil er nach dem Aussterben der Meinhardiner das Fürstentum Görz den Habsburgern zuführte.Erich Zöllner: Geschichte Österreichs: von den Anfängen bis zur Gegenwart. S. 159 (Google Buch).

Geschichte Abstammungsschema mini|160px|Heraldische Stammtafel der Herren von Graben sowie deren Abstammungen Folgendes Abstammungsschema gibt einen Überblick auf die Linien und Zweige der Von Graben sowie deren Abstammungen:

Herkunft aus Krain Die Herren von Graben waren natürliche Söhne der Grafen von Görz.Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): „Brixen - Reichsfürstentum und Hofstaat“. digitalisiert in: Beda Weber: Das Land Tirol: mit einem Anhange: Vorarlberg: ein Handbuch für Reisende. Wagner, 1838 (Google Buchsuche). Als Stammherren könnten zeitlich die beiden meinhardinischen (Pfalz-)Grafen Meinhard I. (* um 1070; † 1142) und Engelbert I. von Görz († 1122) in Frage kommen. Eine zusätzliche Quelle nennt eine männliche Abstammung aus dem Haus der Orsini (Boboni) in Verbindung mit einer aber weiblichen aus dem Geschlecht der Meinhardiner. Ältere Quellen nennen diverse zusätzliche, unbelegbare Theorien zur Abstammung einerseits aus der Familie der Burggrafen von LienzJahrbuch der kaiserlich königlichen Centralkomission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. 1905, S. 339 (Spurii der Burggrafen von Lienz) sowie andererseits von den Herren von Walsee, wobei hierbei nur die Kornberger Graben mit dem Schaufelwappen in Erwägung kämen.Karel Hruza: Die Herren von Wallsee. Geschichte eines schwäbisch-österreichischen Adelsgeschlechts (1771-1331). 1995, S. 413.

Die erste namentliche Erwähnung fällt in das Jahr 1170 als wohl Meinhards oder Engelberts Enkel, die Brüder Conrad vom Graben und Grisold (Grimoald), das noch heute bestehende Stammschloss Graben unweit von Rudolfswerth (Novo mesto) im damaligen „Mittelkrain“ besaßen. Die Familie von Graben soll angeblich nach dem tiefen Graben benannt sein, an dessen Rand seinerzeit zunächst ein Turm erbaut worden war.Johann Weichard Freiherr von Valvasor: Die Ehre dess Hertzogthums Crain: das ist, Wahre, gründliche, und recht eigendliche Belegen- und Beschaffenheit dieses RömischKeyserlichen herrlichen Erblandes; Laybach (Ljubljana) 1689. Interessanterweise wird 1159 auch ein Konrad de Valle erwähnt, der erwiesenermaßen zur erstmals 1259 mit Konrad I. vom Graben (De Valle, Grabner) belegbaren Konradinischen Linie am Graben in Graz gehört.Steiermärkisches Landesarchiv, Mitteilungen, Band 38, S. 38 (1988) Da auch Conrad vom Graben des Öfteren in steirischen Urkunden vorkam, könnte es sich hierbei um ein und dieselbe Person handeln.

Das ebenfalls in Krain verwurzelte hochadelige Geschlecht derer von Lamberg führte kurioserweise dasselbe Wappen wie es ab dem 15. Jahrhundert die kärntnerischen und hernach die tirolerischen (aber nicht die steirischen) Graben taten. Ob es sich bei diesen Geschlechtern um eine Stammesgleichheit, eine Abstammung voneinander, oder um das von beiden Geschlechtern übernommene Wappen deren Lehensherren handelt, ist unklar.Google Bücher: Die Wappen des Adels in Oberösterreich - S. 753.Google Bücher: Kärnthen's Adel bis zum Jahre 1300. von A. Weiss, S. 211 Die beiden Geschlechter waren jedenfalls in späterer Zeit verwandt, was im 17. Jahrhundert auch zu Erbstreitigkeiten um die Herrschaft Stein in Kärnten führte.Carinthia I. Bände 163–165, S. 113.

Die steirischen Linien Konradinische Linie Obwohl Conrad vom Graben (genannt 1170) ein Krainer Edelmann war, wurde er des Öfteren als Siegler und Zeuge im Gebiet des Herzogtums Steiermark urkundlich bezeugt. Seine direkten Nachkommen werden als nur in der Steiermark lebend beschrieben, sodass sich das Geschlecht der Herren von Graben in weiterer Folge auch in den steirischen Landen vermehrt ausbreiten vermochte.Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 43. Genannt werden hierbei 1203 ein Rapoto vom Graben und 1222 ein Rudolph ab dem Graben, welche beide mit dem Schrägbalkenwappen siegelten.

Eine zur Mitte des 13. Jahrhunderts auftauchende Linie der Herren von GrabenAdalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 44 wurde am 19. Januar 1259 erstmals mit den Brüdern Konrad I. vom Graben (als Chunradt de Valle) und Walther vom Graben (Walter) genannt. Sie waren Bürger der Stadt Graz, aber rittermäßigen Standes (milites).Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark Konrad wurde erstmals 1268 unter dem Namen von dem Graben genannt, und siegelte am 23. Mai 1289 zu Graz als Chunrad de Valle mit dem linken Schrägbalkenwappen.Hans Pawlik: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie. Band 98, Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, 2009, S. 17. Die Familie hatte mehrere Schreibweisen, so nennt sich zum Beispiel Walter in lateinischen Urkunden ausschließlich de Valle, und in deutschsprachigen ausschließlich Grabner, aber nie ThalDie Bürger von Graz. Örtliche und soziale Herkunft (Gerhard Michael Dienes, 1979) oder Graben. Diese Namen gelten als Synonyme und wurden seitens der Familie in abwechselnder Form getragen, verwendet und zugeschrieben.Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, Stammbaum auf S. 44ff.

Die von Konrad I. vom Graben ausgehende Linie wird Konradinische Linie am Graben genannt. Sie war in und um Graz in der Steiermark genannt, und siegelte mit dem Schrägbalkenwappen. Die Familie erwarb das Gebiet der heutigen Grazer Grabenstraße bzw. die Westhänge des Rosenberges bis zur Mur hinab und den Sitz Hof am Graben. Die Gegend wurde nach den Herren von Graben ab 1294 „Am Graben“ (Grabenvorstadt) genannt. Die Graben am Graben waren zu dieser Zeit Gefolgsleute der ursprünglich aus Schwaben stammenden Herren von Walsee; als solche erscheinen die Gebrüder Hermann und Burkhard von Graben im Jahr 1284 als Zeugen in einer Urkunde der Herren von Walsee und dem Kloster Heggbach in Oberschwaben im heutigen Baden-Württemberg.Landesarchiv Baden-Württemberg: Württembergisches Urkundenbuch. Band VIII., Nr. 3319, S. 440 (wubonline.de verlangt Login). Neben ihrer Tätigkeit für die Walsee waren sie auch StubenbergerWilhelm von Kalchberg: Der Grazer Schloßberg und seine Umgebung. 1856, S. 171. Lehensleute und mit dem Stift Rein verbunden.Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 44 ff. Diese Tradition hatte auch die Kornberger Linie des Geschlechts übernommen.Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, S. 55 ff.